Ich kann offenbar OOC nicht von IC trennen.

… anders kann ich mir das hier zumindest nicht erklären. Draußen sind über vierzig Grad, also müssen sich meine Charaktere heute dünn anziehen.

Ich habe gleich dreien davon ein Outfit mit dem Brustteil des “Expert Fighter”-Sets gebaut. Es kann natürlich auch sein, dass ich das ganz ohne Temperatureinwirkung getan hätte. Denn das unglaubliche Glück, das komplette Set für nur zwei Millionen Credits zu bekommen, muss schließlich zelebriert werden.

Ja, sogar Lord Rednelak hat es erwischt. Und es steht ihm! Nicht im Bild: Er läuft dazu barfuß.

Ich hätte eigentlich auch RP-Story von ihm zu erzählen, aber ich bin derzeit durch diese stressige Hitze (ich fand den 20-Grad-Sommer von vor ein paar Wochen klasse! Wegen mir hätte das bleiben können!) nicht sehr kreativ. Also muss das warten, bis ich wieder Zugang zu einer Klimaanlage habe – oder das Wetter sich entschließt, mir entgegen zu kommen. Bis dahin hat sich dann auch bestimmt schon wieder etwas Neues ergeben.

Deshalb ein stichpunktartiger Zwischenstand: Eria wurde mit Gewalt ein Machtband getrennt. Da dies geschah, als sie gerade Red ihre Auflistung der für ihren Auftrag benötigten Dinge zeigte und Borraa zufällig anwesend war, konnten die beiden Karaz die Zabrak erst einmal vor den schlimmsten Auswirkungen abschirmen.

Um das Ganze aber zumindest physisch verlustfrei zu gestalten, braucht es sinnvollerweise noch Tilda, damit zwei Hexer an dieser Sache arbeiten.

Dass Borraa nun auch noch weiß, dass sie den Verlust ihrer Hände Eria zu verdanken hat, könnte Probleme verursachen. Umbringen wird sie die Mandalorianerin sicher nicht, dazu hat sie zuviel Respekt vor ihrem Vater, aber mit ihr spielen wird sie sicherlich …

Und noch ein persönlicher Killer!

Der alte Lord braucht nicht wirklich einen HK-Assassin-Droid. Im RP hat er für solche Aufgaben Nauras und im PvE mag ich Andronikos´ Sprüche zu gern, um ihn zu ersetzen. Aber weil ich Urlaub habe, mit zu viel Temperatur nicht gut klar komme und deshalb gestern zu viel Zeit hatte, habe ich Rednelak auf die Jagd quer durch die Galaxis nach den HK-Teilen geschickt.

Ich hätte mir den Droiden auch für eine Million Credits freischalten können, da ich ihn schließlich schon etliche Male besitze – aber das ist lahm und langweilig. Und ich bin geizig. Außerdem ist der Theoretika-Questteil so großartig, dass man ihn gar nicht oft genug machen kann.

Das auf-Planeten-Herumbuddeln war wie immer unterschiedlich stressig und man sollte es zügig verdrängen – aber dafür winkt am Ende das, was die kleine Bildergeschichte hier zeigt: Man darf in das Wrack der Fatality, die tiefgefroren in einem See auf Belsavis liegt, und bekommt dort von Chief Engineer Voolatter aus seinen gesammelten Bruchstücken einen kompletten HK-51 gebaut.

Die erste bewusste Handlung des Droiden ist dann, seine Waffe auf den Mechaniker zu richten und ihn zu verscheuchen. Tja, macht man nichts dran, so ist HK nunmal.

Jetzt muss ich den lustigen Gesellen nur noch ausrüsten. Zum Glück ist das dank der Yavin-Weeklies sehr schnell getan.

Wildes Mädchen, schüttel´ dein Haupthaar für mich!

30. Juni 2015 Kommentare aus

Es ist nicht viel los hier im Blog. Das liegt daran, dass ich diese Woche Urlaub habe und das bedeutet natürlich, alles mögliche zu erledigen, was sonst liegenbleibt.

Aber es ist immer Zeit dafür, sich überflüssige Gedanken zu machen. Zum Beispiel darüber, was man innerhalb der “toten Zeit” mit Lord Rednelak so tun kann. Fünf Jahre! Was wird er alles anstellen? Weiterhin für Darth Akiratis den Rest der Seniai Qo in der Spur halten, vermutlich. Aber irgendwie muss man das Vergehen der Zeit ja anzeigen. Und da verfiel ich auf die Idee, dem Alten Haaren zu verpassen. Denn er hat keine Glatze, sondern rasiert sich die Murmel.

Und wenn´s ihm in den fünf Jahren zu bunt wird, hört er vielleicht zumindest teilweise damit auf. Und das Bild oben im Beitrag ist eine Simualtion, wie er dann aussehen könnte.

Ziemlich übel!

Die unglaublichen Abenteuer und extraordinairen Reisen des verwegenen Piraten Lab. Teil 10 – Doktorspiele

26. Juni 2015 Kommentare aus

Wenn man erst einmal eine ganze Rotation in der “Privatklinik Professor Doktor Horatius Hondark” verbracht hatte, schälte sich ein gewisser Rhythmus heraus: Wann die Schichten der Pfleger wechselten (neun Stunden, davon eine Stunde irgendwie parallel), wie die Ärzte ihre Runden gingen (oft im Rudel, immer laut und wichtig) und wann die Putzkolonne anrückte (nicht laut aber mit netten Sprüchen). Natürlich mit gewissen Varianzen. Und weil dies Nar Shaddaa war auch mit einem gelegentlichen Herumschreien und Schusswechseln in der Lobby. Alles ganz gewöhnlich. Alles harmlos.

Trotzdem blieb Khalb an der Seite der tief im Heilkoma dämmernden Illjana. Weil man nie wissen konnte. Weil bestimmt irgendwelche Kidnapper entkommen waren. Weil überhaupt.

Gelegentlich erschien Garrm, brachte zu süßen Caf in zu schlecht isolierten Styroporbechern vorbei, wechselte ein paar Sätze mit ihm und verschwand dann wieder, um seine Jagd auf die Unterwäsche der Alor fortzusetzen (Khalb hätte den neuen Netzwerfer auf die Fruchtlosigkeit dieser Aktion verwettet).

Ansonsten war nur Stille. Und Halbdunkel. Gelegentlich schnelle Schritte auf Gummisohlen im Gang. Immer die Reflexionen der vorbeirasenden Speeder auf dem Shaddaa-Expressway-05 vor dem Fenster, die über die Lamellen der Jalousien hüpften wie gelbrote Käfer.

Khalb kippelte auf dem Besucherhocker und bewegte vorsichtig seine langsam weniger schmerzende, sehr schön vor sich hinheilende Schulter. Standardzeit 2 Uhr. Die Visite war eine Viertelstunde überfällig. Das war schon zweimal vorgekommen. Nicht ungewöhnlich. Khalb gähnte.

Schritte auf dem Gang. Wie immer in diesem zuversichtlich-ungeduldigen Bewegungsmuster, das alle Angestellten der Klinik sich zugelegt hatten. Die Tür öffnete sich. Ein Mann in einem hellblauen Kittel, in der Hand ein Datapad. Nichts, was eines zweiten Blickes bedurft hätte.

Trotzdem stellten sich Khalbs Nackenhaare auf. Irgendetwas … Was? Anders. Falsch? Seine Hand sank nach unten, legte sich auf den Blastergriff. Der Doktor schaltete das Licht am Kopfende des Bettes ein.

Khalb sprang auf. Er war es! Mit einem Schritt war er bei diesem “Doktor”, den Blaster direkt zwischen dessen Augen gerichtet, dorthin, wo die Tätowierungen des Mirialaners einen nach oben gerichteten Diamanten formten. “Du! Raumschiffdieb! Was willst du hier! Ich leg´ dich um!” Das übliche, unterbewusste Wahrnehmen – unbewaffnet, bis auf ein Messer in einem und einen kleinen Blaster im anderen Stiefelschaft. Ungefährlich, wenn er sich nicht bewegte. Eine scheuchende Bewegung mit der Waffe “Geh von ihr weg!”

Der Mirialaner hob beschwichtigend die Hände. “Ruhig, Brauner! Ich will ihr nichts Böses. Normalerweise trüge sie in so einer Situation ein knappes Schwesternoutfit und wäre wach ..” Khalbs mörderischer Blick ließ ihn innehalten. “Gut, keine Witze. Ich dachte, Mandalorianer hätten Humor …”

Bei Khalb war derzeit kein Humor zu erkennen. Der Grünhäutige ließ ganz langsam die Hände sinken, wedelte mit dem Datapad. “Keine Ahnung, ob du´s weißt, Junge. Aber irgendjemand – wie es aussieht ihre Arbeitgeber – hat unsere blonde Freundin hier verwanzt. Und zwar tiefgehend.” – “Woher willst du das denn wissen?!” – “Weil ich mir gestern die Pink Turtle genauer angesehen habe. Etwas, das eigentlich ausgeschaltet sein sollte, hat empfangen. Jemand hat sehr hübsch in der Hydraulikflüssigkeitsüberwachung einen Verstärker platziert, der ein Signal von außen auffängt. Jemand, der immer im Bilde sein will, wo sich Illjana befindet.”

Der Mirialaner legte das Datapad auf die Decke. Musterte kurz Illjanas Gesicht. Khalb war im Halbdunkel nicht ganz sicher, glaubte aber zu erkennen, dass sich ein harter Zug um den Mund des Mannes grub, als er ihre aufgesprungenen Lippen und eingefallen-dunklen Augenhöhlen betrachtete. Er drehte den Kopf. Seine roten Augen fanden Khalbs Blick. “Wirst du mir im Weg stehen, wenn ich ihr dieses Ding raushole?”

Kopfschütteln. Erst zögernd, dann sicherer. “Sie is´ meine Vod. Es is´ falsch, dass die Imperialen ihr das angetan ham. Sie is ´ne Piratin und muss frei sein.”

Fast ein Lächeln seines Gegenüber. “Dann sind wir uns ja einig.”

“Warum tus´ du das? Du has` ihr Schiff geklaut. Warum kümmert´s dich, wie´s ihr geht?” – “Das mit dem Schiff geht nur sie und mich etwas an. Ich habe nicht vor, es zu behalten. Und es kümmert mich, wie es dieser Frau geht, weil sie nach all´ den Jahren immer noch eine offene Wunde in meinem Herzen ist. Jetzt mach´ schon Platz, Krieger. Ich muss die ID-Card von …” ein kurzer Blick auf den Clip an seinem Kittel “… Doktor Shin-a nutzen, so lange er den Schlaf des drogenselig-Gerechten schläft.”

Er beugte sich zu der leise piependen Medieinheit neben dem Bett, über deren Monitore die langsamen Meereswellen von Illjanas Herzschlag wanderten. “Und ganz nebenbei möchte ich selbstverständlich auch nicht, dass eine ganze Horde ihrer uniformtragenden Kumpels mit auf der Matte steht, wenn sie sich ihr Schiff zurücktauschen kommt. Also alles nur Eigennutz.”

Khalb nickte. “Ja, is´ klar.” Und glaubte natürlich kein Wort.

Der Mirialaner steckte den ID-Chip in den Droiden, der mit einem launigen Gurren aus dem Standby kam. Eine blecherne Stimme fragte: “Guten Abend, Doktor Shin-a! Wie kann Ihnen Einheit MD-20-Percival zu Diensten sein?”

“Patientin Karamasowa muss auf einen Ganzkörper-Tiefenscan vorbereitet werden. Fremdkörperabtastung und nötigenfalls temporäre Entfernung.”

Wieder ein Gurren und der Droide fuhr einen Teleskoparm aus, der langsam von oben nach unten über Illjanas Körper wanderte, unter sich eine dünne Lichtspur.

Khalb und der Fremde schwiegen. Warteten.

Auf Hüfthöhe hielt der Arm des Droiden an, wackelte noch etwas hin und her. “Fremdkörperabtastung positiv. Identifiziert als Sendechip der Klasse Besh-17. Nicht-letal, nicht lebenserhaltend. Entfernung gewünscht, Dr. Shin-a? Ja – Nein?”

Kurze Stille.

“Ja” – “Deaktivierung bei Entfernung gewünscht? Ja – Nein?” – “Nein”

Khalb atmete tief ein. Beobachtete den Droiden.

Ein weiterer Teleskoparm wuchs aus dem tonnenförmigen Torso der Medieinheit, hob Illjanas Nachthemd an und schaltete sterilisierende Stahlen ein. Eine Sonde klappte sich an zwei Gelenken elegant in Richtung der tief schlafenden Patientin. Direkt über dem Hüftknochen setzte sie auf. Die Haut wölbte sich nach innen, wurde mit einem knappen Laserschnitt geöffnet und der Sondenkopf drang in Fleisch und Muskeln ein. Blieb nicht lange. Kam wieder zum Vorschein, auf seinem Weg zurück zum Licht das Gewebe hinter sich wieder schließend. An der Spitze der Sonde saß nun ein nicht einmal fingernagelgroßer Chip, glänzte hellrot von Blut und Flüssigkeit.

Der Mirialaner nahm den Chip und reichte ihn Khalb “Lass das Ding in ihrer Nähe, damit niemand Verdacht schöpft. Gib es ihr, sobald sie aufwacht. Dann kann sie damit tun, was sie will.”

Er wandte sich dem Droiden zu. Steckte die ID-Karte noch einmal in das Lesegerät. Tippte auf der Eingabekonsole. Khalb legte fragend den Kopf schief. Der Mirialaner hatte ihn nicht sehen können, sagte aber trotzdem: “Kurzzeit-Memorywipe. Die Kameras bekommen auch eine Bildschleife verpasst. Man muss es den Imperialen ja nicht auch noch auf dem Silbertablett servieren.”

Er zog die Chipkarte aus dem Droiden, der mit einem tiefer werdenden Piepen zurück in die Regungslosigkeit sank.

“Und jetzt gehe ich wieder. Einfach so. Und du wirst nicht versuchen, mich zu verfolgen, was ich sehr zu schätzen weiß.” – “Woher willste das denn wissen, dass ich nich´ hinterhergeh´?” – “Weil ihr Mandalorianer die größten Ehrpussel überhaupt seid und ich grad deiner Freundin hier einen monströsen Gefallen getan habe, was dich in meine Schuld bringt. Außerdem wirst du dich nicht einmischen, weil Illjana sowieso schon ganz genau weiß, wo ich auf sie warte.”

Khalb öffnete den Mund für eine Erwiderung, musste aber einsehen, dass – wenn auch nicht ganz so formuliert wie er das getan hätte – der Mirialaner recht hatte. Also nickte er nur stumm und steckte den Chip in eine Gürteltasche.

Der Grünhäutige nickte ihm zu, ließ ein schmales Grinsen aufblitzen.

Und dann war er weg. Schritte verhallten auf dem Gang, so energisch-zielgerichtet wie bei jedem Doktor.

Khalb setzte sich wieder auf den Besucherhocker. Alles war seltsam irreal. Nichts war geschehen, oder? Nur ein Chip.

Auf dem Gang rumpelte der Droide der Putzkolonne heran. Wie immer.

Time, time is on my side …

24. Juni 2015 2 Kommentare

Zeitblasen, fast-forwards, Zeitsprünge – alles völlig valide Stilmittel im RP und ich habe jedes davon schon angewendet, wenn es mir oder Mitspielern half, Situationen zu straffen, Drive zu geben, unnötige Längen zu vermeiden oder eine wichtige Entwicklung zu erklären. Ich habe in Second Life im Gor-RP anderer Leute Zeitsprünge (Schwangerschaften bei Ärztinnen, Aufbauphasen von Städten, Reisezeiten …) ohne mit der Wimper zu zucken mitgetragen, habe im P&P meinen Vampir mit der kompletten Gruppe zehn Jahre im “und sie lebten so vor sich hin”-Modus verbringen lassen, damit sich bestimmte politische Konstellationen entwickeln konnten und habe in SWTOR gerade neulich erst Khalb drei Jahre älter gemacht, damit ich ihn in ein selbstbestimmtes RP bringen kann.

Wesentlicher Punkt dabei: Ich habe die volle Kontrolle. Und ich tue es freiwillig, weil ich mir reiflich überlegt habe, was die sinnvollste Vorgehensweise ist. Es gibt keine losen Enden, es werden keine Entwicklungen mit der Heckenschere abgeschnitten und um mich herum kreuzt niemand irgendwelche Zeitlinien (seit Dr. Who weiß man, dass das keine gute Idee ist).

Aber nun kommt etwas auf mich zu, das alles andere als freiwillig oder selbstbestimmt ist und über das ich keinerlei Kontrolle haben kann: Der Fünfjahressprung mit der Knights of the Fallen Empire-Erweiterung.

Im PvE kein Ding. Das ist Fun, das ist etwas Neues, das werde ich mit Begeisterung spielen (obwohl der Hype-Lack doch recht schnell bröckelt im Moment). Aber im RP. Was soll ich da machen? In der Gilde scheint jeder außer mir das Ganze mit Elan und überschäumender Freude anzugehen.

Und ich komme da einfach nicht mit. Ich kann bei meinen NSC-Charakteren mit “Naja, krieg ich hin” und Zitronengesicht drüber hinweggehen, aber bei den “Big Three” laufe ich voll vor die Wand.

Ghurab ist mit Hängen und Würgen machbar. Er wird all´ das verpassen, auf das ich mich zu spielen gefreut habe. Keine wilde Flucht quer durch die Galaxis vor den imperialen Inquisitionsdödeln, die Concabille am Hacken hängen. Kein Hineinwachsen in die Bladeborn-Rolle. Kein Miterleben des “Großwerdens” von Tannan. Major Showstopper allüberall. Aber irgendwie – muss ja! Sey hat gemeint, wir könnten Zeitblasen einbauen, um wesentliche Momente nachzuholen. Immerhin eine Lösung.

Rednelak ist dann siebzig. Siebzig Jahre! Ein Sith-Lord verpasst fünf Jahre. Ich kann nicht spielen, wie er langsam seine Schülerin Bahjia kennenlernt. Er, der noch nie Schüler genommen hat. Das wäre episch geworden. Jetzt ist es einfach nur “.. und dann ist das eben so”. Er kann sich nicht langsam an das “Kristallbesingen” herantasten. Auch das wird “ist halt so, basta”. Es werden Machtkämpfe verloren gehen. Tildas Aufstieg. Oder Ginyus Zurechtkommen oder nicht-Zurechtkommen. Über allem das große “deal with it”. Schade drum, aber Red war eh immer nur ein zu groß geratener NSC. Dann distanziere ich mich wieder ein wenig von ihm, schraube ihn wieder zum besseren Questgeber zurück, dann läuft die Sache.

Und ganz oben auf der “Fuck, no!”-Skala: Khalb. Mein Jung-Mando ist exakt dort, wo ich ihn haben will. Am Anfang seiner Jäger-Laufbahn; die Galaxis ist noch voller Wunder, man forscht, kämpft, liebt, ist leidenschaftlich. Alles ist neu, bunt und aufregend. In fünf Jahren ist er ein routinierter Krieger, abgebrüht, lässig und das genaue Gegenteil dessen, was ich derzeit spielen möchte. Khalb muss so bleiben, wie er ist. Er wird also das tun müssen, was BioWare auch den Story-Charakteren antut: Sie in Carbonite frieren und dann wieder auftauen. Das ist so cheesy, dass es quietscht. “Bessere” Idee hierfür: Ich muss auch Saqrs Drachen in der Zeit anhalten (zumindest, bis BioWare mir Haustiere in Minivan-Größe anbietet). Khalb hat derzeit eine wirre Idee, sich einen Jagddrachen zu klauen. Warum also nicht Saqr samt Siqsa zurück nach Thenebria Drei schicken – einem Planeten voller uralter Machtartefakte einer untergegangenen Zivilisation? Die Jungs kommen auf der Suche nach Dracheneiern dort ebenfalls hin und die ganze Baggage fällt in ein Zeitloch, das ähnlich funktioniert wie diese Blase um Mortis bei Clone Wars (nur umgekehrt, natürlich. In Clone Wars verbringen Obi-Wan und Anakin Wochen dort und es ist “außerhalb” keine Sekunde vergangen, hier muss es umgekehrt sein). Klingt übel. Völlig an den Haaren herbeigezogen. Aber was soll man sonst machen?

“Irgendwie” geht immer alles. Ist schließlich nur Phantasie gefragt. Aber: BioWare nimmt mir mit ihrem für die PvE-Story absolut validen und sinnigen Kunstgriff im RP die Zügel meiner Charaktere aus der Hand. Und das ist es, was mich stört. Ich muss Kreise rennen, nicht weil ich es so entschieden habe, sondern weil die Engine es mir vorsetzt. Wobei … es ist ja noch nicht einmal nur BioWare. Man entscheidet schließlich selbst, ob man PvE-Ereignisse ins RP einbaut. Bei der Revan-Sache haben wir das nicht getan, wir haben die Zerstörung Korribans und den Tod Ziosts völlig aus unserer Geschichte ausgeblendet. Aber diesmal wird das dem derzeitigen Konsens in der Gilde nach wohl anders sein. Und damit bleibt mir nur, mich zu arrangieren, wenn ich weiter mit den Menschen, die mir im RP wichtig geworden sind, spielen möchte.

Ich muss konstruktive Lösungen finden. Denn da ich nunmal weiter mit der Gilde im RP sein möchte, kann ich nicht mein eigenes Paradoxon bilden.

Letztendlich ist mein Problem hauptsächlich, dass ich mich äußeren Zwängen beugen muss. Etwas, das ich in meiner Freizeit zu vermeiden suche. Also alles nur Psychologie. Ich muss es mir selbst gut verkaufen. Marketing.

Khalb – Wachstumsschmerzen

22. Juni 2015 Kommentare aus

Das gleichmäßige Piepen der Kreislaufüberwachung hatte sich nach einigen Stunden irgendwie völlig mit dem stetigen Pochen in seiner Schulter synchronisiert. Herzschlag – Autsch – Herzschlag – Autsch. Nach und nach hatte sich jedes Zeitgefühl verflüchtigt. Es war nur noch irgendwann-in-der-Nacht.

Garrm war vor … ja, wann eigentlich? … gegangen. Vermutlich um Eria’Alor mit Fragen zu belästigen, wie er sein abgebrochenes Horn wieder ankleben, schneller nachwachsen lassen oder möglichst unpeinlich verstecken konnte. Die Dar’jetiiise waren sowieso schon wieder sonstwo, imperiale Dinge tun, wichtig sein, wasauchimmer.

Blieben nur Illjana und Khalb.

Er lehnte sich zurück. Betrachtete sie in der Düsternis. Das einzige Licht kam vom Gang her, die Tür war nur angelehnt. Ein heller Streifen, der über den Boden wanderte, das Bett hinaufkletterte und der schlafenden Hügelkette eine silberne Lichtkante gab. Hin und wieder ging irgendjemand vorbei. Arzt, Pfleger, Patient. Schwer zu sagen in dieser sehr improvisierten Klinik, die zwar für Nar Shaddaas Verhältnisse gutes Mittelmaß aber dennoch eher leger unterwegs war. Medizinisch typischer Geruch nach Desinfektionsmitteln traf auf das bittere Aroma von Deathsticks.

Mission erfüllt, oder nicht? Sie hatten Illjana gefunden und befreit. Dazu noch alle, die hineingegangen waren, auch wieder mit hinausgenommen. Viel besser konnte so etwas doch kaum laufen. Trotzdem hatten die Dar’jetiise unzufrieden gewirkt. Als hätten sie noch auf irgendwelche Erkenntnisse gehofft.

Khalb sah zu seiner Rüstung, die er auf dem Boden ausgebreitet hatte. In der Dunkelheit nichts als ein wirrer Haufen. Trotzdem kam es ihm vor, als ob die riesige Schramme, die der Arm des Ladedroiden in seine rechte Bes’mabur geschlagen hatte, auch jetzt noch zu sehen wäre. Ohne das Schulterstück wäre sein Arm jetzt Matsch. Also … dann doch lieber Reparaturkosten!

Er ließ den ganzen Angriff noch einmal Revue passieren. Irgendwie alles sehr linear. Ankommen, Stürmen, Aufteilen, Suchen. Und dabei jeden Widerstand mit Waffengewalt beantworten. Es war ihnen nicht gelungen, einen der Fremden zur Befragung mitzunehmen. Entweder waren sie tot oder geflohen. Und die Kisten, welche die Ladedroiden weggeschleppt hatten, waren auch nicht aufschlussreich gewesen.

Blieb nur Illjana. Gefangen in einer Kiste. Wie es aussah, unter Drogen gesetzt und so bewusstlos, dass sie noch nicht einmal jetzt, Stunden danach, wieder aufwachte. Wie aufgebahrt auf einer der Krankenliegen. Der stationäre Medidroide überwachte ihre Körperfunktionen, piepte devot und tat seine Pflicht.

Khalb lehnte sich auf seinem Besucherhöckerchen nach vorne und streckte den gesunden Arm aus. Eine verschwitz-verklebte Locke ringelte sich über Illjanas Stirn.

Er zog die Finger wieder zurück. Setzte sich wieder aufrecht. Seine Schulter protestierte, aber das war ihm egal. Er hatte schon deutlich schlimmere Verletzungen gehabt.

Auftrag erledigt …

Musste man nur noch Illjana zurückschicken. Zu den Imperialen. Die sie wie ein Haustier mit einem Sender versehen hatten.

Warum blieb sie bei ihnen? So sehr Khalb es auch versuchte, er konnte es nicht nachvollziehen. Warum ließ man sich so an die Leine legen? Gerade sie. Sie wusste doch, was es bedeutete, eine Sklavin zu sein.

Natürlich konnte sie ihn nicht hören. Sie war bewusstlos. Aber vielleicht war das besser so. Vielleicht war das überhaupt erst die Voraussetzung dafür, etwas zu sagen. Er beugte sich wieder vor. Eine seiner Haarsträhnen streifte ihren Arm unter dem Laken. Seine Stimme so leise, dass sie ihn auch in wachem Zustand kaum verstanden hätte.

“Wach wieder auf, Vod. Okay? Du has’ mir noch gar nicht erzählen können, warum du hier auf Nar bis’. Is vielleicht besser so, ich kapier eh nich’, warum du bei den Imps bleibs’. Versteh’ ich auch bei Buir nich’. Was denkt ihr beide, was diese Sklavenhalter euch geb’n könn’? Naja, egal. Is’ eure Sache. Würd’s nur gern kapieren.”

Kein guter Anfang. Es ging doch um Anderes …

“Ich hab’ dich die ganzen drei Jahre ziemlich vermisst. Ich glaub’, Garrm hat recht. Ich war übel in dich verknallt. Bin ich vielleich’ ja immer noch. Keine Ahnung. Is’ so ‘n fliessender Übergang. Du wirs’ mich eh immer nur als kleinen Jungen seh’n. Geht ja gar nich’ anders. Ich versteh’ das. Ja, total. Und da is’ ja noch Frann. Kennst du nich’, oder? Garrms Schwester. Klar, Mando’ad. Hat uns geholfen, dich zu finden. Is ‘ne verdammt gute Späherin. Ich geh’ bald mit ihr jagen.”

Das war ja furchtbar. Was für ein Gesülze! Wenn Illjana jetzt nicht für immer im Koma bleiben wollte, wäre das unglaubliches Glück. Aber wie sollte er ihr das auch erklären? Dass alles so dämlich kompliziert war und er doch eigentlich nur jagen, kämpfen, leben wollte. Er wünschte, er wäre wie Garrm, der sich jeden Tag unsterblich verliebte (im Moment hatte Khalb den durch diverse Ereignisse gestützten Verdacht, dass sein Ori’vod grade die Alor der Yustapi-Aliit anbaggerte … ) und nicht weiter darüber nachdachte.

Nicht, dass er selbst irgendwie besonders tiefschürfend veranlagt wäre – aber es gab Dinge, denen er gern auf den Grund gehen würde. Warum er sich nie mit dem Beskad anfreunden konnte, egal wie viel er trainierte. Wie man geworfenen Granaten so Spin gab, dass sie eine präzise berechenbare Bahn nahmen, egal wie sie geformt waren. Ob man ein Krayt-Ei stehlen und ausbrüten könnte, um einen Jagddrachen zu haben. Oder eben, ob er nun in Illjana oder doch Frann …ach, so ein Dreck. Würde man nie herausfinden. Da war die Sache mit dem Jagd-Krayt realistischer!

Khalb knurrte gereizt und ließ sich mit dem Rücken gegen die Wand fallen, was er sofort bereute. Vielleicht wäre ein Schmerz-Stim doch keine so schlechte Idee. Aber er hatte vor der Alor nicht als Weichei dastehen wollen und angeberisch alles dergleichen abgelehnt.

Er betrachtete die schlafende Illjana. Schüttelte den Kopf. Flüsterte zu ihr: “Einfach Ori’vode, hm?”

Schön auf sie aufpassen.

GROOAAARRRRR!!!

21. Juni 2015 2 Kommentare

Was hat zwei Daumen und gerade 6,7 Millionen Credits für einen Rancor ausgegeben? Bob Kelso! Nein, nicht Dr. Kelso. Ich.

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