Altes Zeug

Sanjo_Portrait_1605

Sanjo „il Licorne“

Aus Gründen habe ich mir ein Redesign für einen zehn Jahre alten DSA-Charakter gegönnt. Viel hat sich nicht geändert. Hauptsächlich die hübsche Sokka-Gedächtnis-Frisur ist dazugekommen. Vorher war das nicht ganz so cool. Und er ist im Ganzen etwas schmaler geworden, wenn auch nicht viel. Die grundsätzliche Gesichtsform blieb gleich. Im Ausdruck etwas weniger fröhlich-offen, aber das ist eher meinem derzeitigen Bedürfnis nach Distanz zu praktisch allem geschuldet als dem Charakter an sich.

Keine Ahnung, ob es überhaupt wieder etwas gibt. Aber die Illustration hat mir Spaß gemacht und somit bin ich schon auf der Gewinnerseite.

Wäre ich nicht so ein gebranntes Kind würde ich mich ja mal wieder auf der DSA-Sim in Second Life umsehen. Aber das war das letzte Mal eher nicht das, was ich gesucht habe. Nein, lieber bei der P&P-Version bleiben. Eventuell.

In SWTOR habe ich wieder ein wenig Schwung verloren. Ich sehe mir lieber Clone Wars noch einmal an, um den Star-Wars-Bedarf zu decken (eigentlich wollte ich nur noch einmal sehen, wo der Clone Gregor herkommt, der bei Rebels zusammen mit Rex und Wolffe in diesem Walker lebt und Sandwürmer fängt. Eins führte zum anderen, ich habe alle Wolfpack-enthaltenden Folgen zusammengesucht, bin dann zum Umbara-Storybogen gekommen und tja, so ist es eben). Trotzdem bin ich am Freitag zum RP verabredet. Allerdings Crime.

Ja, alles ein wenig halbgar-lauwarm hier. Ich hänge mich in nichts wirklich rein, bin überall maximal eine Randerscheinung und habe auch gar kein Bedürfnis, wirklich in etwas involviert zu sein. Das ist ziemlich dämlich, ich kann es derzeit aber nicht ändern. Vielleicht wird es nach Freitag wieder besser.

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Captain Lab – Nebenschauplätze, Teil 1

20. Mai 2016 2 Kommentare

Der Affe hatte es sich angewöhnt, auf elektronische Kommunikation in jeder Form geradezu enthusiastisch zu reagieren. Lab konnte sich nicht vorstellen, woher dieser bizarre Fetisch kam – aber er hatte ja auch mehrere Jahre lang nicht mitbekommen, wo das Vieh sich herumtrieb, so dass von einem Job bei einer Telekommunikationsfirma bis zum Betrieb eines Piratenholonetsenders für Echsenaffen alles drin war.

Sei es wie es sei – der putzige Mitbewohner war ein Holo-Junkie der Extraklasse und Lab bekam es zu spüren.

Wie zum Beispiel genau jetzt.

Die Nacht war kurz gewesen. Nach der Kontaktaufnahme mit dem Fälscher auf Rishi hatten Illjana und Lab sich noch einen illegalen Ringkampf angesehen, darauf gewettet, beide gedacht, dass ihr jeweiliger Champion verlieren würde und sich deshalb lieber aus dem Staub gemacht, um den Rest des Abends produktiver (nein, dieses Wort war ungünstig. Alles bloß nicht produktiv!) im Bett (nicht im Bett. Das Mobiliar, die Navkonsole, der Pilotensessel, die Cargobay des neuen Schiffes mussten … eingeweiht werden) zu verbringen.

So etwas brauchte Zeit und Hingabe, so dass sie erst zum Schlafen gekommen waren, als sich die Sonne orangerot über die Spitzen der Bäume getastet hatte und die Vögel im Dschungel angefangen hatten zu kreischen.

Weshalb Lab absolut kein Problem damit hatte, das Piepen des Holocoms völlig zu ignorieren. Sich einfach wieder umdrehte, „Schlaf weiter“ in Illjanas verwuschelten Schopf murmelte und genau das zu tun gedachte.

Er hatte die Rechnung ohne den Kommunikationstrieb des Affen gemacht.

Das Piepen setzte sich fort. Kam dann erstaunlicherweise näher und verstummte erst, als es gefühlt nur noch einen Meter von Labs Ohr entfernt war. Der Mirialaner rollte sich auf den Rücken, starrte zur Decke. Drehte dann den Kopf zur Seite, nur um sich fast Nase an … Nase, Schnabel? … mit dem Echsenaffen zu finden, der das Com bis zu ihm geschleppt hatte und nun vorwurfsvoll starrte, weil er den Anruf verpasst hatte.

„Oh, dann gib´s eben her, verdammte Kacke!“ Lab setzte sich auf, riss dem Affen den flachen Zylinder aus den Spinnenfingern.

Hinter ihm machte Illjana „Wrrrss?“ und drehte sich ebenfalls um. Unter normalen Umständen hätte Lab an ihrem bekleidungsfreien Anblick mehr Freude gehabt aber gerade war er übernächtigt und den Launen seines Haustiers/Investors/Mitbewohners ausgesetzt.

„Irgendein Anruf, Baby. Ich seh´s mir an, bevor der Affe hohldreht.“

Illjana zog das dünne Betttuch um sich und richtete sich halb auf. Offenbar noch jemand, der daran interessiert war, wer eine Nachricht hinterlassen hatte.

Lab seufzte, sah zur Decke als würden die Sterne ihm Seelenfrieden gewähren können und drückte auf den Wiedergabe-Knopf.

Flackernd baute sich das androgyne Gesicht eines Rattatakis auf – die wild geschminkten Züge wirkten in dem einheitlichen Blau der Übertragung fast elegant zurückhaltend, aber das sich entfaltende sardonische Grinsen zerstörte den Eindruck sofort.

„Hallo Frood,

Du sagtest dass ich mich melden sollte wenn ich Lust auf einen Coup habe und…“ – das Grinsen wurde noch ein wenig breiter und es blitzten geschnitzte, mit komplexen archaischen Mustern bedeckte Eckzähne auf – „Voilà, ich könnte ein paar Credits brauchen. Meld dich wenn du wieder etwas Sprengkraft in deinem Leben brauchst und was Lohnendes zum knacken hast.“
Der melodische Singsang verstummte kurz und die Rattataki blickte ernst in die Kamera. „Es wäre äußerst praktisch wenn Du mich auf Alderaan abholen könntest, ich hänge hier ein wenig auf dem Trockenem, seit mein Schiff“ – sie pausierte kurz und nach einem betont unschuldigen Augenaufschlag war das breite Grinsen wieder da – „unvorhergesehen explodierte als es vom Wachdienst untersucht wurde. Und wenn man offiziell Hackfleisch ist, ist es mit dem Buchen einer Passage schwieriger als gedacht… diese verdammte Bürokratie bringt uns alle noch um.“

Fröhlich zauberte sie einen Metallbarren hervor und wedelte damit herum. „Ich bezahl dich natürlich für den Extraservice, Lab. Trex bleibt nie etwas schuldig!“

Die blau schimmernde Gestalt beugte sich etwas vor und die Übertragung endet.

Oha. Das war dann doch interessant. Trex! Das war jetzt sicher acht Jahre her … Aber dass die Rattataki in Schwierigkeiten steckte war nicht ganz so überraschend. Als die Botschaft mit dem fröhlichen Geständnis, nun „tot zu sein“ und deshalb nur schwer von Alderaan wegzukommen endete, stupste Illjana Lab in die Rippen. „Wer ist das denn?“

„Kennst du nicht. Aus meiner Zeit bei den Blue Fire. Du weißt schon, damals, nachdem du mich so nett ans Bett gefesselt und verlassen hast …“ – „Sei nicht so nachtragend, das steht dir nicht.“

Lab fuhr einfach fort „… und bevor du mir den Kristall geklaut hast.“

Illjana pustete sich eine Haarsträhne aus der Stirn. „Du hättest ganz genau das selbe getan, mein armes, verletztes Rehlein. Also halt den Ball flach.“

Lab grinste. „Jap, hätte ich.“ – „Also, was tun wir?“ – „Bei diesem Fälscher meine Papiere in Auftrag geben und dann diese sehr sprengfreudige Lady abholen. Auf Alderaan langweilt sie sich vermutlich nicht all zu sehr – Bürgerkriege sind schon ihr Ding – aber wir können sie gebrauchen. Sie arbeitet nicht nur im großen Stil, sondern kann auch verdammt präzise, wenn sie muss. Als was wir sie deinen Imperialen verkaufen, überlasse ich deiner überbordenden Kreativität. Mach sie zu meiner Assistentin oder so. Oder zur Tragesklavin für schwere Ausrüstung. Sklaven sind im Imperium doch das große Ding für den Mann und die Frau von Welt. Obwohl … das könnte schwer ins Auge gehen. Besser nicht, ich hänge so sehr an meinen Körperteilen. Ach, dir fällt etwas ein.“

Lab ignorierte Illjanas leises Kichern und Augenrollen (ihre Hand, die unter der Bettdecke langsam in Richtung seiner Körpermitte wanderte war etwas schwieriger) und tippte Trex‘  Kennung. „Grüße, hochwerte Madame! Ich würde niemals eine Damsell in Schwierigkeiten stecken lassen, das weißt du! Also – hier der Deal. Wir …“ ein kurzer Schwenk der Kamera zu Illjana und zum Echsenaffen, der sich aus herumgeworfener Kleidung gerade auf dem Spind ein Nest baute „… kommen in einer Woche und holen dich ab. Vorher geht nicht, verwaltungstechnische Kleinstprobleme. Dann hast du die einzigartige Möglichkeit, dir die Eckdaten eines längerfristigen Jobs anzuhören. Keine Heizdecken, kein Kaufzwang, alles eine sichere Sache. Bis dahin wünsche ich dir einen formidablen Kurzurlaub auf Alderaan, genieße die gute Luft. Ich muss Schluss machen, ich habe hier … Dinge, die meine komplette Aufmerksamkeit verlangen. Harte … Verhandlungen und so. Wir sehen uns!“

Lab warf das Holocom nach dem Affen, der sensibel – oder beleidigt – genug war um zu verstehen, wann seine Anwesenheit zuviel des Guten war.

Harte Verhandlungen, in der Tat.

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OOC: Man möge mir verzeihen, dass ich Trex‘  Holobotschaft nicht ausführe – aber ich habe sie per Skype bekommen und weiß nicht, ob es Trex‘  Spielerin recht ist, wenn ich das hier kopiere.

Edit: Text von Trex eingefügt.

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Schö ne regrette rieng

19. Mai 2016 Kommentare aus

Le_Loup_rouge

… wie Helge Schneider so enthusiastisch verkündete. Und Rieng ist auch derzeit hier im Blog los. Ich bin in Sachen MMOs mal wieder etwas übersättigt und deshalb weniger in solchen zu finden. Kurzfristig dachte ich, ich hätte wieder die Möglichkeit TESO zu spielen – aber das verlief sich dann auch wieder im Sande, da sich Ex-Mitspielerin dann doch nicht mehr meldete.

In SWTOR baue ich zwar daran, wieder ein wenig mehr ins RP zu kommen, bin aber noch nicht ganz davon überzeugt, dass das auch klappt. Und PvE ist dort ja nun wirklich nicht mehr das Spannendste vom Spannenden. Celina hat mich zwar zu Eternity Vault Hardmode eingeladen – aber erstens kenne ich das schon im Schlaf und es ist so herausfordernd, wie sich am Hintern zu kratzen (außer man fällt ins Koma und dann von den Plattformen) und zweitens habe ich auf dem PvE-Server aus guten Gründen eh keinen Charakter. Leider hat Bioware ja mittlerweile die RP/PvE-Trennung völlig aufgehoben, so dass die sozial Herausgeforderten bald auch die Herrschaft auf VC an sich reißen werden. Willkommen im Land der Bekloppten und Bescheuerten. Wir hatten schon vorher genug davon, aber nun dürfte es unerträglich werden. Oder die Kevins und Schand-talles wandern von VC zum Ex-PvE-Server (Name vergessen, irgend ´ne Droidenbezeichnung oder so). Das wäre natürlich großartig. Entmischung der Soziotope. Ich habe nichts gegen Leute auf PvE-Servern. Ehrlich nicht. Ich kenne sogar welche, die dort spielen, und ganz nett sind. Aber ich brauche trotzdem keine davon auf VC. Haha, besorgte RP-Bürger.

Statt MMOs beschäftige ich mich viel mit Pen&Paper. Sowohl in Werewolf als auch in Vampire ist genug los, um mich kreativ am Rotieren zu halten. Und wenn ich nicht daran herumwerkle habe ich Lust auf Krafttraining und Cardio. Keine Ahnung warum. Ist spannender als MMOs derzeit.

Oder ich suche neue Serien (Black Sails und Rebels haben derzeit dummerweise Pause). Ich habe Sleepy Hollow für mich entdeckt. Zwar hauptsächlich, weil der Maincharacter echter Eyecandy ist … aber die Stories sind auch nett. Dämonen, Kulte, übernatürliche Morde und Ritualopfer. Hübsch. Und ich habe schon länger vor The Outlander mal anzutesten. Könnte thematisch in meinen Interessensbereich fallen. Gar nicht zu reden von The Bastard Executioner (das muss gar wundervoller Trash sein!), Jessica Jones und Gallavant. Alles noch auf der Liste.

Vielleicht gibt´s aber auch bald wieder eine Captain Lab-Story. Oder ich schreibe mal auf, was Rednelak so beschäftigt, seit seine Schwiegertochter in spe sich so massiv nähert.

Also genug los. Auch wenn Bioware nichts Neues liefert.

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Die unglaublichen Abenteuer und extraordinairen Reisen des verwegenen Piraten Lab. Teil 14 – Gegen die Sonnen schauen

11. Mai 2016 Kommentare aus

Es war nicht so, dass hier ständige Geschäftigkeit herrschen würde. Es war mehr ein allgemeines Warten, gefüllt mit gelegentlichem Kommen und Gehen. Einerseits war ihm das recht, da er noch ein wenig Ruhe brauchte, um die Schäden der Flucht von Nar Shaddaa auszubessern, andererseits war es etwas enttäuschend. Er war Romantiker und hatte als solcher ziemlich genaue Vorstellungen, wie eine heroische Rebellion ablaufen sollte. Und ein Haufen Mandalorianer, die anscheinend alle ihre Aufgaben hatten und diese gewissenhaft (soweit er es beurteilen konnte) erfüllten, war so unglaublich … normal, dass es nicht einmal im Ansatz an Romantik kratzte.

Aber er würde sich nicht beschweren. Immerhin duldeten sie ihn hier und halfen sogar mit ein paar Ersatzteilen. Also – keine Beschwerden darüber. Andererseits gab es das bestimmt nicht umsonst. Der halbwüchsige Mandalorianer, dem damals im Krankenhaus nur zu deutlich gedämmert hatte, dass er Lab nun einen Gefallen schuldete, als der Illjana den Ortungschip entfernt hatte, mochte dafür gesorgt haben, dass Lab sich nun in der Peripherie der Basis herumtreiben durfte – aber auf Dauer war das keine Garantie für irgendwas.

Und das Klima half auch nicht. Außer natürlich, dass man deswegen optimal untertauchen konnte. Niemand kam freiwillig nach Tatooine. Und niemand kam freiwillig genau hierher. Eine Basis mitten im Nirgendwo des Nirgendwos. Halb in den sonnengebissenen Fels vergraben und bevölkert nicht nur von Mandalorianern, sondern auch immer wieder von Freelancern am Rande der Legalität, die mit den Rebellen Handel trieben oder sich irgend etwas erhofften.

Lab legte sich auf der Matte zurück, justierte die Sonnenbrille und sah hinüber zur Blonde Pussy, die auf dem kleinen, abseits gelegenen Landungspad saß und herausstach wie ein blau geschlagener Daumen. Nach fünf Jahren Krieg waren die Schiffe der Mandalorianer auch nicht mehr das Neueste vom Neuen, frisch von Mandal Motors. In den Hangars und außerhalb sammelten sich umgebaute Frachter, gammelige Patrouillenschiffe, Fähren mit nachlässig übersprühten imperialen Hoheitszeichen und ein paar Bomber, die eindeutig republikanischen Ursprungs waren. Aber sein Schiff war das einzige im glatten Design der zakuulanischen Flotte. Auch das hatte dazu beigetragen, dass sie ihn hier duldeten. Als er sich identifiziert und die Flaks sich von ihm weggedreht hatten, hatten sich etliche der Basisbewohner am Landepad versammelt und lachend und mit Daumen-hoch gezeigt, wie amüsant sie es fanden, dass jemand die Eier hatte, den Zakuulanern nicht nur ein Schiff zu klauen, sondern es auch noch zu behalten. Mandalorianer schätzten solchen Bravado. Wenigstens ein wenig heroische Romantik inmitten der staubsatten Wüste.

Jenseits des zweikantigen Schattens des großen Schirms, unter dem Lab sein Lager aufgeschlagen hatte – in Gesellschaft einer Halde für ausgeschlachtete Skytrooper, die Mandalorianer ließen nichts verkommen – witschte ein weiterer Schatten über den Sand. Das Jaulen der Triebwerke machte ein paar hustende Aussetzer. Lab sah auf und seufzte. Er kannte dieses sehr spezielle, ziemlich altersschwache Turbinengeräusch. Da waren sie wieder. Das bedeutete, dass sie bald herkommen würden. Da sie aus irgend einem Grund dachten, einerseits für ihn verantwortlich zu sein und andererseits wohl einfach mit jemandem reden wollten, der mehr Geduld hatte, als so ein durchschnittlicher erwachsener Mandalorianer, der ihnen wahrscheinlich einfach ein paar aufs Maul gab, wenn sie ihn (oder sie) zu sehr nervten.

Nicht, dass Lab mehr Geduld gehabt hätte (obwohl … vermutlich doch) – aber erstens hatte er deutliche Vorstellungen über seine Chancen, wenn er die „aufs Maul“-Variante wählen würde und zweitens war es immer wieder erfrischend auf Leute zu treffen, die mit Sarkasmus nicht das geringste anfangen konnten.

Der Echsenaffe hatte das Schiff ebenfalls bemerkt. Mit einem missmutigen Lachen schnappte er sich die Holocam und schleifte sie über den Sand davon in Richtung der Felsen. Lab hatte keine Ahnung, warum der Affe in letzter Zeit ständig mit diesem Ding herumzog. Vermutlich legte er ein Fotoalbum für seine Familie an. Die nächste halbe Stunde würde er Lab aber nicht damit nerven. Der Affe hasste den großen, ständig sabbernden Akk-Hund, den die beiden Mandalorianerbuben immer im Schlepp hatten und der in Echsenaffen eine Art plötzliches Himmelsgeschenk-Kebab sah.

Tatsächlich dauerte es keine zwanzig Minuten, bis Lab irgendwo hinter seinem kleinen Sonnenzelt die übliche „… und dann hab ich gesagt …“ – „Echt jetzt!?! Ich hätt` gesagt …“ – „Ne, da sag ich also..“ -Konversation vernahm. Einzig ungewohnt war ein metallisches Klackern und ein Wischen, als würden sie etwas hinter sich herziehen. Lab war zu faul, sich umzudrehen. Er würde gleich erfahren, was sie dabei hatten.

Er öffnete die Augen, als die beiden Schatten endgültig zwischen ihn und die Sonnen gerieten. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit auf Bikini-Ladies zu hoffen hatte nichts gebracht. Statt dessen zwei spätpubertierende Mandalorianer mit schwarz-orangen Rüstungen, die Helme unter den Arm geklemmt. Ein braunhaariger Mensch und ein schwarzhaariger Zabrak. (Nicht zu vergessen ein hummerroter Akk-Hund)

Der Zabrak hatte eine riesige, nachlässig gefaltete Plane und Teleskopstangen dabei. Der Mensch trug eine offene Tasche, aus der Sprühdosen ragten. Beide grinsten wie irre.

Lab richtete sich auf, kniff misstrauisch die Augen zusammen. „Guten Tag … was kann ich für euch tun, an diesem überraschend sonnigen Nachmittag?“

Noch breiteres Grinsen, sich-mit-den-Ellbogen-Angestupse. „Also, wir war´n ´n büsschen unterwegs. Un´ dann war da das Arts-Centre auf…“ – „So war´s nicht! Erzähl´ richtig, vod!“ – „Ey, wills´ du vielleicht …?“ – „Na sicher! Besser wie du!“

Eine kurze, freundliche Prügelei brach aus, die Lab nutzte, um aufzustehen und sich etwas zu trinken aus dem Schiff zu holen.

Als er wieder nach draußen kam, war alles wieder im Lot (wie immer) und der Zabrak hatte damit begonnen, Teile der Blonde Pussy mit der Plane vor Flugsand und Staub zu schützen, während der Mensch schon eine Atemmaske übergestreift und die Spraydosen nach Farbton geordnet aufgebaut hatte.

Lab schwante Übles. „Moment, was soll denn das werden?“

Wieder strahlendes Grinsen. Man traf selten fröhlichere Wesen als entschlossene Mandalorianer. „Na, wir schenken dir ´ne richtige Noseart! Den Namen haste nämlich echt voll scheiße aufgemalt. Nix für ungut; is halt so.“ Energisches Schütteln der Farbe.

Lab wusste, wann Widerstand sinnvoll war und wann er einfach nur zu viel Energie kostete. Und da er das Schiff der beiden kannte, hatte er zumindest Hoffnung, dass alles ganz gut ausgehen würde. Er setzte die Simulation eines dankbaren Lächelns auf. „Großartig. Ja, das klingt großartig. Ich freue mich auf das Ergebnis.“ – „Dachten wir uns schon. Also, auf geht´s. Hey, Garrm … wie viele Beine hatte Illjana nochmal …?“ Wieherndes Gelächter, während Lab das Gesicht in den Händen vergrub.

Die Sonnen brannten unbeeindruckt Löcher in den Sand.

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OOC: Zwar hatte ich in letzter Zeit mehr RP mit Ghurab als mit Lab – aber erstens wird sich das heute ändern und zweitens habe ich Hoffnung, noch jemanden für Labs Crew gewinnen zu können, der gern Piraten spielt. Das war ein so deutlicher Hinweis, dass man mit diesem Zaunpfahl Mammuts einpferchen könnte. Wie gesagt – Hoffnung.

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Ghurab – Katzenfutter

4. Mai 2016 Kommentare aus

Das Schwierige war nicht, an sie heranzukommen. Nein, das war sogar erstaunlich einfach. Ein fast langweiliger Auftrag, den ich für den Orden ausführte. Nichts als ein wenig Rache. Kühler Zorn und strafendes Zuschlagen. Niemand tötet eine der Klingen, ohne zu bezahlen. Das Schwierige war, die Blecheimer zu bekommen, ohne dass sie in tausend Einzelteile zerfetzt wurden, damit man besser mit ihnen spielen kann.

(Nicht Tannan. Derzeit muss ich mich mit anderen verspielten Wesen herumschlagen.)

Aber von Anfang.

Vor einer Woche gab ich Tannan bei Skaara ab. Derzeit noch auf Onkel Ginyus Anwesen im Dschungel, wirkte der Miraluka aber so, als würde ihn im Moment alles fortziehen. Ich habe nicht nachgefragt. Ich vertraue ihm. Er wird meiner Tochter die nicht sichtbaren Wunder der Macht zeigen und sie dabei hüten wie … fast hätte ich „seinen Augapfel“ gedacht und das wäre nun wirklich absurd. Auf jeden Fall muss ich mir keine Gedanken machen.

In meinem Kopf steht die Vorbereitung auf das Opferritual des Togruta und ich sehne mich nach Ablenkung, um nicht jedes Mal in Zorn zu verfallen, wenn ich daran denke. Es ist eine ständig offene Wunde in mir. Ich sehe überlebensgroß, was vor mir liegt und es gefällt mir nicht.

Dass ich dann erfuhr, dass die Zakuulaner einen meiner Brüder aus dem Orden getötet hatten und ich dafür ausersehen war, Rache zu üben, passte mir. Es würde ablenken, mich fokussieren und auf meine Aufgabe hin erden.

Ich war vorher noch nie auf Felucia gewesen und von der überbordenden Natur sehr angetan. Der regentriefende Urwald, die moschussatten Gerüche und die tief im Boden widerhallenden Geräusche der Tiere berührten mich im Inneren. Vielleicht sollten ich einmal mit Meister Concabille und Tannan herkommen …

Nicht, dass diese kraftvoll-lebenspralle Umgebung für meinen Auftrag relevant gewesen wäre. Search and destroy, mehr gab es nicht zu tun.

Und, wie gesagt … es war fast zu einfach. Wie hatte diese überhebliche Frau in ihrer goldglänzenden Rüstung überhaupt einen der Bladeborn töten können? Vermutlich gegen den Wind angeschlichen und über eine Klippe geschubst.

Seit sie uns angegriffen haben, fühle ich nichts als Verachtung für diese Kultur, die ihre Bürger zu sabbernden Zombies macht und ihre Krieger zu hirnlosen Maschinen, die sich nur noch durch die ständig geblökten Propagandaphrasen von ihren droidischen Begleitern unterscheiden. Widerliches, wert- und ehrloses Pack.

Die Droiden … genau. Die Ritter sind selten allein unterwegs – noch etwas, das sie von uns Bladeborn unterscheidet – und auch diese hier hatte eine Eskorte von vier Metallfreunden dabei. Als ich sie sah, klang mir Borraas kratzige Stimme in den Ohren. Ihre Bitte, für ihre Schülerin (hatte sie nicht einen Schüler? Na, vermutlich hat sie ihn kastriert) noch fast funktionsfähige Skytrooper mitzubringen. Meiner Schwester einen Gefallen tun. Absurder Gedanke. Aber andererseits will sich Meister Concabille aus mir unerfindlichen Gründen bei meinem Vater beliebt machen. Und Vater neigt dazu, mich und alles, was zu mir gehört, mit etwas mehr Wohlwollen zu betrachten, wenn ich … nett zu Borraa bin. Also bekommt sie ihre verdammten Droiden.

Und hier kam ins Spiel, was mich eben doch nicht ganz zum Einzelgänger macht. Der Orden hat sich in den letzten fünf Jahren anpassen müssen. Unsere Zahl schrumpfte zu schnell und wir sind mittlerweile zu versteckt, um noch genug Rekruten zu finden. Doch unsere Pflichten nehmen auf Unterzahl keine Rücksicht. Also wurde diskutiert und beraten und man einigte sich darauf, die uralte Tradition von Kampftieren für uns wiederzubeleben. Helfer auf unseren Jagden. Mit den archaischen Regeln des Ordens vereinbar.

Weshalb ich nun seit anderthalb Jahren ein Nexuweibchen auf- und mittlerweile eher erziehe. Sie heißt Dis. Weil ich nicht vorhatte, mich an sie zu gewöhnen. Sie ist ein Problem, da sie sich nicht mit meiner Zeldrate versteht – schon als Dis mir noch nicht einmal bis zum Knie reichte, wollte sie die Echse angreifen, umgekehrt herrscht völlige Ignoranz – und ich so gezwungen bin, auf dem Rücken der Nexu in die Schlacht zu ziehen, anstatt auf der Zeldrate. Sie springt und klettert besser, ist aber unbequemer. Aber ansonsten ist Dis hilfreich, seit sie begriffen hat, dass es Freude bereitet, Skytrooper anzuspringen und zu zerlegen. Wenigstens einer von uns, der Spaß an den Blecheimern hat.

Aber genau diese Freude machte mir nun Schwierigkeiten. Wie gesagt – die Zakuulanerin zu töten war nicht wirklich herausfordernd. Sie finden es immer sichtbar amüsant, wenn man sie und ihre Lichtlanzen mit einer Vibroklinge angreift. Allerdings nie lange.

Die Arbeitsteilung, die sogar Dis recht schnell begriffen hat, ist immer die gleiche: Ich vermeide die Skytrooper und greife den dazugehörigen Ritter an. Dis darf mit den Droiden spielen, bis sie kaputt sind.

Dass der Nexu nun nicht verstand, warum ich diese Abmachung außer Kraft setzte, kann ich ihm nicht zum Vorwurf machen. Auch nicht, dass Dis dann dachte, ich wollte mitspielen, als ich die tote Ritterin achtlos gegen den Stamm eines der riesigen Pilzbäume schleuderte und daran ging, Skytrooper einzusammeln.

Nein, ich kann ihr nicht böse sein. Dennoch schmerzt die tiefe Krallenwunde an meinem Oberschenkel und das Zischen der zerbissenen Runen auf meiner Armschiene ist auch nicht gerade erbaulich.

Nach dem Kampf ist es bis auf das monotone Vogel- und Echsengeschrei still. Ein paar Blastereinschüsse lassen Rauchfäden von den Stämmen in den sporengeschwängerten Himmel steigen. Dis sieht ihnen hinterher, hat katzenüblich von einem Moment auf den anderen jedes Interesse an ihren Spielzeugen verloren.

Ich mache mich auf den Weg zurück zum Versteck der Destiny´s Blade. Als erstes Koltospray suchen, damit sich die Kratzer nicht entzünden. Dann schleppe ich die zerstörten Skytrooper an Bord. Und dann mache ich mich auf den Weg zu Borraa. Oder zu ihrem…r Schüler…in.

Vielleicht ergibt sich noch die Gelegenheit, meine Schwester ein wenig zu ärgern, so lange ich der brave Bruder bin, der ihr so nett etwas vorbeibringt. So brav.

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OOC: Einen fröhlichen Star-Wars-Day euch allen! Das neue KOTFE-Kapitel ist netter als die letzten, Gault ist eloquent wie immer und der Name des nächsten Kapitels lässt mich sehr sehnsüchtig auf Juni warten. It´s so fluffy I´m gonna die!

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There´s no party, …

2. Mai 2016 Kommentare aus

Fezzes_are_Cool

… like a satyr-party!

Das haben unsere Werwölfe dieses Wochenende gelernt. Nicht einmal das von unserem Children of Gaia liebevoll gebackene Hasch-Früchtebrot konnte dagegen in irgend einer Form anstinken (trotzdem ein schönes Gastgeschenk).

Jedenfalls war mein Galliard dann irgendwann nackt, betrunken, hatte einen Fez auf (niemand weiß, woher. Es bleibt auf ewig ein Rätsel) und lernte, woher sein Tribe wohl vor ein paar tausend Jahren das Feenblut bekommen hat.

Mal ein etwas anderer, rein hedonistischer P&P-Abend. Amüsant.

Ghurab – Vorbereitungen auf das Opfer

29. April 2016 Kommentare aus

Die Stadt schläft tiefer als früher. Weniger Lichtpunkte in der Luft und in den Fenstern; kaum noch Schiffe, die schwer wie Wale über den Türmen hängen. Fast fünf Jahre, seit ich das letzte Mal hier war. Was hätte mich auch herziehen sollen? Der Orden ist dort, wo er gebraucht wird. Und derzeit wird das Imperium im Wild Space verteidigt, nicht auf Dromund Kaas. Außerdem machen wir uns rar, denn niemand soll auf uns aufmerksam werden.

Aber diesmal ging es nicht anders. Ich musste herkommen.

Ich trete auf die Terrasse des Penthouse hinaus. Schließe die Tür zum Schlafzimmer leise hinter mir. Es ist so früh, dass es fast noch spät ist. Am Horizont zeigt ein grauer Streifen den anbrechenden Tag. Ich gehe zur Brüstung und steige hinauf. Setze mich auf die kühlen Steine und lasse die Beine ins Nichts hängen. Unter mir nur der Sog der Leere, wie jedes Mal, wenn ich hier bin. Irgendwo vor mir im Dunkel ist das Hochhaus, das meiner Familie gehört. Oder gehörte. Auch am Vermögen der Karaz ging dieser Krieg nicht spurlos vorüber. Was will sie nur mit dieser Familie, warum will sie diesen Namen, gegen den ich mein ganzes Leben gekämpft habe? Es gehört zu den Dingen, die ich im Moment nicht verstehe.

Sie schläft noch. Unser Wiedersehen war wie immer … anstrengend. Auf gute Weise. Und wie immer war es, als wären wir nie getrennt gewesen. Es ist eine Harmonie, die mich zornig machen sollte, impliziert sie doch, dass ich allein nicht vollständig bin. Macht mich dadurch unfrei.

Genau wie ich mich auch dieses Mal wieder für sie an eine Kette gelegt habe. Diesmal die dieses seltsam bleichen Togruta, dessen Gedanken in Schleifen zu laufen scheinen. Ihres neuen Meisters …

In meinem Kopf wachsen Worte, die ich nicht hören will und die trotzdem dort feststecken und aus dem Dunkel hervorbeißen. Wird Meister Concabille alt und unsicher? Sie hat sich schon wieder an jemanden gebunden, obwohl sie doch weiß, dass es zu nichts führt. Wir wollten immer frei sein, das Ende des Sith Code erreichen. Und dennoch sucht sie sich wieder einen Meister. Wozu? Die schwarzen Gedanken flüstern: Sie hat Angst. Sie erträgt es nicht, auf sich gestellt zu sein.

Es gab nie einen festeren Fels für mich. Sie war das Fundament, von dem aus ich emporstieg. Sie gab mir die Flügel, mich aufzuschwingen. Jetzt bin ich frei, diene nur dem Orden, den ich gewählt habe und der das ist, was ich immer gesucht habe. Nichts hält mich zurück.

Und doch sind die Ketten noch da. Die, die ich nicht abstreifen will. Weil ich nicht sein möchte wie der Rest der Familie. Die Kette zu Tannan, die in ihrem bisher fast nie benutzten Kinderzimmer schläft und vermutlich von den tausend Sorten Eis träumt, die sie gestern in einem Laden am Raumhafen gesehen hat. Und die Kette zu meinem Meister. Denn Loyalität ist ein Pfeiler meiner Ehre.

Ist es auch eine freiwillige Kette, die sie an diesen Togruta bindet? Ich kann es nicht verstehen. Sie braucht ihn nicht. Er hält sie nur zurück, ihrer Bestimmung zu folgen. Sie schuldet ihm nicht das Geringste. Aber es ist nicht meine Aufgabe, ihr das zu sagen.

Ein anderer schwarzer Gedanke erzählt von ihrer Besessenheit von Aroval. Der alte Darth ist schon lange nur noch ein Fleck vor einer Sonne und trotzdem kann sie nicht loslassen. Wie Puzzlestücke passen die Gedanken ineinander. Ihre Angst, auf sich gestellt zu sein. Sie greift nach alten und neuen Herren wie Tannan nach meiner Hand, wenn wir in unbekanntem Terrain unterwegs sind.

Nein, nicht meine Aufgabe, ihr das zu sagen.

Ich werde ihr helfen, dieses Ritual zu vollziehen. Werde ihr eine Stütze sein und ihr damit einen Bärendienst erweisen, weil ich ihr wohl nicht zutraue, allein nicht in Schwierigkeiten zu geraten.

Wenn dies alles vorbei ist, muss ich sie wieder zu einem richtigen Kampf fordern. Muss Blut fließen, damit wir sehen können, wessen Band in der Macht stärker ist. Und dann wird sich zeigen, ob ich in der Lage bin, ihr die Angst zu nehmen. Ich bin ihr Schüler, aber es scheint, als müsste ich ihr zeigen, dass sie keinen Meister braucht.

Meine Gedanken gehören ihr. Ob ich das will oder nicht.

Ich ziehe die Beine auf die Steinbrüstung in einen Lotussitz und lasse mich in die einstimmende Atmung fallen. Ein wenig Meditation, dann ein wenig Training. Dann werde ich die beiden wecken – wenn Tannan nicht schon lange in unserem Schlafzimmer ist – und wir werden uns wieder trennen.

Ich muss mich vorbereiten. Auf das Opfer, das der Togruta fordert. Und ich muss Tannan in Sicherheit bringen. Bei Skaara kann ihr nichts passieren und sie werden vermutlich gemeinsam durch alte Jediruinen wandern, um Artefakte zu suchen. Vielleicht ein wenig moderate Lebensgefahr. Dennoch würde ich meine Tochter niemand anderem anvertrauen wollen, so lange der Meister und ich um das schwarze Loch herumtanzen, das Aroval gerissen hat und das sie anzieht wie Licht eine Motte.

Und bis der Togruta mich rufen wird, werde ich noch für den Orden kämpfen. Zakuulanische Ritter töten und vielleicht, wenn ich gute Laune haben sollte, auch für Borraa ein paar nicht zu zerstörte Skytrooper mitbringen. Natürlich nur um zu sehen, wie sie an ihnen scheitert.

Die Macht wird mich befreien …

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