Larl im Verrpelz

11. September 2013

DRaufsicht_Selnar_aNormalerweise machte es ihm nicht das geringste aus, Dinge, die er geschaffen hatte, wieder zu zerstören. Zerstörung, Veränderung – das war für ihn das, was Leben war. Ein stetiger Ritt auf dem Kamm der Welle. Sich an physische Dinge zu klammern war Unsinn.

Trotzdem … irgendwie war es schade. Aber es musste sein. Entschlossen tauchte er den Pinsel in die Farbe und begann, den Schiffsnamen, den er vor längerer Zeit so kunstvoll angebracht hatte, zu übermalen. Er sah von seinem Platz am Deckkastell nach unten zu Laesio, der mit weiteren Arbeiten zur Unkenntlichmachung der Aequitas beschäftigt war.

Der andere Mann spürte seinen Blick und sah ihn an. Sie tauschten ein Grinsen aus. Es ging wieder los, die Wartezeit war vorbei. Die Aequitas würde Beute schlagen. Mitten im Herz des Feindes.

Begonnen hatte es damit, dass Nereus Ingula dabei gestört hatte … Spaß zu haben. Es wäre nicht viel passiert. Nur etwas Blut. So wenig davon … vielleicht das weiche, pergamentene Gefühl von Organen unter den Fingern … Aber der Capitano hatte ihn mit freundlich-beiläufigen Worten von der Klippe geholt und so war nichts geblieben als der schale Geschmack unerfüllten Begehrens im Mund.

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Zumindest hatte er Ersatz geboten. Laesio hatte von einem Händler eine seltsame Karte erworben, mit der man nicht so recht etwas anzufangen wusste. Ingula hatte keine allzu großen Hoffnungen gehegt. Geheimnisvolle Karten von geheimnisvollen alten Händlern führten selten irgendwohin. Aber er zeigte guten Willen und sah sich das Ding an, neugierig beäugt aus den Schatten von ein paar Sklavinnen und der Urt, deren Blut er nicht hatte nehmen dürfen.

Er hatte geplant zu lügen. Ein wenig Herumfabulieren, damit Laesio sich nicht dämlich dafür vorkäme, sein Gold aus Turmus für Mist weggeworfen zu haben.  Aber … zu Ingulas Überraschung war die Karte kein Tand. Vellum, noch steif und glatt ohne je abgeschabt worde zu sein. Teures Material. Und auch die Karte selbst … Mehr als interessant. Aber sie musste bestimmt werden, um zu sehen, ob sie verlässlich war. Es gab ein paar Orte, an denen genug Karten aus allen Jahrhunderten versammelt waren. Und der nächstgelegene war – Port Kar. Natürlich wäre Schendi sinnvoller gewesen. Erstens weil es kein Feindesland war, zweitens weil Ingula die Hüter der Karten dort kannte (zum größten Teil auch weitläufig mit ihnen verwandt war) und drittens weil es schön gewesen wäre, seinen Heimstein einmal wieder zu besuchen. Nächte warm und wie aus Samt. Essen, das nicht fade schmeckte und der Geruch von Tod aus dem Grün hinter der riesigen Stadt. Das wäre nett gewesen. Aber natürlich hatte der Capitano das Abenteuer vorgezogen. Verständlicherweise.

Und Ingula wäre der Letzte, der sich so einer Reise verweigern würde. Immerhin war er noch nie in Port Kar gewesen. Er hatte zwar in seiner Zeit vor der Aequitas ein, zwei Schiffe schon dort hin navigiert, jedoch hatte er nie einen Fuß auf die Stege der Stadt selbst gesetzt.

Eine gute Gelegenheit, die Lotsen bei der Arbeit zu beobachten und vielleicht einen mitzunehmen, um die schiffbaren Fahrrinnen aus ihm herauszuprügeln. Aber das wäre nur ein Nebeneffekt, wenn auch sicher einer ganz nach dem Geschmack des Ubar. Erst einmal ging es um die Karte …

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Weiter mit OOC. Ich durfte gestern ein wenig herum-Psychopathen. Die Sache dabei ist, nicht zu dick aufzutragen. Ein aus dem Mund schäumender Irrer ist albern und uninteressant. Ein milde Wahnsinniger, der 90% seiner Zeit völlig freundlich und normal ist (der berühmte „nette und hilfsbereite junge Mann“, bei dem die Polizei dann im Keller etikettierte Einmachgläser mit Augen findet), dessen direkte Umgebung völlig sicher vor ihm ist (wie bei dem Serienkiller, der das reale Vorbild für Leatherface war und der nur Touristen erlegt und ausgeweidet hat), der macht Spaß zu spielen. Mal sehen, wie ich das ausbalanciere.

Jedenfalls gibt es nun Piratenaction! Halt, nein. Natürlich Patriotenaction! Für Muttis Larmakuchen, immernoch.

Adran findet das hier für unsere Mopedgang sehr passend:

Ich selbst neige eher hierzu – aber ich bin eben manchmal reichlich konservativ in meinem Geschmack.

Ich habe gestern in Selnar auch alte Bekannte getroffen. SL-Gor ist und bleibt ein Dorf.

Nicht RP-related ist mal wieder aufgefallen, dass SL derzeit technisch ziemlich saugt. IMs kommen nicht an, Leute werden als offline angezeigt, die online sind (Lola dachte, ich wäre im ignore-Modus, dabei stand sie einfach für mich auf offline und ihre IMs prallten ab) und manchmal frisst das Ding einfach ein paar Sätze um dann normal weiterzumachen. Der Local Chat scheint nicht betroffen, nur die IMs. Kacke ist es trotzdem, da man ständig am Nachfragen ist „Hast Du was gesagt?“ oder „bist Du online?“. Das kann ja eigentlich nicht der Sinn eines 3D-Chats sein. Oder einer Online Social Experience. Es scheint auch nicht an mir zu liegen, da andere Leute das Phänomen auch beobachten. Wir werden sehen, ob Linden sich an die Behebung des Problems macht oder es wie üblich erst einmal schön wegignoriert.

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  1. Kendrick McMillan
    11. September 2013 um 9:01 am

    SL Sucks!!! Man ist nach dem einloggen ewig ne Wolke, alles bleibt stundenlang grau, Texturen bleiben unscharf (war da nicht was mit Serverseitigem baking, was so toll sein soll *gggg*), IMs gehen unter, Gruppennachrichten kommen nicht an, ach *winkt ab* im Prinzip ist doch jetzt alles wieder beim Alten, back to the roots oder so.

    • 11. September 2013 um 9:05 am

      Ich hatte nur wieder die selbe unsichtbare Tunika bei der Urt, ansonsten ist optisch gestern alles wunderbar gewesen.
      Aber die Sache mit den IMs nervt schon ganz schön!

  2. Serena
    11. September 2013 um 1:13 pm

    jo, immo isses ziemlich grauslich. Aber irgendwie……. kennt man das doch alles schon in grün

    • 11. September 2013 um 1:13 pm

      Das IM-Problem hatte ich noch nie. Und auch das on/off-Ding maximal mit Adran, der eh immer alles hat.

  3. 11. September 2013 um 5:06 pm

    ach, ich verstehe dein faible für dir rolle des psychopathen. ich liebe sie! erstmal den netten menschen von nebenan mimen. freundlich, höflich, zuvorkommend, ja… regelrecht langweilig bis sich das opfer völlig sicher wiegt. dann… unvermittelt und unerwartet wird zugeschlagen und die taten können grausiger nicht sein. vorbei ist es mit der vorstadtidylle, den vorgärten und rosengezücht im garten. schmerz, pein, angst… all das überwiegt, bis das gefühl der sicherheit völlig aus dem verstand verschwunden ist. yay! psychos sind klasse!

    • 11. September 2013 um 5:18 pm

      So richtig nett ist er ja nun auch im Normalmodus nicht. 🙂
      Aber Du hast recht – die Rolle ist wunderbar.

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