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Du brichst ihm das Herz – Ich breche ihm die Beine!

3. Februar 2014

Sheysas Schritte klappern den Gang hinunter, werden leiser, biegen um die Ecke und sind dann nicht mehr zu hören. Ich bin allein mit dem Geruch nach Staub, stapelweise Datapads, Holocrons und dem Bild der Klinge an der Wand. Es ist erstaunlich, wie einem nahezu sofort langweilig werden kann – und man dabei trotzdem noch wütend ist.

Ich gehe um Darth Arovals Schreibtisch herum, nehme mein Schwert vom Rücken, lasse mich in den Stuhl fallen und lege die Füße auf den Tisch. Zwölf Stunden komplettes Nichts liegen vor mir. Dann wird Sheysa mich ablösen. Was soll ich hier bewachen? Was soll hier schon passieren? Mitten in der Zitadelle … mitten in Kaas City … mitten im Zentrum der imperialen Macht. Irgendwelche politischen Feinde vielleicht. Die ausnutzen, dass Invicta Concabille nun nicht da ist. Solche Feinde könnten durchaus versuchen, sich hier Zugang zu verschaffen. Und dann würden sie auf mich treffen …

Ach, ich mache mir nur etwas vor. Das hier ist einfaches Abgestellt-werden von Seiten meiner Meisterin, die jetzt unterwegs ist, um im Republikraum Jedi an der Nase herumzuführen, während ich auf das leere Büro und Sheysa aufpassen soll, wie ein besserer Hütehund. Ich darf nicht mit, weil ich mich nicht gut genug tarnen könnte … rote Haut und Tentakel … als ob ich das glauben würde! Es gäbe genug Möglichkeiten, ich müsste ja nicht direkt mit den Jedi sprechen (es würde reichen, sie anzugreifen).

Ich greife nach dem Datapad, das sie mir dagelassen hat. Verschlüsselt. Ich tippe müßig darauf herum, ohne wirklich zu glauben, es knacken zu können.

Egal wie – es bleibt mir nichts übrig, als meine Pflicht zu tun. Warten, wachen, brav sein. Ich hoffe so sehr, dass jemand versucht, hier hereinzukommen … und sei es nur irgendein Soldat, den ich töten könnte, weil er hier nichts zu suchen hat. Irgendetwas.

Ich tippe den Holoemitter auf dem Schreibtisch an. Schalte das HoloNet ein. Nachrichten, Propaganda, Kochen für Hutts. Irgendwo unverschlüsselte Pornokanäle ..?

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Sherku kniff die Augen erst fester zusammen, dann gab er auf und öffnete sie. Wieder das Rosa, dann das Gelb, sehr schnell rosa, grün, rot … dann von vorne. Viel zu hell, viel zu muffig, viel zu … viel! Sie waren knapp bei Kasse und deshalb war der Raum, den Jepall in etwas gemietet hatte, das man nur deshalb „Absteige“ nennen konnte, weil noch kein negativeres Wort erfunden worden war, nicht nur gerade mal groß genug für ein Bett und einen Schritt freien Raum („Bad“ auf dem Flur), sondern hatte als Lichtquellendarsteller ein halb handtuchgroßes Fenster zur Neonreklame für eine oben-ohne-Bar vierzig Level darüber. Und deren erratisches Geblinke bohrte sich wie Messer durch Sherkus Lider und ließ ihn nicht einschlafen. Obwohl er nach der langen Reise nach Nar Shaddaa dringend Ruhe brauchte, wenn sie morgen Jepalls Kontakte treffen wollten. Verdammtes Licht. Rosa-Gelb-Rosa-Grün-Rot … Die Wüstennacht auf Tatooine war dunkler. Viel dunkler. Trotz der Myriaden Sterne des Outer Rim.

Er bewegte sich vorsichtig, rollte von Jepalls warmem, reglosem Körper weg – der Zabrak schien tief und fest zu schlafen – und setzte sich auf. Beugte sich zu seinem Rucksack und kramte darin nach der Feld-Decke. Als er das dicke, kratzige Ding herauszog und sich damit aufs Bett stellte, wachte Jepall auf, sagte verschlafen „Wsfg .. machsuda?“ – „Dunkel“ – „Es is‘  dunkel … leg‘  dich hin …“ – „Nicht dunkel genug!“ – „Dann mach ….“, mit diesen Worten der Verzweiflung drehte sich Jepall zur Wand (in dieser Abstellkammer war überall Wand) und ließ den Cathar seine Handwerkertätigkeit zu Ende bringen; tapfer ignorierend, dass Sherku mehrmals fast auf ihn trat, während er die Decke in den kleinen Lichtschlitz über ihnen stopfte.

So. Dunkel. Besser.

Sherku legte sich wieder hin, zog seinen Anteil an der Bettdecke über sich und versuchte, jetzt endlich einzuschlafen. Gar nicht so einfach, mit all‘ den neuen Eindrücken. Überall Leute. Viel zu viele schmierige kleine Leute. Und riesige, fette Hutts. Und überhaupt. Casinos, Cantinas, Kriminelle. Abschaum. Jepall hatte versprochen, dass sie hier jemanden finden würden … und darauf verließ Sherku sich. Trotzdem – er wollte so schnell wie möglich wieder von hier weg. Ein ehrlicher Kampf, eine gute Jagd. Ein gutes Werkstück unter seinen Händen …

Langsam driftete er in den Schlaf hinüber.

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OOC. Nicht nur die beiden RP-Geschichten mit Sith Ghurab und Mando Sherku sind am Wochenende passiert – es gab auch wieder PvE. Mit Ghurab eine Heroic-50er zum Warmwerden und am Sonntag ein ausgiebiges Oricon-Unsichermachen mit sieben anderen Gildenleuten (wir hatten deshalb zwei Gruppen offen), was ihm jede Menge neuer Ausrüstungsgegenstände beschert hat. Mit Sherku ging es durch 55er Heroic-Flashpoints (langsam können wir die Czerka-Dinger echt im Schlaf) und dort gab es dann auch das Zitat, das es zum Titel des heutigen Posts gebracht hat. Der ganze Run stand schon unter einem sehr femininen Stern, da wir uns über Lorsas zu ausgiebigen Lidschatten unterhalten haben („Mandalorianerinnen schminken sich mit Homers Makeup-Shotgun!„). Aber als sich dann Aikyara darüber beschwert hat, dass der Droidenboss immer sie beim random-Heranziehen auswählen würde, obwohl sie ihn doch gar nicht leiden könne, wurde das mit „Du brichst ihm das Herz“ kommentiert, was logisch zu „Lorsa würde ihm die Beine brechen, so zeigen Mandos, dass sie flirten“ erweitert wurde. Daran erkennt man vermutlich den Grad der Entspannung, mit dem wir diese Abenteuermodus-Flashpoints mittlerweile angehen.

Mir fehlen trotzdem noch etliche Marken zum nächsten 72er-Stück.

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