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Maat, eine neue Schicht Farbe! Oder: Die Gladiatrix.

30. Mai 2012

Was für ein unglaublich erfolgreicher Abend für Harsiese! Offensichtlich stand der Kapitän derzeit schwer in der Gunst der Götter – denn nicht nur hatte er zwei Wetten in der Arena gewonnen, nein, er hatte zusätzlich auch noch seine Impulserwerbung Tamara für 401 Denari an den Ludus Calpurnianus verkauft. Das bedeutete auf jeden Fall einen neuen Anstrich für die Amor Vincit Omnia, die so etwas erstaunlich oft benötigte, um unauffällig bleiben zu können.

Der Kampf war ein Musterbeispiel für dreckige Unfairness gewesen, doch war das Harsiese völlig egal. Seine Gladiatrix hatte Corinus´ Jüngelchen in den Sand geschickt und wäre es statt einer Holzwaffe ein echter Speer gewesen, wäre Emnis nie wieder aufgestanden. Auf jeden Fall eine sehr überzeugende Vorstellung und das Bieterduell der beiden Lanistae war dementsprechend heftig gewesen. Am Ende hatte Quintus einen Denar mehr geboten als Corinus gehen wollte und so hatte Harsiese ihm den Zuschlag erteilt.

Nebenher? Ja, nebenher hatte er mit der vornehmen Dame aus Germanien gewettet, die nun für ihre sechs Ballen ägyptisches Leinen das Doppelte des ursprünglich ausgehandelten Preises zahlen würde. Genau wie Corinus, der auf diese Wette gar zu vollmundig angesprungen war.

Für einen einfachen Trainingskampf war die Arena sehr gut gefüllt gewesen, etliche Gäste und der Statthalter hatten sich das eher lustige Ereignis nicht entgehen lassen wollen und die Wirtin Faba nutzte die Gunst der Stunde, um heiße Kastanien an den Mann und die Frau zu bringen. Zusätzlich wettete sie noch mit Corinus und gewann wohl ein hübsches Sümmchen. Dass Harsiese eine Maronischale in der Aufregung des Kampfes in Claudia Aggrippinas Dekolteé versenkt haben soll ist aber ein reines Gerücht.

Der nächste Primus würde an die Ludi Granatus und Calpurnianus gehen, so hatte es ein wohlgelaunter Longus bestimmt – es würde eine Revanche „Tiberius, die fette Gazelle“ gegen „Thalab, den Mann ohne Hirn“ geben. Zumindest schienen das nun die offiziellen Beinamen zu sein. Warum auch immer! Harsiese verstand die Römer nach all den Jahren des Geschäftemachens immer noch nicht …

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OOC: Trotz dass Linden uns einmal ganz schön technisch dazwischenfunkte war es ein sehr gut besuchter (neben den Brundisium-Bewohnern minus der kranken Maja zwei Observer und vier Gäste) Kampfabend. Screens habe ich nicht, da der Exodus nach der Zwangsunterbrechung nur noch Pixelklötze fotografieren wollte. Deshalb hoffe ich auf die anderen Blogs zur Dokumentation! Wir hatten sogar völlige RP-Neulinge dabei. Und der Rudiarus aus Rom war ebenfalls – entgegen meiner Annahme – wieder da.

Und als sittlichen Mehrwert gibt´s noch ein paar Anmerkungen zur Sklaverei in der Antike. Gestern hatten wir zwei knieende Sklavinnen, die ich deshalb in IM nahm, allerdings kam bei beiden heraus, dass es keine Absicht war. Eine war RP-Newbie, dachte, das gehört so und war sehr nett als ich ihr sagte, dass das im alten Rom definitiv nicht Usus war und die andere hatte im Stehen eine zu zappelige AO und sich deshalb hingekniet.

Also, ein Wort zu „Sklavinnen und knien in der Antike“: Nein.

Ja, es mag als Demutsbezeugung gelegentlich vorgekommen sein, jedoch ist eins sicher: Die natürliche Haltung eines Sklaven im alten Rom war stehend auf seinen zwei Füßen.

Kleidung von Sklaven: Sklaven trugen das Selbe, was Freie auch trugen. Das einzig verbotene Kleidungsstück war die Toga. Tuniken und Kleider waren aber ganz normal; ein hochgestellter Sklave eines reichen Hauses war sicherlich sogar bedeutend besser gekleidet, frisiert und gepflegt als ein armer Bürger. Gladiatoren hatten eine seltsame Zwitterrolle in diesem System. Sie galten als ähnlich frivol wie Prostituierte oder Schauspieler, da sie wenig Kleidung trugen. Ein bisschen wie moderne Popstars – die werden auch angehimmelt, nicht ganz für voll genommen und haben meistens nur wenig an. Daraus kann man folgern: Wer etwas darstellen wollte im alten Rom, kleidete seine Sklaven und Sklavinnen möglichst umfangreich. Also außer zu speziellen Anlässen keine Seidenfähnchen und dergleichen.

Ebenfalls nicht vorhanden: Eisenkrägen. Außer bei Galeerensklaven oder an Orten, an denen Gefangene wie Vieh verladen werden mussten, gab es sowas nicht. Es gab Lederkettchen mit Holztafeln daran, auf denen der Name des Besitzers stand – doch wurden auch die definitiv nicht immer getragen und konnten vom Sklaven selbst ohne Hilfsmittel einfach über den Kopf gezogen werden.

Brandzeichen waren höchstens als Strafe für Verbrecher oder als Kennzeichen unter Gladiatoren verbreitet, normale Sklaven hatten dergleichen nicht.

So, hoffe, ich war hilfreich! Ich freue mich auf´s nächste Mal in Brundisium!

Oh … und natürlich ein herzliches „Willkommen!“ an Emnis, der nun auch zum exklusiven Orden der „Ritter, die /me rufen“ gehört. Ja, das Shoutemoten vergisst man im Eifer des Kampfes nur gar zu schnell.

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  1. Serena
    30. Mai 2012 um 9:11 am

    …wenn ich Dich nicht hätte altes Schlitzohr und Augenstern in Personalunion, dann wüsste ich nun gar nicht was alles so vorgefallen war in der Zeit in der ich /me schrie, lol!
    Leider kann ich auch keine guten Bilder liefern, ich war wie Du meinem Backstagebericht entnommen haben wirst, nicht wirklich gut drauf im Kopf und bin froh überhaupt einige wenige Pics zu haben.
    Vielleicht sollte ich echt drauf achten mehr zu trinken, eine getrocknete Tomate ist vermutlich saftig gegen mein Hirn gestern abend…….:-(

    • 30. Mai 2012 um 11:34 am

      Ich war aber auch nicht gerade extrem aufmerksam … ich war ziemlich kaputt gestern abend und habe mich nach dem Kampf direkt abgeseilt.
      In Tomatenhaftigkeit vereint!

  2. 30. Mai 2012 um 4:34 pm

    wie, es gab keine Otternasen?
    ich bin enttäuscht

    • 30. Mai 2012 um 5:24 pm

      Siehe Kennys Blog – ich hab´s Faba ja gesagt! Aber wollte sie auf mich hören? – Nein, natürlich nicht. 😀

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