Foren-Methadon

19. Februar 2014

Einer der zahlreichen „WTF?!“-Momente meines Troopers

Wer sich an die Zeiten erinnert, als das SLInfo-Forum noch kein durchmoderiertes Sackhüpfen war, hat auch noch den Gor-RP-Unterbereich im Gedächtnis. Zwanzig Seiten darüber, ob Beos Piratenkapitän eine Pfeife rauchen darf. Genauso viele darüber, ob goreanische Männer Ohrringe tragen. Dazu die Klassiker „knien Sklavinnen immer?“, „gibt es Leibwächtersklaven“ und natürlich „Frauen mit Waffen“ sowie „Schleier oder nicht?“. Große Momente des gegenseitigen Zerfleischens, Sternstunden des Beckmesserns. Ich vermisse sie. Und ich wette, viele andere auch! Aber, alles Jammern hilft nichts, die Gor-Foren sind tot. Nicht einmal in den amerikanischen Gorums ist noch sonderlich viel los. Magere Zeiten für Forengeier wie mich, die sich an der negativen Energie satt fressen.

Aber – es gibt Abhilfe! Zumindest im kleinen Maßstab. Denn – nur weil in einem RP-Setting alles gesagt wurde, muss das an anderer Stelle noch lange nicht so sein! Es tut sich auf: Das SWTOR-RP-Forum! Dort wird „BtB“ zwar „lore“ (= Wissen, Überlieferung) genannt aber ansonsten ist alles beim Alten. Cliquenbildung (wehe dem Uneingeweihten, der es wagt, ein Projekt vorzustellen! Das macht der einmal und nie wieder. Danach geht er nämlich unter der Teppichleiste spazieren), zitierende Alleswisser mit der „es gibt zwei Meinungen – meine und die Falsche“-Aura, Querulanten, Mitläufer, Kumpel-Abnicker, Trigger-happy Mods, Trolle … es ist ein Fest, das zu lesen!

Noch mehr „dafuq is dis?“

Natürlich gibt es auch viel Hilfreiches. Ohne das Forum wäre ich nie auf das Sturmregiment gestoßen! Die Bekanntschaftsbörse ist eine super Sache. Und etliches an Info kann man auch mitnehmen. Immerhin ist die Lore bei Star Wars deutlich umfangreicher als bei Gor. Da gibts statt paarunddreißig Schmuddelromänchen sechs Filme, eine Serie (genau genommen noch mehr, ich habe da so gruselige Kindheitserinnerungen, die mich noch heute davon abhalten, den Ewok-Companion ansehen zu können ohne zu schaudern), hunderte von Comics, zwei P&P-Systeme, Tabletops, Romane im dreistelligen Bereich … und alles addiert zur Lore. Ganz andere Hausnummer.

Soll heißen: Ich will das Forum nicht schlechtreden. Im Gegenteil! Ich liebe den Info-Teil, nutze den Kontakt-finde-Teil … aber werde den Teufel tun, irgendwas zu posten, das irgendwer in den falsche Hals kriegen könnte; meine Foren-PvP-Zeiten sind vorbei, ich bin reiner Konsument. Statt dessen lese ich in stiller Freude Threads wie das absolut missverstandene „Inklusion statt Integration„, „Sith in einem Erotikmagazin“ (wenn man vom Gor-RP kommt, guckt man wie ein Auto, was manche Leute als „anstößig“ empfinden. Ich fürchte, ich bin auf ewig versaut) oder den „Mutterthread“ der Erotiksache – „PlayTwi„. Es mag nicht „Bond oder Kajira“ sein – aber ein wenig Methadon bietet auch „Sithrollenspiel auf Korriban„, was in etwa „GE versus BtB“ entspricht.

Es ist also alles in allem keine Wiederkehr der goldenen Zeiten, aber für ein nostalgisches Kopfnicken hin und wieder ist es in jedem Falle gut. Und bietet den zusätzlichen Vorteil, auch noch viel mehr Wissen zu enthalten, als das bei SLInfo der Fall war.

Ansonsten? Ich habe meinen Trooper weitergespielt. Er ist jetzt Level 18. Ich habe ihn von Lolas Trooper entkoppelt. Es ist sinnvoller, meinen kleinen Jedi-Shadow-Tank mit Lolas Heiler zusammen zu spielen. Da hat man nicht ständig das Gemurkse mit den Storyphasen. Und außerdem kann ich den Trooper dann unabhängig hochziehen – wie schon erzählt ist er schließlich als RP-Char erstellt und da wurde gestern nachgefragt, wann ich denn mal soweit sei … Okay, kann vielleicht noch dauern.

Heute abend bin ich wieder mit dem Großen unterwegs – Gilden-Raid-Tag! Sightseeing mit Onkel Aroval und Tante Kathro (das habe ich nie gesagt, mein extrem großer Sith-Lord!).

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  1. Adran
    19. Februar 2014 um 8:53 am

    *Nitpick Modus*

    2 Rollenspiele? West End Games D6, D20 Star Wars in 2 Editionen, Saga Star Wars (was – technisch gesehen – ein Bastard von D20 Star Wars war) und jetzt Edge of the Empire, Age of Rebellion und Might of the Force (die ich als ein Spiel zählen würde). Also mindestens 3!

    😉

    Aber bizarre Lore Streitigkeiten kann man sich in jeder Welt liefern.

    • 19. Februar 2014 um 9:02 am

      Ich wusste nur von zweien, da mich das P&P nur am Rande interessiert hat. Ich habe im „alten“ System und im D20 mal rumgespielt aber dann nicht weiter im Blick behalten.

      Man kann sich überall Streitigkeiten liefern – tut es aber nicht überall. Nichtmal die schönen DSA-Foren-Kriege gibts noch!

      • Te-ah-tim-eh
        19. Februar 2014 um 10:00 am

        Na ja, bei DSA kann man das ja auch noch halbwegs nachvollziehen – Aventurien ist definitives und ausdefiniertes RPG-Setting, bei dem jeder verdammter Busch beschrieben wird und es kommt sogar von Macherseite mit dem zweifelhaften Anspruch „so wie wir es sagen und nicht anders“ daher.
        Sich hingegen an der Weltbeschreibung eines minimale Ausschnitte zeigenden Heldenepos (Gor, SW Filme) hochzuziehen ist doch ein wenig albern. Gut, Star Wars bietet diverse Bücher, Comics und Quellenbücher (erweitertes Universum) und hat Konsistenzwächter, da kann man das vielleicht technisch machen, aber in Gor fehlt selbst dazu jeweder sinnvolle Ansatz.
        Mal davon ab, solche Diskussionen beweisen eigentlich nur wie phantasielos, unkreativ, selbstherrlich und konsensfeindlich ein guter Teil der Leute ist, die sich aus unerklärlichen Gründen für Rollenspieler halten. Das stimmt eher traurig.
        Der amüsante Teil ist bestenfalls, dass neun von zehn weltbeschreibenden Autoren das selbst deutlich weniger verbissen sehen.

        • 19. Februar 2014 um 10:18 am

          Star Wars-Canon ist in seinen Restriktionen und Einteilungen (Verschiedene Fallhöhen an „Credibility“) noch ´ne Ecke härter in der Gangart als DSA. Die derzeitigen Retcons des EU nach RotJ von Seiten „Disney“ zeigen das nur zu deutlich. Streitmaterial gibt´s also zu hauf.
          Ich beobachte das sehr gerne. In SLInfo wie im SWTOR-RP-Forum. Ich sehe das nicht so negativ wie Du. Erstens ist „Konsens“ für mich nicht die Mutter allen RPs (eher das Gegenteil – mit zu mir inkompatiblen Leuten muss ich nicht spielen, da gibt´s für mich keinen Konsens, sondern eher ein „Ihr backt euren Sandkuchen hier – ich gehe dann mal mit meinen Förmchen woanders hin“), zweitens mag ich festgelegte Welten. Ich mache immer noch „mein Ding“, finde es aber befriedigender, innerhalb der Regeln etwas „Besonderes“ zu schaffen, als die tausendste Extrem-Schneeflocke. Ich bin ein Fan von „kenne die Regeln bevor Du sie brichst“.
          Deshalb machen mich Forenkriege nicht traurig, sondern ich sehe sie als Unterhaltung und manchmal sogar Inspiration.

          • Te-ah-tim-eh
            19. Februar 2014 um 12:44 pm

            Klar sucht man sich seine Mitspieler aus, aber in deiner jeweilig gewählten Gruppe wirst du nicht weit kommen, wenn es da keinen Konsens über grundlegende Dinge gibt.
            Kenntnis der Regeln, Gesetzmäßigkeiten und Grundvoraussetzungen ist wichtig, gar keine Frage, selbst bei so einem albernen, inkonsistenten, widersprüchlichen und an den Haaren herbeigezogenen Flickwerk von Weltbeschreibung wie Normans Gor.

            Aber ich halte generell den Ansatz „geht das oder geht das nicht?“ für falsch und eines Rollenspielers unwürdig. Die Frage muss immer lauten „wie kann ich das sinnvoll und stimmig in die Welt einbringen?“. Und damit meine ich nicht, wie man mit vollautomatischen Waffen Ar erobert oder der sich als rechtmäßiger Sprößling von Tarl darstellt. Solche lächerlichen Extrembeispiele werden ja immer gerne aus dem Nichts herangezogen, wenn man von seinem Standpunkt nicht abweichen will, in Wirklichkeit drehen sich aber die meisten sogenannten Diskussionen eher um Kleinigkeiten, die bis zum Exzess aufgebauscht werden.

            Nun, Rollenspieler sind nun einmal natürliche Selbstdarsteller, aber an dieser Stelle ist das einfach fehlplatziert. Aber ich bin ehrlich erfreut und gönne es dir, dass du aus diesen völlig unkonstruktiven Streitereien und goreanischer-als-du Tiraden offenbar doch noch etwas Nützliches ziehen kannst.

          • 19. Februar 2014 um 1:07 pm

            Klar kann ich daraus Nützliches ziehen. Nicht aus den Gor-Debatten, da reichte es, die Bücher zu lesen. Aber aus den Star-Wars-Debatten nehme ich immer wieder Details mit, da ich dort natürlich deutlich weniger Hintergrundwissen habe.
            „Unwürdig“ halte ich nicht für das richtige Wort. Ich mag Konzepte, die nicht mit „Ich WILL das spielen also biege ich das Setting so lange, bis es PASST“ als Prämisse entwickelt werden, sondern die auf „ich möchte ungefähr das und das – geht das überhaupt und wenn ja, wie?“ basieren. Das ist respektvoll den Mitspielern gegenüber.
            Ich habe es gerade im SWTOR-RP erlebt: Jemand würgt seinen Special-Snowflake-Char mit soviel Penetranz ins RP, dass viele Mitspieler einfach erstmal aufhören, überhaupt am RP teilzunehmen, weil es ihre Immersion mit dem Panzer überfährt. Es ist meiner Meinung nach spannender und glaubwürdger „klein“ anzufangen und den Charakter zu entwickeln (auch in eine speziele Richtung), als mit „Hallo, hier bin ich, ich bin BESONDERS!!“ in den Raum zu springen, als hätte dort vorher noch kein Leben existiert.

            Aber das geht jetzt natürlich am Thema „Forum-PvP“ vorbei, das sich erfahrungsgemäß tatsächlich spätestens ab Seite drei im klein-klein verliert. Aber dann steht für mich eben ab dann der Unterhaltungsaspekt im Vordergrund. Das Thema ist abgehandelt – send in the clowns.

  2. Kendrich McMillan, man without Brain
    19. Februar 2014 um 9:05 am

    Oh, diese endlos Diskusionen im Forum vermisse ich auch, Klugscheissen bis der Arzt kommt, dazu Scroll Zitate…….. aber wenn man Gor gespielt hat, sitzt das tatsächlich tief im Hirn fest. Als ich mit meiner Sith Göre Shaasa angefangen habe und der Aufseher mich mit Sklavin angesprochen hat, habe ich echt den Auswahl Button „Ja, Herr, darf ich dir denn einen Paga servieren“ gesucht. zum Glück hält sowas nicht lange an und er bekam sowas wie „Go to Hell, Ashole“ zu hören *lach*
    Aber weder bei Star Wars, noch bei Star Trek würde ich mich auf solche Diskusionen einlassen wie auf Gor……denn es gibt ja echt um einiges mehr Material und selbst wenn man alles hat, hat einer bestimmt noch irgendwas mehr. Die Hardcore Fans wissen ja sogar wie die Klo Schüssel von Darth Vader ausgesehen und um wie viel Uhr der seinen Nachmittags Jedi zerstückelt hat. Neeeeeeeeeeeeeeeeeee

    • 19. Februar 2014 um 9:10 am

      So ähnlich sehe ich das auch. Ich mache mich in der mein RP direkt betreffenden Lore schlau (die Mandos hab ich mittlerweile ganz gut drin, an den Formen beim Lichtschwertkampf für den Sith arbeite ich derzeit) und der Rest wird bei Bedarf angesehen.
      Aber die Forenkriege sind dennoch einen Blick wert. Man kann bestenfalls noch was lernen und schlimmstenfalls wars wie ein Unfall auf der Gegenspur. 😉

  3. Adran
    19. Februar 2014 um 11:07 am

    Zasta Korobase :
    Ich wusste nur von zweien, da mich das P&P nur am Rande interessiert hat.

    Edge of the Empire solltest du dir dringend ansehen – das ist im wesentlichen „Firefly“ im Star Wars Universum. Du spielst eine kleine, wackere Schar von Outlaws, Schmugglern und Grenzkolonisten in einem Yt-1000 Transporter.

    • 19. Februar 2014 um 11:09 am

      Derzeit bewegt sich meine Umgebung aber leider eher im unexperimentellen Bereich. Aber ansehen ohne zu spielen geht vermutlich.

  4. Te-ah-tim-eh
    19. Februar 2014 um 6:21 pm

    Wir reden aneinander vorbei fürchte ich. Ich rede davon, das Setting eben nicht zu verbiegen und trotzdem Dinge einzubringen, die von dem 08/15 Gor-Rp abweichen.
    Zum Beispiel einen Schreiber, der zur See fährt, ein psychopathischer Mörder ist (was funktioniert, weil der Spieler seinen Opfern immer einen Ausweg lässt) und mit seiner Mannschaft auch noch durchaus andere Dinge tut, als Städte im Namen des Heimathafens zu überfallen.
    Das Konzept passt hervorragend nach Gor und es ist so ziemlich Alles außer dem üblichen Standard entsprechend.
    Insofern weisst du genauso gut wie ich, dass „kein Strereotyp“ nicht norwendigerweise „einzigartige Schneeflocke“ bedeutet.
    Und das ein kompletter Kontinent (oder gar eine Galaxie) gleichgeschaltet sein soll, nur weil ein Einzelner auf der seiner Interpretation des Settings beharrt, halt ich auch für unwahrscheinlich. Wie du schon sagtest, man nimm es oder packt seine Förmchen woanders aus, wenn es einem nicht passt, anstatt eine philosophische Debatte vom Zaun zu brechen.
    Übrigens komisch, bisher ist noch niemand auf die Idee gekommen die von Norman als komplett verschleiert herumlaufenden Kajirae in Turia auf andere Teile Gors zu übertragen – und dass, obwohl das bei anderen lokalen Gebräuchen völlig üblich ist, sogar bis in den hohen Norden.

    • 19. Februar 2014 um 6:30 pm

      Ein zur See Fahrender der blauen Kaste ist ein Navigator. Und wenn er zusätzlich noch Psychopath ist, ist es – mein Charakter Ingula aus Selnar. 😀
      Also ja – da hörst Du von mir keinen Widerspruch. Ich habe Ingula komplett „blau“ gespielt; war recht einfach, da ich ja schon immer blaue Kaste als Char hatte. Aber ich denke schon, dass er hart an „Snowflake“ gegrenzt hat. Klar, jedes Schiff braucht einen Navigator. Damit ist das völlig normal – aber der irre Psycho, das war schon grenzwertig. Da muss man abwägen, dass man keinem unnötig auf den Sack geht.

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