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Der rätselhafte Schatz und die Rückkehr einer verloren Geglaubten

11. November 2013

Das_EiMan machte besser einen großen Bogen darum. Natürlich war man nicht abergläubisch! Wo käme man denn auch hin, wenn man als Hochkastiger irgendwelchen unerklärlichen Gefühlen aus dem reptilhaften Teil ganz unten im Gehirn, erlauben würde, einem zu diktieren, welche Räume im Schiff man betrat und welche nicht. Nein, er ging nur einfach nicht in diesen Laderaum, weil er die dort gelagerten Rohrfedern noch nicht brauchte. Ganz einfach. Nicht etwa, weil dort, in ein Öltuch gewickelt und mit Wolldecken gegen das Rollen der Aequitas abgesichert, das Ding lag. Der Schatz. Das, was sie seit Wochen, Monaten auf Trab hielt. Für das sie halb Gor umgepflügt hatten.

Aber neugierig war er natürlich trotzdem. Was bedeutete, dass er sich irgendwie doch dort herumtrieb.

Ingula lehnte im Durchgang zum Laderaum und spähte in die muffige, von Lichtspeeren mit darin tanzenden Stäubchen unterbrochene Weite vor sich. Das … Ei saß im Halbdunkel verborgen in seinem Nest aus Tuch. Immerhin hatte er alles korrekt berechnet. Man konnte wirklich nicht sagen, dass es seine Schuld war, dass der große Schatz am Ende nur so ein uraltes, irgendwie unangenehm aussehendes Ei-Ding zu sein schien. Und Nereus war auch ganz aufgeregt geworden, als Lomerus und Pavidus in Kargash an den errechneten Koordinaten dieses Teil aus einer verborgenen Öffnung mitten in den alten Ruinen im Stadtzentrum gezerrt hatten.

Glück für Ingula, dass der Capitano manchmal Abenteuer deutlich über Gold stellte. Und dass er jetzt ganz scharf darauf war, irgendeinen alten Bekannten aufzusuchen, der sich wohl darauf spezialisiert hatte, die Fauna Gors zu katalogisieren. Und der würde ihnen dann sagen, welches monströse Vieh dieses Ei gelegt haben könnte. Und ob es nach all der Zeit noch zu mehr taugte, als einem verdorbenen Omelett für hundert Personen.

Der Navigator warf dem kniehohen Klumpen noch einen letzten Blick zu – er hätte schwören können, dass der erwidert wurde – und drehte sich dann um. Wichtige Dinge. An anderer Stelle im Schiff. Ganz anderer Stelle.

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HastaDie Feder kratzte über das Rencepapier. Hielt inne. Schwebte einen daumenbreit über der Oberfläche. Verharrte. Ein dicker Tropfen Tusche sammelte sich. Tropfte herunter. Er störte nicht wirklich. Wieder ansetzen. Noch ein gerader Strich. Energisch und fest aufgedrückt.

Chenbar ging das Schreiben von Dingen langsam und methodisch an. Er hatte erst spät in seinem Leben überhaupt gelernt, mit Buchstaben und Papier umzugehen und bis heute konnte er sich nicht wirklich damit anfreunden. Natürlich sah er die Nützlichkeit ein. Und irgendwann würde er sich entweder einen Schreibsklaven kaufen oder einen Blaukastigen einstellen. Aber manche Dinge waren einfach zu vertraulich. Das durfte nicht unter zu vielen Augen Gestalt annehmen.

Hasta_2Erstaunlich genug, dass die Spionin wieder aufgetaucht war. Erstaunlich genug, dass sie ihn in Selnar gefunden hatte. Und ebenso erstaunlich, dass sie noch dazu nützliche Informationen liefern konnte. Zuviel der schönen Zufälle? Vielleicht. Man würde sie im Auge behalten müssen.

Chenbar seufzte und lehnte sich in seinem Scherenstuhl zurück. Er fixierte die Öllampe, deren stetig brennende Flamme einen dünnen Rauchfaden zur Decke des Zimmers in diesem einfachen Gästehaus schickte. Seit Lurius die Weiten jenseits der Thassa als Objekt seiner Begierde entdeckt hatte, waren die Ereignisse schnell und immer schneller ins Rutschen geraten. Nicht, dass Chenbar sich ein langweiliges Leben wünschte – außer manchmal, in den dunklen Stunden vor dem Morgengrauen, wenn man aufwachte und in das schwarze Nichts starrte, ohne wieder einschlafen zu können.

Broeckelpalast_aAber diese ganze Imperiumssache ging zu schnell. Zu hektisch. Zu ungenau. Chenbar ging gerne analytisch an Dinge heran. Und lief nicht blindlings in Unternehmungen, die er verdächtigte, nur persönliche Rachegelüste zu befriedigen. Persönlich war nicht immer gleichbedeutend mit wichtig. Und Chenbar war hauptsächlich deshalb Ubar geworden, weil er kalt und durchdacht handeln und trotzdem den rigiden Ehrenkodex befolgen konnte. Auf seine Weise.

Nun, es würde sich entwickeln. Zunächst würde die Spionin sich umsehen und umhören. Nichts, was Verdacht erregen konnte. Nirgendwo.

Broeckelpalast_bUnd dann würde man sehen. Bündnistreue stand sicherlich an oberster Stelle. Aber es schadete nicht, dass Invidia auf Brutus´ Drängen hin deutlich gemacht hatte, wo ihre Loyalität lag – bei der Familie. Blut über Tinte auf einem Vertrag. Andererseits war Lurius auch nicht dumm. Dem Ubar von Cos war mit Sicherheit klar, dass er die Flotte von Tyros nur deshalb bekam, weil er sich ein sehr offenes Ohr ins Bett holen würde.

Chenbar legte die Feder beiseite und faltete das Schreiben zusammen, bevor er das Siegelwachsstäbchen über der Lampenflamme erhitzte. Ein zähflüssiger, weinroter Klumpen löste sich und tropfte auf die Überlappung des Papiers. Der Ubar drückte seinen Ring in das Wachs. Der Verrwidder von Tyros sah ihn an.

Vermisste er die einfachen Zeiten, als der ewige Krieg mit Port Kar (oder gelegentlich Cos) alles war, was für Aufregung sorgte? Vielleicht. Aber die Welt bewegte sich. Und wer stehenblieb, fiel herunter.

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Weiter mit OOC! Zwei RP-Abende am Wochenende, zwei Charaktere. Die Freibeuter haben am Feitag – nach einem Zwischenspiel im heimischen Selnar – in Kargash für Durcheinander gesorgt und sind jetzt in Besitz eines sehr großen, sehr seltsamen Eis geraten. Was sie damit tun? Das wird sich zeigen!

Am Sonntag hat dann Chenbar dem Drängen seiner von Lurius´ Palast gelangweilten Nichte nachgegeben und die ganze Entourage in die Stadt geführt. Ein glücklicher Zufall, denn so konnte ihn seine Spionin ausfindig machen und es konnte an einem unauffälligen Ort ein konspiratives Treffen stattfinden.

Ich habe mal wieder festgestellt, dass in Second Life Leute für meinen Computer schlimmer sind als die Umgebung. Soll heißen: Wird es auf der Sim voller (wie eben Sonntag abend geschehen), knicken mir die FPS unglaublich schnell weg. Schatten kann ich dann absolut vergessen. Schade!

Heute abend wird wieder Ingula unterwegs sein. Die Freibeuter haben schließlich ihren rätselhaften Schatz herumzuschleifen!

Außerdem habe ich jetzt am Hafen von Selnar einen Kistenstapel (Mesh, daher keine große LI-Belastung) aufgebaut, der ein auf Gruppe stehender Rezzer ist. Jeder mit der Cos-Gruppe kann dort zwischen Aequitas und Hasta (Chenbars Schiff und auf den Screens in diesem Post zu sehen. Ja, ich weiß, byzantinisches Design …) hin und herschalten – oder beide ganz wegpacken, falls der Parkraum benötigt wird. Also zwei Schiffe zum LI-Preis von einem. Wenn das mal kein Angebot ist!

Da ich nirgendwo Hinweise auf das Wappen von Tyros gefunden habe, habe ich mir etwas ausgedacht. Tyros scheint – wenn man dem Internetz glaubt (klar, das hat immer recht!) – lose auf Kreta zu basieren. Also irgendwie minoische Kultur im Kopf gehabt. Stier. Aber auf den Inseln gibts nur Verr, keine Bosk. Dann eben einen goldenen Widder. Und genau der ziert jetzt die Flaggen und das Kastell der Hasta.

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  1. Adran
    11. November 2013 um 8:44 am

    Das Ei sieht schon widernatürlich aus… Wobei ich noch auf das Magazincover warte 😉 – „Die Aequitas und … der Schatz von Ischnapur“ und so 😉

    Politisch haben wir uns leider verpasst, aber ich konnte ein wenig gruselig über die Sim laufen, das ist ja auch schon was wert…

    • 11. November 2013 um 8:47 am

      Das Magazincover kommt, sobald ihr alle mal für mich vor meiner weißen Fotowand posiert. Ich habe eine Zombiehunter-Gruppenpose gekauft, die ganz gut passt, wenn ihr statt Basebat Schwerter nehmt. Aber – ihr müsst euch halt erstmal fotografieren lassen!
      Klar sieht das Ei widernatürlich aus. Ich habe jetzt vergessen, wie das Ding in Nomads beschrieben wird, aber ich glaube, blau wars nicht. Na, ich hab es ja auch noch in gelb.
      Politik gibts vielleicht Dienstag wieder. Mal sehen, wann die Leute Zeit haben!

  2. Tanja
    11. November 2013 um 11:30 am

    Du könntest es immer noch okmats färben. Oder ausbrüten!

    • 11. November 2013 um 11:51 am

      Och, Okmats ist so eine Sache …

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