Vom Haken

8. September 2012

Thalab rannte mit ausgreifenden, ruhigen Schritten. Die stillen Straßen entlang – die Legionäre kannten ihn mittlerweile und ließen ihn in Ruhe – dann den Hügel hinauf. Die Zypressen warfen regelmäßige Schatten. Hell, dunkel, hell, dunkel. Das Ludustor. Fackeln. Die Wache ließ ihn ohne viel Schikaniererei passieren – ein Grunzen, mehr nicht. Es war spät.

Ja, spät … Das Verhör hatte seine Zeit gedauert. Es war nicht so schlimm gewesen, oder? Genau, gar nicht so schlimm. Hätte schlimmer sein können.

Der Abend hatte sehr vielversprechend begonnen. Er hatte in der Arena Serena getroffen – was sie dort suchte, war genauso nebulös wie sein Bedürfnis, sich das weite Rund einmal von den leeren Zuschauerrängen anzusehen. Wie eine ungeschminkte Hure am Morgen sah die Arena aus. Blass, leer, müde. Noch bedrohlicher, als wenn sie mit schreiendem Plebs gefüllt war.

Aber das war egal … endlich mit Serena allein sein! Sie waren zum kleinen Frachthafen geschlendert, der um diese Zeit menschenleer war, und hatten es sich auf einem dickbäuchigen, rotbemalten Schiff in einer Ecke bequem gemacht. Sehr bequem! Thalab grinste, als er daran zurückdachte. Definitiv der angenehmste Teil des Abends.

Doch dann war dieser Ädil mit seinem Gehilfen aufgetaucht. Der Dominus hatte gesagt, er solle kooperativ sein. Ja, das hatte er gesagt. Sie hatten es dem Gladiator nicht einfach gemacht. Mit ihrer Arroganz, ihren Drohungen. Als hätte der Justizapperat der Römer sie direkt vor Thalab ausgespuckt, um ihm zu zeigen, dass er nur ein wertloses Stück Unterhaltung für die Massen war … Egal, er hatte sich beherrscht. Sehr beherrscht! Hatte Rede und Antwort gestanden. Für den Dominus und für die Trauer des Dominus um die tote Domina. Nur dafür. Nicht für diese zwei Beamten.

Ob er hilfreich gewesen war? Der Hochrangigere hatte es behauptet, doch was hatte Thalab schon beitragen können? Dass der Obstsalat alt und die Kerze heruntergebrannt gewesen war. Dass der Körper kalt und der Täter ein Linkshänder gewesen war. War das viel? War das hilfreich? Thalab wusste es nicht. Dass ssie sich darüber lustig gemacht hatten, dass er Serena schützen wollte, hatte nicht gerade geholfen. Nein, nicht beide. Der Kleinere. Egal. Er hatte seine Pflicht getan. Danach hatten sie sich dem noch hinzugekommenen Medicus zugewandt. Sollten sie den grillen! Der konnte sich besser verteidigen. Thalab wünschte dem Arzt in Gedanken viel Glück und zog die Tür seines Quartiers hinter sich zu.

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OOC: Spannung, Sex and Crime – was will man mehr von einem RP-Abend! Spaß hat´s gemacht und diesmal gab es sogar zwei Observer. Unsere Hafen- und Überallkatze Fredi und – relativ neu dabei (einmal vorher schon, soweit ich weiß) – Stiller! Mal gespannt, ob Stiller eine Rolle findet, auf die er Bock hat. Wäre schön!

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  1. ganzbaf
    8. September 2012 um 11:11 am

    bafi sitzt in seiner heruntergekommenen wg, die er mit einigen huren teilt. eine steinplatte steht auf dem küchentisch und mit hammer und meißel hämmert er los:

    „sehr geehrte damen und herren, sehr geehrter herr ädil, liebe gehilfen. hier hämmert anonymous. bei einem angriff auf Thalabs steintafelvorkommen, sind uns folgende informationen in die hände gefallen. ein geständnis:

    zitat: „oh, domina, wie sehr habe ich dich geliebt. doch du wolltest unsere liebesbeziehung deinem mann beichten und ihn um vergebung bitten, so dass er dich behält und nicht den panthern zum fraß vorwirft. ich wußte mir keinen rat, daher eilte ich zum medicus, der mir einen linkshändertrunk verabreichte, der mich für eine stunde zum linkshänder wandeln liess. so konnte ich dich mit der linken hand töten und jeglichen verdacht gegen mich ausräumen. der medicus verlangte zwar, dass ich im nächsten kampf verliere, damit er mit der wette gegen mich reich wird, aber das tue ich zu gerne für diesen wahren freund. diese zeilen schreibe ich nur für uns, oh geliebte tote domina, mein gewissen verlangt es! lebe wohl, oh geliebte, du nelke meines lebens. dein dich immer verehrender Thalab.“ zitatende.

    sehr geehrte schergen erm…. hüter des gesetzes, bitte hinterlegen sie eine belohnung von 500 sesterzen unter dem sitz 53 in der 3. reihe der arena. diese werden einem guten zweck zugefügt. vielen dank.

    hochachtungsvoll

    erwartet uns anonymous“

    lächelnd erhebt er sich ächzend von dem hocker und geht dann zum steintafelexpressdienst, um die steintafel per einhämmerung mit rücktafel abzuschicken.

    sorry, konnte einfach nicht widerstehen. 😉

    • 8. September 2012 um 1:05 pm

      Warum spielst DU denn nicht in Brundisium? 😉 Dienstags und Freitags ab etwa acht Uhr abends. Nur so…. 😉

      • ganzbaf
        8. September 2012 um 4:25 pm

        weil die steintafeln zu schwer sind? 😉

        naja, ich hatte mir das alte brundisium zumindest mal angesehen. aber es ist eben ein unterschied, ob man einen nicht ernst gemeinten, etwas „blöden“ kommentar in einem blog zu einem rp-erlebnis schreibt oder dort eben selber spielt. tatsächlich interessieren mich rps die in der vergangenheit spielen nicht sehr. weder mittelalter noch antike oder fantasy-vergangenheits-rp wie ferdok.
        obwohl ich die schwarze-auge-reihe als romane habe und dies vor vielen jahren als p+p gepielt habe (bis zu dem spielband in der eiswelt, in der wir alle sterben mußten. da hatten wir uns dermassen verkracht, dass sich die runde aufgelöst hatte).

        eine rolle, die ich mir vorstellen könnte, wäre ein vierbeiner in brundisium zu spielen. das mag mal nett sein, ist für mich aber dauerhaft wenig abendfüllend.

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