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Akkon 1229, erste Nacht

5. Juni 2013

Akkon_Abend1_aIch weiß, dass dieser Blogpost-Titel Adran enttäuschen wird, der vermutlich „I’ll teach your grandmother to suck eggs!“ erwartet hatte. Aber man kann nicht an zwei Tagen Songtexte als Titel verwenden. Als kleine Geste der Versöhnung gibt es ein Bild von Andera mit einem Skelett-Avatar. Nein, sie hat nicht mitgespielt, sie war vorher einfach nur zu Besuch in Akkon. Man beachte das Loronje-Wappen auf dem Hut.

Akkon_Abend1_bWir hatten fünf Vampire (oder fast-Vampire) in der Stadt, was ich für ein informelles Kennenlern-RP sehr gut finde. Mit Mashia und Mori kam ich zwar nicht ins Spiel, das lag aber daran, dass ich erstens nicht sehr lange da war (wie üblich) und zweitens dass eben nicht alle auf einem Haufen begannen.

Für mich selbst war der Abend eher gemischt. Es war solides RP und es tat gut, mal wieder in Ruhe einen Charakter entwickeln zu können. Aber irgendwie kam ich nicht wirklich rein. Hätte ich charakterkonform gehandelt, hätte es gleich am ersten Abend eine handfeste Prügelei mit höchstwahrscheinlich tödlichem Ausgang gegeben. Liegt daran, dass ich bisher in jeder P&P-Vampire-Runde mit allen Mitspielern einer Meinung war, dass wir „die Helden“ sind. Soll heißen: Jeder Vampir, den ich spiele, ist ein gut-edler Carebear. Mir macht das intrigant-böse einfach keinerlei Laune. Ja, klar – Friedrich hat nicht die Bohne „böse“ gehandelt, sondern ganz normal und völlig im Einklang mit seiner Clansphilosophie – aber genau das hätte eben so aufeinander aufgebaut, dass ein Platzen von Rémy unausweichlich geworden wäre, wenn ich auf meinem „Ey, Alter, die Lady hat NEIN gesag!“ weiter herumgeritten hätte. Hinzu kommt, dass es maximal unhöflich ist, sich in sowas einzumischen, aber mir fiel nichts anderes ein. Damit mag ich das Klassenziel um mehrere Meter verfehlen, was im P&P kein Ding ist, da alle meine Mitspieler dort genauso gestrickt sind; wir retten die Welt, ob die das will oder nicht. In Second Life ist das natürlich anders. Hier treffen die verschiedensten WoD-Vorstellungen aufeinander und müssen nicht zwingend parallel laufen.

Akkon_Abend1_cDa ich jetzt nicht vorhabe, meinen Promethäer-Schwachsinn (die Vampir-Sekte, die an einer Neuauflage von Karthago bastelt. Offenes Zusammenleben mit Menschen undsoweiter) jedem aufzudrücken, ist es vermutlich besser, wenn ich eher meinen Banu Haqim spiele. Der hat wenigstens allen Grund, in Opposition zu leben und geht damit keinem auf den Sack.

Ist einzig und allein mein Problem. Ich hab´s einfach nicht gebacken bekommen. Wenn man mit turmhohen Erwartungen an das Setting und sich selbst in eine Sache hineingeht, braucht man sich auch nicht wundern, wenn man der Länge nach auf die Schnauze klatscht.

Na, mal schauen. War ja erst der Einstiegsabend. Und Spaß hat es auf jeden Fall gemacht. Dann nächstes Mal den Dunkelhäutigen und sehen, ob der sich besser schlägt.

Außerdem muss ich mal die anderen Vampire kennenlernen.

Arghlll…. Das klang jetzt alles nach meinem üblichen „Ich analysiere mich zu Tode“-Scheiß. Quatsch. Es war geil. Passendes Setting, passende Stimmung, passendes RP. Und wenn ich das nächste Mal Nur ad-Din spiele, wird es noch besser. Punkt.

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  1. Adran
    5. Juni 2013 um 7:36 am

    Das tut mir leid, war nicht meine Absicht. Als richtiges „Helden“spiel habe ich die World of Darkness nie empfunden, aber evtl. liegt’s ja auch an mir? Ich werde mal in mich gehen.

    • 5. Juni 2013 um 7:48 am

      Quatsch. Du warst klasse. 🙂
      Ich pack den Banu Haqim aus und dann ist das einfacher, weil man dann prima Antagonisten-RP machen kann.

      Und ich sagte ja, dass diese „strahlende Helden“-Sache nur eine Marotte meines Freundeskreises ist. Dass das Einzelschicksale sind ist spätestens dann klar, wenn man ein Vampire-Regelwerk aufschlägt. 😀

  2. mori
    5. Juni 2013 um 8:12 am

    Yoel und meine wenigkeit hatten unseren Spaß, dabei muss ich zugeben war nicht einfach mit unseren Charakteren zu euch zu kommen. Der flüchtenden Maus sei gedankt das wir es doch schafften. Wir haben selber gemerkt das es schwer ist nach langem WOD entzug wieder rein zu kommen. Aber ich bin sicher das wird sich entwickeln. P&P ist doch nicht das gleiche. Spass macht es dennoch weill es Plastischer ist.

    • 5. Juni 2013 um 8:17 am

      Klar ist P&P nicht das Gleiche. 🙂
      Aber wenn man jedes Wochenende WoD auf eine bestimmte Art spielt, ist es schwierig, aus diesem Mindset herauszukommen.
      Ich denke, wir finden schon alle zusammen unseren WoD-Weg. Dafür ist das kennenlern-RP schließlich da.

  3. dieandera
    5. Juni 2013 um 1:19 pm

    ich bin model ich bin einfach nur dünn^^

    gibt es eigentlich so was wie ne WoD Wiki oder so etwas wo man sich ein wenig einlesen kann?

    • 5. Juni 2013 um 1:28 pm

      Jap. Schau mal in meine Blogroll. In der „Rollenspiel“-Sektion ganz unten. 🙂

  4. Tanja
    5. Juni 2013 um 1:42 pm

    Ich kann das gut nachvollziehen!

    Beim Mensch-ärger-Dich-nicht hab ich auch immer mit mir gehadert…. nehme ich die roten oder die grünen Pinnchen. Die Roten konnte man immer so schön aggressiv spielen… der Hauch des Geschlagen werdens im Nacken der Gegner. Während die Grünen eher eine gemässigten Spielstil pflegen konnten… unauffällig, diskret. Quasi ungesehen alle ins Häusschen bringen bevor die anderen auch nur piep sagen konnten.

    Entscheidungen über Entscheidungen…. Spielen kann echt die Hölle sein! 😉

  1. 6. Juni 2013 um 1:13 pm
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