Gewalt und Poesie

12. September 2012

Cetus konnte die verwirrte Wut von Diviciacus in seinem Rücken fast spüren, heiß wie die Strahlen der untergehenden Sonne über dem Hafen. Natürlich war das nicht einfach, wenn Cetus plötzlich der Nette war. Aber anders ging es nunmal nicht. Er war der Nette! Und das lange genug, dass es jeder in der Stadt glauben würde.

Er ging nicht davon aus, dass er den Ädil und seinen Helfer würde täuschen können (dazu hatte er am eigenen Leib zu deutlich erfahren, wie genau diese Männer Aussagen sezierten …), nein, man konnte sie nicht bei ihrem eigenen Spiel schlagen. Aber er rechnete fest damit, dass diese beiden Schnüffler schon lange aus der Stadt verschwunden wären, wenn er – mit hoffentlich tatkräftiger Unterstützung des Kelten – zuschlagen würde.

Der Grundstein war gelegt. Er hatte sich als eifriger, netter Sklave präsentiert. Er war sich ziemlich sicher, dass sie es geglaubt hatte. Und solange er nicht anfing, Uniform und Wolfsfell zu tragen und eine Standarte herumzuschleppen, würde sie ihn auch niemals erkennen.

Was die beiden Ermittler von der Bäckerin gewollt hatten, war Cetus ziemlich egal. Eine tote Römerin (anscheinend sogar die Frau des Lanista) – was kümmerte es ihn? Sollten sie sich gegenseitig in die Unterwelt schicken – weniger Arbeit für ihn und seine Leute. Er war immer noch davon überzeugt, dass es ihm gelingen könnte, den Stämmen klar zu machen, dass man die Römer nur dauerhaft vom eigenen Gebiet fernhalten konnte, wenn man sie mit ihren eigenen Waffen schlug. Solange jeder Fürst mit seinen Leuten eine eigene Front eröffnete und planlos aus den Wäldern zuschlug, solange würden sich diese italischen Parasiten täglich weiter gen Norden ausbreiten.

Die Diskussion über dieses Thema mit Diviciacus war nicht besonders fruchtbar verlaufen. Zwar waren sich die beiden einig, was es zu erreichen galt, doch schien Diviciacus ein ziemlicher Träumer zu sein. Glaubte an Helden und dergleichen. Cetus war zu lange bei der Legion gewesen, um diese Überzeugung noch zu teilen. Helden gab es nur in Geschichten. Hier in der Wirklichkeit musste jeder zusehen, wie er das Beste aus seiner Situation machte. Bereit sein, schmutzig zu werden, um sein Ziel zu erreichen.

Der Nette. Ja, er war so nett.

Und weiter geht es mit OOC!

Andera und Adran haben sich über unsere weiterführende RP-Karriere Gedanken gemacht. Zwar scheint Eschaton laut Mashia nun doch nicht ganz so seltsam, doch hat Adran da die Nase voll davon. Mir ist das ziemlich egal, ich spiele überall, solange ich die richtigen Leute um mich herum habe. Meinen guten Willen dahingehend konnte ich auch direkt demonstrieren. Die beiden Mitstreiter hatten sich als Auftragskiller ausgestattet. Ich hatte zwar keine Sonnenbrille (echt nicht!), konnte aber meinen Eifer mit Hilfe eines rosa Haarreifs mit ebenfalls rosa Hasenohren daran optimal ausdrücken. Ich bin unverdächtig im olympischen Maßstab.

Ein anderes Thema. Prosa.

Ich wurde königlich geowned. Aber sowas von! Hielt ich mich bisher für ganz begabt in Sachen ironisch gebrochener Formulierung gedrechselter Sätze, wurde mir gestern mein Meister präsentiert. Mann, das liest sich so genial! Eine Mischung aus dem lakonischen Stil eines Egner (es hat viel von „Die Beatles-Tochter“ und „Die Bergmann Buben und ihr Vater“), den Alltagsbeobachtungen eines Helge Schneider (Die Reiseerzählung „Eiersalat – eine Frau geht seinen Weg“ sei hier erwähnt) mit einem Schuss Karl-Valentinesker Verschmitztheit.

Aber bevor ich weiter lobhudele einfach mal ein paar Zitate:

  • Der Name meiner Gefährtin, Melisande, schießt mir die letzten Tage öfter durch den Kopf, als die runden Ärsche meiner Sklavinnen.
  • Mit den Mädchen Zeit zu verbringen ist unbeschwert und unkompliziert, sie sind lustig und witzig und mir deshalb so viel ähnlicher, als  jede Freie es jemals sein könnte.
  • Meine Gefährtin hat Verständnis für meine Kastenpflichten, nicht aber für mich als Mensch, denn sie kennt meine Bedürfnisse nicht, versteht nicht meine Denke und sieht alles nur durch einen Schleier!
  • Nicht nur ihre Wortgewandheit, auch ihr Geschick sich um Antworten zu drücken und ihr unbestreitbarer Charme, weisen mich darauf hin, dass diese Frau etwas im Schilde führt.Meine Patroullie um ihr Haus, bei der mir meine Sklavinnen Tharna und Sul Gesellschaft leisteten, führte mich schliesslich durch ihre Tür.
  • Sie ist wie ein Tabuk in den Fellen, flink, aufmerksam und weich, aber auch dünn und schmal, schwer zu packen, am Körper wie am Geiste.
  • Sie zeterte noch ein Ihn und dann kam der Tod herbei. Der Schmied und ich beließen es dabei und gingen in die Stadt zurück.

– Alle Zitate von http://tonkzter.wordpress.com/

Die durch die Reihung von Ernst und Komik erzeugte Fallhöhe ist so geschickt gewählt, dass man den Übergang fast nicht wahrnimmt und dann um so überraschter ist. Adrans Meinung, das Ganze sei durchweg Ernst gemeint, kann ich widerlegen: Zu wenig Rechtschreibfehler. Der Mann hat die Kommasetzung jedenfalls deutlich besser drauf als ich. Was natürlich nicht viel heißt. Ich begrüße einfach mal eine weitere Feder der komischen Zunft in unseren Reihen. Gibt noch nicht genug von uns – keep up the good work!

Auf jeden Fall sei die Lektüre dringend empfohlen. Zu finden ist das Ganze hier.

Nachtrag: Adran hat´s erspäht – Tonkzter goes international! Gut, dass ich die besten Zitate gestern noch auf Deutsch retten konnte. Aber auch auf Englisch bleibt es wunderbar zu lesen. Read it and weep!

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  1. Adran
    12. September 2012 um 9:30 am

    Er hat’s jetzt auf Englisch übersetzt? Ich bin verwirrt.

    • 12. September 2012 um 9:32 am

      Wer hat was auf Englisch übersetzt?

      Oh … ja… 0_0

      Na, offensichtlich nicht er sondern der Google Translator. Aber es bleibt humoristisch, von daher bin ich auch damit sehr zufrieden.

  2. Tanja
    12. September 2012 um 10:32 am

    Irgendwie entgeht mir da weitesgehend die Komik. Vermutlich zu subtil für mich. Aber ich bin ja auch humorlos.

    • 12. September 2012 um 10:36 am

      … und außerdem frisst Du Kinder! 🙂 Ohne Milch.

  3. Adran
    12. September 2012 um 10:40 am

    Du findest „Sie zeterte noch ein Ihn und dann kam der Tod herbei. Der Schmied und ich beließen es dabei und gingen in die Stadt zurück.“ nicht komisch und beinahe poetisch? Stell dir vor wie Hans Paetsch (der Typ mit der tiefen Stimme den wir alle aus Märchenhörspielen kennen) DAS vorliest!

  4. Tanja
    12. September 2012 um 12:01 pm

    „Und ihr Hals wird immer länger…Ihr Gesang wird bang und bänger. Jedes legt noch schnell ein Ei und dann kommt der Tod herbei. Witwe Bolte in der Kammer…. usw usw“

    And the oscar goes to…….. Wilhelm Busch!!!

    Kurz gesagt…. nö, find ich nicht.

  5. 12. September 2012 um 12:47 pm

    ich bin durchaus dafür dem Sektor 7 Dingens noch mal eine Chance zu geben.

    • 12. September 2012 um 12:55 pm

      Aber NICHT in der Suppenküche! Und ich mag auch kein hüpfender Mutant sein. Sani ginge noch … oder mein Standard-Wahnsinniger.

      • 12. September 2012 um 1:06 pm

        also Känguru Mutant würdest du aber echt süß aussehen, außerdem hättest du immer einen Beutel dabei ^^

        ich dachte schon un unseren ursprünglichen plan. Müssten wir mal mit den Admin absprechen wir könnten ja auch einen auf Raider machen, also nicht das Blauhelm Militär

      • 12. September 2012 um 1:44 pm

        zb als eine Kommunistisch / Anarchistisch geprägten Widerstandsgruppe die für die Freie der Leute kämpft, gegen die macht des Militärs

        • 12. September 2012 um 2:08 pm

          Klingt gut. Das könnt´ ich mir vorstellen. Aber nochmal so ´n „Ich Admin, Du nix“-Klops und das wars. 🙂

          • 12. September 2012 um 2:25 pm

            muss nur mal jemand mit der zuständigen Admin schnacken,

      • 12. September 2012 um 4:57 pm

        hüpfen wird überbewertet“ meine heidi tut’s auch nicht. davon ab, mutanten können auch sanis sein, wo kämen wir denn hin, wenn nur die weichhäuter sanitär veranlagt sein dürfen? wie angedroht, hier mein kurzer bericht über mein rp-einstieg auf eschaton:

        http://cuberia.wordpress.com/2012/09/12/mein-erster-blog-oder-aus-alma-wird-heidi/

        hoffe, es ist ok, dass ich den link hier einstelle, falls nicht, einfach löschen. 🙂

  6. 12. September 2012 um 1:46 pm
    • 12. September 2012 um 2:09 pm

      Longus ist in etwas Verstrahltes gefallen? Ach ne, ist ja so geboren.

  7. 12. September 2012 um 2:29 pm

    ach falls du noch eine Idee brauchst für deinen Narben Laden, ich habe neulich etwas gesucht das mit auf den Skin Bikini steifen macht und leicht verbrannte haut, eben wie als ob man nen ticken zu lang in der Sonne war, gerne auch spuren einer Sonnenbrille. Im Marketplace gab es das nur total übertrieben.

    • 12. September 2012 um 2:42 pm

      Hatte ich mal für Lolas Laden gemacht. Wollte keine Sau haben. 🙂

      • 12. September 2012 um 2:46 pm

        ich bin ja auch keine sau, deswegen habe ich so was gesucht

        • 12. September 2012 um 2:59 pm

          Müsste ich nochmal neu machen, da das zu einer Zeit war, als man noch ohne Tattoolayer auskommen musste. Mal sehen, wann ich dazu komme. Ich behalts definitiv im Hinterkopf!

          • 12. September 2012 um 3:22 pm

            nen großer Markt ist das zwar bestimmt nicht, aber es gibt doch immer ein paar verrückte detail freaks

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