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Jäger, Gejagte und Dschungelkatzen

31. Dezember 2013

Dschungel1Er legte den Kopf in den Nacken, schloss die Augen und ließ das Wasser auf sich herabfallen. Seltsam, wie wunderbar eine schlichte Dusche sein konnte. Noch ein bißchen einfach-nur-stehen, bevor er sich waschen würde. Er ließ den Kopf nach vorn fallen, die Wassertropfen prasselten in seinen Nacken. Er öffnete die Augen und sah zu dem matschbraunen Haufen, den seine Kleider auf der anderen Seite des Raumes bildeten. Sein kleiner Blaster war natürlich schon gereinigt und ordentlich … aufs Bett geschmissen. Das war das erste gewesen, als er nach Hause geschickt worden war: Das Ölspray suchen, einen Lappen nehmen, den Blaster auseinanderbauen und saubermachen. Egal, ob er ansonsten aussah wie ein Komposthaufen. Waffe ging vor.

Neben dem langsam vor trocknendem Matsch erstarrenden Klamottenberg lag der noch blutige Zahn. Seine Trophäe. Er grinste, legte den Kopf wieder in den Nacken und ließ warmes Wasser zwischen seine Zähne laufen. Yeah, Trophäe! Sie hatten gejagt!

Lorsa hatte sie schon ziemlich überrascht, als sie ihre beiden Kinder einfach so zum Training mit in den Dschungel nehmen wollte. Der Dschungel! Seit dem ersten Besuch in dieser riesigen, atmenden, sich stetig bewegenden grünen Höhle hatte das, was man eigentlich schon gar nicht mehr nur „Wald“ nennen konnte, für Khalb nichts an Faszination eingebüßt. Und jetzt hatte Buir sie – einfach so! – wieder mit dort hingenommen. Mitten hinein, zwischen Bäume so lianenbehängt, dass sie aussahen, als trügen sie komische Perücken. Zwischen kleine Seen, von deren Grund smaragdgrünes Moos leuchtete. Zwischen kniehohe Ableger von … Irgendwas, die aus Farnen heraus sanft pulsierend leuchteten. Und zwischen all´ die Tiere, die man nicht sah …

Sie hatten Illjana getroffen, eine blonde, für Khalb sehr … interessant gekleidete junge Frau, die wohl irgendwie mit Lorsa außerhalb der Arbeit befreundet war (obwohl Aruetii?). Oder so. Khalb war zu sehr mit dem Dschungel beschäftigt gewesen, um genau aufzupassen. Und natürlich war er direkt darauf mal wieder damit beschäftigt gewesen, sich neben Talila wie der letzte dumme Nerfhirte zu fühlen. Seine Vod wusste einfach. Alles. Sie war schlau, konnte sich gut ausdrücken und war methodisch. Wie sollte er jemals so gut werden wie sie? Wenn er nicht bald mal irgendein Talent für irgendetwas (außer Herumrennen und Blasterschießen) entwickelte, würde das vermutlich auch Buir auffallen …

Aber vielleicht hatte er sich mit der Jagd heute ein bisschen Zeit gekauft. Obwohl es gar keine Jagd hatte werden sollen. Illjana hatte ihnen von den Pirschmethoden der verschiedenen Fleischfresser im Dschungel von Dromund Kaas erzählt (beziehungsweise hatte Talila dafür gelobt, dass sie das alles schon wusste, während Khalb dämlich und stumm daneben gestanden hatte) und dann hatte Lorsa praktische Zielübungen angehängt, was deutlich mehr nach dem Geschmack ihres Sohnes gewesen war. Gar nicht davon zu reden, dass es dann einen kleinen Wettkampf gegeben hatte. Zwei Halbinseln in einem der vielen flachen Seen. Zwei Kinder, zwei Blaster. Keine Deckung.

Dschungel2Das war ein verdammter Spaß gewesen! Zumindest, bis plötzlich hinter Talila die halbwüchsige Dschungelkatze aus dem Gebüsch gebrochen war. Okay, im Nachhinein war es auch ein Spaß. Aber wenn man direkt dabei war und wie bekloppt zu seiner Vod hinraste, während man aus den unmöglichsten Winkeln versuchte, die Katze in empfindliche Stellen zu treffen (die Spielzeugblaster konnten nur Schaden anrichten, wenn man damit direkt ins Auge traf) … war es nicht wirklich Spaß. Mehr volle Konzentration, Wut und Stress.

Talila hatte beim ersten Sprung der Katze ihren Blaster verloren und war am Bein verletzt worden. Tiefe rote Klauenspuren. Trotzdem versuchte sie, das Monster im Nahkampf anzugehen, während Khalb sich zwang, ganz ruhig zu zielen. Zu zweit schafften sie es tatsächlich – ein Schuss auf die Nase und die Katze wurde sehr wütend. Ein Schuss ins Auge und sie versuchte, beide Kinder gleichzeitig – nun ziemlich unkoordiniert – anzugreifen. Und dann Lorsa, die das Tier mit einem gezielten Schuss in einen Bettvorleger verwandelte.

Sie hatten dann nicht nur Lob bekommen, dass sie so ruhig (naja) vorgegangen waren, sondern hatten sich auch jeder von der Jagdbeute eine Trophäe mitnehmen dürfen, weil ein Mando’ad so seinen gefallenen Gegner ehrt. Etwas, das Talila genauer erklärt haben wollte – der Begriff „Leichenschändung“ (seine Vod war so viel gebildeter als er … Khalb hatte das Wort vorher noch nie gehört!) fiel. Na, ihm war´s egal. Er schändete gar nichts, er nahm sich einen Zahn mit.

Lorsa hatte Talilas Wunde versorgt und dann waren sie zur Kaserne zurückgekehrt. Khalbs Enthusiasmus bezüglich der Schießübungen hatte ihn mit einer gleichmäßigen Dreckschicht ausgestattet, weshalb ihn Buir auch direkt zum Waschen schickte, während sie noch mit Talila sprechen wollte.

Hoffentlich merkte sie dann nicht, um wieviel klüger das Mädchen war. Khalb begann sich ernsthaft Sorgen zu machen, nicht gut genug zu sein.

Mit einem kalten Klumpen Anspannung im Magen wusch er sich weiter. Noch härter trainieren. Irgendwie schlauer werden? Er durfte das alles hier nicht verlieren, nur weil er nicht gut war.

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OOC: Ich war gestern zwar absolut platt von zuviel Feuerwerk, aber das hindert ja nicht an RP. Ich glaube, ein wenig hat meine Eloquenz gelitten – aber wenn man einen pubertierenden Mando spielt, braucht man davon auch nicht allzu viel! So, heute noch mal eine gefühlte Ewigkeit, dann direkt im Anschluss Party mit den Leuten. Wahrscheinlich liege ich dann ab etwa zehn Uhr auf irgendeiner Bank und schlafe – aber bis dahin habe ich mich an Fondue gemästet (normales Fondue und Schokoladenfondue!), was die Sache automatisch zum Erfolg macht. Und dann brauche ich den Rest der Woche, um mich zu erholen.

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