Die Löwin und ihre Jungen

23. November 2014 Hinterlasse einen Kommentar

Einatmen, ausatmen, laufen. Ein Fuß vor den anderen. Immer weiter. Noch eine Runde ganz um das Fort. Nein, noch mehr! So viele er wollte!

Khalb fühlte sich gelöst und gut gelaunt. Ja, es war schon so – Mütter konnten alles wieder ins Lot bringen. Sie konnten auch furchtbar sein … aber am Ende sorgten sie dafür, dass es einem gut ging. Er sah hinter sich, ob Garrm mitrannte, konnte seinen vod aber nicht sehen. War wohl entweder zu langsam (hah!) oder er war noch losgezogen, um Lieutenant Hawkwood zu treffen.

Lieutenant Hawkwood … die ohne auch nur anwesend zu sein den Verlauf des ganzen Abends bestimmt hatte. Denn zunächst war einfach alles mal wieder schief gegangen. Garrm und Khalb waren gerade wieder von Dromund Kaas zurück gekehrt, als sie auf Lieutenant van Arden trafen. Nichts ungewöhnliches im Fort und keiner der beiden hatte wegen irgend etwas ein schlechtes Gewissen. Sie nutzten die Gelegenheit um mehr über diese mysteriösen mando’ade herauszufinden, die auf Jaguada Ärger gemacht hatten. Viel war nicht zu erfahren. Ein dar’jetii namens … äh .. Khalb hatte den Namen schon wieder vergessen. Irgendetwas mit “S” oder so. Jedenfalls hatte der den Clan engagiert und dann war irgendetwas schief gegangen. Mehr wusste der Lieutenant auch nicht.

Khalb hatte gerade begonnen zu überlegen, ob man Lord Tragos dazu fragen könnte (vielleicht trainierten die dar’jetiise genauso zusammen wie die Soldaten und redeten dann auch miteinander), als die Banthascheiße den Ventilator mit einem satten “Flatsch” traf.

Lieutennat van Arden bemerkte Garrms Hoverboard. Mit dem Bild von Lieutenant Hawkwood im Bikini. Und sie begann sich aufzuregen. Khalb versuchte, einen Teil des Zorns auf sich zu lenken, in dem er sofort zugab, das Bild gemalt zu haben … aber irgendwie war wohl Garrm trotzdem der Schuldige. Dieser bot an, die abgebildete Lady zu fragen, ob sie etwas dagegen hätte und falls sie sich beleidigt fühlen würde das Board zu übermalen, aber Lieutenant van Arden war voll in Fahrt und hörte nicht auf zu schreien.

Zum Glück kam Lorsa an, die gerade ihren Wochenendurlaub angetreten hatte und sichtlich nicht in Stimmung war, irgendwelchen Streit zu schlichten. Selten war Khalb so froh gewesen, seine buir zu sehen!

Garrm und Khalb wurden von Lorsa barsch zum mitkommen aufgefordert und bekamen eine bestimmt zweistündige Vorlesung zum Thema “warum wir uns bei den Imperialen zurückhalten”. Khalb ließ sich nicht so leicht einschüchtern und hielt dagegen – aber harmonisch wie Mutter-Sohn-Beziehungen bei mando’ade nunmal waren, wurde der Konflikt mit Körperstrafen und sinnvoller Pädagogik gelöst.

Seltsam, wie einfach alles war, wenn Lorsa es erklärte. Und wie unverständlich, wenn die Imperialen es in ihrer Sprache versuchten. Garrm und Khalb bekamen von Lorsa lehrreiche Vorträge, fast ihre Blaster weggenommen, mehrere Straf-Laufrunden, einen heftigeren Anschiss als jemals zuvor und am Ende die Erlaubnis, gegen Lorsa zu kämpfen, was den Abend mit viel Spaß ausklingen ließ.

So einfach war das – so konnten die beiden jungen mando’ade begreifen, wie man sich bei den Imperialen unauffällig verhielt. Es war wohl doch so, dass das Imperium viel zu fremdartig war, als dass man einfach so kapieren konnte, was nun Ärger machte und was den Imperialen egal war.

Vielleicht musste man eine Liste anlegen? Einfach aufschreiben, was die Imperialen triggerte und das dann vermeiden.

Klang praktikabel.

Khalb fasste sich an die Stirn. Das Bluten hatte aufgehört. Nur noch ein paar Beulen und Löcher in der Haut, wo ihn Garrms Hörner bei der Kopfnuss getroffen hatten. Jetzt eventuell noch Frann anrufen ..?

Nein, besser morgen. Sonst dachte die junge Kriegerin noch, ihr Bruder hätte Khalb besiegt!

Lieber noch eine Runde ums Fort rennen. Und dann Liegestütze.

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OOC: Wieder ein Mando-RP-Abend. Zusammen mit Lorsa hatten die zwei Jungspunde viel Spaß und Ärger, in beliebiger Kombination. Außerdem hat mir Sey die kleine Frann gezeigt. Immens putziges Zabrak-Mädchen. Nicht niedlich im konventionellen Sinne aber eine charakterstarke kleine Kämpferin.

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“Adult Entertainment”

22. November 2014 Hinterlasse einen Kommentar

Khalb kickte eine leere Getränkedose über die Speederlandeplattform des Clubs und setzte sich dann auf die Brüstung, um wenigstens eine angenehme Aussicht zu haben, während er auf Garrm wartete.

Aus dem Inneren des Stripclubs drangen Gelächter, Fetzen von Musik und die durchdringenden Aromen von zu blumigem Parfum und zu viel buntem Alkohol mit Schirmchen und Fruchtstückchen. Khalb sah nach unten und ließ die Beine baumeln. Der Boden war hunderte von Metern weiter unten und kaum zu erkennen.

Schön hier oben. Dumm nur, dass es überall diese bunten Leuchtreklamen gab. Die störten irgendwie. Und überall Banner. Aber so war das nunmal. Sie würden den nächsten Versorgungstransporter nach Jaguada nehmen und dann war der .. Urlaub wieder vorbei.  Schade drum.

Aber es gab ja Dinge, auf die man sich freuen konnte …

Khalb kramte sein Datapad heraus und suchte die Kontaktdaten. War das richtig? Ja und nein. Definitiv nein, weil sie die Schwester seines ori`vod war. Machte man nicht. Immerhin sollte Garrm ja auch die Finger von Talila lassen. Was einfacher war, weil Talila nun wirklich noch ein kleines Mädchen war, egal wie erwachsen sie daherredete. Und definitiv ein zweites nein, weil da noch Illjana war. Klar, bei der hatte Khalb nicht die Chancen eines Schneeballs auf Tatooine – aber irgendwie … naja, vielleicht doch. Wenn er ihr im Kampf das Leben retten würde oder so?

Aber Garrms kleine Schwester – was hieß hier klein, sie war so alt wie Khalb – war irgendwie … süß. Hatte auch noch nicht ihre Jagd hinter sich und war trotzdem wohl eine gute Kriegerin. Wild und respektlos und so.

Er starrte weiter auf die Kontaktdaten. Kniff die Augen zusammen, bis die Zahlen und Buchstaben zu einer grünen Linie verschmolzen. Er würde sich bei ihr melden. Ja, das würde er tun. Nicht heute. Morgen. Oder übermorgen, wenn sie wieder auf Jaguada wären. Dort hätten sie sowieso nichts zu tun, außer dem Lord fiele ein plötzlicher Auftrag ein. Also Zeit und Gelegenheit genug, es sich mit Garrm zu verscherzen. Obwohl Khalb, so wie er das sah, eh nur verlieren konnte. Meldete er sich nicht, würde Fran ihren Bruder terrorisieren und Garrm wäre wütend. Meldete er sich, wäre Garrm wütend, weil Fran ihn trotzdem nerven würde. War also egal.

Khalb sah noch ein wenig in den Abgrund zu seinen Füßen und drehte sich dann halb um, damit er den Eingang des Clubs im Auge behalten konnte. Was dauerte so lange, dem Fremden sein Tittenheftchen zurückzugeben? Die eigentliche Frage war, warum Garrm es plötzlich zurück gab. Khalb glaubte nicht, dass Garrm sich von der Argumentation “wenn der gegelte Captain etwas sagt, ist das auch ein Befehl vom Lord, also zeigt es, dass Du den Lord nicht respektierst, wenn Du so direkt gegen den Captain vorgehst” hatte überzeugen lassen. Es musste also etwas anderes sein.

Vielleicht lag es an der generellen Seltsamkeit des Abends. Immerhin waren wirklich schräge Dinge passiert. Wobei sie im Moment auch sehr darauf bedacht waren, seltsame Dinge anzuziehen. Das Herumsitzen auf Jaguada zehrte ihre Nerven auf.

Zuerst die Nachricht von Illjana, dass anscheinend irgendwelche mando`ade in Fort Asha aufgetaucht waren und dort Ärger gemacht hatten. Extrem seltsam. Welcher mando`ad tat sowas? Es gab dort nichts Interessantes. Es lag weit von der Front und selbst wenn einen nur der … Vorschlag des Mandalor an der Seite der Imperialen hielt, so griff man sie doch nicht unprovoziert an. Garrm und Khalb hatten versucht, sich Gründe einfallen zu lassen. Sie waren auf “Langeweile”, “weil Vollmond(e) ist/sind”, “du hast meine Perle angeguckt!” und “U wot m8!?” gekommen und somit ziemlich sicher, dass alles wohl doch irgendwie seine Richtigkeit haben musste. Also .. zumindest das Angreifen. Das Auftauchen war schräg und wollte genauer untersucht werden.

Als zweite Seltsamkeit erzählte Garrm von dem dar`jetii, der nach seiner buir gefragt hatte. Und als er versuchte, sie zu erreichen, antwortete seine Schwester Fran und konnte nur sagen, dass Garrms buir auf Jagd und deshalb nicht erreichbar sei. Na, eine Kriegerin konnte schon auf sich aufpassen. Die Sorge hielt sich also in Grenzen. Dafür war es für Garrm wohl um so schlimmer, dass Fran sich – warum auch immer – für Khalb zu interessieren schien. Garrm betonte ständig, dass sie  “noch immer gekrümmte Hörner” hätte, was bei den Zabrak wohl ein Zeichen für Jugendlichkeit war. Zumindest setzte sich Khalb übel in die Nesseln als er nach einer kurzen Inspektion des prachtvollen Auswuchses auf der Stirn seines ori`vod meinte, dass dieses Horn ja auch noch nicht wirklich sehr gerade sei.

Das ließ Garrm sich gewaltig aufblasen und führte geradewegs zum letzten seltsamen Ding an diesem Abend. Der Wette. Garrm tönte über sein absolut gut erkennbar erwachsenes Aussehen herum, das er nun unter Beweis zu stellen gedächte. In dem er die beiden in einen beliebigen Stripclub bringen würde.

Khalb hatte ihn ausgelacht und sogar angeboten, die Sache einfacher zu machen, in dem er seine buy`ce aufsetzte, damit nicht gleich zu erkennen wäre, wie alt er eigentlich war. Trotzdem hatte er Garrms Unternehmung nicht die geringsten Erfolgschancen eingeräumt.

Aber, alter Falter, wie man sich täuschen konnte! Entweder war dem Türsteher sowieso alles egal (der war irgendwie mehr daran interessiert, irgendeine klirrende Kiste herumzuschleppen) oder die Einlasspolitik dieses Clubs war wirklich locker. Jedenfalls standen die beiden vode innerhalb kürzester Zeit auf knietiefem Plüschteppich inmitten von mehr Twi`lekfleisch als sich selbst Garrm vorm Schlafengehen ausmalen konnte.

Für Garrm war es die Erfüllung. Wie ein Kind im Süßigkeitenladen taumelte er fast betäubt herum und musste seine Augen mit Gewalt daran hindern, aus den Höhlen zu fallen. Die anderen Clubgäste betrachteten sie eher amüsiert aber das konnte Garrm nicht schrecken. Er war im Paradies.

Anders Khalb. Er fühlte sich einfach völlig unwohl inmitten dieser Tänzerinnen, deren Kleidung für maximal die Hälfte gereicht hätte. Nicht, dass er die Frauen hässlich gefunden hätte … aber diese ganze Künstlichkeit … und natürlich, dass die Tänzerinnen garantiert weder frei noch Kriegerinnen waren. Irgendwie so gar nicht das, was sie oberhalb ihrer wogenden Anatomie interessant machen würde. Und natürlich spukten ihm sowohl die frech glitzernden Augen von Fran als auch Illjanas klassisch-schöne Gesichtszüge im Kopf herum.

Ach, da hatte man einmal die Chance und dann kam das blöde Gehirn mit anderen Dingen!

Als dann noch ein weißgerüsteter mando`ad zu den beiden gekommen war und ihnen ein Tittenheftchen schenken wollte (wie kam der auf so eine Idee?), war bei Khalb der Unmut hochgekocht und er hatte mit jeder Menge moralischer Entrüstung abgelehnt. Und war dann gegangen, bevor sie noch wegen einer Keilerei rausgeflogen wären.

Und jetzt .. wartete er.

Sollte er nicht doch lieber gleich mal … die Kontaktdaten hatte er ja nicht umsonst …?

Ach, neee.

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OOC: Einfach ein paar alberne Abenteuer mit den zwei kleinen Kriegern. Vielen Dank an Sey dafür – das habe ich gebraucht!

Vorher habe ich zusammen mit Kathro noch ordentlich in den Klassenänderungen für 3.0 gestöbert und wir sind beide bis jetzt ziemlich davon angetan. Grade Khalb als Heiler hat ein paar hübsche Möglichkeiten. Ultimate Heal in Bewegung casten und dergleichen Goodies mehr. Und Sherku bekommt einen neuen Ultimate, der den Flamethrower nochmal aufwertet. Klingt alles prima! Und für die noch levelnden Charaktere haben sie die Fertigkeiten sinnvoller verteilt. Frühere Taunts und dergleichen. Sehr, sehr schön. Und viele Wahlmöglichkeiten. Alles in Allem bin ich sehr gespannt.

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Dinge, die ich nicht tue

17. November 2014 1 Kommentar

Eine Zeichnung von Dingen, die ich nicht tue zum Beispiel. Ich spiele nicht auf Republikseite. Und ich spiele keine Damagedealer. Außerdem spiele ich in SWTOR keine weiblichen Charaktere, da sie mir nicht gefallen (die mit-gezogener-Waffe-Laufen-Animation ist jenseits von gut und böse).

Aber der XP-Schub vor der Erweiterung stellt seltsame Dinge mit einem an, also habe ich mir diese Gunslinger-Lady erstellt. Außerdem hat der Alderaan-Plot so große Dimensionen angenommen, dass ich das Gefühl habe, nicht mehr mitzukommen und sowieso weder zu erfassen, was läuft, noch die Möglichkeit, rechtzeitig zu reagieren, so dass ich mich erst einmal ein wenig zurückziehe, bis ich wieder das Gefühl habe, einen sinnvollen Beitrag leisten zu können, damit ich niemandem reingrätsche.

Sie ist eigentlich ein Cyborg und hat jede Menge Metall im Gesicht – aber ich konnte mich nicht mehr erinnern wo dieses Zeug genau sitzt, weshalb ich es in dieser Stufe der Vorzeichnung erst einmal weggelassen habe.

Und jetzt zu etwas fast völlig anderem. Diesem Video.

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Zu viel geredet

15. November 2014 Kommentare aus

Nein, nein NEIN!! Mein Zorn treibt in einer Welle etliche der Shuttle-Trümmerteile von mir weg wie sich öffnende Blütenblätter. Ich werde es nicht mehr schaffen, die Jedi einzuholen, selbst wenn ich mit der Reitechse den abkürzenden Weg über die Felsen nehme, welcher der Jedi auf ihrem Speeder verwehrt bleibt. Sie ist zu weit weg. Ich kann nur zusehen, wie sie verschwindet.

Sie hat das wahrscheinlich von Anfang an geplant. Wollte nicht bis zum Tod kämpfen, sondern nur in eine Position kommen, aus der sie komfortabel verschwinden kann. Und damit habe ich verloren, als hätte sie mir den Kopf von den Schultern getrennt. Denn eifrig-ehrlich wie diese Jedi sind, wird sie alles ihren leuchtenden Freunden brühwarm erzählen. Und damit dafür sorgen, dass kein Jedi mehr versuchen wird, den “Holocron” zu bergen. Was wiederum Darth Aroval mistrauisch machen wird.

Nun ja, Sha´re meinte ja schon, dass dieser Plan mit einer hohen Wahrscheinlichkeit schon aus … anderen Gründen nicht funktionieren wird. Also ist der Verlust nicht allzu groß. Und fast, ja fast, hätte ich uns ein paar Verbündete verschafft. Aber was habe ich erwartet? Es sind Jedi! Die sind nicht flexibel genug, um ihr Ziel wirklich erreichen zu wollen. Trotzdem wäre Meister Concabille so stolz auf mich, wenn sie wüsste, wie sehr ich mich anfangs zurück gehalten habe. Verdammt, ich denke schon von ihr im Konjunktiv. Als sei sie nicht da.

Sie ist immer da.

Die Holovidnachricht vom “abgestürzten Shuttle mit dem Holocron” war seit einem Tag auf allen alderaanischen Kanälen. Ich wartete. Und heute biss endlich jemand an. Zwar keine Agenten des Alten – oder gar er selbst! – sondern eine einzelne Frau, die unbesorgt in den Trümmern herumsuchte und mich dann, obwohl ich in den Ästen eines Baumes versteckt war, direkt ansprach, aber ein Opfer war ein Opfer. Und je mehr Leute auf der Suche mysteriös verschwanden, um so saftiger der Bissen für Darth Aroval.

Es stellte sich heraus, dass diese gelassen-freundliche Menschenfrau eine Jedi war. Redete wie Doz-rish, bewegte sich wie Doz-rish, machte mich fast so wütend wie Doz-rish. Aber ich habe mich zurückgehalten. Und brachte sie zum Reden. Oder brachte sie mich zum reden? Schwer zu sagen, wer mehr mitgenommen hat.

Intererssanterweise kannte sie nicht nur meinen Namen, sondern wusste auch von Meister Concabille und dem Parasiten – ja, nannte das Kind sogar so. Ab da wusste ich, dass entweder Shanora oder Sheysa ein zu loses Mundwerk bei den Jedi gehabt hatten. Ich forschte nach, welches der zwei Garrde-Mädchen hier zu viel geplappert hatte und bekam sogar direkt Sheysas Namen serviert.

Es sieht so aus, als müsste ich die Loyalitäten von Missy Garrde deutlicher hinterfragen!

Nun, die Jedi war hier, die Jedi wusste zu viel. Sie musste weg … oder? Ich habe wohl wirklich zu viel von Meister Concabille mitgenommen. Denn plötzlich dachte ich mir, dass der Feind meines Feindes doch hervorragendes Kanonenfutter abgeben könnte. Müsste es nicht im Interesse der Jedi sein, einen Darth mit derart weitreichenden Ambitionen wie Darth Aroval loszuwerden, bevor er zu mächtig wird? Noch dazu, wenn er mitten in ihrem Vorgarten sitzt?

Ich sagte ihr also, dass sie gern nach Hause gehen und öffentlich vom Potential des verschollenen Holocrons schwärmen könne. Es wäre zu unser beider Nutzen. Klar zu sehen.

Doch … es sind Jedi. Wenn der Vorschlag von einem Sith kommt, kann er nur Tod und Verderben bedeuten (ja! Für den Alten!), weshalb sie ablehnte. Jedi!

Also blieb nur der Kampf. Eine Leiche mehr, eine Vermisste mehr. Auch das kann funktionieren.

Der Kampf war herausfordernd. Diese Jedi hatte mehr drauf, als ihr betuliches Äußeres vermuten ließ. Ich hatte seit dem Kampf mit Sha´re nicht mehr so viel Spaß gehabt! Nichts lässt mich mehr lebendig fühlen als ein gleichwertiger oder sogar anscheinend überlegener Gegner. Mein Blut strömt freier durch die Adern und sogar die Luft, die ich atme, schmeckt süßer.

Aber leider hatte die Jedi nicht vor, mir das Vergnügen lange zu gönnen. Im nachhinein kan ich jeden ihrer Schritte auf das Ziel hin analysieren, einfach nach Hause zu gehen. Sie hat alles an ihrer Kampftaktik danach ausgerichtet, in eine möglichst optimale Position dafür zu gelangen. Ich habe es nicht bemerkt und bin darauf hereingefallen, weshalb ich es verdient habe, dass sie mich geleimt hat.

Jetzt stehe ich hier vor den Shuttletrümmern und um mich herum ist nichts als die Stille der alderaanischen Bergwelt und der Geruch nach Schnee von den nahen Bergen.

Soll ich noch hier warten und auf weitere Gäste hoffen? Oder gebe ich meinem Zorn nach und stelle Sheysa zur Rede?

Entscheidungen, Entscheidungen.

Weiter mit OOC! Es war ein sehr schöner RP-Abend mit der Jedi-Lady. Sheysa gab uns den SL, musste aber nicht viel mehr tun, als das Setting auszubreiten. Trotzdem ein herzliches Danke dafür! Und dafür, dass ich das Händchen gehalten bekam – wo ich doch mit Fremden so meine Probleme habe! Da war es sehr beruhigend, Sheysa an meiner Seite zu wissen, als ich zum ersten Mal auf eine mir unbekannte Mitspielerin traf.

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Pappa ante portas

13. November 2014 Kommentare aus

Der Boden sprang unter dem Shuttle fort und wurde zu einer grünen Decke mit weißen Schneesprenkeln, auf der graue Berge ihre hellen Capes um die Schultern zogen.

Lord Rednelak stand hinter der soeben geschlossenen Tür am Fenster, sah noch hinunter um die rot gekleidete Gestalt seiner ältesten Tochter zu einem Farbklecks vor der düsteren Masse von Darth Arovals Anwesen verschmelzen zu sehen. Innerhalb eines Herzschlags wurde aus der imposanten Lord Drowl das kleine Mädchen Borraa, dann nur rot. Dann nichts.

Der Lord wandte sich ab, schritt zur Reihe mit den Sitzen an der Shuttlewand und setzte sich. Seine Wachen entspannten sich. Ihr Herr hatte einen Besuch beendet, den keiner der Bewaffneten besonders ruhig hatte sehen können. Borraa und ihre … Ideen waren jedem Bediensteten des Karaz-Haushaltes ein Begriff.

Für den Lord war das natürlich anders. Sein kleines Mädchen, seine Prinzessin. Die Begabte, die Hoffnung, die Zukunft. Wenn jemand nach seinem Tod die Familie führen würde dann sie.

Jetzt waren die Karaz an einem entscheidenden Wendepunkt angekommen. Darth Aroval hatte seine funkelnden Luftschlösser vor Rednelak aufgebaut und der skeptische Lord war zu Borraa gereist, um herauszufinden, was die harte Realität hinter den wolkigen Versprechungen war. Hatte sie ihn überzeugt? Ja und nein. Nicht von Darth Arovals Absichten. Dass dieser sicher nicht im besten Interesse von Rednelaks Familie handelte, war offensichtlich. Aber Borraa hatte ihre eigenen Pläne geschildert und Rednelak vertraute ihr. Seinem Fleisch und Blut, seinem Liebling. Er war skeptisch gewesen, hatte ihr harte Worte entgegengeworfen – denn wer seine Kinder verzärtelte verbaute ihnen die Zukunft im Imperium – und sie hatte sich ihm entgegen gestemmt und ihre Visionen erläutert, die ihn letztendlich überzeugten. Er würde die nicht unbeträchtlichen Ressourcen der Karaz-Familie zu ihrer Verfügung halten. Nicht ungeprüft aber doch bereit, sie in allem zu unterstützen.

Und das andere … Detail. Er hatte Borraa klar gemacht, dass der Mischlingsfötus, der in schlafendem Fleisch in Darth Arovals Labor wuchs, sterben musste. Aber sie hatte so sehr darum gebeten – um ihr eigenes kleines Haustierchen, dass er es ihr letztendlich doch noch gestattet hatte, Ghurabs Fehltritt zu behalten. Und das Muttertier des … Dings konnte als Lektion für den ungebärdigen Sohn herhalten und ihn vielleicht wieder in die Spur bringen.

Rednelak konnte seiner Tochter dieses Spielzeug nicht abschlagen. Sie hatte ihre Forschung immer über alles, selbst ihr Leben, gestellt. Eine kleine Belohnung konnte nicht schaden. Eigene Kinder hatte sie nicht – nichts, was den Lord beunruhigte, er hatte Enkel von seinen anderen Nachkommen – also blieb Zeit für so ein … Projekt.

Er würde in nächster Zeit stetig ein Ohr in Richtung Alderaan offen halten. Zu viel konzentrierte sich hier, das die Familie betraf. Und wer weiß – vielleicht gründeten Darth Arovals Visionen doch auf einem stabilen Fundament. Dann wäre man auf der sicheren Seite. Aber wenn nicht … nun, die Karaz kamen seit Jahrhunderten gut alleine zurecht.

Das Shuttle näherte sich dem Raumhafen. Rednelak stemmte sich wieder aus dem Sitz. Seine Entourage sprang respektvoll auf.

Wieder nach Hause fliegen. Mehr Erkundigungen konnten nicht schaden.

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Weiter mit OOC. Viel Spaß im RP mit Nebencharakteren. Die zwei durch und durch sith-igen Purebloods Borraa und Rednelak, deren Verhalten nicht nur klar macht, warum Ghurab seine schreckliche Familie weiträumig meidet, sondern auch die Frage aufwirft, wie er es lebend dort heraus geschafft hat. Beides keine Charaktere, die wir regelmäßig spielen. Mehr Flavour für die große Story. Aber schön.

Und jetzt zu etwas ganz anderem. Das da.
Ein Hooded Blurrg. Mit Hipsterbrille. Vor einer Schreibmaschine. Warum zeichne ich sowas? Nicht etwa aus unkontrollierbarer Seltsamkeit, sondern es war ein Auftrag. Kunde und Empfänger (in diesem Fall nicht identisch) waren zufrieden und ich muss auch sagen, dass mir das grässliche Tier durchaus gefällt.

Mein nächstes Illustrationsprojekt wird wohl etwas ernsthafter. Es gärt noch in meinem Kopf und wird – wenn es denn endlich wird – mal wieder das Bild eines RP-Partners. Damit dürfte ziemlich klar sein, um wen es sich handelt. Ich muss aber, wie gesagt, noch etwas Stimmung und Inspiration sammeln. Wenn man einen Charakter noch nicht so gut kennt und auch mit dem Spieler dahinter noch nicht weiß, wie weit man gehen kann, wo die das-ist-jetzt-nicht-mehr-lustig-Linie verläuft, braucht alles seine Zeit.

Und zu guter Letzt noch ein Public Service Announcement. Ein kurzer Lehrgang für alle, die schon immer wissen wollten, wie man in einem MMO richtig tankt. Also richtig. Richtig richtig. Hier kann man genau sehen, wie es geht:

So und nicht anders. Ich bin absolut überzeugt. Diese Frau ist mein neues Totemtier.

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Zu fallen versuchen

12. November 2014 Kommentare aus

OOC-Vorbemerkung: Ich habe gestern ein Charakter/Story-Konzept ins SRK-Forum gestellt. Bis jetzt habe ich drei Reaktionen dazu via Skype bekommen. Noch nichts konkretes aber zumindest bei allen Interesse. Vielleicht ergibt sich ja etwas handfestes. Ich möchte den Weg eines Überläufers von der Republik zum Imperium spielen. Das Ziel ist dabei unwichtig. Es kann sowohl das wirkliche Ankommen als auch eine Selbsttötung, weil einfach kein neues Leben möglich ist, sein. Interessant für mich ist die Entwicklung. Dafür suche ich Spielpartner, die das Ganze mit mir erleben wollen – als imperiales “Betreuungspersonal” innerhalb des Regiments, als Überwacher, als alles mögliche, worauf man in diesem Umfeld so Lust hat.

Ohne feste Zusagen werde ich keinen Exotencharakter in die RP-Welt stemmen. Es kann also durchaus sein, dass das Konzept ungespielt wieder in die Schublade wandert. In diesem Fall hatte ich zumindest Spaß daran, mir die Vorgeschichte auszudenken. Und weil das so schön ist, einfach mal ein paar Zeilen IC …

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Das Kraftfeld vor der Zelle schloss sich mit einem weichen “wusch”. Das Licht im Block dimmte sich gleichzeitig automatisch. Für die nächsten acht Stunden waren die Schritte der Wachen auf den Gängen das einzige Geräusch. Beruhigend. Sicherheit. Ordnung. Das Imperium sperrte nicht weg, es schloss einen Kokon um seine … neuen Bürger. Um die, die lernen mussten. Um die, die nichts wussten. Um die, die nichts … waren. Keine Menschen … waren. Untermenschen. Aber aufgehoben in einer Struktur. Feste Struktur. Das war gut. Gut.

Er legte sich auf seiner Pritsche zurück. Zwei Schritte Zelle. Zimmer. Übergang.

Das Datapad einschalten. Dinge aufschreiben. Sich versichern, dass die Welt innerhalb seines Kopfes wertvoll war. Für das Imperium. Selbstverständlich konnte er keine Sonderbehandlung erwarten, nur weil er bei der Republik ein Forschungsteam des Militärs geleitet hatte. Das war früher. Und die Republik war viel zu … was war das Wort? Es floss fort. Konzentriere dich, Alienabschaum. Nachsichtig! Da war es. Viel zu nachsichtig. Das Imperium hatte Struktur. Feste Dinge. Feste Grenzen. Gut.

Nützlich sein. Dann konnte man hoffen. Wenn er nützlich war, würde er wieder nach oben finden. Erst einmal auf die Füße kommen. Er war angekommen. Dort, wo Sicherheit herrschte.

Dinge aufschreiben. Aus dem Kopf in Daten fallen lassen. Natürlich würde seine Führungsoffizierin das lesen. Es war nur zu seinem Besten.

Alles war besser als das, was er zurückgelassen hatte. Was er mit der ersten vorsichtigen Kontaktaufnahme verraten und mit dem Zugriff auf der Thranta-Corvette einfach abgeschüttelt hatte, als er mit erhobenen Händen … mitging. In das neue Leben. Das hier war richtig. Und sobald er aus dem Lager heraus war und wieder im Militär – eine andere Uniform, die selben Laborkittel – würden sie auch sehen, dass er mehr war als nur seine Arbeiten an den integrierten zygopodischen Kybernetiken. Mehr als die Patente, die er der Armee der Republik eingebracht hatte. Er würde wieder … jemand. Und dann mehr als nur jemand.

Es dauerte etwas, sich zu fokussieren. Er war müde nach den Stunden des … Lernens. Er sah auf. Verlor sich in den langsamen roten Wellen des Kraftfeldes, das ihn bis zum Morgen vom Rest der Welt trennte. Dann kniff er die Lider zu, drückte die Handballen in die Augenhöhlen, zwang seinen Geist, der sich zu gern fallen lassen wollte, auf das Datapad zu. Er begann zu tippen. Langsam. Sein Gesicht im Licht des Monitors fahl und kränklich, die olivgrüne Hautfarbe seltsam verwaschen.

Tag 51, Umerziehungseinrichtung HY2-67, zukünftiger Bürger Th. Rusch, Tagesbericht.
In wenigen Tagen werde ich meine Zeit hier zu einem Abschluss bringen. Ich hoffe, dass ich genug gelernt habe, um dem Imperium gut zu dienen. Ich wurde dazu angehalten, Selbstkritik zu üben, um meinen Wert stetig zu hinterfragen. Meine Schwäche ist es, dass ich mich für zu nützlich halte. Ich denke zu oft, dass mir mein ehemaliger Rang bei der Republik Vergünstigungen einbringen sollte. Dies ist natürlich falsch, denn im Imperium zählt nur das, was man leistet, nicht das, was man geleistet hat. Ich werde weiter an mir arbeiten und diesen Fehler ausmerzen, um dem Imperium bessere Ergebnisse zu liefern. Bis zu meiner Verlegung in eine reguläre Militäreinheit werde ich weiter lernen.

Er schaltete das Datapad aus. Nur noch schwachrotes Licht. Rutschte das Kissen hinunter, bis er flach ausgestreckt lag. Das Kissen war weich genug, dass er selbst auf dem Rücken liegend das Sprenghalsband in seinem Nacken kaum spürte. War das maximale Freiheit? Er öffnete den Reissverschluss des Overalls, damit er die flache Hand auf den Bauch legen und seine Haut fühlen konnte. War alles Zukunft? Er konnte sich über den täglichen Lehrstunden kaum noch denken hören. Er hatte Freiheit für seine Forschung gewollt. Und Freiheit … von … anderen Dingen. Jetzt war er im Imperium. Wo Forschung, sofern sie dem Krieg diente, so viel Platz hatte, wie man in seinem Kopf nur finden konnte. Er war glücklich? Er war nichts. Ein leeres Blatt.

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Splitter

10. November 2014 Kommentare aus

OOC-Vorbemerkung: Ich hatte drei Mal RP, drei Fragmente sind entstanden. Überall ist alles in der Schwebe. Ich habe überlegt, ob ich erst warten soll, bis mehr passiert ist – aber dann dachte ich mir: Was soll`s! Ich schreibe auch Kleinteile auf! Den Anfang macht der kleine mando`ad, dann ist der alte Lord dran und zum Schluss kommt Ghurab zu Wort.

Khalb
Endlich wieder … zu hause? Nein, das war kein Zuhause. Aber was war es dann? Khalb zog die buy`ce ab und legte den Kopf in den Nacken. Ließ den ewigen Regen seine Nase kitzeln. Hoch über ihm, hoch über den monströse Zuversicht in den Himmel malenden Scheinwerfern der Stadt zuckten Blitze in der Atmosphäre. Die riesigen Banner an den imperialen Protzbauten hingen schlaff und nass-rot an den Fassaden. Zu hause? So etwas hatte er nicht. Aber Kaas City war der erste Ort, an dem er sich wohl gefühlt hatte. Hier hatte buir ihm und seiner Schwester die ersten Unterrichtsstunden gegeben. Hier hatte er seine Trainingsstrecken. Hier im Dschungel hatte er seine erste Jagdbeute getötet und mit den Soldaten des Regiments Übungen durchgeführt. Hier hatte er sich mit den Kriegern des Regiments angefreundet, die ihm jetzt so fremd geworden waren. Erinnerungen an das Klettern auf den riesigen Dschungelbaum mit Beskell-dem-Verrückten drängten sich vor ihn. Oder das Laufen mit Lieutenant Thun. Oder Illjanas Präzision mit dem Gewehr. Oder die wilde Entschlossenheit mit der Talila die Dschungelkatze angegriffen hatte. Oder das vorsichtige Beobachten der Wege der dar’jetiise. Oder die Schießübungen mitsamt dem heimlichen Scharfmachen der Trainigswaffen. Oder die Abende in der kleinen  Cantina an denen ihm Illjana zeigte, wie man Muskelaufbaudrinks herstellte … und die entspannte Art, wie man dort mit den Imperialen reden konnte, ohne dass sie versuchten, einen zu einem der ihren zu machen. Damals war das anders. So viele “oders”. Irgendwie war das alles noch gar nicht so lange her und doch Jahrhunderte weit weg. Jetzt saß er auf einem langweiligen Planeten fest, eine Galaxis, tausend Galaxien vom Krieg entfernt. Und alles, was noch vor einem halben Jahr bunt und aufregend gewesen war, hatte eine merkwürdig fahle Patina angenommen.

Aber immerhin hatte er Garrm. Sein ori’vod half ihm darüber hinweg, dass die Welt immer dunkler wurde. Und jetzt hatten sie etwas zu tun. Hatten herauszufinden, was wirklich hinter der Entführung von Sergeant Morrison steckte. Es musste irgendetwas Großes sein, das stand mal fest! Und sie würden das restlos aufdecken. Immerhin sprang dafür ein … Urlaub auf Dromund Kaas heraus. Und schon das allein war nicht zu verachten. Detektivarbeit im großen Stil. Sie würden herausfinden, was geschehen war! Vielleicht war die nähere Zukunft gar nicht so grau wie die Wolken über der Stadt!

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Lord Rednelak
Der Lord ließ sich auf seinen Schreibtischsessel fallen. Legte die Hände unter dem Kinn zusammen und gestattete seinen gelben Augen, ins Leere zu sinken und den Fokus nach Innen zu richten. Darth Aroval war vor einer halben Stunde gegangen und nichts war klarer. Dieses große Projekt, das der Darth plante und für das er um Unterstützung warb … es schien so greifbar wie Nebel und doch unglaublich verlockend. Das Leben neu gestalten. Das, was die Familie Karaz seit Jahrhunderten langsam und stetig versuchte, in kürzester Zeit zu erreichen. Völlige Reinheit, Rückkehr zu den Wurzeln. Borraa stand fest an der Seite von Aroval, wie es schien. Aber Lord Rednelak hatte schon seit ein paar Wochen nicht mehr mit seiner ältesten Tochter gesprochen. Sie ging ihren Weg und ihr Vater beobachtete sie wohlwollend aus der Ferne. Doch jetzt gab es Gründe für eine direkte Kontaktaufnahme.

Natürlich das Angebot von Darth Aroval. Das, was man wirklich wollte, serviert auf einem silbernen Tablett und garniert mit einem Platz bei einer völligen Neuordnung. Es klang verrückt. Und es klang viel zu groß. Man musste recherchieren. Ein paar Gefallen einfordern und an Schnüren zupfen. Denn bevor Rednelak seine Familie samt ihrer nicht unbeträchtlichen monetären und geistigen Ressourcen in den Dienst einer Sache jenseits des ewigen Ziels des Familienclans stellte, musste Konkreteres auf den Tisch als Darth Arovals enthusiastische Worte.

Und dann noch der andere Grund für einen Besuch bei Borraa. Der … andere Grund.

Lord Rednelak ballte eine Faust. Die Narben auf seinem Handrücken traten hell hervor. Der andere Grund. Es war sicherlich Zorn in ihm. Aber mehr Resignation. Eigentlich hatte der Lord geglaubt, sein jüngster Sohn hätte alle Möglichkeiten. Er war genetisch perfekt. Das Beste, was mit dem derzeitigen Blutgrad machbar war. Und doch entzog er sich. Er musste irgendwo einen Defekt verborgen haben, anders ließ sich dieser stetige Drang zur Zerstörung all dessen, was die Familie ausmachte, nicht erklären.

Und jetzt als Höhepunkt der Rebellion das. Ein Kind mit nur einer Hälfte reinen Blutes! Schlimmer wäre nur noch ein Kind mit einem Alien-Tierwesen. Aber das hier … Der Lord schüttelte den Kopf, trommelte gereizt mit den Fingern auf dem Schreibtisch. Darth Aroval konnte noch so von der Stärke der Macht in der Mutter des … Bastardkindes schwärmen. Für Rednelak war dieses unreine Fötus-Ding wertlos. Nichts, was je den Namen Karaz tragen durfte.

Eine Reise nach Alderaan war unumgänglich.

Der Lord griff nach dem Datapad und verfasste eine kurze Nachricht an Borraa.

Tochter!
Darth Aroval hat mich aufgesucht. Es gibt Dinge, die ich mit Dir persönlich und unter vier Augen besprechen muss.
Rednelak Karaz

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Ghurab
Als ich nach draußen gehe, höre ich hinter mir noch das Gespräch. Kurze Satzfetzen, immer wieder unterbrochen. Feststellungen, dann Pausen. Man überlegt.

Ich komme in den Garten und die beiden Zeldrates stürzen zu mir. Ich war bisher immer verlässlicher Futterlieferant für die zwei, da sich hier auf Alderaan sonst niemand an die Reitechsen herantraut. Ich schnippe mit den Fingern und pfeife. Beide folgen mir aufgeregt grunzend in ihren Unterstand. Ich schütte jedem einen Eimer Synthfleisch in den Trog und sehe zu, wie sie sich darüber hermachen. Meister Concabilles Echse zögert einen Moment, sieht mich mit schief gelegtem Kopf an. Ich mache eine scheuchende Geste und sage völlig sinnloserweise “Sie ist bald wieder da”. Die Zeldrate schüttelt sich und taucht dann die Schnauze mit den mächtigen Zähnen in die dunkelrote Masse.

Ich lehne mich an die Schuppenwand, beobachte ohne zu sehen und meine Gedanken treiben zu Sheysa und Sha`re, die drinnen im Trainingsraum immer noch diskutieren. Sha´re hat uns vor einem vielleicht fatalen Fehler in unserem Plan bewahrt. Er ist wirklich nützlich. Zu nützlich? Ich bin ratlos was ihn angeht. Ich möchte glauben, dass er ein Verbündeter ist. Dass er bei uns für sich mehr Nutzen sieht als bei Darth Aroval und Borraa. Ich will es glauben. Will. Aber mein ewiges Misstrauen sticht mich immer wieder.

Wann kann man einem Menschen trauen? Nein – wann kann man einem anderen Sith trauen. Die einzig mögliche Antwort lautet: nie. Und dennoch habe ich mein Leben schon in Meister Concabilles Hände gelegt. Und jetzt? Ich fühle mich, obwohl ich es nicht will, für Sheysa verantwortlich. Verdammtes kleines Mädchen. Und ich hätte Sha`re zu gern wirklich auf unserer Seite. Ich werde wohl weich im Hirn, denn eine Zukunft auf der Flucht und im Untergrund, immer bemüht, Darth Aroval zu Fall zu bringen, hat plötzlich für mich etwas beinahe attraktives, wenn man dabei als eine wirkliche Gemeinschaft unterwegs sein könnte. Ich bin ein Schwachkopf. Nur weil ein anderer Kämpfer auftaucht, der so interessant gut-und-ganz-anders zur Art und Weise passt, wie Meister Concabille und ich uns der Welt stellen, werde ich hoffnungsvoll. Das ist nichts als Idiotie.

Die Zeldrates haben ihre Tröge geleert, die letzten Klumpen Synthfleisch sind in baumelnden Kehlsäcken verschwunden. Jetzt werden sie schläfrig. Und sozial. Meine Echse reibt ihren schweren Kopf kurz und enthusiastisch an meinem Oberschenkel, dann fangen die zwei Monster an, sich gegenseitig zu putzen. Ineinander gerollt wie ein Ouroboros kann man schwer sagen, wo ein Tier aufhört und das andere anfängt.

Dafür, dass sie sich sonst bei jeder Gelegenheit anfauchen und kabbeln sind diese friedlichen Momente immer sehr plötzlich und ein maximaler Kontrast. Was ist die Wahrheit? Das Geraunze oder die Sympathie?

Ich muss lachen. Die beiden Echsen sind eine lebende Metapher für meine Situation. Sich bekriegen oder zusammenarbeiten? Feinde oder Verbündete? Futterneid oder Vertrauen?

Die Macht ist Konflikt und Kampf. Nur damit ist Leben und Wachstum möglich.

Aber den Rücken freihalten lassen … diese eine Schwäche … nur eine. Ja, ich bin ein Schwachkopf.

Die Zeldrates sehen mir hinterher, als ich zum Anwesen zurückgehe.

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