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Wolfszahn, Rabenfeder, Blut. Syracus 82 v. Chr.

29. April 2013

We_Heart_RP_Vendor_004Tunk … tunk …tunk .. Trommeln, die nicht mit Rhythmus der Musik übereinstimmten. Tief aus dem Bauch der Kalksteinhöhle, zu hören nur dann, wenn man nicht hinhörte. Herzschlag in totem Leib. Geruch nach Menschen. Dingen, die diese Menschen taten. Nicht nur Menschen …

Er riss den Kopf nach oben, gezogen wie an einem Marionettenfaden. Sein Blick irrlichterte durch den Rauch der Kohlebecken. Über die Köpfe der Menge, die sich ekstatisch bewegte. Ein Tier mit hundert Händen. Weiter hinten .. vorne? Die Kappadozianerin. Die bleiche Mädchen-Totenfrau kniete inmitten einer Gruppe von Männern. Ihr Blick ins Leere, ihre Lippen von den Fangzähnen zurückgezogen. Sie wiegte sanft hin und her … Trommeln. Und dabei schlug sie traumverloren mit der Kraft der nicht-Lebenden auf den Brustkorb einer liegenden Figur ein, die schon lange aufgehört hatte, sich zu bewegen. Blutfäden an ihren Knöcheln, die sie sich an den aus der Masse des Oberkörpers ragenden Rippenstümpfen aufgerissen hatte.

Er war froh für sie. Sie schien glücklich. Nicht richtig! Falsch!

Wo war … Kassandra? Nicht hier. Auf dem Weg zum Altar. Irgendwo. Hilf ihr!

Wo war Nefarion? Hels Krallenfinger an seinem Rockzipfel, das wäre schön. Warum hatte der Ägypter sie hergebracht?

Varo?

Er wollte den Lasombra-Händler jetzt nicht suchen. Du hast es ihm versprochen! Er wollte zurück in die Wärme der Trommeln. Ihr habt gesagt, ihr passt aufeinander auf! Es war doch nicht schlimm. Alle hatten … Spaß? Ihr habt gesagt, ihr lasst nicht zu, dass es euch einfängt! Die Kappadozianerin hatte Spaß. Er hatte Spaß.

Er fühlte Lippen auf seiner blanken Brust. Finger an seinen Flanken. Fallenlassen … Spaß. Ja. Tief in das rote Dunkel in sich tauchen. Den Trommeln zuhören. Warum wollten die Römer so etwas verbieten? Es ging doch allen gut …

Varo?

Das Versprechen stach ihm wie ein Dorn in die Seite. Unwillig hob er wieder den Kopf, drängte die warmen Hände auf seinem Körper aus seinem Bewusstsein.

Es dauerte eine Weile, doch dann sah er den Lasombra. Vor ihm kniete ein dunkler Haufen Mensch auf dem Boden, nach unten gedrückt von der Sandale des Kainiten. Die Finger des Händlers krallen sich in den Nacken einer mit eckige Bewegungen von ihm wegstrebenden Frau.

Alles in … Ordnung? Varo hatte … Spaß?

Für einen Trommelschlag noch sah er Kassandras leere Augenhöhlen. Dunkle Schlünde, krustig von Blut.

Und dann war nur noch jetzt. Wärme, Trommeln, Haut, Blut. Den einfachen Weg gehen und sich ziehen lassen. Die Zähne des dunklen Phöniziers in seiner hellen Schulter.

Keine Fänge? Nicht gut. Viel zu wenig. Er wollte mehr. Mehr Blut. Mehr Schmerz. Mehr Leben. Die Augen des Mannes vor-unter ihm weiteten sich kurz. Angst? Egal. Mehr. Mehr sein. Jetzt.

Trommeln. Der Herzschlag. Keine Höhle. Ein Wald, dunkel. Die Bäume schwarze Säulen vor silbernem Himmel. Mehr! All´das aufnehmen. Die Brust sich weiten lassen, bis man mit sich selbst jeden Stein, jedes Blatt umfasste. Leben. Überall Leben!

Wie ein Pfeil, der am Punkt der höchsten Spannung von der Sehne schnellt, schoss er zurück in seinen Körper. Vollständig. Der Rauch, der ihm die Sicht genommen hatte – verschwunden. Die Trommeln – unbedeutend. Er war. Vollständig.

Er warf den Kopf zurück und heulte.

Und dann holte ihn das Chaos ein.

Fell, vier Beine, keine Finger, keine Hände! Tier!

Der Phönizier schrie und der Laut bohrte sich wie ein Messer in seine empfindlichen Ohren. Der dunkle Mann, drehte sich unter ihm weg, kam taumelnd auf die Beine, stieß Menschen zur Seite. Rannte.

Es … rannte. Jagen!

Der riesige silberne Wolf spannte sich an und schoss hinterher. Es rannte, er jagte es.

Spaß.

Und im Kopf des Tieres ging die Stimme unter, die brüllte „Suebicus Flavus, Optio equitum, Ala secunda, Legio Prima Augusta!“ … nicht Wolf.

————–

OOC. Mir war danach, eine kurze Episode aus meinem Samstags-Vampire-Rome-RP aufzuschreiben. Cetus´ erste Verwandlung in einen Wolf. Es hat sich einfach ergeben, als unsere Gruppe eher unerfolgreich versucht hat, den Dionysos-Gottesdienst eines Malkavianers aufzuhalten (zum zweiten Mal. Wir sind nicht sehr lernfähig). Mittlerweile ist er zwar wieder menschlich (für die Empathischen hier: Der Phönizier ist entkommen), jedoch hat er keine Ahnung, dass diese Verwandlung etwas Positives ist, das er bewusst einsetzen kann. Er ist der Meinung, von einer Hexe verflucht worden zu sein. Kann passieren, dass man sich so etwas einbildet, wenn der Sire gerade nicht da ist und auch sonst kein älterer Gangrel, der einem das erklären kann.

Die Bebilderung passt auch, da ich diesen Avatar nach Cetus´ Sire Kurtabeles gebastelt habe. Weil mir danach war.

Die Wunde kann man ab Mai bei diesem „We Herz/Eistüte/Hodensack RP“-Event für billig Geld erweben. Wunde, Nähte und Narbe zum halben Preis. Ich hasse es, Vendorbilder zu machen. Ich glaube daran, dass man von solchen Plakaten mit Photoshop besser weiträumig weg bleibt, weil der Kunde schließlich sehen möchte, wie das Ding tatsächlich aussieht und keine geschönte Version erleben möchte, die dem, was er dann aus dem Päckchen zieht, nichtmal entfernt ähnelt. Das kommt meiner natürlichen Faulheit sehr entgegen, sorgt aber dafür, dass mein Zeug immer unglaublich kacke aussieht. Naja, kann man nichts machen. Lieber Ehrlich.

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  1. Mell
    29. April 2013 um 11:16 am

    *klebt großzügig Pflaster auf die Kratzer* Ist bald wieder gut! *gg*
    Mittwoch ist ein Feiertag, wollen wir da vielleicht am Tag dann mal auf die Fantasy Fair? So in der Mittagszeit könnt ich sicher wenn der kleine schläft.

    • 29. April 2013 um 11:17 am

      Die ging nur eine Woche! Wir ham´s verpasst.
      Ich war auch völlig verblüfft. So ein riesen Ding, so voll … und dann nur so kurze Zeit.
      Na, Pech für uns.

  2. Mell
    29. April 2013 um 11:22 am

    Oh nein! Ich will doch das Kleid…ich hab doch nix zum anziehen *schmollt*
    Ich möcht trozdem das wir uns sehen. Rèmys Kurzhaarschnitt hab ich noch nicht gesehen und das Pferd ausprobieren.

    • 29. April 2013 um 11:30 am

      Dann probier mal, ob sie heute noch bis abends offen haben. Vielleicht hast Du Glück!

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