Die unglaublichen Abenteuer und extraordinairen Reisen des verwegenen Piraten Lab. Teil 1 – die Abreise.

Es war Nachmittag an einer Küste, an der es immer Nachmittag zu sein schien. Der dunkle Strand atmete schwer den allgegenwärtigen Aschengeruch der Vulkane und von See kamen die eintönigen Klageschreie der Willko-Möwen.

Sie waren alle noch am Schlafen. Und das war auch ganz in seinem Sinne. Nicht, dass er ein schlechtes Gewissen hätte, weil er sie alle reinlegte. Nein, solche moralischen Regungen waren im fremd – und in diesem Falle auch unangebracht, da es ein Verbrechen ohne Opfer wäre. Sie hätten es nie gemerkt, alles wäre wie immer.

Aber nicht für ihn.

Die Replik war perfekt. Niemand konnte etwas bemerken. Niemand. Außer jemandem, der dieses hübsche Ding schon sehr lange um den Hals getragen hatte. Und der nur zu gut wusste, wo das Original diese eine abgeplatzte Stelle hatte. Die Stelle, an der der Blasterschuss abgeprallt war, der ihn getötet hätte, wäre nicht der blaue Stein zwischen Energie und grüner Haut gewesen.

Und hatte man so einen Glücksfall erlebt … nun, dann kannte man sein Steinchen.

Weshalb es ums Prinzip ging. Das Blaue Feuer war nur ein Symbol. Seine Crew hatte keine Ahnung, was der Stein wirklich Wert war. Ihm selbst war es auch ziemlich egal. Sie hätten also auch bequem mit der Replik leben können. Weiter “Blue Fire!” brüllen, weiter Parties feiern, bei denen der Stein von Hand zu Hand ging und weiter auf jedes Schiff ein hübsches Edelstein-Piktogramm in Königsblau pinseln. Alles wie immer, alles kein Problem. Teamgeist, ho! Aller Welten Feind.

Aber so lief es nicht.

Sie hatte ihn das zweite Mal in die Pfanne gehauen.

Er war nicht nachtragend. Nie gewesen. Vor allem nicht bei ihr (ach, Erinnerungen! Man neigte zum Filtern). Aber es gab Grenzen.

Und so hatte er gestern abend seine Crew belogen. Hatte seine Second in Command befördert (sentimentales Grölen, Herumtragen der neuen Captain auf den Schultern, noch mehr Alkohol, noch mehr Drogen), ihr den falschen Stein mit salbungsvollen Worten um den Hals gehängt und in einer mitreißenden Rede (erstens konnte er das und zweitens hatte es schon genug Alkohol und Drogen – siehe oben – gegeben, dass die Jungs und Mädels selbst einem wütenden Ortolaner zugejubelt hätten) verkündet, dass er jetzt gehen, und sein persönliches Glück suchen müsse. Rückkehr irgendwann, erreichbar vermutlich nicht und wenn doch über die üblichen Kanäle. Danke für alles, großartiges Team, hätte es ohne euch nie so weit gebracht, Blue Fire!

Und jetzt stapfte er über den schwarzen Sand in Richtung seines Schiffes. Ließ die schnarchende Bande, die bestimmt sehr zügig lernen würde, auch ohne ihn erfolgreich zu sein, hinter sich einen Kater epischen Ausmaßes entwickeln.

Der Echsenaffe neben ihm schnatterte aufgeregt und irgendwie war die Wut nicht ganz so groß wie die Freude, wieder auf der Jagd zu sein.

Im Gehen tippte er auf seinem Datapad. Eine Warnung war fair und üblich.

“An Miss Karamasowa, derzeit in unbekannten Gefilden aber hoffentlich noch im Besitz ihrer alten, geheimen Kennungsnummer.

Ist es nicht erstaunlich, was für ein schlechtes Gedächtnis unsere gemeinsamen Zabrak-Freunde haben? Nicht einmal an eine so illustre Gestalt wie Deine – und dabei beziehe ich noch nicht einmal Dein gar prachtvolles Heck mit in diese Gleichung ein – erinnern sie sich. An Deiner Stelle wäre ich verletzt und würde nach Satisfaktion rufen.

Aber ich vermute, die findest Du schon in überreichem Maße, wenn Du meinen hübschen blauen Stein an Deinen üppigen Busen drückst, um Dein aufgeregt schlagendes Herz zu beruhigen. Ach, wie gern wäre man an Stelle dieses kalten Stückes Kristall!

Doch muss man sich damit begnügen, sich von Ferne zu sehnen.

Ich vermute, Du fragst Dich, woher ich weiß, was Du getan hast. Nun, zermartere Dir nicht dein kluges Köpfchen – Antworten sind auf dem Weg zu Dir.

Natürlich könnte ich Deinen Wissensdurst weitaus zügiger stillen, wenn Du die Güte hättest, mir Deinen Aufenthaltsort mitzuteilen. Doch ich vermute, dass deine so reizend spröde Keuschheit dich dazu zwingt, mich zu locken aber auf Abstand zu halten.

Und so ziehe ich zwischen die Sterne hinaus, um Dich zu finden. Werde mich den Fährnissen und Rätseln stellen, die sich zwischen uns auftun. Doch nichts wird mich hindern, wieder die Wärme Deiner statuesken Schenkel zu genießen und das Feuer Deiner braunen Augen genauso in mein Herz zu lassen, wie den blauen Schein meines abgängigen Kristalls.

Dieser erste Brief diene Dir als Einladung, Dich zu offenbaren genau wie als Pfand meiner Worte.

Wir sehen uns,

Lab”

Er schickte die Botschaft in den Äther, ziemlich davon überzeugt, dass Illjana sie erhalten würde. Sie war nicht anders als er oder jeder andere Kriminelle eines gewissen Kalibers. Sie behielten immer etwas in der Hinterhand, um nicht ganz mit der Vergangenheit zu brechen.

Er ging einmal um das Schiff herum, überprüfte es. Dann stieg er ein und startete die Triebwerke. Die Galaxis vor sich, die Vergangenheit viel zu nah.

Nun, es konnte nur amüsant werden.

Der Echsenaffe lachte.

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Smooth Criminal

Schon wieder eine NSC-Rolle in letzter Minute! Es fand sich kein Space-Piraten-Captain für die Gruppe um Tilda, die auf der suche nach dem Blauen Kristall war, also sprang ich ein.

Ich hatte fünf Minuten, mir einen Charakter aus den Fingern zu saugen. Und es wurde dieser: Captain Lab, ein Ex von Frau Karamasowa und ziemlich von ihr angepisst, da er sie das letzte Mal sah, als sie durch eine Luftschleuse entschwand, während er ans Bett gefesselt zurückblieb und eine imperiale Patrouille das Schiff enterte.

Daher: Originale Captain-Jack-Sparrow-Reverse-Begrüßung. Illjana bekam eine geschallert.

Das RP war amüsant. Es gab noch die Crew des Captains, die schon bei Ankunft des Besuchs völlig breit war. Und es wurde nicht besser, als es als Gastgeschenk von Saqr liebevoll seltsam fermentierte psychotrope Pilze gab.

Die Party lief etwas aus dem Ruder.

Das Ende vom Lied war jedenfalls, dass es der sneaky Illjana gelang, den Captain nicht nur von Oberbekleidung zu befreien, sondern ihm auch noch den um den Hals getragenen blauen Stein gegen eine Kopie auszutauschen.

Mir hat es viel Spaß gemacht, den unglaublich gespreizten Piraten zu spielen. Ein gebildetes, gewissenloses Arschloch mit erstaunlich politisch korrekten Ansichten. Sehr schräg. Fast zu schade, um NSC zu bleiben. Vielleicht taucht er ja nochmal als Nebenrolle auf.

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Rakghoul-Seuche und Schadnager

22. April 2015 2 Kommentare

Ich habe vor kurzem erzählt, wie sehr Zenimax mit ihrem Versuch, ein Jahr TESO als fröhliches Ereignis auch zu vermitteln, gescheitert ist. Die Sache mit dem praktisch unauffindbaren Event (nichtmal Google konnte weiterhelfen, Ingame fand ich niemanden, der auch nur davon gehört hatte), bei dem man irgendwie mittels einer spaßigen Erkundungs-Questreihe ein Haustier hätte ergattern können. Stand zumindest in einem unauffälligen Thread im Forum. Der ein Datum und eine Uhrzeit aber weder Ort noch sonst etwas enthielt. Wunderbares Beispiel, wie man es nicht machen sollte.

BioWare dagegen hat gerade gezeigt, wie man Communitybuilding betreibt. Und das ist bei der ewig nörgelnden SWTOR-Klientel im Vergleich zu den fast immer positiv eingestellten TESO-Bewohnern eine echte Leistung.

Jeder MMO-Spieler kennt sie: Die virtuellen Belohnungen dafür, dass man an einem Life-Event teilgenommen hat. Was natürlich für Bewohner der Restwelt außerhalb Nordamerikas meist bedeutet, dass sie leer ausgehen. In WoW war ich immer sehr neidisch auf die Leute mit den Murloc-Pets, die mit ihrer Michigan J. Frog-Animation die Umgebung erfreuten. Warum auch immer hat BioWare nun beschlossen, diese Ungerechtigkeit aufzuheben. Mit einem Schneeballsystem, das ein Kommentator bei Dulfy als “the Rakghoul-plague but with an ugly speeder instead” beschrieb.

Wer persönlich auf dem Cantina-Event in Anaheim war bekam einen Code. Eingelöst ergab dieser nicht nur ein Pack mit einem (wirklich ziemlich hässlichen) Speeder und einem Random-Geschenk, sondern auch einen weiteren Code, den man beliebig weitergeben konnte und der den ersten fünf Leuten, die ihn benutzten, ein Geschenkpaket mit einem hässlichen Speeder, einem Zufalls-Item und .. ja, genau, wieder einem Code für fünf Leute bescherte. Undsoweiter. Eine Lawine aus ziemlich hässlichen Speedern hatte das Potential, die Welt zu überrollen. Nun kam es also darauf an, dass die ersten Code-Beschenkten auch nett genug waren, weiterzugeben. In MMOs ist Nettigkeit zwar eher optional, aber diesmal funktionierte es. Überall tauchten Codes auf. Auf Reddit, im tumblr-SWTOR-Tag, in Foren … Das Wunder von SWTOR.

Mittlerweile hat wohl jeder einzelne Spieler so einen Code. Und das stimmt mich irgendwie sehr milde der Menschheit im Allgemeinen gegenüber.

Ich habe meinen Code aus dem tumblr-SWTOR-Tag. Ich wollte den, den ich dafür bekam, zwar in der Gilde verteilen, war aber zu langsam, da hatte man sich schon anderweitig versorgt. Also warf ich das Ding ins Skype. Unter anderem zu Dark, die dann wiederum ihre Gilde damit glücklich machte. Spreading the love.

Mit den Zufallsgeschenken hatte ich eher Pech. Nur Färbemodule in grausigen Kombinationen (ich wusste nicht, dass ich ein lila-pinkes Färbeteil in meinem RP-Leben brauche. Jetzt ist es mir bewusst!). Einziger Glücksfall: Ein Black/Black-Modul für Qird. Leider sind die Teile Charakter- und nicht Legacygebunden. Und Qird ist als Miraluka mein einziger Char, dem die Farben seiner Klamotten völlig egal sind. Für Rednelak hätte ich das brauchen können. Oder für Ghurab. Aber die bekamen uringelb/grau und, ja, lila/pink. Tja, hartes Los. Aber erstens geschenkter Gaul und zweitens ist der Überraschungseieffekt der wirkliche Spaß dabei. Und angeblich bekommt man das Geschenk ab jetzt dann auch für jeden neu erstellten Charakter. Noch mehr hässliche Speeder und lila/pinke Färbemodule!

Andere Leute hatten übrigens mehr Glück. Sey und Dark ernteten als Zufallsgeschenke Haustier-Droiden und Fio zog das Carbonite-Chamber-Regitem. Gerüchteweise soll es sogar eine Mandalore-Statue geben.

Beschwingt von diversen seltsamen Färbemodulen und mehreren aufbauenden Vorträgen von Genthri und Sey begab ich mich dann tatsächlich noch ins RP. Als NSC. Genauer: Als der im Post-Titel erwähnte Schadnager. Ich war ein Echsenaffe. (Schon seltsam – im Deutschen wird aus “Monkeylizard” ein “Echsenaffe” und keine “Affenechse”. Ist optisch aber schon eher ein Säugetier, von daher stimmt´s doch)

Sheysa besuchte nämlich einen Hutten in dessen Palast (Quesh bietet da gute Locations), um über die Herausgabe einer Kampfsklavin zu verhandeln. Bis auf Sheysa war dann auch jeder am RP Beteiligte ein NSC. Es gab zwei Sklavinnen (Sey und Geri), einen schmierigen Seneschall (Nchuand), den Hutten selbst (Aro) und einen Söldner (jemanden aus Nchuands Gilde). Und – den Echsenaffen!

Ich wollte zuerst optisch besser wirken, in dem ich mein Haustierchen den Affen darstellen lassen und selbst in Stealth bleiben wollte, aber das führte zu seltsamen Bugs. Nur noch die Hälfte der Anwesenden konnte meine Emotes lesen. Also habe ich mich eben hinter den Hutten gekniet und war von dort der Schadnager.

Das war der richtige Einstieg nach der RP-Pause. Ich konnte Ambiente sein, musste nichts Wesentliches beitragen und konnte mich entspannen. Das Affendasein hat mir Freude gemacht. Gehässig lachen, in Hutten-Speckfalten klettern und die Reste des Hutten-Essens fressen. Dazu etwas Interaktion mit dem Hofstaat, mehr brauchte es nicht.

Gar kein monochromer Filter

19. April 2015 2 Kommentare

Das ist er, mein erster Charakterentwurf für das Horror-Whatever-RP-Szenario. Dieses Bild ist nicht sättigungsreduziert. Der Kerl ist so einfarbig. Da ich Lust auf einen den britischen Imperialismus bekämpfenden indischen Gangrel hatte (passt doch wunderbar nach London 1890), ist er nicht besonders bleich, dafür aber irgendwie grau-tot.

Klamotten sind bei ihm problematisch. Uniformen der in der britischen Armee dienenden Inder gibt´s in SL nicht zu kaufen. und normale britische Uniformen dieser Zeit nur in unzureichender Qualität. Genauso mau sieht es bei indischen Kleidungsstücken aus. Es gibt sie … aber nicht so, wie ich es mir mehrere Spielabende lang ansehen möchte. Aber durch Zufall stieß ich auf eine Tunika von Kali-Design (die nennen sich jetzt irgendwie anders), die in Schnitt und Ornamentik passte. Dazu noch eine Hose, die ich noch im Inventar hatte und der Entschluss, dass er barfuß läuft und fertig war die Laube.

… und weil in SL Penis geht, ein Penisbild. Muss sein. The internet is for porn. So lange es noch erlaubt ist, ohne dass man vorratsdaten-nur-meta-ja-klar-gespeichert wird und der Chef einen Montagmorgens mahnend anguckt!

  • Skin, Haare, Penis: Aeros
  • Auge, kaputtes Auge, Narbe, Tattoo: Ich natürlich
  • Körperbehaarung: Inside Out
  • Bart: EMOtions
  • Vampirzähne: Foxy
  • Füße: Slink
  • Tunika: kahli design
  • Hosen, Schädelgedöhns am Unterarm: B@rerose
  • Halsketten, Armreifen: Mandala
  • Ohrringe: Rozoregalia

Man merkt, dass ich die Charaktergestaltungsfreiheit in Second Life vermisst habe. Und, dass man gute Bilder machen kann. Mit so richtig dolle Kameraverstellen, Posen, Licht und Farben. Alles eben. Ich bin mal wieder missmutig, dass sich diese perfekte Sandbox nie bei den RPlern durchgesetzt hat. So much room for activities!

Naja, Problematik bekannt. Unzugängliche Software, Lag und der Zwang, sich selbst RP zu suchen, schrecken schon mal den Großteil der Leute ab.

Andererseits .. just sayin´… das ist zwei Jahre alt … und von normalen Spielern gemacht …

Also komme mir keiner damit, dass nichts geht!

Stand der Dinge

19. April 2015 Kommentare aus

Mittlerweile hat das Teil bestimmt schon jeder gesehen. Ich habe schon seit Freitag das Standbild, das den Falcon in der Turbine des SD-Wracks zeigt, auf der Arbeit als Bildschirmhintergrund (das Faultier wurde auch langsam mal alt und musste auf den Zweitmonitor weichen).

Auch der zweite Teaser lässt einen hibbelig zurück. Nun kann man nur hoffen, dass der Film diese immensen Erwartungen erfüllt. Und natürlich, dass es auch eine NICHT-3D-Variante gibt, für alle Menschen, denen diese überflüssige 3D-Craze königlich auf jede Art von Gonaden geht. Preiset das Bochumer Union-Kino! Da gibt´s noch 2D-Filme. Dumm nur, dass es deutlich mehr Leute gibt, die 2D-Filme sehen wollen, als es dort Plätze hat. Man muss gut vorreservieren.

Und natürlich war dann noch DAS HIER auf Craigslist ….

Ich mache immer noch SWTOR-Urlaub, lese aber Dulfy.net, was mich ausreichend durchinformiert.

  • Yavin-Stronghold. Meh … wer hat denn danach gefragt? Alle wollten Alderaan! Sieht zwar nett aus mit Dschungel und so … aber mal im Ernst – was soll das im RP bringen? Naja, emotet man sich eben noch einen Stronghold woanders hin. *seufz*
  • 12x-Class-Quest-XP für Subscriber. Keine Meinung. Ich habe alle Klassen, die ich spielen möchte, schon auf 60. Solange es optional ist, kann man sich aber nicht beschweren.
  • “Rise of the Emperor” klingt eher so mittelinteressant und die Ziost-Bilder haben mich bis jetzt nicht vom Hocker geworfen (srsly … Aroval ist tot, Leute! Lasst den armen alten Mann doch mal in Ruhe!). Aber es scheint ja ein Bild einer neuen OP oder eines neuen FP geleaked zu sein – Hoffnungsschimmer.
  • Alles ein mildes “ist garantiert ganz nett!”, freut man sich drauf, kann man alles mal angucken. Einziges “Whoa!”-Feature für RPler bleibt der Outfit Designer. Sobald der life geht, komme ich zurück nach SWTOR.

Ansonsten hänge ich gelegentlich wieder in Second Life herum. Adran kam mit der Idee eines RP-Oneshots um die Ecke. Viktorianischer Horror mit Plot und festgelegten Rollen. Ganzbaf haben wir mit der Idee schon angefixt. Mal sehen, wer sich noch findet. Wird ein reines Einladungs-Ding, nur ein, zwei Abende dauern und ganz ohne Pygmäen, Tourette und Paratrooper auskommen (was es mit den letzten drei Dingen auf sich hat? Kann man hier nachlesen. Der Blogpost an sich war für mich jetzt nicht ganz so interessant, aber die Kommentare sind reines Gold. Ich empfehle, kein “spot the misspelling”-drinking game zu machen, das würde nach etwa anderthalb Minuten zu Alkoholvergiftung führen. Anscheinend gibt es im SL-RP immer noch jede Menge Emotion).

Es hat sich auch als richtige Entscheidung erwiesen, es nicht mit dem GoT-RP zu versuchen (wobei meine Gründe rein snobbistisch “Sim-Bebauung gefällt mir nicht” waren. Shallow as heck – aber ich bin in SL absolutes Augentier). Eckaaaart, die Russn sin in Kella! Bzw., ganz SL-gerecht: In jedes Setting müssen Wikinger! Jeder wie er mag, ich mag das nicht. Es ist mutig und konsequent, das im Blog zu propagieren. Da weiß dann jeder schon, wie er dran ist und es gibt keine Tränen.

TESO ist auch noch da. Leider hat Zenimax den Ball in Sachen ein-Jahres-Jubiläum ganz schön fallen gelassen, das war ein dicker Satz mit “x”. Macht aber nicht viel. Ich bin etwas im Motivationsloch – so schön es aussieht, so putzig das Kampfsystem ist … die Hauptgeschichte ist nunmal nicht die motivierendste. Und die Gebietsquests sind im Vergleich zu SWTOR auch mächtig Mainstream. Der Charakter macht im Gegensatz zu denen in der Galaxis weit, weit entfernt auch keine Entwicklung durch und große Gefühle fehlen ebenso. Schade drum! So bleibt TESO ein hübscher Ideensteinbruch. Das Färbesystem, die Kostüme, die Volksstile, das automatisch accountweite Sammlungssystem, die freie Skillung, das einander-helfen-und-der-Mob-zählt-für-alle … all´ das hätte ich zu gern in SWTOR. Aber die Stories, die Companions, das Setting, die moralischen Entscheidungen, das cineastische Heldenfeeling, die Action … das hat SWTOR TESO um Längen voraus.

Aber dank B2P muss ich mich ja nicht mehr entscheiden! Ich kann beides spielen.

Sex, Lügen und Fanfiction

15. April 2015 2 Kommentare

Mein Online-RP-Urlaub entwickelt sich gut. Ich habe zwar immer noch keine Zeichnung ganz fertig, dafür zwei angefangen und zwei komplette Stories geschrieben.

Ich weiß nicht, wie es in anderen P&P-Runden ist, aber in allen, in denen ich mitspiele (also .. zwei) ist es üblich, dass massenhaft Beteiligung außerhalb der eigentlichen Spielabende da ist. Ob Karten von London 1890 gebaut, Unmengen von Referenzmaterial gesucht oder aber – weitaus am häufigsten – Fanfiction geschrieben werden: Jeder ist wild dabei.

Das gibt der Welt Farbe, schafft Story-Anker und lässt den Spielern die Leute, die ihnen so begegnen, ans Herz wachsen. Ist also rundum positiv.

Man muss als Spielleiter dann aber natürlich bereit sein, viel Kontrolle und Deutungshoheit abzutreten. Wie zum Beispiel bei dem Herrn, der hier oben im Bild zu sehen ist. Die Geißel (eine Art one-man-army, Vollstrecker und so) und ältester Blutsohn des Prinzen von Piräus. Ein Ravnos namens Christos. Eigentlich war für ihn nicht viel geplant. Aber dann habe ich ihn und die anderen Piräus-Dudes und -Dudettes aus einer Laune heraus gezeichnet und … meine beste Freundin verliebte sich instant in ihn. Vorher war er nur Hintergrundrauschen – und plötzlich wurde er wichtig!

Und weil ich kein Arschloch-Spielleiter sein möchte, bekommt Christos nicht nur deutlich mehr Auftritte und Anspielmöglichkeiten als ursprünglich gedacht, nein, ich lasse ihn auch noch größtenteils “leer”, was Hintergrundgeschichte und dergleichen angeht, damit sie über ihn schreiben kann. Was sie auch eifrig nutzt.

Und er ist nicht der einzige, der plötzlich viel präsenter wurde als geplant … die fast zweitausend Jahre alte römische Patrizierin, die auf einmal der love interest unseres schüchternen Kappadozianers wird, der grundeklige Ravnos, der doch gar-nicht-so-schlimm-sein-kann oder auch der Malkav mit der mathematischen Inselbegabung, der mich besonders Nerven kostete, weil ihn die Spielergruppe unglaublich amüsant fand und ich nun ziemlich das Gegenteil von mathematisch eloquent bin.

Kann aber auch in die andere Richtung gehen. Kennt auch jeder Spielleiter. Man hat sich einen wundervollen NSC ausgedacht, perfekte Aufhänger für jeden Charakter geschaffen … und sie hassen ihn entweder von Anfang an oder ignorieren ihn vollständig.

Friede der Asche des Prinzen von Edessa (der war echt interessant. Oder ist es noch .. sie wollen nur nicht …), des Setiten-Priesters mit dem merkwürdigen Tempel im Nildelta (ich krieg euch noch dahin!) oder der Prinz von Konstantinopel, die so wunderbar facettenreich gedacht war …

Tja, da muss man genug Dickfelligkeit haben, um es einfach gut sein zu lassen. Nicht mit Gewalt den Spielern aufdrängen. Ein ehemaliger Spielleiter hatte in dieser Hinsicht so wenig Flexibilität, dass er uns ständig und immer wieder die selben NSCs und Plothooks aufdrängte, bis wir einfach keine Lust mehr hatten.

Ich mache das etwas sneakier. Was bei Christos funktioniert hat, könnte auch meinem vernachlässigten aquitanischen Tremere helfen, den sie bisher nur als Ballast betrachten. Aaaalsooo .. Zeichnung und Story! Muhahaa!

…. und wenn das immer noch nicht hilft, zucke ich eben die Schultern und lasse sie mit Christos Urlaub auf dem Bauernhof machen. The End.

14. April 2015 Kommentare aus

attend the boxing matches, go to the racetrack,
live on luck and skill,
get alone, get alone often,
and if you can’t sleep alone
be careful of the words you speak in your sleep;
and
ask for no mercy
no miracles;

– charles bukowski

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