Die unglaublichen Abenteuer und extraordinairen Reisen des verwegenen Piraten Lab. Teil 7 – Kommen Sie öfter her?

Die Glassplitter knirschten unter seinen Stiefelsohlen und der Geruch nach langer Vernachlässigung stand in der Luft. Von oben drangen die Geräusche diverser Ausschweifungen, die eher uninspirierten Versuche einer Band, Stimmung zu verbreiten und das Tschikka-Takka-Kling von Spielautomaten.

Lab bahnte sich vorsichtig seinen Weg durch die Düsternis, versuchte sich zu erinnern, wo Möbel standen, wo ein Absatz im Boden war und wo sich die Kontrollkonsole befand. Der Echsenaffe hoppste neben ihm her, klaubte Dreck vom Boden auf und verschwand dann im Dunkel.

Das große Panoramafenster warf buntes Licht in den Raum, als sich eine Huttenbarke vorbeischob. Lab fand die Konsole, schaltete das Licht an und sah sich um, als die Lampenreihen eine nach der anderen mit einem Knacken ansprangen. Hatte schon besser ausgesehen. Aber wenigstens war noch keine Bande obdachloser Irrer eingezogen und hatte Spice gekocht.

Nar Shaddaa war die Zwiebel unter den Planeten – oder eher natürlich: Monden – tausend Lagen, Schichten. Und in diesem Fall umso verfaulter, je weiter man nach innen vordrang. Das Casino eine Etage weiter oben klammerte sich mit wütender Verzweiflung an ein wenig Restwürde und die Vorstellung, noch nicht in den unteren Ebenen angekommen zu sein. Alles ein wenig zu grell, zu geschminkt, zu falsch, um oben mitspielen zu können. Die Polster zu abgeschabt, der Teppich zu klebrig und die Getränke zu gestreckt und zuckrig.

Und ebenso nicht-ganz-schick war das Appartment darunter, das Illjana und er damals gemietet hatten. Niemand wollte es, da der Lärm von oben ziemlich auf die Nerven ging und wohl schon etliche Morde dort geschehen waren. Trotzdem war es ihnen für ein paar Wochen, Monate eine Art Zuhause gewesen. Ein Hafen. Bevor sie weitergezogen waren, immer auf der Suche nach der nächsten Möglichkeit und der nächsten Unterhaltung.

Lab sah sich um. Das Licht tat nichts dazu, das alte Appartment irgendwie freundlicher oder romantischer erscheinen zu lassen. Tja, gute Metapher für praktisch alles, was diese Situation betraf. Und nicht nur deshalb ein perfekter Ort, um die Verhandlungen um den Kristall und die Pink Turtle zu beginnen. Sie würde ihn nicht überraschen können, da die alte Verbindung zu den Überwachungskameras des Casinos noch stand. Und es gab nur diesen einen Weg hier herein.

Sie würden allein sein.

Er wanderte ein wenig ziellos umher, setzte dann die Reinigungsdroiden in Gang, von denen ungefähr die Hälfte noch funktionierte. Eine Weile beobachtete er, wie sie versuchten, Ordnung in dsa Chaos zu bringen. Dann stellte er den Holorecorder auf und ließ sich auf die Couch fallen.

Nahm ein statisches Bild auf.

Perfekt. Sie würde am Blick aus dem Fenster erkennen, wo sie hinmusste. Und sollte ein Fremder an das Bild kommen, würde es ihm nicht das Geringste sagen.

Jetzt blieb noch die Frage, wann er es ihr schicken sollte. Die Pink Turtle stand sicher in einem Hangar zehn Sektoren weit weg, sie würde sie nie finden. Sollte er sie noch zappeln lassen? Ihr Gelegenheit geben, sich vom Kristall zu verabschieden?

Nun, vielleicht ein paar Tage noch. Immerhin war die Vergangenheit noch so nah.

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Khalb und Garrm – Film noir

Die Tür schloss sich hinter Illjana mit einem eher ungesunden Knarzen und der scharfe Geruch der zerbrochenen Tihaar-Flasche zog auf den Balkon. Garrm und Khalb sahen noch eine Weile in Richtung Ausgang, als würde die betrunkene Blondine jede Sekunde mit Rollschuhen und einem Federfächer zur großen Schlussnummer zurückkehren. Tat sie nicht.

Da ihr Gast nun verschwunden war, wechselten sie wieder in mandoa.

Khalb rümpfte die Nase. “Das hätte irgendwie auch schöner laufen können.”

Garrm lachte. “Du bist immer noch völlig verknallt in sie.” – “Ach red´ keinen Scheiß. Sie ist meine vod und sie hatte ´nen Dreckstag. Ich fänd´s eben nur schöner, wenn wir uns nach der langen Zeit wiedersehen könnten ohne dass ihr gleich die Imperialen wieder am Arsch hängen.”

Ein Schulterzucken seines ori`vod. “Ist doch keine große Sache, Mann! Hier werden jeden Tag Schiffe geklaut. Ständig! Wir helfen ihr einfach, das Ding wiederzuholen.” – “Na klar. Wir sind ja die großen Detektive, ne?” – “Du vielleicht nicht, ich aber schon. Erinnerste dich an die Twi`lek, die Vorzimmerlady dieses Hutten? Wie wär´s, wenn wir mal charmant sind –also ich, du bist da ja nicht so der Checker-” – “Ey, du Sack!” – “- ich aber schon, und dann kommen wir bestimmt an die Aufzeichnungen der Kameras vor dem Hangar. Dann weiß Illjana zumindest schonmal, in welche Richtung der Dieb abgezwitschert ist.”

Khalb sah Garrm reichlich verblüfft an. “Das ist sogar mal eine richtig sinnvolle Idee! Und mit den Aufzeichnungen schütteln wir ein paar mehr Infos aus den Pennern, die vor dem Raumhafen rumlungern.” – “So sieht´s aus. Beste Detektive von Galaxis.” – “Absolut!”

Eine Weile versicherten sie sich noch gegenseitig, wie erfolgreich diese Jagd laufen würde, dann schwiegen sie wieder, sahen, auf die Brüstung des winzigen, Cigarastummel übersäten Balkons gestützt, hinunter in die bunten Straßenschluchten und hingen ihren Gedanken nach.

Schließlich stieß sich Garrm vom Geländer ab, dehnte die Schultern und ließ die Wirbel knacken. “Und was ist damit, dass wir dann auch wieder für die Imperialen arbeiten?” – “Was soll damit sein?” – “Das letzte Mal lief´s ziemlich beschissen. Ich mag dieses ganze Bücklingsgetue nich.” – “Deswegen sind wir ja gegangen.” – “Und weshalb soll´s nun besser laufen?”

Khalb kratzte sich in seinem eitlen Bärtchen. “Weil es diesmal erstens nich das Militär is und wir zweitens die ganze Zeit das machen, was wir eh tun. Jagen.”

Garrm schob skeptisch die Unterlippe vor, grinste dann. “Na gut, tut ja nicht weh. Solange mir nich wieder jemand wegen irgend ´ner Furz-Kleinigkeit krumm kommt, ist es auf jeden Fall okay, so ´nen festen Kunden zu haben.” – “Aber ers´mal Illjanas Problem.” – “Ja, ers´mal Illjanas Problem.”

Sie nickte sich zu. Es brauchte keine große Absprache. Sie kannten sich lange und gut genug. Sie gingen ins Zimmer, griffen sich ihre ´gam und machten sich dann noch einmal auf in die Untiefen der tausend Ebenen. Hinein in die Welt aus Neon, Düsternis und grellem Durcheinander. Hoch hinauf auf die Promenade, die glänzende Kirsche auf dem madenwimmelnden Kuchen des Schmugglermondes.

Die Twi´lek-Sekretärin. Ja, warum auch nicht?

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Der Sonntagsmontag: Zeit für Bilder-Spam!

Am Ende der ersten Hälfte der Ziost-Story gibt es ein Cinematic, das sich als perfekte Portrait-Gelegenheit präsentiert. Ich probiere dann gern mit den Charakteren verschiedene Outfits durch. Nur um zu sehen, wie das aussehen kann. Hier also die erwachsene Version von Khalb. Gut, “erwachsen” ist ein zu großes Wort. Von “frühpubertär” zu “spätpubertär”, aber der Prozess ist sichtbar.

Ich habe nur den Bodytype von 1 auf 2 und die Haare verändert. Der Rest ist gleich geblieben. Kaum zu glauben, was das ausmacht. Okay, das Bärtchen kam natürlich noch dazu, aber das verbuche ich unter “Haare”.

Dass man Ziost (genauer: New Adasta) nicht für RP verwenden kann, ärgert mich. Mal eine imperiale Kernwelt als Ausweichmöglichkeit zu Dromund Kaas zu haben, wäre schon toll. Aber das geht nunmal leider aus bekannten Gründen nicht. Ich hoffe, BioWare besinnt sich da noch und fügt einen weiteren Story-Arc an, der es wieder zugänglich macht.

Außerdem steckt Tilda an. Sie verpasst ihren Charakteren ständig neue Frisuren. Und jetzt fange ich auch damit an. Zuerst hat es Dabbur getroffen, dann Khalb und jetzt auch noch Saqr, dessen Fransen jetzt deutlich unordentlicher geworden sind. Zum Glück komme ich bei meinen anderen Charakteren nicht in so eine Versuchung. Wobei Captain Lab ja schon lange vor Tildas Ankunft bei den Seniai Qo seine Tolle bekam. der zählt also nicht.

Und zum Abschluss die Begegnung, die man mit dem Baby-Monolithen hat. So ein süßer Fratz! Ich sehe ein neues Mount am Horizont aufscheinen.

Wie man sieht hat Khalbs HK-51 die Casino-Event-Customization. Das nehme ich zum Anlass darauf hinzuweisen, dass diese Slotmachine-Bonanza ab dem 9. Juni wiederkommt. Steht zumindest bei Dulfy und deren Infos sind ja in der Regel korrekt.

Ich glaube jetzt zwar nicht, dass ich genug Glück habe, um einen zweiten Rancor zu ergattern (obwohl so ein Vieh sowohl für Saqr als auch für Lord Rednelak grandios wäre!), aber versuchen werde ich es auf jeden Fall. Wenn auch nicht sehr exzessiv, da ich auf das Whitefang-Reittier spare.

In Sachen PvE haben wir uns an den Temple of Sacrifice gewagt. Erster Boss lief prima, am zweiten nagen wir noch. Ich habe Sword Squadron Unit 1 zum Tanken, da ich Movement-Bosse eigentlich recht gern mag. Aber … Olaf die Waldfee … das ist mal die Mutter aller Movement-Bosse! Noch nie musste ich so rennen! Und mitten im Kampf ging meine Maus kaputt. Genauer: Das Mausrad, das bei mir als Autorun-Button fungiert und das ich bei diesem Kampf dementsprechend dringend brauchte. Ja, die Profis mögen die Nase rümpfen, aber ich laufe mit der Maus. Ich brauche meine WASD-Tasten für Fertigkeiten. Ist hier schließlich nicht TESO. Erschwerend kommt hinzu, dass ich eine völlig nappelige zwei-Tasten-plus-Mausrad-Maus für neun Euro von Logitech benutze. Und ich liebe sie. Mit drölfzig Maustasten wurde ich nie warm. Ich fühlte mich aber viel besser, als der mit Abstand beste Sorc-Heiler den ich kenne fröhlich sagte “Ach, ich bin Klicker”. Na also. Es gibt kein “du musst das aber so machen, sonst bist du nie wirklich gut!”, sondern man kann so spielen, wie man am besten zurecht kommt und trotzdem oben dabei sein.

Käschuel-Geimen für den Gewinn!

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Die unglaublichen Abenteuer und extraordinairen Reisen des verwegenen Piraten Lab. Teil 6 – Der Himmel über uns.

Als die Manövriertriebwerke, welche die Pink Turtle sanft aus dem Hangar des Raumhafens bugsiert hatten, sich abschalteten und er vollen Schub gab, um mit einer viel zu angeberischen halben Parabel aus den kilometertiefen Gebäudeschluchten der Stadt zu entkommen, breitete sich ein zufriedenes Lächeln auf seinem Gesicht aus. Sie hatten ja noch sooo viel gemeinsam! Unter anderem einen schmerzhaften Hang zur Nostalgie, wie es schien …

Je größer und öffentlicher der Gegenstand war, den man stehlen wollte, um so besser tat man daran, ein Datapad bei sich zu tragen, einen Overall anzuziehen und ein Namensschild um den Hals zu hängen. Das I-Tüpfelchen war, den eigenen Namen zu verwenden. Denn wenn etwas sicher war, dann dass niemand davon ausgehen würde, dass das der wirkliche Dieb war. Darum ging es: Man musste eine Aura der absoluten Rechtschaffenheit und Zuversicht verbreiten. Je nach schauspielerischem Talent auch einen Hauch genervter  Langeweile einstreuen. Sah man so aus, als wolle man jetzt nur noch einen lästigen Inspektionsjob hinter sich bringen, um dann endlich, endlich in der Sports Bar versacken zu können, so hatte man gewonnen. Denn jedes ehrliche Wesen wusste: Diebe waren heimlichtuerische Gewalttäter, nicht Leute wie du und ich.

Und so hatte er, nachdem ihn der Peilsender, auf Tatooine an Illjanas Schiff angebracht, direkt nach Nar Shaddaa geführt hatte, sich kurz mit den Gegebenheiten des gemieteten Hangars vertraut gemacht (Smiling Hutt Innovations war prinzipiell eine gute Wahl, um sein Schiff unterzustellen – sehr diskret und günstig. Aber sie zahlten zu schlecht, so dass das Sicherheitspersonal oft zu Annahmen neigte, um bequemer leben zu können) und die Blue Fire in einem viel teurerern aber auch dementsprechend noch deutlich diskreteren – und hoffentlich natürlich sichereren – Miethangar geparkt. Dann hatte er einen grauen Overall mit einem Inspec-0 – we check it-Logo auf dem Rücken angezogen (erstaunlich, wie leicht man an so etwas herankam, wenn man wusste, wer wann wo Leute suchte), ein Namensschild umgehängt, ein Kaugummi in den Mund geschoben und war einfach zur Pink Turtle marschiert.

Ein prüfender Rundgang, Dinge auf dem Datapad abhaken (in Wirklichkeit ein Sudoku), ein genervtes Gestikulieren, die Hoffnung, dass Illjana noch genauso wie früher … jaaa … seeehr gut … keine Veränderung der Sicherheit, sie erkannte ihn noch … und dann einfach völlig selbstverständlich das Schiff aus dem Hangar fliegen.

Tja. Und so war sie wieder sein. Das hübsche rosa Schiff. Sehr gepflegt mittlerweile. Und .. ooooh, das war aber schön! Ein neuer T-2 Antrieb. Da hatte jemand investiert. Vergnügt prüfte er die Konsole, sah nach, was sonst noch dazu gekommen war.

Ach, fast war es schade, dass er das kleine Schmuckstück wieder gegen den Stein eintauschen würde. Aber es ging ums Prinzip. Oder darum, sie wiederzusehen, und endlich eine Erklärung zu bekommen, warum sie ihn verlassen hatte. Nein. Dummer Gedanke. Darum ging es definitiv nicht. Es ging um den Stein.

Aber … sie hatte die Zugangscodes behalten. Und nicht einmal den Speicher des Astromech gelöscht, der ihn fröhlich piepend begrüßte. Also, was, wenn …?

Nicht unprofessionell werden!

Der kleine Zettel mit der Zeichnung darauf, der Illjana zeigen sollte, um was es ging, wehte irgendwo weit hinter und unter ihm über den Boden des leeren Hangars.

Kirsche und Schwert

20. Mai 2015 Kommentare aus

Das Familienwappen der Karaz. Ein Schwert in einem Kirschbaum. Es ist vielleicht nicht ganz so gut erkennbar, dass es ein Kirschbaum sein soll – ist aber auch kein Beinbruch. Das wäre nur das Sahnehäubchen, da der Name schließlich – in Anlehnung an die Hautfarbe – “Kirsche” bedeutet (okay, Bildersuche ist uneindeutig zeigt aber Tendenzen).

Ich hatte zuerst Spaß in Illustrator und habe das Grunddesign dann noch ein wenig in Photoshop aufgepimpt. Sieht schön imperial und doch elegant-brutal aus. Und Hauptsache ist sowieso, dass ich Bastelfreude in diesen arbeitstechnisch sehr ausgefüllten Zeiten hatte.

Das nächste Bild wird wieder Porno. Nein, kein Porno. Akt. Das ist ein verdammter Unterschied! Fragt Josephine!

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Lord Rednelak – Bürokratie und Gefallen

20. Mai 2015 Kommentare aus

Es gab nichts umsonst. Alles hatte seinen Preis und war man nicht bereit zu bezahlen, blieb man besser zu Hause und zog sich die Decke über den Kopf.

Der Lord zahlte in genau diesem Moment für mehrere Dinge. Er zahlte für das mühelosen Widerstehen der knochenzerbrechenden Kälte auf Ilum, in dem er nun, zurück im schlicht-eleganten Trainingsraum der Rememberance, die um sein Fleisch herumgeleitete Kälte in kontrollierter körperlicher Meditation abbaute. Kraftvolle Bewegungen mit dem Holzschwert, Schritte, Drehungen. Die Macht floss von ihm herab, an seinem nackten Oberkörper nach unten, und Kälte sammelte sich in einem feinen Nebel zu seinen Füßen.

Und er zahlte für die Möglichkeiten, die das Netzwerk der Seniai Qo ihm bot. Mit seiner Zeit. Tage, die er inmitten der Kristalle verbracht hätte, Stunden im Labor und jede Sekunde, die er die leuchtenden Pfade der Macht zwischen in die Unendlichkeit reichenden Gittermustern tief im Glas der wachsenden, lebendigen Formen beobachten könnte. Nun ging diese Zeit dahin, Dinge zu organisieren. Berichte zu lesen und Entscheidungen zu fällen. Nicht für sein Projekt, sondern für das von Darth Akiratis.

Ginyu hatte das in ihrem letzten Gespräch nicht verstanden. Dass man zahlte. Immer. Und dass man dafür etwas bekam, das den Preis wert war. Rednelak hingegen sah über die Gegenwart hinaus. Darth Akiratis´ Pläne waren es wert, unterstützt zu werden. Und allein durch Borraas Rehabilitation nach der Aroval-Sache wurde schon mehr zurückgegeben als die Karaz investiert hatten.

Also würde Rednelak weiter an Akiratis´ Projekten arbeiten, auch wenn sie nicht in sein Interessengebiet fielen. Und wäre es nicht für den eigenen Vorteil, so für den der Familie. Und weil die Ehre es verlangte.

Und noch etwas würde er zahlen. In der Währung, die im Imperium alles möglich machte: Gefallen, wechselseitige Hilfe, ein Wort hier, eine Transaktion dort.

Rednelak beendete die Meditation. Stand ein paar Sekunden regungslos und mit geschlossenen Augen in der Mitte des Raumes und fühlte seinem Herzschlag nach, dem wütenden Schlachtgesang der Sterne und dem Lied der Kristalle weit weg in der Höhle. Dann stellte er das Übungsschwert wieder in den Ständer und griff nach einer Robe. Ging zur Brücke und forderte Daten an. Sith Bahjia. Nicht einmal jetzt erlaubte er sich ein Lächeln. Blaugrüne Zeilen, Diagramme, Bilder flogen über den Bildschirm. Rednelak saß mit vor dem Mund zusammengelegten Fingern und seine Stirn furchte sich.

Die kurze Begegnung in der Höhle der asymmetrischen Kristalle hatte gereicht, ihn eine Bauchentscheidung treffen zu lassen. Und das war nicht seine Art. Aber manchmal musste sich selbst ein Lord der Sith von der ätherischen Unsicherheit der Macht führen lassen. Und diese Sith Bahjia mochte im sozialen Umgang ein Problem darstellen aber ihr Lebenslauf war makellos. Zumindest soweit es Rednelak betraf. Zu gut um wahr zu sein? Zu nah an seinen Interessen? Misstrauen war immer angebracht. Er würde sich noch mit Borraa und Chufash beraten. Und Nauras darauf ansetzen, Sith Bahjias Vergangenheit genauer zu beleuchten.

Aber zunächst würde er der Macht vertrauen und den Preis bezahlen. Ein Preis, der so schnell bezahlt wäre und doch größere Konsequenzen haben würde.

Er setzte ein Schreiben auf. An die Leiterin der Forschungsbehörde auf Dromund Kaas, Abteilung Kristalle, geologische Phänomene und Feldforschung.

“Lord Esral!

Hiermit fordere ich die sich derzeit im Dienst der Behörde befindlichen Sith Bahjia für meine Forschungen an asynchron/unsymmetrischen Kristallen des mittleren Spektrums an. Ich bin nach einem Treffen und der Überprüfung ihrer Unterlagen zu der Auffassung gelangt, dass sie meine Arbeit unterstützen kann. Im Gegenzug werde ich eine bei meiner letzten Reise zusammengestellte Formationskette schwingungsoptimierter Opila-Derivat-Kristalle mit allen relevanten Unterlagen direkt dem Ministerium überstellen lassen. Ich erwarte Sith Bahjia sobald als möglich auf dem Flaggschiff von Darth Akiratis.

Ruhm dem Imperium,

Lord Rednelak Karaz”

Den Preis bezahlen. Vielleicht den Nexu im Sack gekauft haben. Aber diesmal wollte er der Leitung der Macht wirklich vertrauen. Immerhin hatte Sith Bahjia die Höhle fast mit ihrem Leben verteidigt. Brannte mithin also für die Forschung, für ihr Werk und damit für alles, was auch Rednelak wichtig war.

An ihren zu überbordenden Gefühlen würde hingegen noch zu arbeiten sein.

Man hatte Zeit. Sie würde ihm Zeit verschaffen. Mit der Erledigung von Aufgaben. Mit Ideen. Mit allem, was jetzt auf der Strecke blieb. Sehr gut.

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OOC: Rednelak kommt also voran. Mit einem anderen Char tue ich mir schwerer. Meinem kleinen mando`ad Khalb. Der hängt im Limbo und kann nicht mehr vorwärts und nicht mehr rückwärts – aus OOC-Gründen. Mittlerweile hat sich in meinem Kopf eine vage Idee geformt, die ich mal mit den Beteiligten besprechen sollte. Dass ich Khalb nicht (mehr) im militärischen Kontext spielen möchte ist mir schon lange klar. Er hängt aber fest, so lange er sein verd´goten – die erste Jagd, die ihn offiziell zum Erwachsenen macht – noch nicht hinter sich hat. Ursprünglich wollte ich das unbedingt spielen. Habe mich wie irre darauf gefreut. Aber mittlerweile haben sich meine Vorstellungen vom Mando-Spielen etwas verändert. Immer noch hätte ich große Freude an einem ausgespielten verd´goten – muss es aber nicht mehr zwingend haben.

Meine Lösung wäre ein radikaler Zeitsprung von drei Jahren. Khalb von 14 auf 17 setzen, das verd´goten als “passiert” werten und ihn damit “befreien”. Ich könnte ihn als Jäger spielen, ihn in die Seniai Qo integrieren und wieder IC Kontakt zu Illjana, Garrm und Frann haben.

Das würde natürlich von allen Beteiligten einen gewaltigen Willen zum Ignorieren von allem Möglichen fordern. Da ich das nicht einfach verlangen oder voraussetzen kann, muss ich bald Gespräche führen.

Khalbs immer 1:1 ausgespielter Werdegang war sehr, sehr schön. Ich habe das RP unglaublich genossen. Aber jetzt muss sich etwas ändern, wenn er nicht ewig ungespielt versauern soll.

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Lord Rednelak – Dienstreise

19. Mai 2015 Kommentare aus

“… sonst sollte sich nichts ergeben. Ich überlasse es Borraa zu entscheiden, wann etwas dringend genug ist, um mich zu kontaktieren.”

Nauras nickte mehr zu sich selbst, folgte Lord Rednelak weiter mit einem halben Schritt Abstand. “Ich habe verstanden, Herr.” Die Bestätigung war unnötig aber eine Formalität, die ihm ein warmes Gefühl der Zufriedenheit vermittelte. Sie erreichten den Hangar, in dem das Schiff des Lords lag. Der Lord verlangsamte seine Schritte nicht, ging direkt zur Rampe und verschwand ohne ein weiteres Wort in der Remembrance.

Nauras trat zurück hinter das Kraftfeld und beobachtete, wie der Interceptor mit brüllenden Triebwerken aufstieg, zur Schleuse drehte und sich dann langsam zwischen die Sterne schob. Er sah auf sein Datapad. Wie immer ein wenig verlassen und unentschlossen, wenn keiner der Karaz anwesend war. Nun, vielleicht hatte die Herrin Borraa irgendetwas für ihn zu tun. Oder Lord Ginyu. Oder Sith Saqr. Und wenn nicht, würde er trainieren. Er war noch nicht völlig mit dem Schiff der Seniai Qo vertraut, hatte noch kaum jemanden des machtblinden Personals kennen gelernt – was daran liegen mochte, dass er nicht zu Geselligkeit oder Smalltalk neigte. Aber es schien, dass das Schiff nicht nur den forschenden Sith etwas bot. So viele Möglichkeiten, Trainingsräume, taktische Stationen. Und so viele Fremde, die man erst einzuschätzen lernen musste …

Sein Com piepte. Eine bekannte Nummer. Er drückte den Knopf und neigte direkt respektvoll den Kopf. “Herrin Dabbur.” Die Sith grüßte mit einem Blinzeln zurück, ein kurzes Niederschlagen der Augenlider. Kein anderer Machtblinder hätte so viel Freundlichkeit bekommen. “Ich erreiche meinen Vater nicht. Ist er noch auf Darth Akiratis´ Schiff?” – “Er ist soeben aufgebrochen, Herrin. Er hat eine Einladung nach Ilum erhalten.” – “Ilum? Ich dachte, er hätte alle Kristallarten von dort, die ihn interessieren.” Dabburs Stimme verriet keine Gereiztheit, die selbe reptilhafte Kühle wie ihr Vater. Dennoch – nein, gerade deswegen – hatte Nauras nicht vor, sie unnötig auf Fakten warten zu lassen. “Eine Minenexpedition ist auf ein Konglomeratlager gestoßen, bei dem Lord Rednelak es für möglich hält, dass sich eine bestimmte asymmetrische Gitterstruktur formen könnte, die er näher untersuchen möchte. Die Reise sollte jedoch nicht lange dauern, maximal ein, zwei Tage Aufenthalt auf dem Planeten. Die betreffende Mine ist gut zugänglich.” – “Hat er Anweisungen hinterlassen?” – “Nichts, was Euch betrifft, Herrin. Nur für Eure Schwester.” Ein knappes Nicken. Dabbur tippte sich nachdenklich mit dem Zeigefinger an einen der prominenten Knochenstachel an ihrem schmalen Kinn. “Nun, ich habe ihn rechtzeitig über die bevorstehenden Transaktionen informiert. Wenn er nun nach Ilum reist, liegt der Rest wohl in meinem Entscheidungsbereich.” Sie erlaubte sich ein schmales Lächeln. Nauras neigte wieder den Kopf. Er urteilte nie über irgendetwas, das ein Mitglied der Familie tat. Die kleine blaue Holoprojektion von Dabbur Karaz stand von ihrem Schreibtisch auf. Das Auge des Holosensors folgte ihr. “Also gut. Du darfst dieses Gespräch bei deinem nächsten Rapport an meinen Vater wiedergeben. Das wäre dann alles.” – “Danke, Herrin”

Wie auch ihr Vater hielt sich Dabbur nicht mit Floskeln auf. Ohne ein weiteres Wort wurde die Verbindung getrennt.

Nauras steckte das Com wieder ein. Stand noch ein paar Sekunden lang regungslos im Gang zum Hangar. Lauschte den Geräuschen des Schiffes nach. Dann gab er sich einen Ruck und machte sich auf, einen Schießstand zu suchen.

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OOC: Es kam immer mal wieder als Idee auf, neben den Sith auch feste machtblinde NSCs zu spielen, die man nach Lust und Laune im Schiff verteilen kann. Da ich praktisch nur Alien-Charaktere habe (und bisher ist keiner davon ein Chiss, die ja als einzige Rasse im Imperium recht unterdrückungsfrei existieren können), bleibt mir da nicht viel Raum für einen Captain, Steuermann oder sonstiges Militärpersonal. Aber ich habe ja Nauras, der als freigelassener Sklave der Karaz-Familie und mit absoluter Loyalität für ziemlich viel zu gebrauchen ist.

Diesmal allerdings geht es eigentlich um den Lord. Denn der wird auf Ilum jemanden treffen. Und dann sehen wir mal, was sich so ergibt!

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