Zwischentöne

9. Dezember 2010

Ist Alltag Ausnahmezustand? Oder umgekehrt? Man muss nur zulassen, involviert zu werden, dann schätzt man die Mußestunden um so mehr. Wie gestern zum Beispiel. Es begann damit, dass ich Sängerin Sam allein am Brunnen erspähte, mich an Kusas Worte erinnerte und hineilte, um mich für die kompromittierende Situation beim Fest in Belnend zu entschuldigen. Das ließ sich auch hervorragend an, bis im Laufe des Gesprächs herauskam, dass Sam nicht wusste, was dieses Wort bedeutet. Natürlich, woher sollte ein einfaches Mädchen aus niederer Kaste das auch? Als ich es ihr auseinandergesetzt hatte meinte sie jedoch, dass sie sich bedeutend mehr Sorgen um meinen Ruf machen würde als um ihren. Das nenne ich mal nobel! Es wollte mir auch partout nicht gelingen, sie davon zu überzeugen, dass es den Leuten reichlich egal sein dürfte, was ich in meiner Freizeit mit wem anstelle, solange es nicht der Stadt schadet. Wir verabredeten uns dann noch, da ich ihr schon seit längerem versprochen hatte, ihr Lesen und Schreiben beizubringen. Oder es zumindest zu versuchen.

Zu diesem Zeitpunkt betraten Hans und Jameelah die Bühne, dicht gefolgt von Sklavin Bo. Hans wollte mich unbedingt mit Jameelah allein sprechen und so zogen wir uns Richtung Arena zurück. Sogar Bo schickte der Hauptmann fort. Es stellte sich heraus, dass Jameelah die Leiche eines der drei Attentäter in einem Sack im Abwasserkanal gefunden hatte. Ich war relativ unbeeindruckt – sollen sich die Schwarzkastigen doch untereinander die Augen aushacken – und sollte es die Tat eines potentiellen Opfers gewesen sein, noch besser. Wir kamen überein, den Sack in den Fluss zu werfen, die Tharlarions und Flusshaie würden da schon ihr Werk tun. Doch noch mehr hatte der Hauptmann zu berichten. Er zeigte mir seine blanke Brust (nicht, dass ich darum gebeten hätte …) und darauf prangte in Wurzelfarben ein Gruß des Pantherstammes aus den Wäldern. Die wilden Weiber hatten Hans und Emerald, die ein entlaufenes Verr gesucht hatten, gefangen. Der Hauptmann wurde verziert und wieder zur Stadt geschickt, Verr und Bauer behielten sie bei sich. Anscheinend waren sie aber wohl bereit, den Landwirt gegen Metall oder klingende Münze wieder zu verscherbeln, sonst hätten sie wohl kaum den Hauptmann wieder freigelassen. Hans wusste auch zu berichten, dass die Sabotage der Brücke ebenfalls von den Waldweibern ausgegangen war, welche die Nägel zu eigenen Zwecken gebrauchen konnten. Somit ist der Slaver des Dorfes wohl entlastet, seine Bitte um Beistand gegen die Pantherplage ist aber auf der Prioritätenskala nach oben gerückt. Das werden wir alles auf der Ratssitzung mit den Dörflern besprechen. Ich bat Hans noch, sich mit Metzi zum Handelspunkt aufzumachen, um den Bauern aus den Klauen der Furien auszulösen, wo er sicher gar grausig litt.

Mittlerweile war Trebia aufgetaucht, die sich zunächst konspirativ mit Jameelah unter einem Baum herumdrückte und dann zu Hans und mir kam, um sich lautstark über alles zu beschweren. Sie wollte eine Bürgerwehr gründen, in welcher auch Frauen aufgenommen würden, worüber Hans, Metzi und ich herzlich lachten und ihr erklärten, es gäbe durchaus schon eine Bürgerwehr, Frauen hätten da nichts zu suchen und die Aufgaben der Wache würden sowieso von niemand anderem wahrgenommen. Frauen unter Waffen! Was kommt als nächstes? Sklavinnen auf Tarns? Ja, wir haben sehr gelacht. Trebia meinte ihren Vorschlag wohl auch nicht wirklich ernst, sondern wollte nur die Dringlichkeit ihres Sicherheitsbedürfnisses an den Mann bringen, was sie auch geschafft hat. Hans wird sich persönlich um die Sache mit den Panthern und dem Bauern kümmern. Die Lady erzählte auch, dass der Kapitän und der Maat von Nordleuten verschleppt worden seien. Verdammt, schon wieder! Ich frage mich, wie wir die beiden ohne Hinweise wiederfinden können! Trebia vermutet, es könnte sich um die selben Nordleute handeln, die schon mich und den Bauern weggeschleppt hatten. Da muss man mal genauer drüber nachdenken.

An dieser Stelle gesellte sich eine fremde Sklavin zu uns, deren Herr wohl gerade in der Herberge ausruhte. Sie wollte sich nützlich machen – löblich! – und Trebia kümmerte sich darum, dass die Hände des Mädchens nicht untätig in ihrem Schoß liegen mussten. Wie selbstlos!

Hans und Metzi widmeten sich nun in Gedanken dem Pantherproblem und ich ging zu Sam, der ich schließlich eine Lehrstunde versprochen hatte. Wir trafen uns in ihrer Hütte und ich ließ sie ein Blatt voll mit Kreisen malen, damit sie erst einmal ein Gefühl für Papier und Graphit bekäme. Das klappte auch schon ganz gut, als es plötzlich klopfte. Daraufhin geriet Sam in Panik und scheuchte mich ins Obergeschoss – sie ist weiterhin der Ansicht, niemand dürfte mitbekommen, dass ich mich so vertraulich mit ihr abgebe. Ich spielte mit und konnte so belauschen, dass die Pantherweiber vermuteterweise von Sams zum trocknen aufgestelltem Stockfisch gestohlen hatten (kein Wunder, so nah wie die Hütte am Wald steht!) und nun Trebia ein Gift oder etwas ähnliches besorgt hatte, um einen Köder auszulegen. Sam tat ihr möglichstes, die Dame aus der roten Kaste so zügig wie möglich abzufertigen – der Bildungshunger der Sängerin ist sehr lobenswert! So konnte ich mich bald wieder ins untere Stockwerk begeben und die Lehrstunde wurde fortgeführt.

Es war schon dunkel, als ich mich von Sam verabschiedete und guter Laune wieder in die Stadt spazierte.

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Ja, der arme Emerald! Er hat ja so bei den bösen Pantherweibern gelitten. Und wie klaglos er alles erduldet hat! Er hat auch im Bewohnerchat immer wieder gepostet, welche Grausamkeiten sie ihm antun, was Guin dazu bewog zu beschließen, dass er sich jetzt mit mir betrinken wolle um dann mit dem Tarn einen Angriff zu fliegen. zum Glück wurde diese Idee nicht in die Tat umgesetzt. Emerald wäre auch sehr böse gewesen, hätte man ihn befreit. *grins* Ich fürchte, ich muss im Wald ab jetzt extravorsichtig sein, da man mir meine freundlichen Bemerkungen als Boshaftigkeiten auslegte und ich wohl schon wieder mit einer neuen Frisur rechnen könnte, falls sie mich in die Finger kriegen … zum Glück bin ich praktisch nie im Wald unterwegs! *lacht*

Ich habe mir im Moment eine gut ausgewogene Mischung aus „Stadtplot“ und „Privat-RP“ zugelegt, so dass ich eigentlich immer gut zwischen den verschiedenen Spielarten hin und herwechseln kann. Ich hoffe, damit kann ich es vermeiden, mich zu verschleißen oder zu langweilen.

Der Wechsel des Mietsystems in Lydius war eine gute Sache. Man kann nun im Internet immer schauen, wer noch wie lange für wieviel Prims bezahlt hat. Sehr schick. Und ich konnte eine Liste für unsere Primaufspürerin Shee machen. Die hat nämlich ein Radar, das anzeigt, wer wo wie viele Prims herumstehen hat und kann diese dann entfernen, wenn sie unberechtigt sind. Angeblich ist das Mietsystem auch lagärmer als das Alte, da könnte ich aber auch etwas missverstanden haben.

Zur Zeit werkle ich an einem Weihnachtsgeschenk für Kusa. Ich wette, ich stinke gnadenlos gegen ihres ab. Aber ich bemühe mich!

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  1. Guoroor
    9. Dezember 2010 um 9:14 am

    Ich habe mal eine generelle Frage wegen der gemieteten Prims.Beo hat einige auf der Sim (Blaues Tp Schiff+Schatten vor der Taverne für dunkle Gestalten)
    Guo und Iltras neben ihrer Spartanischen Austattung eben auch die Sitzgelegenheit vorm Kontor und die „Destille des Grauens“ neben dem Kontor.Ich weiss nun nicht wieviele Prims ich habe.Werden solche Sachen dann einfach eliminiert oder laufen die unter Simdeko?

    Aus eigener Erfahrung weiss ich wie wichtig es ist die Prims im Auge zu behalten.Es ist nur eine generelle Frage.

    • 9. Dezember 2010 um 9:43 am

      Zu euren gemieteten Privatprims zählt nur das, was ihr im Haus habt plus die Schwarzbrennerei und die Sitzecke vor der Tür. Schiffe und so sind natürlich nicht drin, wäre ja ungut – immerhin sind wir ja froh, dass das blaue Schiff unser Ankunftsschiff ist! 🙂

  2. broka bakerly
    9. Dezember 2010 um 9:26 am

    Ja,Trebia war gestern mächtig beeindruckt, die Rarii hatten erfolgreich den armen Em befreit. Atilla und Hans um einige Narben reicher, aber mit vor Stolz geschwellter Brust, sorgten sie auch danach noch für Ordnung im Hafenviertel,wo dann auch der arme Em auftauchte, seltsamen Ganges und umnebelt von eindeutigen Gerüchen. Er quartierte sich erstmal bei Trebia und ihren Brüdern ein, da er nicht im Hof schlafen wollte, badete und trank erstmal jede Menge Paga mit Hans. Trebia bot ihm noch an, Sklavin Vio`s Dienste, welche sie auch einfach mit in ihr Haus nahm, in Anspruch zu nehmen nach so einer Tourtur bei den Waldmädchen.

    Das mit der Bürgerwehr, ja, davon wusste Trebia tatsächlich nichts. Behält das aber im Auge und übt sich derweil weiter einfach im Faustkampf mit Sam. Im Gegenzug wird Sam Trebia im Stockkampf einweisen. Man weiss ja nie…..

  3. Emerald Verlaine
    9. Dezember 2010 um 12:32 pm

    Hahahahahahahahahahaha
    hhahahahahaha
    *immer noch knall rot*
    den Abend werd ich..nie vergessen
    *stellt sich zurück in seine Ecke und lacht panisch*
    Von Frauen vergewaltigt…von FRAUEN!
    *lippt um und lacht*

  4. broka bakerly
    9. Dezember 2010 um 2:41 pm

    Ach und die Entführung vom Kapitän und dem Maat, Trebia vermutet da nicht nur, die hat Hinweise bekommen, welche sie auch noch was gekostet hatten.

    Aber da steckt wohl mehr dahinter, vermutet sie ooc, die sind ja schon zurück, unversehrt, aber warum dann der ganze Aufwand der Entführung?…^^ Lässt sich mal überraschen..

  5. Guoroor
    9. Dezember 2010 um 4:04 pm

    Konnektion..Ich sage nur Konnektion..Wenn ich in Lydius nicht genug verdiene muss ich halt Expandieren.Alleine die Heilerkosten des Maates *stöhnt*

    • 9. Dezember 2010 um 4:13 pm

      Wie, Kusa wollte Geld sehen, dafür dass sie ihn „behandelt“ hat? 😉
      Das war hochprofessionelle Heilung durch kräftiges Handauflegen.

      • Guoroor
        9. Dezember 2010 um 4:47 pm

        Kusa`s schon.Aber bei Iltras Backpfeifengesicht bräuchte ich schon fast einen eigenen Heiler für ihn.

        5 Minuten mit ihm irgendwo und er steckt in einer saftigen Prügelei..Wenns gut läuft. 🙂

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