Der Lotse geht von Bord und der Ubar von Torcodino schläft unsanft
Doch woll´n wir uns nicht grämen, denn der Lohn ist frei zu sein.
Wir gedenken seiner bei ´ner guten Flasche Wein.
—– Schandmaul, Vogelfrei
Gestern hat Spitte beschlossen, Lydius erst einmal den Rücken zu kehren und neue Herausforderungen zu suchen. Zu sagen, dass das ein Tiefschlag für mich wäre, würde der Sache nicht ganz gerecht. Ich habe das Gefühl, dass man mir mitten auf einer Blumenwiese an die Taschen will, um mal eine literarische Metapher zu bemühen. Da kann Shee bei mir die Beruhigungsbärin (“Das wird schon”, “Wir schaffen das” …) machen wie sie will, ich fühle mich einfach endlos mies. Natürlich ist das eine Entwicklung, an der niemand so recht Schuld hat und die dennoch keinen freisprechen kann. Sicher, Spitte ist ein Motor, ein Visionär und kann mit Tagesgeschäft nur wenig anfangen, weshalb er verständlicherweise irgendwann zu neuen Ufern auf- und ausbrechen muss. Sicher, wir anderen waren und sind vielleicht zu sehr auf unser RP und darauf, dass “im Moment doch alles prima läuft” fixiert, um das Größere hinter dem Horizont im Blick zu haben. Sicher, es gab fehlende Kommunikation und manchmal zu viel davon. Doch hätte man da keinen Kompromiss finden können? Ich hoffe einfach und wünsche mir, dass Spitte bald (!!) zu uns zurückkehrt, um wieder wie ein Derwisch durch Lydius zu toben und uns verschlafenes Völkchen mit seiner endlosen Energie hin und wieder auf Trab zu bringen. Bis dahin werde ich alles tun, damit Lydius Bestand hat. Ich mag von SL-Technik nicht die blasseste Ahnung haben (was mich im Owner-Team auf jeden Fall zur taubsten Nuss macht), aber ich werde erstens versuchen zu lernen und zweitens alle meine zur Verfügung stehenden sonstigen Talente (Zeichnen, Schreiben … irgendwie nicht gerade sehr hilfreich im Moment) einbringen, um die Stadt am Laufen zu halten. Lydius ist unsere Heimat – und mit “uns” meine ich jeden Spieler, jeden Owner und auch unseren zur Zeit dann eben im Sabbatical weilenden Praetor. Wir sollten und müssen zusammenhalten und an einem Strang ziehen. Ich hasse es, mich in meiner Freizeit auf Kämpfe einlassen zu müssen, werde aber nicht zögern, über jeden, der meint, Lydius kaputtreden zu müssen, mit dem Mähdrescher drüberzurömern. Also: Lasst uns diese Stadt nicht nur halten, sondern sie auch weiter voranbringen, damit der Praetor stolz auf uns sein kann und nicht zu einer rauchenden Ruine sondern zu einer prosperierenden Handelsstadt, vernetzt mit ganz Gor, zurückkommt! Habt ihr das verstanden?!
Spitte ist für mich so eine Art Gor-Papi – nicht nur, weil er schon so alt ist (*grins*), sondern auch, weil er mich erst richtig zum Gor-RP gebracht hat. Als ich im Frühling reichlich ahnungslos und nach kurzer Erfahrung in den Reihen einer seeeehr “evolvten” englischen Merc-Gruppe (ja, der Richter hat ´ne Vergangenheit und einen Grund, warum er beim Schießtraining mit dem Hoppsebällchen gar nicht mal so schlecht trifft … *hust*) auf Pilgerreise ging, hat er mich unglaublich energisch und so schnell für Lydius eingefangen, dass ich bis jetzt noch zwei Pilgerstationen offen habe. Er hat mich nicht nur für unsere Stadt sondern auch in kürzester Zeit fürs Drei Monde vereinnahmt und ich bin heute noch davon begeistert, wie schnell ich mich da einleben konnte. In der Folgezeit wurde ich nicht nur von ihm, sondern von ganz Lydius für alles mögliche eingespannt und habe jeden Tag große Freude daran, die Entwicklung dieser Stadt zu verfolgen und zu befeuern. Leider fiel mir im Laufe der Zeit aber auch auf, dass Spitte durch seine vielen Aktivitäten, die er auch selten deligierte (oder deligieren konnte) kaum ins RP kam – und wenn nicht fürs RP, wozu sind wir dann alle hier? Dieser Fakt mag mit dazu beigetragen haben, dass er nach und nach ein Gefühl des außen-vor-seins bekam, das seiner Rastlosigkeit weiteren Vorschub leistete. Das sind natürlich alles nur Spekulationen, aber ich sehe eben Puzzleteile, die passen könnten. Es hat sich einfach eine Entwicklung mit Eigendynamik ergeben, die ihn jetzt dazu bringt, erst einmal Abstand zu suchen. Ich hoffe, er tritt bald wieder vom Schiff herunter und durchs Stadttor, damit er wieder unser Praetor sein kann. Danke, Spitte – danke dafür, dass Du mir Gor gezeigt hast, wie es sein könnte. Danke, dass Deine Energie uns unsere Spielwiese Lydius in ihrer heutigen Form beschert hat.
————-
Die Verhandlungen mit Torcodino liefen soweit ich es beurteilen kann hervorragend – nicht einmal, dass der Ubar dank der Schuseligkeit einer Stadtsklavin die Nacht im Zimmer über der toten Urt im Hafenkontor verbringen durfte, hat der Sache geschadet. Es wurde in konstruktiver Atmosphäre einiges vereinbart und wird dann in der nächsten Ratssitzung besprochen und endgültig beschlossen werden.
Im Fall der toten Urt Morinth gab es etwas Bewegung, da der Söldner Guin wohl ihr Gesicht ohne Schleier kennt und deshalb den Körper noch einmal in Augenschein nehmen wird. Zu diesem Zwecke habe ich Attila gebeten, die Leiche in den Kennel zu tragen, da es dort schön kühl ist. Soweit zu de täglichen Ereignissen in Lydius – ich hoffe, die Normalität lässt sich pflegen und erhalten.
————–
Edit: Ich bitte darum, Animositäten und berechtigte und/oder unberechtigte Kommentare privat auszutragen. Das hier ist mein Blog und nun hats mir gereicht. Nicht böse sein, ich hab nur irgendwann einfach mal den Kaffee offen.




