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I don´t care for your worldly treasures. All I want is a nice, young Tomatenfisch.

17. September 2013

Invictus_Port_Kar_aDie Karten tanzten in ihren Lederhüllen, als er zügigen Schrittes über die unter seinen Schritten federnden Stege ging. Er wich späten Passanten aus, drehte sich halb um sich selbst, um einen Wasserträger nicht in die stinkende Brühe der Kanäle zu stoßen und flankte über ein hüfthohes Gitter, das zwei der Holzwege voneinander trennte. Sein Ziel war der weithin sichtbare Mast mit dem Seekaiila-Banner. Das größte Schiff am Kai derzeit. Viel leichter zurückzufinden, als im Gewirr dieser dreckigen Häuser ein Badehaus ausfindig zu machen.

Invictus_Port_Kar_bEin Badehaus, in dem der Capitano und Laesio jetzt noch Dinge planten.

Ingula kraulte im Gehen den Affen auf seiner Schulter am Bauch. „Guuut gemacht“ flüsterte er dem Tier zu, das noch an der kandierten Larma nagte, die es von dieser Kartographenfrau bekomme hatte. Ja, wirklich gut gemacht. Der Navigator grinste und drückte sich kurz an eine Hauswand, als ein schwer beladener Sklave mit etlichen Bündeln Feuerholz an ihm vorbeischwankte. Er klopfte auf den Lederzylinder mit der Wachstuchhülle, der die Beute enthielt.

Die Aequitas … nein, die Invictus, Handelsschiff aus Lydius (Lydius auf Cos?), bis oben hin beladen mit kostbaren wenn auch unsichtbaren Sleenpelzen aus den nördlichen Wäldern, lag vor ihm. Noch ein paar Schritte über einen schwimmenden Markt und er wäre zu Hause. Und könnte eine Abschrift der Karten fertigen, falls etwas passieren würde. Zu Hause, wo alles so war, wie es sein sollte.

Invictus_Port_Kar_cEigentlich war alles viel zu glatt gegangen. Natürlich war es schon ein Fehler gewesen, dass dieser Hafenmeister Ingula und Nereus mit den zwei blaukastigen Frauen allein in die Halle der Karten geschickt hatte. Wirklich ein Anfängerfehler. Das Ding mochte noch so gut bewacht sein – gegen den geballte Witz aus Cos und Schendi konnte man nur verlieren. Ein paar Herzschläge lang fühlte der Navigator sich schuldig, dass Laesio nicht am Spaß hatte teilhaben dürfen und statt dessen den Hafenmeister ablenken musste. Aber auf irgendwen hatte das Los nunmal fallen müssen. Es klang in Laesios wirrer Erzählung später auch nicht so furchtbar schlimm. Irgendetwas mit Sul Paga und einem Urteintopf. Ingula hatte nicht wirklich zugehört.

Jedenfalls waren der Capitano und er mit den Frauen zur Halle der Kapitäne und in den Kartenraum gegangen. Und während Nereus seinen Charme gegen die eine der Beiden spielte, hatte Ingula (dessen Charme wiederum sich in vernachlässigbaren Grenzen bewegte) die andere erst in ein Gespräch verwickelt und dann seinen Affen zu einem sinnvollen Werkzeug umfunktioniert. Nie hätte er vor einem Jahr als er das weinende Affenjunge von seiner toten Mutter abgepflückt und aus einer im nachhinein nicht ganz verständliche Regung mitgenommen und aufgezogen hatte, gedacht, dass der lästige kleine Kerl einmal so nützlich werden könnte!

Was hatte die Kartographin gebrüllt, als der Affe sich auf sie gestürzt hatte! Wundervoll.

Und während die Blaugekleidete sich gegen das  Tier wehrte, hatte Ingula – unter tausend Entschuldigungen („Das tut er sonst nie!“) – das Chaos genutzt, die historischen Karten des Voskdeltabereiches eingesteckt und durch die Blankopergamente ersetzt.

Sieg auf der ganzen Linie. Nereus hatte es übernommen, die beide Frauen noch eine Zeitlang zu beschäftigen, während Ingula sich vom Ort der Tat entfernte, um Laesio abzuholen.

Der Rest des Abends war zunächst ein heftiges sich-Verirren in den unübersichtlichen Kanälen von Port Kar geworden (alle drei fühlten sich auf der endlosen Thassa deutlich sicherer und weniger verloren als zwischen finsteren Häusern) und dann mit Pläneschmieden im angenehm temperierten Wasser eines Badehauses ausgeklungen.

Es war Ingula zwar nicht wirklich gelungen, Laesio von ihm unbekannten Konzepten wie Seife zu überzeugen („was ist aus dem guten, alten Mit-Öl-abziehen geworden?“) aber mit manchen Rückschläge musste man eben leben. Das weitere Vorgehen war Gegenstand einer ausgedehnteren Diskussion geworden, da Laesio und Ingula gern den Hafenmeister mitnehmen wollten, Nereus aber die politischen Konsequenzen scheute, die sich daraus ergeben mochten. Angeblich würde das einen Krieg provozieren, den der Ubar noch nicht wollte. Der Capitano war der Boss, sie würden sich seinen Entscheidungen fügen. Dann eben nur jemand unwichtigeres …

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Weiter mit OOC! Jawoll – ein kleiner Sieg für die Freibeuter von den Inseln. Wie es weitergeht wird sich zeigen. Und was Nereus aus den Anfangsverdächten macht, die er gegen seine beiden Komplizen gesammelt hat, darf er sich auch ganz, ganz alleine ausdenken. Ob er sie direkt diszipliniert, erpresst oder es ihm schlicht und einfach völlig wumpe ist.

Ob wir heute weiterspielen? Ich hätte heute abend Zeit.

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  1. Adran
    17. September 2013 um 7:40 am

    Der Capitano hat sich das optisch vorgestellt, wie sein psychopathischer Navigator und sein volltrunkener … Was ist der eigentlich? … Vollmatrose gemeinsam – naja, und dann ist alles schwarz geworden und der Gedanke wurde wieder gelöscht 🙂

    • 17. September 2013 um 7:42 am

      Volltrunkener Vollmatrose klingt nach dunkler Vollnuss. 😀

  1. 17. September 2013 um 4:32 pm
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