Einmal im Westen …

24. September 2013

Zu_Hause_aEr griff sich eine Bota mit Frischwasser und zog den handflächengroßen Beutel mit sorgfältig konservierten Kräutern aus den Untiefen seiner schlichten Seekiste. Er wog den kleinen Ledersack in der Hand. Mehr als eine Portion war wohl nicht mehr drin. Er würde demnächst den Markt absuchen müssen … Aber für heute reichte es noch. Er sprang die Stiege vom Unterdeck hoch und grinste Laesio zu, der schon mit einem Beutel Brot, Käse und Früchten wartete. Mochte der Capitano den Abend über mit dem reichen Kerl aus Kassau und der Sklavin der Diplomatin in der Taberna versumpfen – sie hatten jetzt kräuterverbesserte Freizeit!

Zu_Hause_bWas der Typ aus dem Norden genau gewollt hatte, war Ingula entgangen. Hauptsächlich deshalb, weil er kurz davor gewesen war, Nereus an die Gurgel zu springen. Wie er später zu Laesio gesagt hatte „Er ist mein Freund … aber irgendwann bring´ ich ihn um!“

Und war das wirklich scherzhaft gemeint? Ganz sicher war der Navigator selbst nicht.

Warum hatte es überhaupt so eskalieren müssen? Es war doch ein friedlicher Tag gewesen. Der alte Irre im Deckkastell hatte sich nicht gerührt (war aber noch am Leben, schlief nur) und mehr als ein paar freundliche Drohungen des Capitano in Richtung eines gar zu aufdringlichen Händlers (Schiffe schienen auf dieses Pack geradezu magnetische Anziehungskraft zu besitzen) hatte es nicht gegeben.

Zu_Hause_cAber dann hatte Nereus plötzlich den Drang verspürt, Ingula und Laesio wegen Port Kar zu maßregeln. Sie wären zu auffällig gewesen. Sie hätten verbrannte Erde hinterlassen. Sie hätten den Alten nicht entführen sollen.

Natürlich war Ingula daraufhin ziemlich … wütend geworden. All´ der Aufwand für Nereus´ Karte (nein, verdammt – Laesios Karte. Die in Nereus´ Kopf zu einer Art Heilsversprechen mutiert war). Der Streß mit den neugierigen Weibern. Das Generve des Hafenmeisters. Und nicht einmal den unverschämten Typen, der ihn vor der Taverne beleidigte, hatte Ingula abstechen dürfen, weil Nereus´ „unauffällig“ sein wollte!

Irgendwann war das Maß einfach voll. Und trotzdem war alles gut und diszipliniert abgelaufen.

Sah man davon ab, dass sich der Capitano plötzlich zum Kritiker berufen fühlte. Zum Glück (wirklich?) war dieser Fremde mit der Diplomatinnen-Pani aufgetaucht und hatte verlangt, mit dem Capitano zu sprechen. Das hatte das Nase-an-Nase-Anbrüllen effektiv unterbrochen, bevor es sich zu einer Schlägerei hatte weiter entwickeln können.

Und Laesio hatte vorgeschlagen, etwas das Inselinnere zu erkunden. Vielleicht gab es etwas Interessantes zu entdecken. Besser als Kloppe? Vielleicht.

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Weiter mit OOC. Tanja hat, inspiriert von der Charakterisierung, welche die Ladies aus Port Kar für die drei Freibeuter entwickelt haben, diesen Soundtrack empfohlen. Der Gruselige, der Unauffällige und der Attraktive. Jeder möge selber zuordnen.

Das RP gestern hat mir viel Spaß gemacht, weil Adran und ich unsere Charaktere schon immer gern aufeinander gehetzt haben. Im Streiten sind wir einsame Spitze. Dass dann Andera aufgetaucht ist, hat die Schlägerei (mit Yoel-und-seiner-Axt-Beteiligung) zwar beendet bevor sie begann, Konfliktpotential bleibt aber. Wäre sonst auch langweilig!

Es regnete wieder Firefly-Referenzen (wir sind voll durchgenerdet), weshalb ich jetzt Dinge vorhabe.

Anderes OOC. Seit ich wieder im Gor-RP bin fällt mir auf, dass die früher so aktive SL-Gor-Blogosphäre fast tot scheint. Was ist in diesen anderthalb Jahren passiert? Klar, die üblichen Verdächtigen sind noch da, aber trotzdem hat sich der Blätterwald gewaltig gelichtet. Gefühlt zumindest. Ich lasse mich gern eins Besseren belehren. Dass keiner mehr im RP-Teil von SLInfo schreibt ist weniger verwunderlich. Der Exotenzoo, der dort bei egal welchem Thema über Beschneidung fabuliert, schreckt natürlich stark ab. Aber irgendwohin muss das Ganze doch gewandert sein? Wie sieht es denn mit den Inworld-Gruppen aus? Ich bin immer noch nicht bereit, mir GaD anzutun (da reichen mir Zitate von Leuten, die sich das geben, um genug zu haben) und deshalb reichlich uninformiert. Okay, ist auch prinzipiell unnötig, da ich eh´ nicht am „Socializing“ interessiert bin. Aber neugierig bin ich trotzdem.

Ich glaube, auf mich trifft zu, was Dante über Randal sagt und dieser relativiert: „You hate people!“ – „But I love gatherings. Isn´t it ironic?“

Obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob es bei mir nicht umgekehrt ist.

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  1. Kendrick McMillan
    24. September 2013 um 8:06 am

    Bis auf ein paar Ausnahmen, die regelmäßig ihre Gor Geschehnisse bloggen gibt es wirklich nichts mehr. Ich habe ja, trotz meiner Abwesenheit von dieser Welt (ohne Transphasen Torpedos ist diese Welt einfach nichts für mich *gggg*) habe ich ja immer gerne die diversen Blogs gelesen und Inworld Gruppen gibts soweit auch keine anderen ausser diese „wir führen uns wie Assis auf“ Gruppe.

    • 24. September 2013 um 8:18 am

      Ich habe neulich eine Gruppe gesehen, die als Tag „Erwachsener Goreaner“ vergibt, was ich einfach großartig finde! Das ist so ein wundervoller Quatschtitel, dass einem ganz warm ums Herz wird. Vor allem kann man fast sicher sein, dass jemand, der so einen Titel spazieren führt, im Verhalten wahrscheinlich alles andere als „erwachsen“ ist. 😀 (wobei ich hier Selbstironie nicht zuverlässig ausschließen kann)

      Mir fehlen zwar auch Lightsaber – aber ich hab kein Problem, zwei Spiele zu spielen. Das Blaster-Leuchtstock-Bedürfnis erfülle ich mir in SWTOR und meinen Bock auf Antike füttere ich in Selnar.

  2. 24. September 2013 um 8:27 am

    Die Blogs die es noch gibt würdest Du vermutsam eh nicht lesen wollen – goreanisches Alltags RP………….
    und wenn man davon ausgeht, das die Zahl der Gorspieler erstens abnimmt, und zweitens jeder inzwischen mit seinem tausendsten Alt spielt, dann erklärt auch das das Schrumpfen, weil wohl kaum jemand der alle drei Monate ne andere Rolle mit nem anderen Account spielt für jeden Alt n Blog aufmacht 🙂

    • 24. September 2013 um 8:33 am

      Also wenn jemand alle drei Monate ´ne andere Rolle spielt finde ich das nicht schlimm. Wenn´s spannend geschrieben ist sowieso nicht.
      Aber Alltag. Näh … nicht so my cup of tea. 🙂

      • 24. September 2013 um 8:36 am

        Du vergisst dabei das viele Leute ihre Alts nicht outen wollen weil sie irgendwelche ooc Dramen haben mit anderen Usern haben. Da können sie nicht, so wie Du es tust, eine „andere Rolle“ im gleichen Blog bloggen sonst würden sie sich ja outen. Ich kenne Leute die von jeder Sim fliegen weil sie unerträglich sind, dann herrscht ne Weile Ruhe und plötzlich tauchen sie mit nem Alt wieder auf. Da sie den aber meist genauso nervig agieren lassen, fliegen sie auch wieder, wandern von Sim zu Sim bis alles ausgereitzt ist, und das Spiel geht von vorne los.

        • 24. September 2013 um 8:44 am

          Die gabs aber schon immer – man denke nur an Nömi, die auf vielen Sims schon provisorisch gebannt war.
          Aber ich versteh´ schon, was Du meinst. Ein bekannter Sim-Heimer aus Südland hat zwar neulich erst zu einer Buddyperson gesagt, dass es eine stabile Zahl von Gor-Sims und auch nicht weniger Spieler gäbe … aber ich vermute, das kann man getrost direkt neben Chupacapra, Kornkreisen und Homöopathie einsortieren. 😉

  3. Kendrick McMillan
    24. September 2013 um 9:01 am

    Jau, mit so nem Titel ist man garantiert auf dem Weg in die andere Richtung *lach*

    • 24. September 2013 um 9:02 am

      Deshalb habe ich „Sachbearbeiter S-Z“!

  4. Adran
    24. September 2013 um 9:52 am

    Ein Blog ist auch elend viel Aufwand. Nachdem ich irgendwann festgestellt habe, dass die Leute deren Meinung mich interessiert den Blog nicht lesen und ich stattdessen aus den Untiefen des Netzes … Dinge … herbeirufe die ich lieber schlummernd gelassen hätte, habe ich auch für mich entschieden nur noch sehr sporadisch zu bloggen. Wenn mir mal wieder die Idee für einen tollen Artikel kommt.

    • 24. September 2013 um 10:01 am

      Klar, wenn es was qualitativ Hochwertiges werden soll, ist es aufwändig.
      Aber das verlangt ja keiner für ein Hobby-Blog! Ich schreibe wertmäßig auch eher Currywurst als Filet Mignon – entscheidend ist jedoch der Spaß dabei. Ein bisschen Selbstreflexion, ob man in der Lage ist, einigermaßen unfallfrei in einem Text von A nach B zu gelangen brauchts auch – aber ansonsten ist man bei geringer Ambition gut aufgehoben.

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