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Aus dem Hellen ins Dunkel

23. Januar 2014

Manchmal war eine Wette eine Herausforderung. Nein, eigentlich immer. Und Mando’ade konnten eine Herausforderung ebensowenig ablehnen wie ihren Ellbogen ablecken (obwohl manche Spezies das bestimmt konnten, menschenähnliche aber eben nicht – ach, unwichtig!). Die Reise würde ein paar Standardtage dauern und man musste sich beschäftigen. Gar nicht davon zu reden, dass man gutes Essen nie ablehnen sollte. Sherku konnte es sich voll durchrationalisieren; Tatsache blieb – er stand mit geschlossenen Augen in der nicht ganz handtuchgroßen Kabine der Billigklasse einer Fähre in Richtung Hutt Space und würde verdammt sein, wenn er nicht …

Es hatte natürlich nicht so begonnen. Begonnen hatte es im Lager des Clans, mitten im weiten, gelben Nichts von Tatooine.

Natürlich war es normal, dass ein nicht an das Klima des Planeten gewöhnter Rüstungsträger gern einmal kollabierte – aber in diesem Fall war es eine kaputte Anpassungsregelung in Jepalls Anzug, die ihn auf die Bretter schickte und den Aufbruch gen Mos Ila verzögerte. Schnell repariert, wenn man wusste, was man tat. Allerdings nur eine Notlösung. Aber mehr musste es hoffentlich auch nicht sein, denn wenn alles nach Plan lief, würde der Zabrak sehr bald beskar’gam besitzen und wäre nicht mehr auf sein altes Zeug aus minderwertigem Material angewiesen.

Der Plan enthielt allerdings ein paar Unwägbarkeiten, die sich alle auf die Kurzformel „Credits“ bringen ließen. Umsonst war der Tod und beskar wuchs nicht auf Bäumen sondern auf Mandalore und seinen Monden. Wem die Minen gehörten, der hatte Zugang. Und wer von einem Planeten am shebs der Galaxis kam, musste sich den guten Stoff eben kaufen. Da mochte er soviel goran sein wie er wollte, geschenkt gab es nichts. Verständlicherweise. Und so eine wirklich gute Rüstung hatte auch noch andere Zutaten, die nicht an jeder Straßenecke verhökert wurden. Deshalb war es auch so wichtig, beskar’gam zu vererben – neu war teuer.

Und so waren sie aufgebrochen. Erst einmal nach Mos Ila, der nächsten Siedlung mit einem Raumhafen. Sherku hatte nicht allzu viel Erfahrung im öffentlichen Fernverkehr – sein erwachsenes Leben hatte bisher größtenteils aus seiner fast ein Jahrzehnt dauernden Ausbildung zum Rüstungsschmied bestanden. Um die „von dort nach hier“-Details hatten sich immer andere gekümmert.

Zum Glück konnte Jepall in dieser Hinsicht mit jeder Menge Praxis aufwarten. Er schaffte es nicht nur (was durchaus mit schierem Glück zusammenhängen mochte) zwei Plätze auf einer Fähre noch an diesem Tag zu bekommen – er schacherte auch noch einen fünfzigprozentigen Nachlass heraus, da ihnen nur noch drei Minuten blieben, ihre Mitfahrgelegenheit zu erreichen.

Die Jagd durch den gammeligen Raumhafen war nicht von schlechten Eltern – über Jawas springen, Leute mit mehr Augen als Beinen umrennen und zusehen, dass man auch noch die richtige Landebucht erwischte … alles nicht so einfach aber von großem Unterhaltungswert. In letzter Sekunde erreichten sie die Fähre und das altersschwache Gefährt schraubte sich mit den beiden Mando’ade (und natürlich mehreren Dutzend anderen Passagieren) an Bord in den silberweißen Himmel.

Sie hatten sich in ihrem winzigen Kabuff häuslich eingerichtet (also ihre Rucksäcke auf den Boden fallen lassen) und sich dann … sofort gelangweilt. Was dazu führte, dass nun diese schräge Wette aufs Tapet kam. Und Sherku hier nun stand. Tja. Und über das Gespräch auf dem Weg zum Raumhafen musste man auch noch nachdenken. Ebenfalls: Tja.

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Weiter mit OOC! Das Ende der Wette (eigentlich die Wette überhaupt) kann ich leider nicht schildern, da Genthri irgendwie mitten im RP verschollen ging. Eben noch ganz normal am spielen – plötzlich keine Reaktion mehr. Auch in der Gilde nichts. Da es sowieso Zeit für mich war, off zu gehen, habe ich dann eben noch darum gebeten, dass man ihm, falls er nochmal auftauchen sollte, sagt, dass ich off musste und wir beim nächsten Mal einfach an der selben Stelle weiterspielen, und habe mich verzogen.

Ansonsten hatte ich auch noch PvE. Immer noch keine Rakghoule für mich. Meine Umgebung teilt sich in zwei Lager. Die eine Seite besetzen Lola und Lorsa mit der „Neee, nicht meine Sorte von Event“-Meinung, die andere Seite ist praktisch-jeder-in-der-Gilde mit „Hurra! Super Event! Rakghoule tötääääään!“. Ich habe irgendwie gar keine Lust auf das Event, aber dieses dringende „Wenn ich´s jetzt nicht mache ist das Event vorbei und ich habe es nicht gesehen“-Gefühl. Das führt dazu, dass ich in vor-mir-herschieben-Starre verfalle, Dailies, Flashpoints und RP mache und so tue, als gäbe es kein Event. Niemand hat die Absicht einen Rakghoul zu errichten. Vielleicht am Wochenende.

Da der Rest der Gilde den Eventboss raiden war, sind Eventmuffel Lorsa und ich allein losgezogen um einen Hardmode-FP zu machen. Es geschah auch ein Wunder der MMO-Götter: Wir bekamen zwei sehr kompetente und gut ausgerüstete DDs in die Gruppe, mit denen Cademimu (schon wieder!) gar kein Problem war. Wir lernten eine neue Taktik, um mit dem Wookieeboss umzugehen (ihn hinter den Aufzug ziehen), die Lorsa ausgiebig mit „totaaal noobig!“ kommentierte. War ihr alles viel zu einfach.

Ich kann nicht behaupten, dass es mir zu einfach gewesen wäre – aber für mich als Bewegungslegastheniker und von-allem-verwirrt-Werdender ist die ganze virtuelle Welt eine einzige Danger-Zone – gelohnt hat der Flashpoint sich auf jeden Fall, da der Endboss ein feines Tank-Implant droppte, das ich mir mit großem Vergnügen hinzufügte.

Außerdem habe ich zum ersten mal die Czerka-Dailies ganz allein gemacht. Es war nicht schwer, nur hatte ich als langsamer Tank ganze drei Tentakelphasen beim Miniboss im Müllschacht zu erdulden. Ging trotzdem in 15 Minuten.

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  1. Lorsa
    23. Januar 2014 um 3:22 pm

    Naja, leider sind tatsächlich die „erfahreren“ Spieler meistens die, welche die Instanzbosse meist über irgendwelches Bugusing oder geniale Tricks vereinfachen. Mir geht da etwas der Spielspaß flöten, ich mags gern herausfordernd und hasse das Gefühl, einfach wegen den Marken da durchzurennen – ein richtiges Abenteuer eben. 😉 Und wenn ich die Atmosphäre im TS während den Instanzgängen beobachte, ist die Freude viel größer, wenn wir an einem kniffligen Boss halt etwas länger brauchten oder es knapper wurde, als wenn wir geistesabwesend da durchrushen.

    • 23. Januar 2014 um 3:34 pm

      Stimmt. 😀
      Ich erinnere mich an die Freude nach dem vierten Versuch am Czerka-Boss mit seinen blöden Kisten. Wie synchron wir plötzlich alle gerannt sind, sobald er seinen Wirbel-Dings-Angriff gestartet hat.

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