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Das Schiff, der Spielchip und das Holzschwert

24. Februar 2014

Drei Tage – drei Charaktere – dreimal RP. Deshalb auch drei Berichte. Den Anfang macht Sith Ghurab …

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Dieses ganze Schiff stinkt nach den Whitefangs, die wohl normalerweise damit transportiert werden. Ein stechender Dunst aus Katze, Raubtier und Moschus. Und das wird uns nun erhalten bleiben, bis wir die Kernwelten erreichen. Wenn ich die Augen schließe, spüre ich den Hyperraum an der zerbrechlichen Durasteel-Hülle vorbeiziehen. Nach uns und unserer Wärme greifen. Ich schüttle mich und gehe weiter. Auf der Suche nach einem Quartier, in dem man nicht das Gefühl hat, einen Zookäfig zu bewohnen.

Der Droide hat der Pilotin den Kurs gegeben. Wir haben alles getan, wie es uns (mir!) aufgetragen wurde. Von ein paar Kleinigkeiten abgesehen.

Die Defender ist nur noch rauchender Schrott. Unsere Torpedos haben das Jedi-Schiff zerrissen. Da kann man nichts machen.

Ich bin mir noch nicht sicher, was mich hat zögern lassen, als die Pilotin dieses Frachters schutzlos vor mir stand (sie fuchtelte mit einem Elektrostab – ich denke, das zählt durchaus als „schutzlos“). Ich habe mir einen Moment der Schwäche durchgehen lassen. Meine Anweisungen an Lieutenant Andrews waren klar – töten. Alles, was in dieser Piratenhöhle einen Puls hat. Aber irgendwie hat mich der Trotz, die Wut, mit der diese Frau ihrem Schicksal gegenüber getreten ist, berührt. Daran, dass sie dieses Kind dabeihat, kann es nicht liegen. Kinder sind mir egal. Sei es wie es sei – ich habe sie und ihre Brut am Leben gelassen. Habe ihr mit der Macht eingeflüstert, dass wir sie vor feindlichen Piraten gerettet hätten und sie uns nun aus Dankbarkeit bis in die Kernwelten fliegen wird.

Jetzt haben wir also nicht nur Sheysas „beste Jedi-Freundin“ mit an Bord, sondern auch noch die Pilotin und ihren Sohn. Ich kann mir Meister Concabilles Gesichtsausdruck lebhaft vorstellen, wenn wir mit diesem Zirkus im Schlepptau bei ihr aufkreuzen. Ihre sarkastischen Bemerkungen. Nein, das muss ich mir nicht geben. Wir werden unsere Anhängsel loswerden, bevor wir unser Ziel erreichen.

Bis dahin sind es noch etliche Tage. Eingesperrt in diesem gammeligen Metallkasten. Zum Glück ist das Schiff groß genug, dass ich jedem aus dem Weg gehen kann.

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Weiter geht es mit Sherku und Jepall, die noch Geld für Eisen verdienen müssen …

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Es konnte nicht an der allgegenwärtigen Heligkeit und den Leuchtreklamen liegen, warum er diesmal nicht einschlafen konnte. Es war einfach eine allgemeine Unruhe, die ihn sich fühlen ließ, wie eine gespannte Bogensehne. Er war wach. Körperlich erschöpft aber wach. Er griff neben sich, legte Jepall eine Hand auf den Bauch, nur um zu sehen, ob dieser wach wäre. Der Iridonianer machte „Hrm ..?“ und war dann für ein paar Sekunden tatsächlich auf diese konfuse Weise wach, die man an sich hatte, wenn man eigentlich schlief. Doch dann drehte er sich einfach um und ließ Sherku in der Dunkelheit mit seiner Rastlosigkeit alleine.

„Wir sind reeeich“, flüsterte der Cathar in die stickige Düsternis des winzigen Zimmers. Als Antwort machte die halb kaputte Klimaanlage „Wrrk – klick“. Reich! Sherku hatte recht wenig Bezug zu Credits. Er war bei einem hauptsächlich mit Großwildjagd beschäftigten Clan aufgewachsen, in dem es eine Gemeinschaftskasse gab. Und während seiner Lehrzeit auf Mandalore hatte er seine Arbeitskraft gegen Kost, Logis und Wissen getauscht. Geld war völlig abstrakt. Es war ihm auf eine distanzierte Weise bewusst, dass er die selteneren Legierungen nunmal gegen Credits tauschen musste – aber die Mengen blieben ihm ein Rätsel.

Gut, dass Jepall als ehemaliger Kopfgeldjäger in dieser Hinsicht äußerst praktisch veranlagt war. Und dass er ein Händchen für Glücksspiele hatte. Sherku hatte noch nie ein Casino von innen gesehen. Die schiere Größe, die Masse an Spielsüchtigen, die Musik, die wachsamen Augen der Security und der tausend Überwachungskameras … von dem Cocktail, den Jepall ihm ausgegeben hatte, mal ganz zu schweigen. Alkohol mit mehr Zucker, als der uj’alayi, den sein Onkel manchmal gebacken hatte. Und Früchten und einem Schirmchen (damit der Drink nicht nass wurde, falls es regnete). Die schiere Dekadenz.

Das eigentliche Wunder war aber Jepalls Schauspielkunst gewesen. Sherku hatte nur verblüfft zusehen können, wie sein vod alle Emotionen von Betroffenheit, Verzweiflung und ungläubiger Verwunderung bis hin zu verwirrtem Glück virtuos ausspielte. Hätte Jepall ihm vorher nicht erklärt, dass dies alles Teil seines Planes war – Sherku hätte ihn für verrückt gehalten.

Gewirkt hatte es auf jeden Fall – Sechstausend Credits waren in die Taschen der beiden mando’ade gewandert. Sechstausend! Natürlich konnten sie sich jetzt erst einmal in diesem Casino nicht mehr blicken lassen. Hutten mochten keine Kunden, die mehr Geld hinaustrugen, als sie hereingebracht hatten. Aber das war Sherku völlig egal. Er hatte seinen Früchtebecher bekommen und als Dreingabe genug Geld, um alles Material für Jepalls beskar’gam kaufen zu können.

Es juckte ihn schon in den Fingern, mit dem Schmieden anzufangen.

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Und als letztes – Khalb, der Mando-Junge. Und die Sache mit den dar’manda.

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Alles war besser, als sich mit dem Holzschwert in der Hand dumm vorzukommen. Alles war besser, als sich mit buir darüber zu streiten, ob es richtig war, sich mit den Imperialen abzugeben. Alles war besser als diese ganze angespannt-verrückte Aura, die sich wie Nebel in dem riesigen Schiff mit seinen endlosen Korridoren und höhlenartige Hangars, seinen düsteren Quartieren und trostlosen Aufenthaltsräumen, ausbreitete. Mit jedem Tag mehr.

Khalb entkam, in dem er rannte. In dem er sprang wie ein Echsenaffe, in dem er kletterte und trainierte. Er mochte nicht mehr reden. Vielleicht noch mit Illjana. Manchmal. Aber ansonsten … seit der Sache, seit den willkürlichen Hinrichtungen, den Exekutionen für Nichtigkeiten … seit immer deutlicher wurde, dass nur Angst die Imperialen überhaupt in der Spur hielt … ja, seit dem waren die Gedanken im Kopf des jungen mando’ad immer klarer geworden. Der Streit mit buir heute – war es überhaupt ein Streit gewesen? – war daher nur die logische Folge. Er hatte einfach erklärt, dass er, sobald er erwachsen wäre und für sich selbst entscheiden konnte, nie für das Imperium kämpfen würde. Ganz egal, was sie bezahlten. Wie konnte man sich mit Verrückten verbünden, die ohne zu fragen (ohne fragen zu können!) auf fast religiöse Weise einem Rudel Wahnsinniger folgten? Die Erklärung, dass die Republik sonst ihr Volk vernichten würde (oder es zumindest versuchen würde), kam ihm fadenscheinig vor. Bisher waren Republik und Imperium gut miteinander beschäftigt. Er wettete, dass die verstreuten Clans und auch die Hauptwelt und ihre Monde den jetiise völlig egal waren. Es gab viele neutrale Welten. Viele neutrale Völker.

Letztendlich lief es also nur darauf hinaus, dass der Mand’alor es gesagt hatte und man ihm gehorchte. Und Khalb kam immer mehr zur Ansicht, dass es falsch war. Er folgte den resol’nare. Er glaubte daran. Die Grundpfeiler der Existenz seines Volkes waren wichtig und richtig. Aber … dieser eine Grundsatz … dieses bedingungslose, gedankenlose Gehorchen. Ob er das könnte, wenn er erwachsen war? Oder würde er dar’manda werden?

Wenn …. falls … er am Ende allein dastünde, sollte er besser noch mehr trainieren. Er wollte seine Familie aus diesem Irrsinn heraushaben. Und Illjana auch. Einfach alle nehmen und verschwinden. Als Jäger leben. Weit weg von dar’jetiise, die nichts begründen mussten und die ihren Herrschaftsanspruch nur vom Zufall der Geburt ableiteten.

Das Holzschwert war archaisch. Als würde man heute noch darauf verzichten, zu den Sternen zu fliegen, nur weil man das früher nicht getan hatte. Aber es war buir irgendwie wichtig, dass sie damit umzugehen lernten. Und wenn es half, dass er schneller erwachsen wurde und schneller dafür sorgen konnte (irgendwie!), dass sie von hier wegkamen – dann würde er sich sogar mit einem bes’kad anfreunden.

Nicht einmal mit Illjana konnte er jetzt noch über seine Zweifel reden. Sie war die Sklavin eines dieser verrückten dar’jetiise. Sie konnte ihm nicht helfen, ohne selbst in Gefahr zu geraten. Andererseits war sie das immer. Die Launen der Herrschenden des Imperiums machten aus allen anderen nur Spielfiguren.

Es war nicht richtig!

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Und OOC! Viel Spaß im RP gehabt, wie man lesen kann. In Sachen PvE habe ich fast nur den kleinen Trooper gelevelt. Er ist jetzt auf Tatooine angekommen. Ich habe dort schon eine Heroic-Quest gemacht und bekam vom Heiler ein Lob für mein Tankspiel. Einerseits freut mich das sehr, andererseits ist es natürlich auch ein wenig gecheatet, da ja mein Main als Powertech das selbe in grün ist. Ich muss also nur mit weniger Fähigkeiten auskommen, der Rest ist wie immer. Und ich muss damit leben, dass die Fähigkeiten des Troopers im Gegensatz zu ihren Spiegelbildern beim Bounty Hunter unglaublich un-stylish sind. Ich meine – Flammenwerfer deutlich größer als „in Steckdose gefasst“! Ein Jetpack herrscht sowieso immer. Und mit-bloßer-Faust-auf-die-Brotmühle-zimmern ist befriedigender als mit-Gewehrkolben-zuhauen.

Aber ich mag das Vanguard-Zwergerl trotzdem. Ich habe 250.000 Credits ausgegeben und ihm einen Bowcaster spendiert. Das fiel leichter, als Sherku für das selbe Geld den Monsterblaster zu kaufen, da ich bei Sherku nochmal im sechsstelligen Bereich für das Mod-umbauen und Augment-einfügen nachbuttern muss. Aber ich denke, lange hält mich das nicht mehr auf. Dicker Blaster ist einfach was Schönes!

In Second Life war ich auch für ein halbes Stündchen, habe aber nur kurz mit Uldigs Spieler darüber geredet, dass ich etwas anderer Meinung bin. Aber Ursachenforschung ist ja auch nicht wesentlich. Das Ergebnis ist da und man macht nichts mehr dran. Man kann nur hoffen. Oder selber etwas ändern. Aber dafür bin ich eigentlich im SWTOR-RP derzeit viel zu zufrieden. Klar, SL-RP bietet soviel mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Soviel mehr Freiheiten. Aber – ohne genug gleichgesinnte Mitspieler hilft nichts. Im SWTOR-RP gibt es sehr viele Leute (die Mehrheit, wie mir scheint), die wie ich vom LARP und vom P&P her kommen. Das bedeutet einfach, dass eine gewisse Grund-Sozialisation parallel abgelaufen ist und man deshalb eher auf einer Wellenlänge liegen kann (nicht muss! Siehe das Katzenhüten-Video von gestern). Ich gehe den Weg des geringsten Widerstandes.

Ich habe immer noch die Unruhe in mir, gern wieder in SL spielen zu wollen. Aber es fehlt der Impuls, dass ich meinen Arsch auch mal hochhebe.

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