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Das ist alles so bunt – pimp your screenshot

23. November 2012

Weil ich gestern nicht viel getan habe (die Sicherung meiner externen Platte dauerte doch länger als gedacht … viel länger!), gibt es statt eines RP-Berichtes hier nun mal etwas ganz supitoll-besonderes: Screenshot-Zeug!

Ich bin ein naturfauler Mensch – wie vermutlich 90% aller Leute. Und deshalb möchte ich zwar einerseits hübsche Bilder für das Blog, andererseits aber nicht viel dafür tun. Das resultiert darin, dass ich Landschaftsbilder praktisch kaum retuschiere. Dauert einfach zu lange. Bei Charakterportraits sieht das anders aus. Je nach Lust und Laune stecke ich da schon deutlich mehr Energie hinein.

Bei Bildern von Sims aber … tja, da kommt die Faulheit! Und weil jeder schöne Bilder machen kann, wenn er nicht grade mit dem hamsterbetriebenen Amish-Computer aus unbehandeltem Birnbaumholz unterwegs ist, hier mal ein kleiner Guide.

Als erstes braucht man gutes Ausgangsmaterial. Aus Scheiße kann man nur mit viel zuviel Aufwand Gold spinnen! Wer glaubt, aus schlecht ausgeleuchteten und undurchdacht komponierten Bildern etwas rausholen zu können, der stelle sich auf einige frustrierende Stunden im Bildbearbeitungsprogramm seiner Wahl ein. Zur Komposition sage ich jetzt nichts – da gelten die selben Regeln wie bei „normaler“ Fotografie und das ist mit etwas Übung (jawoll, von allein kommt nix!) für jeden, der den aufrechten Gang gemeistert hat, erlernbar!

Also, auf zum Ausgangsmaterial. Zuerst ist es wichtig, sich Gedanken zu machen. Einfach mal so rum-screenen bringt nicht das Optimum. Windlight kann extreme Unterschiede erzeugen und ein Motiv in völlig verschiedene Richtungen lenken. Beispiel siehe hier:

Kühle Farben, sehr düster. Die wenigen Wolken betonen den kaum sichtbaren Horizont.

Das ist schon ganz anders – zwar ebenfalls kalte Farben, aber durch die extreme Lichtführung und die harten Schatten entsteht der Eindruck eines Sommertages. Dazu kommt, dass das sehr gläsern wirkende Cyan des Mittelgrundes eine schwebende Athmosphäre erzeugt. Beide Vorlagenbilder sind noch unbearbeitet – nur von 4000 Pixel Breite auf 1600 Pixel Breite verkleinert, damit hier niemandem der Rechner platzt. Lädt man alle erhältlichen Windlight-Settings hat man eine Bibliothek von über hundert Einstellungen. Für „normale“ Screens sind dafür etwa zwanzig gut verwendbar. Wobei ich keine Einstellung unverändert lasse. Ich baue mir meist selber Settings, die ich zwar eifrig speichere aber dann nie mehr verwenden kann, da sie speziell auf eine Situation zugeschnitten sind. Man sollte in jedem Fall keine Scheu haben, an allen Reglern in allen Tabs wild herumzuschrauben.

Ich arbeite immer mit so großen Bildern, was zwar großartig für Details ist, aber leider dafür sorgt, dass ich Depth of Field nicht benutzen kann. Dieses Feature funktioniert nur auf der exakten Bildschirmauflösung optimal, alles darüber ist kaum noch sichtbar, außer man dreht alles hoch bis Anschlag, was dann aber auch nicht mehr gut aussieht. Das ist schade – muss man aber mit leben. Ich simuliere mir DoF bei Bedarf. Wie, das zeige ich noch.

Noch etwas zur Technik – beide Screens sind mit dem aktuellen Beta-Exodus entstanden. Ich wechsle nach Lust und Laune zwischen dem Niran´s Viewer und dem Exodus. Beide Viewer sind etwa doppelt so flott unterwegs wie der Firestorm, es mangelt ihnen dafür aber natürlich an den Bequemlichkeitsfeatures der Konkurrenz. Dafür sind sie in Sachen Screenqualität unschlagbar.

Also, auf geht´s! Ich arbeite hier mit Photoshop 7, einem Dinosaurier (derzeit ist CS6 aktuell …), der aber den Vorteil hat, dass die Dinge die der kann, auch garantiert der Freeware-GIMP draufhat.

Erstes Ding – die Linien entfernen. Die hat man immer, wenn man oberhalb der aktuellen Bildschirmauflösung Screens macht. Man kann sie wegbekommen, wenn man Kantenglättung deaktiviert – aber das ist den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. Also muss/kann man sie eben von Hand entfernen. Dazu nimmt man das Linien-Auswahlwerkzeug, wählt eine Pixelreihe über der miesen dunklen Linie aus, STRG-C, STRG-V, einen Tab nach unten bewegen, Ebenen auf eine reduzieren – fertig! Das selbe gilt dann auch bei den senkrechten Linien (hier im Beispielbild sieht man sogar eine Kreuzung) entsprechend.

Manchmal hilft aber gar nichts mehr … wie hier zum Beispiel. Da hat die Linie noch einen Schatten mit sich gezogen. Da kann man entweder mit dem Stempelwerkzeug rangehen und mühsam von Hand retuschieren oder man sagt sich „Drauf geschissen …“. Ich habe mich mal für letzteres entschieden. Bei Charakterportraits oder „wichtigen“ Bildern hätte ich entsprechend tief geseufzt und mich an die Arbeit gemacht.

So, weiter geht´s! Weil Second Life bei Screenshots in Sachen Gammawerte nicht so in die Vollen gehen kann, wie ich das manchmal gern hätte, kann ich das ändern. Am Einfachsten geht das, in dem ich die Ausgangsebene dupliziere und diese zweite Ebene auf den Füllmodus „Weiches Licht“ stelle. Das kostet meistens ein paar Nuancen, so dass man mit diesem Feature sehr vorsichtig umgehen sollte. Es ist auch sicherlich nicht immer angebracht.

Und wenn man sich nun denkt „och, ne andere Farbe wäre viel hübscher“, muss man nicht zwingend noch einmal in Second Life. Man kann die „Weiches Licht“-Ebee auch einfach per Verlaufsumsetzung nach Gusto färben und schon sieht das ganze Bild wieder anders aus.

Wie schon erwähnt ist Depth of Field ab einer gewissen Bildgröße nicht mehr zu sehen, so dass ich mir selber etwas Weichzeichne. Dazu gehe ich in den Maskierungsmodus (einfach „Q“ drücken). Wenn ich nun einen Verlauf übers Bild lege, wird er in Rot angezeigt – wie alles, was ich im Maskierungsmodus tue. Wechsle ich dann wieder (nochmal „Q“) in den Arbeitsmodus, wird aus der Maske eine Auswahl. Diese kehre ich um und wende den Gauss´schen Weichzeichner mit Gefühl an. Und schon ist der DoF-Workaround fertig!

So, fertig. Wie man sieht: Absolut wichtig ist, dass das Bild schon vor der „Behandlung“ funktioniert hat. Jede Nachbearbeitung ist immer nur ein klein wenig Kosmetik für den persönlichen Geschmack. Sie ersetzt definitiv kein gutes Bildmaterial. Niemand macht plötzlich gute Screens, nur weil er Photoshop zur Verfügung hat. Der entscheidende Faktor ist, sein Auge stetig zu schulen. Viele Screens zu machen. Ein Fotograf für GEO macht dreitausend Fotos, damit eines in die Zeitschrift kommt. Nicht, dass ich das jetzt direkt vergleichen möchte – aber es zeigt, dass man viel, viel Übung braucht. Diese Zeit sollte man sich einfach nehmen, wenn man Spaß an guten Bildern hat. Will man „nur mal so“ seine SL-Erlebnisse konservieren, reicht auch ein „Schatten an, nettes Windlight, Screenshot speichern“ dicke aus, dafür ist die Technik mittlerweile ausgereift genug.

Also – viel Freude beim Festhalten der virtuellen Wunder!

… und ich habe jetzt noch einen Arbeitstag vor mir und dann geht es für fünf Tage zu Lola! Es kann sein, dass ich in dieser Zeit manchmal on bin oder sogar Blogeinträge schreibe (Lola ist kein Morgenmensch … ich schon!) – aber versprechen kann ich nichts. Also – bis spätestens nächsten Mittwoch!

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  1. 23. November 2012 um 9:53 am

    Hey ,super und wieder etwas gelernt. Da ich ja so der *learning by doing* Typ bin, kommt dein Beitrag prima und hilft mir nochmals weiter 🙂

    • 23. November 2012 um 9:58 am

      Ich hoffe mal, Du musst nicht mit dieser Dampflok unter den Photoshöppen unterwegs sein, sondern hast etwas Neueres. 😀
      Wobei das für die minimale Bearbeitung dicke langt. Nur die Ebenenverwaltung ist in dem alten Teil zum Weglaufen.

  2. 23. November 2012 um 10:17 am

    Bildbearbeitungsprogramm ist gerade das womit ich mich beschäftige. Eigentlich war es nur aus einer Not geboren. Wir bekommen eine neue Haustüre und konnten uns nicht entscheiden und waren nicht sicher ob wir mutig sein sollen und eine rote nehmen 🙂
    Da hab ich von der Hausfront ein Bild gemacht und mit Gimp einfach die verschiedenen Türen reingebastelt. Das war ein lustiger Abend und hat mir so viel Spaß gemacht das ich gern weiter experimentieren möchte.
    Ich wünsche dir eine tolle Woche bei Lola!

    • 23. November 2012 um 10:26 am

      Gimp ist grausam, wenn man Photoshop gewohnt ist. Ungefähr wie wenn man immer mit dem ICE fährt und nun gezwungen ist, plötzlich mit der Draisine durch die Landschaft zu holpern. -_- Aber das ist glaube ich eine persönliche Sache. 🙂

  3. 23. November 2012 um 2:41 pm

    Gimp ist auch nicht so mein Dingen.Am Anfang kam ich mit PS gar nicht klar und gimpte herum. Es war dann eine riesige Erleichterung,als wer kam und mir mit PS auf die Füße half. Seit dem sehe ich es wie du Zasta. Gimp habe ich zwar aber nutze es so gut wie nie 🙂 Und wenn du nun immer wieder mal son kleines Tutorial bringst ,werde ich sicher noch zum Könner. Na gut Könnerin „schmeichelt mal Zasta um den bart, du erklärst das so schön,das sogar ich es verstehe“ ;D

    • 23. November 2012 um 7:55 pm

      Letztendlich ist PSP unglaublich riesig und komplex. Zu jedem Ergebnis gibt es mehrere (sogar viele!) Wege. Klar, dass man das nicht alles so einfach mal erklären kann – vor allem, wenn man keine konkrete Problemstellung hat.

  4. 23. November 2012 um 9:11 pm

    Gimp ist halt kostenlos und um rauszufinden ob man länger als ne Woche Spaß an Bildbearbeitung hat finde ich das vollkommen ausreichend.

    • liweistardust
      24. November 2012 um 9:29 am

      nee Mell nee. Hätte ich mit Gimp angefangen hätte ich nieeeemals Spass an Bildbearbeitung gefunden. Neva!
      lacht.
      Okay, ich arbeite auch selten mit PS sondern mit einem Programm das schon seit Jahren am Aussterben ist, und im Prinzip zu 98% kann, was PS auch kann.
      Aber eins ist sicher, auch wenn ich selten mit PS arbeite – ich hätte darüber einen Einstieg gefunden, damals als ich meinte Kunst schaffen zu wolllen, lange vor SL. Über Gimp niemals nicht. Das hätte ich vermutlich nach ein, zwei Wochen wieder aufgegeben.
      Andererseits ist es natürlich ein sehr individuelles Ding wie jemand mit der Menüführung eines Proggis umgeht.
      Vielleicht liegt Dir Gimp ja einfach.

  1. 23. November 2012 um 2:12 pm
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