Meine andere Story ist gerade in der Reinigung …

4. Dezember 2016 Hinterlasse einen Kommentar

Das ist eine Story. Die Begegnung des Garou mit dem Iteration-X-Magus Hippolyte Redbarnes. Die heldenhafte Verfolgungsjagd, der Kampf Natur gegen magische Technik. Offenes Ende, alles ist möglich. Die Beteiligten hatten Spaß, Spannung, keine Schokolade. Also eine wirklich gute Abendbeschäftigung.

Und dann gibt es dagegen das hier …

Nichts gegen Captain Lab. Ich mag meinen mirialanischen Taugenichts. Sehr. Auch wenn ich ihn im RP derzeit nicht führe.

Aber ich habe mit ihm die Knights of the Eternal Throne-Story fast durch (ich bin am Anfang des letzten Kapitels) und das ganze Ding ist das Äquivalent eines Burgerbrötchens: Fluffig, lässt sich problemlos auf ein Zehntel der Größe zusamendrücken und ist ohne Füllung witzlos.

Definitiv spektakulär anzusehen. Trendthema Dyson Sphere und so. Wirklich hübsch. Design und Umgebung top wie immer. Das können sie bei SWTOR auf jeden Fall.

Aber … sonst fast gar nichts. Eine maximal lineare Story in maximal schlauchförmigen Leveln mit den immergleichen Gegnern und so überraschend wie eine Telenovela, nur dass niemand die Silbermine erbt wenn Jacques ins Koma fällt. Ein paar neue Ideen, die einem aber auch erstaunlich bekannt vorkamen.

Und weil alles so gut läuft, verärgert man die langjährigen Spieler in dem man – surprise, Motherfucker! – seine Aussagen wiederruft (wusste ja schon Adenauer: Was geht mich mein Geschwätz von gestern an?) und die noch fehlenden Comapnions einfach stillschweigend unter den Tisch fallen lässt.

Ja, klar. Wozu braucht man Fan-favourite Companions wie Quinn, Andronikos, Mako, Doc, Kira, Risha oder Akaavi, wenn man solche Herzchen wie Broonmark, Rusk oder Skadge schon bekommen hat? Ja, wozu nur …

Ich bin eher so mittelbegeistert. Und dass es einen neuen Grind gibt, gegen den sich der Allianzschwachsinn wie Kindergeburtstag ausnimmt und sogar TESOs Champion-Punkt-Gestoppel geradezu blitzgeschwind wirkt, hilft nicht wirklich.

Irgendwie alles langsam eher uncharmant. Schade. Sehr schade. Ich habe dieses Spiel einmal wirklich geliebt. Doch Bioware hat es langsam aber unerbittlich vor die Wand gefahren. Oder ich bin eben nicht mehr die Zielgruppe.

Und dabei haben wir uns gestern auf der Couch noch so begeistert darüber unterhalten, dass wir gern mal ein Star Wars-D20-Crime-P&P spielen wollen. Das Thema „Galaxis weit, weit entfernt“ hat also absolut nichts von seinem Reiz eingebüßt. Nur das Setting in SWTOR war vor ein, zwei Jahren irgendwie attraktiver.

Schade drum!

Blut und so

27. November 2016 3 Kommentare

Zachary, bloody

In letzter Zeit hat das RL in geradezu erschreckendem Ausmaß überhand genommen. Ich bin kaum noch in TESO und komme auch nicht damit voran, die KOTFE-Storyline in SWTOR mit meinen Mainchars fertig zu machen (Hand auf´s Herz: Absolut kein Wiederspielwert!). Nur in Second Life bin ich noch regelmäßig, weil das World of Darkness-RP viel Spaß macht.

Derzeit geht es Vampir Zachary sehr ungut, nachdem ihn ein Kampf in Starre zurück gelassen hat. Jetzt ist er dabei, nach und nach den Aggravated Damage wegzuheilen. Und ist darüber nicht gerade glücklich.

Zachary, bloody

Ein Anlass für mich, auch meine Wundenkollektion mal auf Omega-Applier zu ziehen. Blut und Gedärm für alle!

Aber außerhalb von SL tut sich spielmäßig wenig. Statt dessen gab´s die Fortsetzung des Tattoos am rechten Arm, eine Menge Gerede und Geplane für Mage (definitiv ein Artificer. Order-of-Reason-Five mit Redbarnes!) und Dinge wie ausgedehnte Brunches, gemeinsames Krafttraining und lauter so eklig soziale Aktivitäten. Igittbäh, wie un-geekig!

Zachary, bloody

Und natürlich geht es auf Weihnachten zu. Was bedeutet, dass ich an Geschenken zeichne. Oder mir Tutorials anschaue, weil ich großmäulig als Geschenk versprochen habe, Warhammer-Armeen zu bemalen. Der Versicherung folgend, dass sich das „gar nicht“ vom 2D-Malen unterscheiden würde. Jaha. Sischa.

Ist schon ´ne Plage, wenn man mal aus der Sicherheit der gewohnt-virtuellen Umgebung auftaucht und im winterlichen Sonnenlicht blinzelt.

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Die zweite Wache

16. November 2016 5 Kommentare

winterbegegnung_a

Die Unwägbarkeiten dieses Reiches beinhalteten auch meteorologisches Durcheinander. Ein Ausgang der Höhle zeigte Schneetreiben vor dem irreal-kupferfarbenen Nachthimmel, während auf der anderen Seite seltsame Pflanzen blühten und ihren viel zu betörenden Duft hereinschickten.

Sigurson hatte die Wache übernommen und saß mit halb geschlossenen Augen aber hellwachen Sinnen an der Felswand. Lauschte und roch nach draußen. Er war schon vor dem Schlafen in Crinos gegangen. Einserseits, weil es natürlich deutlich wärmer war und er im Falle eines Angriffs nicht erst die Form würde wechseln müssen, andererseits aber auch, weil er diese Zuflucht nun nicht mehr nur mit dem Welpen teilte, sondern auch mit einem Magus.

Magier waren in zwei Kategorien einzuteilen: Die einen jagten und töteten Wölfe, wo sie nur konnten und die anderen gingen völlig respektlos mit der Energie um, die sich in Caerns sammelte. Beide Sorten waren also nichts, was Sigurson als besonders erbauliche Gesellschaft betrachtet hätte.

Jamie gehörte eindeutig nicht zur jagen-töten-Sorte. Und selbst wenn er es tun würde … er war viel zu grün hinter den Ohren, um Sigurson etwas anhaben zu können. Und zu sehr damit beschäftigt, den Welpen wie ein Stofftier im Arm zu halten und davon jenseits von entzückt zu sein.

winterbegegnung_b

Er war das Ticket nach draußen. Denn in drei Tagen Wanderung hatte der Wolf noch immer keinen Weg entdeckt, der das tiefe Umbra verließ. Und noch keinen Geist, der ihm hätte helfen können. Aber wenn man eins über Magier sagen konnte, dann dass sie rücksichtslos durch sämtliche Schleier frästen und damit sehr effektiv von A nach B kamen. Und in diesem Fall würde eben der Zweck die Mittel heiligen.

Außerdem war der Babymagier ein großartiger Köder für den Plagengeist in seinem nagelneuen Satyranzug.

Was für eine absurde Geschichte! Eine Wyrmkreatur, die sich im Körper eines Fey breit gemacht hatte und damit in der realen Welt Amok lief, während die Seele ihres unfreiwilligen Gastgebers hier in Welpenform auf der Brust des Magus schlief.

Dass das Monster aufgehalten werden musste stand außer Frage. Und dass Not seltsame Bettgenossen produzierte war ein sehr zutreffender Allgemeinplatz. Sie mussten hier raus und dann so schnell wie möglich nicht nur Kontakt zu allen verfügbaren Verbündeten aufnehmen (sollte der Magus allerdings glauben, dass Sigurson mit einem Lich auch nur im selben Raum sein würde, ohne dass Achterbahn wäre, hatte er nicht alle Latten am Zaun), sondern überhaupt erst einmal herausfinden, wo das Wyrmvieh herumschlich und was es plante. Dass es etwas Größeres war, stand außer Frage. Diese ganze Scharade war viel zu lange vorbereitet, um als die Spielerei eines verrückten Geistes durchzugehen.

Sigurson seufzte und dehnte die verspannten Schultern. Es sah nicht so aus, als würde er in absehbarer Zeit Urlaub machen können.

Dorthin und nicht wieder zurück

8. November 2016 2 Kommentare

The Journey
Man suchte es sich nicht aus. Im Gegenteil – es suchte einen aus. Hielt einen fest und riss mit sich, ohne sich darum zu kümmern, was das ungefragte Opfer eigentlich für Wünsche hatte. Es. Dieses Magus-Sein. Diese Gabe, die es wirklich nicht leicht machte, sie zu mögen.

Sie sprang und biss zu. So wie jetzt gerade. In Jamies Träumen. Dort, wo er dachte, ganz bei sich zu sein, ganz in ihm. Ein Überfall im intimsten Bereich.

Aber manchmal kam so ein Überfall, so eine feindliche Übernahme mit einem unerwarteten Bonus. Wenn man den Mut – und die Muße – hatte, sich darauf einzulassen.

Mut … ein Fall ins Nichts aus dem warmen Dunkel des traumlosen Schlafes, der Jamie von den Schrecken der letzten vierundzwanzig Stunden hatte wegbringen sollen. Ein Fall ins Licht, in einen Himmel, der sich smaragdgrün in alle Richtungen erstreckte. Die erste Panik legte sich, als Jamie erkannte, dass er schwerelos war. Dass er steuern konnte, was er tat und nicht wirklich fiel sondern eher … dahinglitt. Ein Blatt im Wind.

Er drehte sich ein wenig, sah sich um. Die Luft war sommerlich, das Aroma von Baggersee und Kindheit. Seltsam tröstlich und umfangend wie die Arme der Mutter, die einen nach dem Planschen in ein Handtuch wickelte und Caprisonne aus dem Picknickkorb holte. Was hatte das alles mit …? Mit irgendetwas, völlig egal, zu tun? Jamie schwebte auf der Brise. Unter ihm tauchte Land auf. Ein langer Streifen im endlosen See.

Mit ein wenig geistiger Anstrengung, einem Ausstrecken unsichtbarer Fühler, trieb er dorthin. Das Licht veränderte sich, ein Rostbraun mischte sich in die Atmosphäre. Für einen Moment verlor der Magus die Kontrolle, wurde abwärts gezogen und landete hart auf dem sandigen Boden, ohne ihn wirklich fühlen zu können. Er befand sich in einer Ruinenlandschaft. Ein seltsam markanter Punkt, als wäre es dem Traum wichtig, genau darauf hinzuweisen.

Jamie richtete sich auf, sah sich um. Die Weite des Binnenmeeres (oder was immer diese Menge Wasser war) und ein wenig Land, das sich weiter hinten im Dunst verlor. Jenseits einer kleinen Klippe hörte er das Rascheln von Laub und die Bewegungen kleiner Tiere im Unterholz. Gerade als er sich darauf konzentrieren wollte, machte es in einem der Ruinenbogen „fwump“ und aus einem weißen Riss im Nichts zwischen hier und dort stürzte ein riesiges Wolfswesen. Jamie zuckte instinktiv zurück, bevor er den Garou erkannte, den er vor nicht ganz zwölf Stunden im Land hinter dem Schleier in … ja, genau so einem weißen Riss hatte verschwinden sehen.

Doch der Riss schloss sich nicht sofort hinter dem Monster, das sich gerade von der braunen Erde aufrappelte. Statt dessen wirbelte die Luft noch weiter und spuckte einen winzigen, schwarzweißen Welpen auf die Brust des Werwolfes.

Ein weiteres „fwump“-Geräusch, das die Ohren tief in den Schädel trieb, dann gab es keinen Riss mehr.

Aber das Verschwinden der Erscheinung hätte Jamie kaum egaler sein können. Der Welpe! Eindeutig …

Die plötzlich über ihn spülende Welle der Hoffnung und Erleichterung riss Jamie fast von den Füßen. Der Welpe! Isars Seele war nicht fort! Mit einem fast tierischen Laut der Freude wollte er auf die Beiden zustürzen, doch als würde ihn die Hand eines Riesen am Genick packen, wurde er weggerissen. Hilflos streckte er die Arme aus, aber wie ein Blatt im Herbstwind wirbelte er in den Himmel.

The Journey

Nur um fast augenblicklich wieder herauszufallen. Die Farbe des Traumes hatte sich wieder in das sanfte, beruhigende Grün gewandelt und das Land unter ihm schien fast bukolisch friedlich, kleine Tempel und eine wild-romantische Felsenküste.

Aber kein Anblick der Welt hätte Jamie in diesem Moment gefallen können. Wütend schrie er ein trotziges „Nein!!“ in den gleichgültigen Himmel, bevor er wieder auf dem Boden aufprallte, ohne etwas zu merken. Verdammt! Wie sollte er nun …

The Journey

„Hey, Magus? Bist du das?“

Jamie sah sich um. Der Wolf! Diesmal in der menschlichen Form, die er zuerst auch am Caern gehabt hatte. Und in seiner Armbeuge der Welpe, der müde und verwirrt wirkte. Nein, er hatte nicht mit ihm geredet, sondern sah den kleinen Hund an. Der wild zu bellen begann.

Ja! Es musste Isar sein! Nur der Satyr würde so reagieren. Jamie rannte auf die beiden zu, setzte zu einer Erklärung an … aber sie beachteten ihn nicht! Er schien unsichtbar für sie. Verdammt, verdammt, verdammt!

Jamie wedelte mit den Händen vor dem Gesicht des großen Mannes, doch der blinzelte nicht einmal.

„Ich werde dich Mini-Me nennen“, sagte der Wolf statt dessen zum Welpen. Und fügte absurderweise noch zwei Zeilen aus Tennysons „Lotus eaters“ hinzu. Dann kraulte er den kleinen Hund in seinem Arm, schulterte das Schwert von der Größe Neuenglands und begann, die Küste entlangzustapfen.

Natürlich ohne Jamie auch nur eines Blickes zu würdigen.

Der Jungmagus wollte hinterherrennen, wollte sehen, wohin der Garou seinen Satyr schleppen würde … aber da fühlte er auch schon wieder den Ruck im Genick, wurde davongezerrt. Er brüllte vor Zorn und ohnmächtiger Verzweiflung. Aber nichts half, das Dunkel schloss sich um ihn. Das letzte was er sah war die Form der Küste. Er würde … sie … wiedererkennen. Jederzeit … finden …

Der durch Sand und Steine stapfende Wolf mit dem winzigen Welpen ….

Sorcerers Crusade

7. November 2016 6 Kommentare
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Werewolf 1890 – Blood like Fire begeht ein Verbrechen, für das er sehr lange bezahlen wird.

Ich mag die historischen World of Darkness-Settings sehr gern. Man muss sie natürlich nicht nur cum grano salis sondern eher mit einem ganzen Salzstreuer nehmen und im Idealfall ignoriert man die historischen … Ungenauigkeiten und setzt statt dessen ein, was da wirklich los war. Aber die Ideen hinter den Old World-Varianten von Vampire oder Werewolf sind sehr schön und wirklich interessant.

Nachdem unsere Werewolf-1890-Runde langsam ihrem großen Finale entgegentreibt, wurden sich natürlich Gedanken gemacht, was man als nächstes in Angriff nehmen könnte. Ars Magica stand im Raum – aber es wurde dann doch Mage, weil ich das schon länger einmal als Kampagne spielen wollte und bisher nur wenig Ahnung davon habe.

Ich hätte auch Jetztzeit gespielt – aber der Spielleiter fand die Renaissance viel spannender und so wird es wohl Sorcerers Crusade.

Das erforderte erst einmal eine Investition in das nur noch antiquarisch erhältliche Regelwerk. Zum Glück ist Mage nicht so furchtbar beliebt, weshalb man das Hardcover für einen vernünftigen Preis erwerben konnte. Aus den USA wäre es noch deutlich billiger gewesen … oder auch nicht. S&H ist da ja doch ein recht großer Brocken. Klar, natürlich gibt´s das Ding in den Untiefen des Interwebz auch als gescanntes PDF. Aber irgendwann ist man echt zu alt für diesen Scheiß. Ich hätte es mir am Liebsten als legales PDF/EBook gekauft – aber da ist der Verlag noch nicht soweit.

Dauert auf jeden Fall alles noch ein paar Monate. Zeit genug, sich einen netten Magus auszudenken. Ihn (oder sie, das weiß ich noch nicht genau) zu zeichnen und mit Hintergrund zu füllen.

Bis dahin gibt´s genug Mage in Second Life. Zumindest einen sehr überforderten Maguswelpen, der unerschütterlich daran glaubt, dass man über alles reden kann. Putzig! Und sehr positiv.

Between the sun and moon upon the shore

3. November 2016 Kommentare aus

Sigurson and the Wyrm

Das Geräusch weckte ihn und hörte einfach nicht auf. Blieb beharrlich und zog ihn nach und nach aus der gnädigen Dunkelheit der … Ohnmacht? Er war bewusstlos gewesen? Warum? Was war …? Oh. Ja. Das Wyrm. Der Kampf. Das … weiße Nichts.

Das Geräusch gab nicht auf, setzte nun auch noch Gewicht ein. Etwas sprang auf ihm herum. Und bellte.

Sigurson stöhnte und wollte sich zur Seite drehen. Aber das, was auf ihm bellte, ließ sich nicht abschütteln, sondern begann, in das Fell des Crinos zu beißen und daran zu zerren. Er war noch in Kampfform. Nun, warum auch nicht. Das weiße Licht hatte ihn schließlich erwischt, als er der Wyrmkreatur gerade diese seltsame Zahnreihe aus dem Gesicht gerissen und den Quallenblob damit hoffentlich getötet hatte.

Ein seltsamer Kampf. Und zwar nicht im Umbra. Das war nur all zu deutlich gewesen. Sie waren durch das nahe Umbra gefallen und … dahinter gelandet.

Sie. Mehrzahl. Genau – wo war der Magus? Sigurson hatte ihm am Caern aufgelauert. Doch bevor er ihn hatte angreifen können, hatte … etwas sie beide rückwärts durch den Schleier gezerrt und sie waren in einer Höhle voller nach Tod stinkender Geister gelandet, die nicht aussahen, als wollten sie nur über die Gesamtsituation sprechen.

Sigurson and the Wyrm

Sigurson öffnete nun doch die Augen und setzte sich auf. Zog die Glaive unter sich hervor, die sich ihm schmerzhaft in den Rücken gedrückt hatte. Der kleine schwarz-weiße Welpe, der ihm unter angestrengtem Knurren in die Mähne gebissen und daran gezerrt hatte, kullerte herunter. Sigurson fing das kleine Tier mit einer Pranke auf und betrachtete es.

Welpe. Aber kein Wolf (er wusste genau, wie Wolfswelpen aussahen). Könnte ein Husky sein. Zu schlank für einen Malamute. Aber die Ohren standen anders. Auf der anderen Seite – er war gerade nach einem Kampf mit mehreren Wyrmkreaturen und Plagengeistern in ein weißes Licht gezerrt worden. Ein maximal drei Monate altes Hündchen hatte beschlossen, einen vier Meter großen Crinos-Alptraum als seinen besten Freund zu betrachten … was machte es da noch aus, von welcher Rasse das entweder unglaublich dämliche oder unglaublich mutige Tier war?

Ein Gedanke keimte in Sigurson auf. Er hob den kleinen Hund auf Schnauzenhöhe. „Hey, Magus? Bist du das?“ Der Welpe begann frenetisch zu bellen und wand sich in Sigursons Griff. War das nun ein Ja oder ein Nein?

Egal wie, ändern würde er es sowieso nicht können. Erst einmal musste er sich sortieren. Bestandsaufnahme: Alle Gliedmaßen plus die Waffe vorhanden. Ein paar Wunden von der üblichen, hartnäckigen Sorte, die Wyrm hinterlassen konnte. Aber nichts Bedrohliches. Keine Stacheln oder Zähne in seinem Fleisch zurück geblieben. Das Quallenvieh hatte, wie es sich anfühlte, ein Stück Lebensenergie gefressen. Das hohle Gefühl in der Brust und die Blässe der Farben um ihn sprachen zumindest dafür. Das war unschön – aber nichts, was ein Ritual bei Winter nicht wieder hinbiegen würde. Alles vorhanden. Sogar noch mehr, wenn man den Welpen zählte, der jetzt ruhig war und ihn durchdringend mit seinen blauen Augen anstarrte. Blaue Augen. Sigurson grinste. „Ich werde dich Mini-Me nennen.“

Er richtete sich auf, den kleinen Hund immer noch auf der Pranke. Er hatte am Ufer eines Meeres gelegen. Die Luft war sommerlich warm und unbewegt, die Sonne stand, wo sie nicht stehen sollte. Seevögel glitten auf der Thermik und der Geruch wilden Thymians trieb von den staubigen Hügeln landeinwärts herunter. Sigurson neigte nicht oft dazu, aber diese Situation war zu absurd, um es nicht zu tun (er war Ragabash, er lebte für absurde Situationen). „In the afternoon they came unto a land in which it seemed always afternoon.“, deklamierte er für den Welpen. Der ein Ohr aufstellte und ihn verwirrt und ein wenig zornig ansah. Nun, Mini-Me hatte recht. Tennyson half hier gerade wirklich nicht weiter.

Sigurson schüttelte sich, witterte. Nichts, was auf Menschen oder eine andere Zivilisation hindeutete. Dass sie nicht auf der irdischen Seite des Schleiers waren, war offensichtlich. Immer noch im tiefen Umbra.

Was bedeutete, dass er jemanden finden musste, der ihm einen Pfad nach draußen öffnete. Denn die Wahrscheinlichkeit, den Weg selbst zu finden, war verschwindend gering. Trotzdem war er nicht all zu besorgt. Er konnte Geister jagen und fressen und früher oder später würde er auf irgend einen Bewohner stoßen. Bevorzugt keinen feindlichen – aber man konnte es sich nicht aussuchen.

Er barg den Welpen in seiner Armbeuge und begann, den Strand entlangzutraben.

Die Wellen leckten die Spuren des großen Wolfswesens auf, ohne etwas zurück zu lassen.

Beiläufige Gesellschaft

28. Oktober 2016 3 Kommentare

Deshaan Dungeon

In den letzten Tagen war ich abends deutlich zu matschig im Kopf, um an RP auch nur zu denken, obwohl im Changeling-RP in SL für meinen Plot bald eine ziemliche Zäsur ansteht. Ich habe schon viel vorbereitet, muss aber noch an Kleinigkeiten herumdenken, um es rund zu machen. Leider zieht sich auf der Arbeit einiges hin, was schon seit zwei Wochen fertig sein sollte, was mich stresst, nervt und müde macht.

Aber für ein bisschen Monsterkloppen hat es gereicht. Seit ein paar Tagen bin ich in TESO in einer sehr angenehmen Feierabendgilde von entzückend winziger Größe (alles über zehn Mann ist für mich nur noch Stress und kein Spaß mehr) und gestern habe ich dann das erste Mal Group Content ausprobiert.

Natürlich als Tank.

Tanken in TESO ist völlig anders als z.B. in SWTOR oder WoW. Aktives Blocken und Dodgen machen die Sache spannend und man hat kaum Convenience – also keine schönen Aggroschilde für die schlimmsten Schadensschleudern oder Platzwechsel. Statt dessen ist es immens viel Movement.

Großartig für mich, da ich Movementbosse immer geliebt habe. Ich gehe gern mit Bossen Gassi (z.B. Karagga oder der Latschboss bei der Officer-Gruppe in Scum & Villany), renne Bosse freudig schwindelig (die Sword Squadron im Temple of Sacrifice), hetze mit Begeisterung sinnlos hin und her (das Tankwechselgerenne mit den beiden Drouks in … dings … Denova?) und mag sogar das Plattformgespringe bei Soa. Rumstehbosse wie das Rinovieh in Scum & Villany, Nefra in der Fortress oder das dicke Riesentier bei Karagga fand ich immer eher uninteressant. Insofern ist das Tanken in TESO für mich mit einer Menge Spaß verbunden, da man ständig in Bewegung ist. Weniger schön ist, dass Schwierigkeit anscheinend hauptsächlich über Adds generiert zu werden scheint. Ich will nach einem Dungeon ganz sicher noch kein Urteil fällen – aber auch ohne jede Kenntnis der Mechaniken hatten wir die Kämpfe doch in ¾ der Fälle auf Anhieb raus. Und stressig wurde alles nur durch die Wellen von Adds, die jeder Boss so dabei hatte. Oder immer mindestens zwei Nebenbosse.
Deshaan Dungeon

Egal. Es war unterhaltsam. Und ich habe noch viel zu lernen, da mir zweimal der Heiler aus den Latschen gekippt ist, was ja bekanntermaßen immer ein Tankfehler ist. Überhaupt muss ich noch viel an mir arbeiten. Ich brauche noch Inner Fire (das sollte ich mir nach dem nächsten Dungeon sehr komfortabel freischalten können) und muss mir das Addon zum Gearwechsel ziehen. Dann benötige ich einen zweiten Satz Sword & Board und muss die zweite Leiste für Gruppensachen mit mehr Tank-Skills belegen. Derzeit nutze ich die zweite Leiste für meine Schadensskillung (was man als Tank halt so Schaden nennt). Ich habe gelesen, dass das Addon „Alpha Gear“ für solch zügiges Auswechseln ganz nett sein soll. Muss ich ausprobieren.

Ich mag Gruppen-PvE wirklich recht gerne und habe es vermisst, seit ich SWTOR praktisch nicht mehr spiele. In TESO kenne ich auch noch gar keine Dungeons und alles ist neu für mich, was natürlich ein immenser Vorteil gegenüber SWTOR ist, wo es seit bald zwei Jahren praktisch keine neuen Gruppeninhalte mehr gibt.

Hinzu kommt, dass ich in SWTOR meine Tanks auswendig kannte. Jede Mechanik, jede Fertigkeitenkombination, jedes Gearset. Jetzt ist alles neu und aufregend und man kann ganz giddy auf und abhüpfen und sieht hinter jeder Ecke etwas Unbekanntes. Oder macht einen Schritt zu weit, weil man diese hübsche Aussicht screenshotten möchte und löst den Bosskampf aus. Ist mir gestern beim Endboss passiert. War aber nicht schlimm. Unser Heiler meinte nur versonnen im TS: „Der sieht aber nicht fröhlich aus.“ Nun, was erwartet man auch von einer Sheogorath-thematisierten Gilde?

Das macht die Gilde nämlich noch zusätzlich (zu ihrer winzigen Größe, dem absolut stressfreien Herangehen an Kämpfe und dem hohen Altersdurchschnitt) attraktiv: Onkel Sheo ist überall. The Mad God. Wird mit Freude zitiert und Käse ist ein durchgehendes Thema. Gefällt mir. Ich mag absurde Konversationen. „Wir erkennen den Boden um Bosse herum am Geschmack!“ Nein, so schlimm ist es wirklich nicht. Lief immerhin gestern alles sehr reibungslos. Obwohl wir anfangs in Unterzahl (nur zu dritt) unterwegs waren und uns der Netchboss dann dreimal in den Dreck geschickt hat.

Ich werde weiter üben. Ich habe noch viel zu lernen. Denn wie immer will ich nicht nur ein so lala-Tank sein, sondern auch meine Rolle sinnvoll ausfüllen.

Aber am Wochenende gibt es erst einmal RP in SL und am Wohnzimmertisch. Und dann Halloween. Mit der üblichen Party. Den Parties. Ich habe mir zwei Tage Urlaub genommen (Hessen … hier gibt es ja bald weniger Feiertage als in Hamburg!) und freue mich auf Gehirn-Mettigel und Augen-Oliven.