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Fortschritte und Unterschiede

13. Dezember 2013

BlastahsIch war gestern nicht in Second Life. Eigentlich habe ich zwei Customs fertig, müsste sie nur noch hochladen und ihren neuen Besitzern übergeben … aber im moment fehlt mir etwas der Drang dazu, nach SL zu gehen. Wenn ich die Leute, die ich dort mag, nun auch noch in irgendeinem anderen Medium hätte, würde das vermutlich noch seltener werden. Gibt sich sicher wieder, war schon immer so.

Statt SL habe ich lieber meinen Bounty-Zwerg Khalb weitergelevelt. Er ist jetzt 48 1/2, fast mit Voss durch (er zehrt noch immer vom Double-XP-Polster – mit 48 war Nauras praktisch mit der Story fertig) und nebenher mache ich auch noch jeden Tag die Bounty-Contract-Quest. Ich habe dieses Event nur bei seinem ersten Erscheinen einigermaßen rege verfolgt, dann war´s mir zuviel Aufwand (hinfliegen, herumrennen, Zufallstreffer mit den Shady Characters, noch mehr herumrennen, Kampf, abgeben) für das Ergebnis. Außerdem sind die Rufbelohnungen recht unspektakulär, wenn man schon Bounty Hunter ist und damit Zugang zu den schweren Rüstungen im Hunter-Style hat. Nur der Schmuggler-Hut (das Cad Bane-Ding) wäre eventuell was. Und die Wumme in Schubkarrengröße. Beides ist sauteuer (250.000 für den Blaster!) und ab „Friend“-standing zu erwerben. Da es aber trotzdem seine unterhaltsamen Momente hat und ich eine Schwäche für große Pistolen habe, wumple ich eben jeden Tag den Contract ab. Allerdings nur mit Khalb, so dass es noch etliche Monate bis „Friend“ dauern wird.

Ansonsten ist die weitere Entwicklung der Mando-Kinder-Story in Planung. Das ist etwas, das mir im SWTOR-RP als völlig unterschiedlich (und sehr positiv) zu SL auffällt. Dort hat man mit Plots überhaupt keine Berührungsängste. Man plant Events, hat Spielleiter, NSC-Rollen und Karten der Spielgebiete. Es wird sich im Forum verabredet und abgesprochen und niemand schreit „Drehbuch!“ oder „Man will mir meinen Charakter diktieren“. Seltsamerweise scheint es trotzdem Spaß zu machen, sich von sebst zu entwickeln und niemand in seiner Kreativität eingeschränkt zu werden. Ich vermute, es liegt daran, dass in SL (ich spreche hier hauptsächlich von Gor) immer noch das „ich bin mein Charakter“-Gefühl bei vielen im Vordergrund steht. Man ist „man selbst“ in einer fremden Welt und Emotion und Immersion sind ganz große Faktoren (das ist nicht negativ von mir gemeint! Nur weil ich es nicht praktiziere, verurteile ich es nicht. Ich beobachte nur und setze Bezüge). Während bei SWTOR ganz rustikal nach „lasst uns Spaß haben, egal wie“ gespielt wird. Man kann es wohl kaum vergleichen. So wenig wie Eurythmie und Fußball. Hey, das ist glaube ich sogar ein richtig schnafter Ausdruck dafür. Ich bin ein wenig stolz auf mich. Okay, er hinkt dahingehend, dass mir zum Beispiel sportartenmäßig weder das eine noch das andere interessant erscheint, ich aber an SL-RP genau wie derzeit an SWTOR-RP großen Spaß habe. Aber das Prinzip wird dadurch nicht falscher. Und es gibt auch in SL eine langsame Entwicklung hin zu mehr Story, scheint mir.

Ich sollte natürlich hinzufügen, dass die Aequitas-Crew auch keine Probleme mit Stories, Plots oder NSCs hat. Aber wir kommen auch mehrheitlich von P&P und LARP und sind es deshalb einfach gewohnt.

Heute werde ich mich mal im Forum des Sturmregiment Kaas registrieren, da ich zwar als nicht-Soldat nicht in der Gilde bin, Lorsa aber meinte, sie fände meine Khalb-IC-Stories hier aus dem Blog nett (ich sonne mich in Lob) und ob ich sie dort nicht reinpacken könnte.

Und dann bin ich dankbar, dass endlich Wochenende ist. Dezember ist ein doofer Monat, wenn die Messe Nürnberg schon Ende Januar dräut …

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  1. Daanta
    13. Dezember 2013 um 11:10 am

    Da sind wir doch tatsächlich mal in einem Punkt unterschiedlich:
    Ich bin so jemand, der Immersion und Emotion und das „Ich bin mein Charakter“ Gefühl total wichtig ist.
    Rollenspiel ist kein Spaß 😀 Das ist Furcht und Liebe und Hass und Trauer und das komplette Eintauchen in eine andere Welt und Person.
    Okay, ich geb zu ich bin da etwas fanatisch 😉 Deshalb ist’s wohl auch Solo-SWTOR statt GOR-RP geworden vorerst 😉

    lg
    Daanta

    • 13. Dezember 2013 um 11:17 am

      Der Spaß entsteht dadurch, dass man eben alle Emotionen spielt.
      Aber ich BIN nicht der Charakter. Es ist nicht: „Trucker Kurt ist jetzt der Rarius Kurtus, der so redet wie Trucker Kurt, so denkt wie Trucker Kurt und so fühlt wie Trucker Kurt“, sondern: „Trucker Kurt ist jetzt Rarius Quintus, der so redet wie Rarius Quintus, so denkt wie Rarius Quintus und so fühlt wie Rarius Quintus“
      Klarer?

  2. Daanta
    13. Dezember 2013 um 1:30 pm

    ah okay, dann hab ich es genau falsch herum verstanden und wir sind ja doch wieder auf derselben Linie 😀

  3. Te-ah-tim-eh
    13. Dezember 2013 um 1:35 pm

    Das mit dem „‚ich bin mein Charakter‘-Gefühl“ liegt bedauerlicherweise oft sehr nah an „es interessiert mich einen feuchten Dreck, ob auch andere ihren Spaß haben, solange ich meine Rolle und meine Vorstellung durchsetzen kann“, weil bei jeder Form von Absprache, Kompromiss und Rücksichtnahme auf den Willen anderer Spieler (nicht Avatare) auf blind geschaltet wird. Die entsprechenden platitüdenhaften Rechtfertigungen dafür sollten jedem geläufig sein.
    Die „ich spiele meinen eigenen Epos“-Fraktion vergiss einfach mitunter, dass Rollenspiel etwas mit Miteinander und Konsens zu tun hat. Man kann Metagaming nicht immer und auf Dauer aus dem Spiel heraushalten, aber man kann lernen erfolgreich damit umzugehen, ohne an Immersion einzubüßen.

    • 13. Dezember 2013 um 1:49 pm

      Es geht darum, Metagaming überhaupt mal an den Mann zu bringen. Solange es „Ich BIN mein Epos“ und nicht „Ich spiele mein Epos“ heißt, ist das eben nur sehr schwer.
      Und da niemand spielt, um andere zu erziehen (warum auch?), kann das nur durch selbermachen passieren. Vor zwei, drei Jahren war in SL-Gor schon das Wort „Plot“ ein no-Go, das zu Protesten und dem Verlassen von Sims geführt hat (echt!), heute hat sich das geändert. Es ist also tatsächlch eine Entwicklung hin zur Story zu bemerken.

      • Te-ah-tim-eh
        13. Dezember 2013 um 6:09 pm

        Na hoffen wir mal, dass dies nicht zu spät und zu langsam kommt. Mit dem Setting, Pixeln, Ballern und Tavernen/Teestuben RP alleine lockt man nämlich keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Das gibt es alles anderswo auch und sogar in Reinkultur. Und gerade Neuankömmlinge, die nicht aus Liebe oder Gewohnheit den Normanschen Inkonsistenzen verfallen sind, scheinen dies recht schnell zu bemerken.

        • 13. Dezember 2013 um 8:01 pm

          Bei Gor zieht immer noch die Masse an potentiellen Mitspielern. Oder hat es getan. Mal sehen, ob der turning point in Richtung Story schnell genug kommt, bevor nur noch die Hardcore-Lifestyler übrig sind. Oder sich alles völlig voneinander getrennt hat.

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