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Call me Ishmael.

10. August 2012

Ein Cetus ist einerseits ein Hai – andererseits ein antikes Seeungeheuer, das wohl auf Narwalsichtungen zurückgeht.

From hell’s heart I stab at thee; for hate’s sake I spit my last breath at thee.

– Ahab, Herman Melville´s „Moby-Dick or The Whale“

Nein, natürlich nicht Ishmael.

In den letzten Wochen, Monaten habe ich einen Drang zu Literatur entwickelt, die den letztendlich vergeblichen Kampf des Menschen gegen seine eigenen Dämonen zeigt. Sei es nun „Joes“ Monster Tyler (das Ende des Buches ist ein wenig deprimierender als das des Filmes), Nemo in seiner ewigen Suche nach der Vergangenheit oder ein ganz und gar physisches Wesen wie der weiße Wal.

In Vielem bin ich eher Ahab als Joe (ja, er hat keinen Namen, aber man kann so von ihm sprechen) oder Nemo. Ich jage das, was mir das Bein abgerissen hat, bis ich daran zu Grunde gehe und möglichst viele mit nach unten gezogen habe. Und im Gegensatz zu Joe schaffe ich es nicht, den entscheidenden Schritt zu tun und abzudrücken. Im Gegensatz zu Nemo kann ich keine hehren Ziele vorweisen. Ahab wendet sich nach außen und wird im Moment des vermeintlichen Triumphes vernichtet – Joe geht nach innen, schafft es aber dennoch nicht, das Unheil im außen aufzuhalten. Das Project Mayhem geht weiter.

Pferdekopf, Wolfszähne, ein Horn, Bärentatzen und Fischleib.

Und der verdammte Wal gewinnt, weil er zu groß ist um zu verlieren. Mit jedem Stück Fleisch, das er mir und anderen, die ihn bekämpfen, aus dem Leib beisst, wird er größer und fetter und unbesiegbarer. Ich kann ihn jagen so weit ich möchte – zur Strecke bringen werde ich ihn nicht.

Scheitern mag aus dem Blickpunkt eines Romans notwendig sein, um überhaupt zu einer Geschichte zu kommen, die es wert ist, erzählt zu werden. Ich für meinen Teil könnte auf die Praxisübungen dennoch gut verzichten. Ich weiß, dass der Wal gewinnen wird, er tut es schon die ganze Zeit.

Mein einziger Vorteil ist, nicht in Ewigkeit an ihm verrotten zu müssen.

Und wie Ahab macht mich die Jagd immer einsamer. Wie Ahab betrachte ich mich als jemanden, der allein gelassen wird. Das ist ziemlich beschissen.

Literatur kann ein verflixt unangenehmer Spiegel sein.

Und als amüsanten Part dieses Gleichnisses habe ich noch dazu Greenpeace, die versuchen, die Pequod zu versenken, bevor sie den Wal auch nur erreicht.

Zum Glück ist Freitag.

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  1. Adran
    10. August 2012 um 8:03 am

    Naja, mir hast du ja schon einen Tyler bescheinigt, also ist der Vergleich für mich wohl schon getroffen. Aber ich denke, du malst zu schwarz.

    Im übrigen wirst du nicht allein gelassen. Wir sind alle noch da. Und ich behalte mein Vorrecht, dir gelegentlich zu sagen wenn du falsch liegst.

    Wenn auch ein Episoden-RP um einen Walfänger eine epische Sache wäre. Woher kriegen wir ein Schiff? Und wie kriegen wir Mila dazu das sie uns nochmal was einrichtet?

    • 10. August 2012 um 8:10 am

      Ich habe Schiffe. Sogar eins aus dieser Zeit. Fast. Allerdings ein statisches. Wir brauchen eine Wassersim.
      Was macht Dein Apperat?

  2. Andera
    10. August 2012 um 8:52 am

    die Frage ist doch, bist du der Wahl oder bin ich das?

    • 10. August 2012 um 8:59 am

      Die Frage nach dem Wal …. 😉

  3. 10. August 2012 um 9:03 am

    Ich komm nochmal wieder wenn ich den zweiten Kaffee getrunken habe und mich der Eimer Wasser wacher gemcht hat. Frühstückslektüre ist das jedenfalls nicht.
    Aber alleine gelassen wirst du nicht.

  4. Adran
    10. August 2012 um 9:31 am

    Zasta Korobase :Ich habe Schiffe. Sogar eins aus dieser Zeit. Fast. Allerdings ein statisches. Wir brauchen eine Wassersim.Was macht Dein Apperat?

    Er rappelt alle 15 Minuten, hat den Nachtschlaf abenteuerlich gemacht weil er sich vorher durch ein ähnliches Piepsen wie mein Wecker ankündigt und macht das Tragen meines Anzugs zu einer Qual.

    • 10. August 2012 um 9:34 am

      Been there, done that. Bis auf die Sache mit dem Anzug natürlich. War nachts echt übel, vor allem da man auch noch komplett unter dem Wahn leidet, das Ding mit einer Drehung kaputt zu machen …

  5. Adran
    10. August 2012 um 9:54 am

    Echt? Also, die Angst ging mir ab. Hätte ich gekonnt, ich hätte mit einem Hammer draufgehauen und zufrieden gelächelt 🙂

    Egal, wird Zeit dass das runter kommt und ich wieder RPen kann. Von mir aus auch goreanische Walfänger 🙂

  6. Andera
    10. August 2012 um 9:56 am

    wenn dich das Sujet interssiert dann kann ich dir von Jens Bjorneboe, Haie. Die letzte Reise der Bark „Neptun“ empfehlen
    eine Geschichte über einen Schifsuntergang und das Böse in Menschen das die Ursache für diesen Untergang ist. Eben die Dämonen in uns.

    und dann zum aufbauen Lord Jim, von Conrad über das scheitern und dann doch siegen (wenn auch unter verluste und Narben auf der Seele „

  7. Tanja
    10. August 2012 um 10:07 am

    Verrotten ist ein endlicher Prozess. Der hört auf wenn nix mehr da iss. Also mach Dir nich im Hemd!

    • 10. August 2012 um 10:11 am

      Hierzu empfehle ich mal über den Sarlacc nachzudenken. Tausende von Jahren verdaut werden ….

      • Tanja
        10. August 2012 um 10:29 am

        Tausende von Jahren < \infty

  8. stiller Himmel
    10. August 2012 um 10:23 am

    Mir entzieht sich zugegeben die Epik von stundenlang aufs Wasser starren und dabei deprimierende Monologe halten.

    Wenn man etwas nicht aus Spass macht, sollte man es MMn garnicht machen. Dämonen scheinst momentan einige zu haben Zasta, und ich bin kein Exorzist. Also gutes Gelingen und evtl weniger einschlägige Lektüre?

    • 10. August 2012 um 10:44 am

      Moby-Dick ist nicht jedermanns Piece of Cake – Dir könnte Bone gefallen.
      Bone Moby Dick

    • Tanja
      10. August 2012 um 10:47 am

      Robert Frost † 29. Januar 1963 in Boston

      failed!

  9. Andera
    10. August 2012 um 10:27 am

    die Docu die Boba Fett gedreht hat ist bestimmt eindrucksvoll

    • 10. August 2012 um 10:45 am

      Mit seiner Helmkamera?

      • Andera
        10. August 2012 um 12:10 pm

        jap die meine ich

  10. 10. August 2012 um 11:14 am

    Boba Fett wurde nicht verdaut, niemals nicht. Jeder der zur damaligen Zeit die Comics von der Marvel Group gelesen hat weiß, das Boba Fett dem Sarlac entkommen ist, sein Gedächnis vorübergehend verloren hat und später (als er wieder wußte das er doch gefälligst böse ist)in einem ehrlichen Zweikampf sein Leben ausgehaut hat (war Band 68 wenn ich mich recht erinner)

    • 10. August 2012 um 11:18 am

      Alles wird gut. 😉
      Das mit dem Entkommen habe ich auch mal gelesen – aber meine Star-Wars-Lore ist nicht stark genug, ich habe mich nicht weiter dafür interessiert.

    • Andera
      10. August 2012 um 12:11 pm

      pff Nerd ^^

  11. Serena
    10. August 2012 um 1:06 pm

    Nein Du bist nicht alleine.
    Das Perverse an dem Ganzen ist nur, *nicht alleine sein* hilft nicht wenn man sich alleine fühlt. Du hast die Einsamkeit innen, das hast Du wohl mit Ahab gemein.
    Man kann auch unter tausend Leuten einsam sein, selbst wenn zehn der Tausend eng zu einem stehen.
    Und die Dämonen……..die werden erst ihre Kraft verlieren wenn man aufhört sie zu bekämpfen. So pervers das klingt.
    Denn die Energie die wir in den Kampf stecken ist das Futter, das sie nährt. Bekämpft man sie nicht mehr, verhungern sie regelrecht.
    Ist aber viel leichter gesagt als getan.
    *würde Dich jetzt gern knuddeln, weiss das das Nicht das Mittel der Wahl ist, überlegt was sie mit Ahab täte und holt zwei Drinks raus*
    Prost!
    (jaja, alloholfrei……es geht mehr ums Anstoßen)

    • 10. August 2012 um 1:15 pm

      Ja, ich kenn das. Die Leute versuchen mir immer einen Gefallen mit alkoholfreiem Sekt zu tun. Dass ich nicht nur den Alkohol sondern auch den Geschmack nicht mag, sorgt immer wieder für Verwunderung. 😉

      Und es ist einfach gesagt. Ich mag nicht aufhören zu kämpfen, denn dann hat der Wal automatisch gewonnen.

  12. 10. August 2012 um 1:35 pm

    /me kommt mit zwei Tafeln Schkolade und einem riesen Becher (so wie in den ganzen Serien) Eis herein, zückt zwei Löffel und klopft neben sich auf den Boden.

  13. Serena
    10. August 2012 um 1:35 pm

    nein das hätte er nicht. Nicht dann wenn Du das Ziel des Kampfes überdenkst. Bzw. das Target auswechselst……….
    Wein und Sekt schmecken mir auch nicht. Weder mit noch ohne. Aber Weinbrand und Whisky……würden mir schmecken so es sie denn ohne gäbe, was vermutlich niemals erfunden werden wird.

  14. 10. August 2012 um 1:43 pm

    Das Ziel des Kampfes ist deutlich zu hehr um es zu überdenken. Und der Wal hat mir schon zu viele Fleischbrocken rausgerissen.
    Er muss sterben.

    Und kein Eis der Welt wird mich länger als zehn, maximal fünfzehn Minuten ablenken.

    Übrigens – ich höre Gerüchteweise, dass Madlands dicht gemacht hat, kann aber nicht verifizieren, da jemandes Postfach voll ist!!

    • Tanja
      10. August 2012 um 2:04 pm

      Ist korrekt. Sim ist leer und anwesende (Ex- ?)Spieler sauer auf den Besitzer. Vorausgesetzt der spartanische Aufbau der Sim (nämlich leer) und die latente Aggression der Anwesenden gegenüber Simbesitzer gehörten nicht zum setting würde ich sagen…. that’s all folks!

    • Andera
      10. August 2012 um 3:09 pm

      Wenn Du den Wahl nicht bekämpfen kannst werde zum Wahl.

      das mit Madlands wäre aber echt schade

  15. stiller Himmel
    10. August 2012 um 2:04 pm

    Madlands is heute dichtgemacht. Gründe werden keine genannt, nur das es „OOC-Bedingt“ sei. Ey, die SIm will ich sehen die aus IC-Entwicklungen geschlossen wird!

  16. 10. August 2012 um 2:06 pm

    Darum hab ich ja auch noch Schokolade mitgebracht 🙂 und wenn die dann auch nicht mehr hilft beim ablenken, lassen wir und etwas anderes einfallen.

  17. Adran
    10. August 2012 um 2:28 pm

    Ja, haben sie. Recht spontan und die Gruppe aufgelöst. Und die Sim abgerissen. Ich glaube, da gab’s richtig Knies unter den Admins, macht den EIndruck als hätte sich das Betreiberpäärchen getrennt.

  18. Mashia
    10. August 2012 um 3:49 pm

    Sieht fast so aus. Aber das kann ich nach dem Abend dort gestern durchaus verstehen. Schade, ich hatte mich so langsam daran gewöhnt.

  19. Andera
    10. August 2012 um 4:11 pm

    hmm, warum klappt das mit dem Handy nicht mehr bei dir im Blog? egal

    Achtung Weisheit!

    Wenn du den Wahl nicht besiegen kannst,
    werde selber zum Wahl.

    p.s. das mit Madlands wäre aber echt doof, und die Sim ist doch noch neu und das RP hat Spaß gemacht.

    • 10. August 2012 um 4:17 pm

      Wir können auf den normalen Wastelands-Sims einfach weiterspielen. Guck Dir die Bilder meines Blogbeitrags mit Mell im Gartenstuhl an. Das sieht dort saugut aus. Die Sims sind zwar nicht unbedingt als RP-Sims gedacht, aber zu Eurozeiten ist da kaum einer dort.

      • Andera
        10. August 2012 um 6:21 pm

        das ist eine gute Idee

  20. Tanja
    10. August 2012 um 4:15 pm

    Sprichwörtlich Akopalütze nau.

  21. 10. August 2012 um 5:48 pm

    Die Wastelands sind alles, RP tauglich, Wohntauglich, Shoptauglich, „Tod über dem Zaunhäng“ tauglich, nur gibts halt keine Basismanschaft, der man mit einem Raid ähnlichen Besuch das Leben schwer machen kann, dafür kann man schöne lange Fußwege zurück legen….naja und sowas wie ein Plot oder so fehlt da auch.
    Cool ist, das ich da U-Boot Kommandant werden kann, n U-Boot liegt ja in der Wüste rum.

  22. Beowulf
    11. August 2012 um 8:07 am

    U BOOT…Das klingt nach meinen Job….

    • 11. August 2012 um 8:17 am

      Nein, nein …. das ist so gedacht, Beo. 😉
      Ich lach übrigens immer noch über den Namen Deines RL-Bootes. Das ist so passend!

      • beowulfmcdonnell
        11. August 2012 um 8:29 am

        Um so mehr wenn du den Pott erst siehst.Frag Skvisa.Die war so Suizid das sie sogar mitgesegelt ist.
        🙂

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