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….. another left hook from hell ….

17. August 2010

Radioaktives Gemüse ist auch auf Gor ein schlechter Ratgeber.

Gestern gab es für mich zwei unabhängige Ereignisse, die dennoch in die selbe Richtung gewiesen haben. Das erste war die Lektüre von Stillers Blog. Genauer gesagt dieses Eintrags. Ich las das und es war, als hätte ich zum ersten Mal seit Wochen wieder richtig die Augen aufgemacht. Mit einem Mal wurde mir bewusst, wie ritualisiert, falsch und vor allem langweilig ich meinen Charakter mittlerweile spiele. Das ist nicht mehr der Zasta, der mit großen Augen, einem ständig gezückten Zeichenblock (es gibt ja so viele hübsche Kajirae zum Verewigen!) und immer einem flotten Spruch auf den Lippen über Gor wandert. Das ist ein mies gelaunter Beamter in einem Korsett aus Regeln und Erwartungen, der seine einzige Befriedigung daraus zieht, andere runterzumachen oder sich herablassend zu benehmen. Das ist nicht, wie er sein sollte! Ich möchte einen neugierigen, manchmal fast albern-verspielten Forscher, einen glühenden Gerechtigkeitsfanatiker, einen verträumt-versponnenen Künstler …. all das, was er einmal war. Statt dessen habe ich versucht, ihn Erwartungen anzupassen. „Ein echter Mann auf Gor ist …“, „Auf Gor muss man …“, „Also, goreanisch ist das ja nicht, wenn ….“, „So nimmt Dich als Richter doch keiner ernst, wenn Du ….“, „Das ist für einen Richter unwürdig…“ Ja, leck´s am Ärmel! Ich habe genug davon! Haltet ihn meinetwegen für ein Weichei, für einen lebensfremden Idioten …. jetzt ist Schluß mit dem Blödsinn. Jetzt spiele ich wieder! Wenn ich denn kann.

Das zweite Ereignis war die Verhandlung gegen Lady Sophie. Und das war mit ganz, ganz weitem Abstand das mieseste, dämlichste und allgemein gesprochen beschissenste RP, das ich je abgeliefert habe. Mir ging es körperlich und mental dreckig, ich war kurz davor, mir das Mittagessen nochmal durch den Kopf gehen zu lassen und ich hatte Kopfschmerzen, dass mir fast die Rübe geplatzt ist. Trotzdem wollte ich natürlich die ganzen Leute nicht hängen lassen – und das war ein Fehler. Ich habe mich nach Strich und Faden über den Tisch ziehen lassen (Der Ankläger darf kein Zeuge sein? Wie bitte? Wir sind doch hier nicht in einem demokratischen Rechtsstaat sondern in einer in Jahrtausenden gewachsenen Androkratie/Timokratie!), durfte mich verarschen lassen (Ich zu Person A: „Ich habe meine Zeit auch nicht gestohlen!“ – Unbeteiligte Person B: „Der Kerl nennt mich Tagedieb!“ oder Ich: „Ich möchte die Verhandlung eröffnen“ – Ständig leise stichelnde Person A: „Ich dachte, das hier wäre ein Prozess…“) und hatte irgendwann solche Kopfschmerzen, dass ich schwarze Punkte gesehen habe, im Bewohnerchat kurz ausgerastet bin und dann alles abgebrochen habe und ins Bett geschwankt bin. Nach mir die Sintflut. Mit dieser Kackaktion habe ich mal wieder alle vor den Kopf gestoßen und mir sicherlich keine Freunde gemacht. Glanzleistung! Selbst die dicke Richterin aus Kasachstan hebt die 9.5 in dieser Kür …

Daraus gelernt habe ich mehrere Dinge. Estens – zwischen mir und Belnend wird das nie was. Mit Barth und Nici war das RP konstruktiv und hat Spaß gemacht, schön hektikfrei und gute Emotes. Aber mit dem Rest …. ist wie Ei mit Maggi. Ich hab´s probiert (mehrfach) – ich brauch´s nicht nochmal. Zweitens – ich muss etwas ändern, wenn ich weiterhin in Lydius spielen möchte. Ich mag meinen Heimstein, ich mag mein Amt. Aber im Moment läuft es gegen die Wand. Ich will mich nicht länger verbiegen, um Erwartungen gerecht zu werden. Ich möchte Zasta spielen, nicht „Den Kerl, den alle gern als Richter hätten, sich nur nicht einigen können, wie er denn nun sein soll“. Dagegen ist Prince´ Name ja geradezu harmlos. Deshalb werde ich jetzt eine „Fresst oder sterbt“-Sache aufziehen. Ich spiele ab jetzt so, wie ich meinen Charakter haben möchte, mit allen Harmlosigkeiten, mit allen Marotten, mit aller Liebenswürdigkeit und wenn das dann auch nicht klappt, dann hänge ich entweder Gor ganz an den Nagel oder spiele einen neuen Charakter. Denn eins ist sicher: Mein Spaß daran, ein nörgelig-arrogantes Arschloch zu spielen ist doch sehr überschaubar! Drittens – Ich muss, bei allem „Mein-Charakter ist wie ich es will!“-Egotrip etwas toleranter werden. Manchmal bin ich sogar für mich selbst unerträglich. Wobei ich in diesem Falle vermute, dass meine Verbohrtheit viel mit der Unzufriedenheit über die derzeitige Situation zu tun hat.

Fazit: Goreanisch oder nicht – ich will kein Stereotyp spielen! Danke Stiller, dass Du mir da ganz unbeabsichtigt die Augen geöffnet hast.

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  1. 17. August 2010 um 8:41 am

    Mal noch zusätzlich zu meiner Manöverkritik noch eines: ein Gerichts-RP wird niemals konfliktfrei ablaufen. Mit einer gewissen Hektik, einem Grundrauschen und diversen Einrufen wirst du dabei immer rechnen müssen und dabei ist es egal, von welcher Seite. Das wird es immer geben.

    Wichtig ist dabei dann, dass du unmissverständlich klar machst, wer im Saal eigentlich das Sagen hat und einfach wirklich konsequent deine Sache durchziehst, sonst gehst du unter. Dazu gehört zur Not eben auch mal Härte zeigen und in der Tat das Arschloch raushängen lassen. Vor allem aber müssen die Reaktionen zeitnah erfolgen und man darf sich dabei nicht zu passiv verhalten.

    Und über Ks Äußerungen mit „Rechtsbeugung“ und dem ähnlichen Schwachsinn müssen wir erst gar erst weiter reden.

    • 17. August 2010 um 8:53 am

      Ja, das mit dem Auf-den-Tisch-hauen wäre eine gute Maßnahme gewesen. Leider war die Chatgeschwindigkeit doch etwas zu flott für meine zugedrogte und heftig schmerzpulsierende Murmel. Normalerweise habe ich diebischen Spaß daran, die „Klappe, sonst sagt Dir der Mann in rot wo der Zimmermann das Loch gelassen hat“ -Keule rumzuwerfen, wenn jemand penetrant stört (Frag Lu *grinst*) aber gestern ging gar nichts mehr.

      Lehre daraus: Lieber mal etwas vertagen als auf Teufel komm raus durchziehen.

      • 17. August 2010 um 8:54 am

        Genau so ist es, wenn man nicht kann, dann lieber für Ersatz sorgen oder in der Tat vertagen.

  2. Nici Collins
    17. August 2010 um 11:13 am

    Tal Zasta,

    ich für meine Person muss sagen, mir hat das RP in Lydius schon gefallen, als Barth und ich bei dir und dem Slaver waren. Auch im Nachgang haben wir es in Belnend weitergespielt und uns drauf vorbereitet, da es für mich als Diplomatin dieser Stadt mein erstes öffentliches Auftreten war…grinst mit leichter Röte im Gesicht. Wenn es jemanden im RL nicht gut geht, dann ist das so, aber es soll nicht heissen das es vom RP her total mies war. Wir haben auch nach unserer Abreise in Belnend sozusagen es weitergeführt und uns Gedanken gemacht wie, hätte, wenn usw….Ich würde mich freuen weiterhin mit dem Richter mein RP-Leben in konsturktiven Konvensationen zu bereichern…lächelt Zasta an und verneigt sich erfürchtig vor dem Richter….Alos in dem Sinne, Kopf hoch es gibt keine perfekten Spieler, nur die die es sein möchten und wenn dem so ist, wäre es aber auch langweilig im RP….ich hoffe, auf bald Zasta ..winkt und verschwindet mit den Worten auf den Lippen „sichere Wege Richter“ aus diesem Blog

    • 17. August 2010 um 2:13 pm

      Hallo Nici!
      Danke für Deine aufmunternden Worte. Wäre schön, wenn wir noch RP haben könnten – damit Du vielleicht rausfinden kannst, dass der Richter nicht das Riesenarschloch ist, als das er wohl gerade gestern von mir präsentiert wurde…..

  3. Boundy Schwartzman
    17. August 2010 um 12:08 pm

    Ich lese diese Seite zum ersten Mal. Man hat sie mir aus aktuellem Anlass zugeleitet. Da wir als Belnends ja nun angesprochen wurden, möchte ich die Sache nicht ganz so stehen lassen. Du schilderst es so, als ob die gar so schlecht spielenden Belnends leider auf einen RL-angeschlagenen Richter gestoßen. Wäre er nicht krank gewesen, hätte er es ihnen gezeigt.

    Die Verhandlung wurde von euch auf diesen Tag und diese Stunde festgesetzt. Wir haben es bewusst angenommen und wollten an der Verhandlung teilnehmen. Von vorneherein stand für uns fest, dass wir das Urteil zunächst akzeptieren würden und keine Waffen ziehen oder sonst einen gewaltsamen Konflikt herauf beschwören wollten.

    Wir suchten Lydius auf wie es sich für Gäste gehört. Die Männer trugen Tuniken, die Frauen lange Kleider und verhüllt. Langwaffen wurden nicht getragen.

    Wir waren zeitig da, nur von den Lydianern war wenig zu sehen. Es ging also schon mit verspätung los. Deutlich nach 20:00 Uhr, die angesetzt worden war. Nie habe ich gewusst, dass es sich um ein Kurz-RP mit zeitig geplantem Ende für 21:00 Uhr gehandelt hat. Wenn ich als Führer unserer Delegation Fragen stellte, wurden diese regelmäßig völlig ignoriert und irgendwann ausweichend beantwortet (Das kann ich nicht entscheiden, da musst du XX Fragen, bis sich der Kreis zu dieser Person schloss, die das selbe sagte).

    Empfangen wurden wir dann auch mit mehrmaligen Gedanken-Emotes, dass wir Tagediebe aus Belnend seien. Im Prinzip ist es völlig egal, aber in der Situation sehr schlecht. Sowas befürchtete ich auch von unseren Leuten und als ich das las fürchtete ich natürlich, dass es Echo geben wird. Das war schlecht auf beiden Seiten und wirklich nicht konstruktiv.

    Min Fehler war es auch mit zu großer Delegation her zu reisen. Jeder sagt nur ein bischen am Rande und schon wird es wirklich sehr unübersichtlich. Die Disziplin ist da schwer einzuhalten und so werden auch Hinweise über Gruppen IM leider kaum wahrgenommen.
    Ein Fehler, den ich so nicht nochmal machen würde.

    Und sicher hast du auch Recht damit zu sagen, dass die Argumentationen von Zwischenbemerkungen aus unseren Reihen unberechtigt waren (weil zu sehr an irdische Gesetze orientiert), aber auszudrücken, dass es nur an den schlechten Belnends lag und einem angeschlagenen Richter wollte ich unkommentiert nicht stehen lassen.

    Und weiterhin hast du in einem Punkt Recht. Niemand muss mit jedem spielen. Wenn für dich die Belnends abgehakt sind, dann ist das eben so und wir lassen es so stehen. Ich werde daran nicht arbeiten.

    Für mich war es auch ein sehr enttäuschender Abend, den ich mir gänzlich anders vorgestellt hatte auf beiden Seiten.

    • 17. August 2010 um 12:58 pm

      Hallo!
      Ja, es lief mehr als bescheiden. Ich hätte aus gesundheitlichen Gründen vorher „Stopp“ rufen müssen, aber man will ja so viele Leute nicht umsonst anrücken lassen – und vor allem nicht Sophie noch länger aus dem RP raushalten. Fehler meinerseits – ich habe gelernt. Passiert sicher nicht nochmal. Dass Du aus meinen Sätzen herausliest ich wolle „es irgendjemandem zeigen“ kann ich nicht recht nachvollziehen. Das ist nicht wirklich das, was ich im RP anstrebe. Allerdings möchte ich – auch wenn diese Anklage noch so bizarr gewesen sein mag – einen Kampf abliefern und nicht einfach Opfer sein, was ich aber bedingt durch die Umstände war. Ich stand wie ein Reh im Scheinwerferlicht und konnte kaum geradeaus denken, geschweige dem dem Chat folgen oder gar ausgefeilte Sätze abliefern. Das ist für niemand besonders begeisternd.
      Die Verspätung kam zunächst nur zustande, da Barth und Nici Sophie noch vorher sehen wollten, der Rest war kurz vor acht auf seinen Plätzen (ich stand ewig relativ allein mitten im Palast rum). Ebenso muss ich den Gedankenemotes widersprechen – das war ein Flüstern von Slaver zu Praetor und geschah einmal. Aber sei es wie es sei – es lief dämlich, ich habe noch nie so schlechtes RP abgeliefert und mir mit diesem Abend sicherlich einen wunderbaren Ruf eingehandelt, den ich meiner Lebtag nicht mehr loswerde. Damit muss ich leben, gehört zum Lernprozess.
      Es ist sicher nicht meine Absicht, hier Belnend irgendetwas anzukreiden; dass ich bisher eher negative RP-Erfahrungen gemacht habe (3 von 4 eher nicht so dolle) ist ebenfalls eine persönliche Sache, was hoffentlich deutlich genug aus meinem Blogeintrag zu erkennen ist.

      Ich möchte diesen Totalausfall meinerseits in Sachen RP nicht noch dadurch adeln, dass ich noch groß darüber diskutiere. Ich ziehe meine Schlüsse und hoffe, derartiges in Zkunft vermeiden zu können.

      • Boundy Schwartzman
        18. August 2010 um 11:58 am

        ja Zasta, es ist schief gelaufen und wir alle haben auch dazu beigetragen. Ich kann mit einem schief gelaufenen RP wirklich gut leben und ich habe aus der Sache auch gelernt und würde beim nächsten Mal mehr darauf achten. Wir haben uns an ein schwieriges RP ran gewagt. Für mich its kein Beinbruch. Ich hab mich eigentlich nur geäußert, weil mir dies hier aufstieß:
        „Daraus gelernt habe ich mehrere Dinge. Estens – zwischen mir und Belnend wird das nie was. Mit Barth und Nici war das RP konstruktiv und hat Spaß gemacht, schön hektikfrei und gute Emotes. Aber mit dem Rest …. ist wie Ei mit Maggi. Ich hab´s probiert (mehrfach) – ich brauch´s nicht nochmal.“

        Und das ließ mir leider den Blutdruck mal in die Höhe schießen *schmunzelt*. Ich halte es als guten Versuch fest mit dem ehrlichen Vorhaben beim nächsten mal, wo auch immer, es besser zu machen.

  1. 18. August 2010 um 1:21 pm
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