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See them tumbling down …

8. Mai 2013

Django_aVon den abgeschliffenen Hügeln im Norden kam ein staubsatter Wind, der mit seiner trockenen Hitze die Feuchtigkeit von den Augäpfeln zog. Vor-unter ihm die Stadt. Wenn man es Stadt nennen wollte. Hier im Grenzgebiet hieß alles Stadt, was mehr als drei Häuser versammelte. Stolze Namen für armselige, gesetzlose Käffer, meist garniert mit zum Scheitern verurteilten Begriffen wie „Hope“ oder „Freedom“.

Er zog die Schultern zurück und spuckte etwas Staub, der sich hier überall hineindrängte, auch zwischen die Zähne. Dann ritt er an. Hinunter. Nach Hope-Freedom-Blessed-wasauchimmer-Gulch-Town-wieauchimmer.

Django_bSeine Quelle war so zuverlässig, wie sie sein konnte, wenn man jemandem das geschäftsmäßige Ende einer Flinte ins Gesicht steckte. Der Kerl würde hier sein. Warum auch immer. Sollte er nicht zuhause auf der gemütlichen Plantage sitzen und mit all´ den anderen Crackern auf der Sonnenseite des Lebens tun, was auch immer sie taten, wenn sie nicht ihre kälbergroßen Hunde auf Fünfzehnjährige hetzten? (Er hörte immer noch als wäre es gerade jetzt geschehen und nicht zwei Jahrzehnte her, das fröhliche „Zehn Dollar auf den Mastiff!“, während ihm das Blut in den Ohren rauschte und der Raubtiergeruch ihn einzukreisen schien … der Mais, hoch wie der Himmel, ihn peitschte, der rettende Fluß so weit entfernt … Dolchzähne …)

Egal. Er war hier. Und er hatte eine Verabredung.

Vorbei an einem liebevoll zum Scheitern verurteilt gemalten Ortsschild, das er nicht lesen konnte (wer hätte ihn je zur Schule geschickt?), über die Hauptstraße, leer und kahl wie ein Feld im Winter. Auf etwas zu, das sich viel zu optimistisch „Hotel“ nannte und „luxury“ anbot (so vermutete er. Das Geschnörkel an der Wand zeigte jedenfalls eine Frau und eine Badewanne. Plus diverse Zeichen). Gerade gut genug für …

Er hielt das Pferd vor dem Gebäude mit der bunt bemalten Fassade an. Geräusche von Musik und Stimmen. Wie fühlte es sich an, so nahe am Ziel? Er biss die Zähne zusammen und zischte zu sich selbst, wie um für die bevorstehende Begegnung zu üben „Schön Sie zu sehen, Masta …“

Gerechtigkeit braucht Zeit.

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OOC: Tja, spontan kommt oft. Diesmal ausgelöst von Adrans Kauf eines Western-Anzugs. Nein, ich habe „Django Unchained“ noch nicht gesehen, werde dies aber sicher irgendwann tun, um die Tarantino-Reihe nicht zu unterbrechen.

Eigentlich war´s eher eine Schnapsidee – wie üblich. Und schon daran scheiternd, dass alle Western-RP-Sims laut Adran aussehen wie aus Playmobil gebaut. Und Immersion läuft nunmal in SL auch stark über die optische Schiene, so dass dergleichen ein ganz schöner Abturner ist. Außerdem habe ich von der Zeit kaum Ahnung, habe nur mal ein Buch über die Entwicklung des McClellan-Sattels gelesen … und natürliche alle Bände von „Les Tuniques Bleues„. Aber prinzipiell bin ich für diese Epoche und Region leider sehr bildungsfern.

Spaghettiwestern wär trotzdem lustig.

Völlig unzusammenhängend an dieser Stelle ein Gute Besserung! zu Andera, die sich gerade von einer unguten Begegnung mit einem SUV erholt. Ich stelle mir das Ganze so vor.

In SWTOR habe ich mit meinem Juggernaut das erlebt, was in diversen Tumblrs gern „the Quinncident“ genannt wird. Ich habe mich wie ein Aal um Spoiler gewunden und hatte zum Glück auch nur eine vage Ahnung, so dass ich doch noch einigermaßen überrascht war. Und dann kann man ihn nur so ein bissel Vader-Schütteln! Luftschleuse, Tritt in Arsch! Geht leider nicht. Na, machen wir eben auf verständnisvollen „Lass uns drüber reden“-Sith und legen ihm ´ne Haarbürste ins Bett.

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