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Der Feind meines Feindes ist … mein Feind?

26. März 2014

Ich nehme Anlauf, springe über die Reste eines von Feuer und Beschuss verdrehten Zaunes. Vor mir die rauchenden Skelette der riesigen Häuser, die sich wie ein schadhaftes Gebiss in den Himmel fressen. Der Angriff der Republik hat die meisten Gebäude in diesem Sektor von Tessien schwer beschädigt. Und doch kann man in manchen leeren Fensterhöhlen, hunderte Meter über dem Boden, Licht brennen sehen. Die Kraftwerke arbeiten noch und schenken den verlassenen Ruinen ein Zombieleben.

Ich laufe einen Block die Straße hinunter. Hoffe, auf Soldaten der Republik zu treffen. Meinen Teil beizutragen. Meine Pflicht zu tun.

Und mich gleichzeitig abzureagieren. Ich musste mich heute für uns beide zusammenreißen, da sogar meinem Meister die Anspannung zu sehr an den Nerven gezerrt hatte. Und dabei hat sie noch nichtmal einen alten Feind getroffen – ich hingegen schon.

Direkt nachdem wir das derzeitige Hauptquartier der Dreizehnten erreicht hatten, stand er einfach so auf dem Weg. Der Sith Cotallis, mittlerweile ein Lord, dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe. Der Mann, dem ich einerseits eine bittere Niederlage (wenn auch nicht durch seine Hand. Ich wette, ich könnte ihn im direkten Kampf schlagen. Er scheint mein Schwert zu fürchten) und andererseits mein neues, freieres Leben verdanke. Jetzt im Nachhinein erscheint es mir seltsam, dass er mich sofort erkannt hat und wohl auch bei Meister Concabille durch die Verkleidung blicken konnte. Ich wette, das Wiesel hat Verbindungen zum Geheimdienst. Er ist gut darin, Fäden in die Hand zu bekommen.

Von ihm war bezüglich Lord Archaraks, Lord Garrdes oder Darth Arlias nichts herauszubekommen. Ich denke auch nicht, dass er sich jemals dazu herablassen würde, sich auf unsere Seite zu schlagen. Aber ich bin sicher, dass sich hinter seinem „… nur meine Pflicht für das Imperium“-Gerede dennoch eine Meinung verbirgt.

Ich weiß nicht, ob Meister Concabille bei der Befragung der nervösen, unbewaffneten Soldatin erfolgreich war. Sie hat sich jedenfalls gut eingefügt und auch einen vorbeikommenden Unteroffizier sofort für sich eingespannt. Ich habe während dessen versucht, an die Schülerin von Lord Garrde heranzukommen.

Man könnte meinen, die Rothaarige würde unser Ziel teilen. Ich verlange nicht von ihr, dass sie uns traut (ich traue ihr schließlich auch nicht – aber das ist doch normal!) – aber man sollte doch denken, dass sie die Gelegenheit, ihren Meister zu befreien, ergreifen würde. Ich würde es tun. Ich habe es getan. Für Meister Concabilles Freiheit habe ich mich mit Jedi „verbündet“ und meine Seele einer Giftnatter verkauft. Ich dachte, diese Loyalität würde jeder Meister in seinem Schüler inspirieren. Aber anscheinend ist Lord Garrde kein so guter Meister wie die Invicta Concabille.

Ich habe die Rothaarige mit ihren Gedanken alleingelassen, damit sie sich entscheiden kann, ob sie sich uns für das Wohl ihres Meisters anschließt oder nicht. Diesen Konflikt kann ich ihr nicht abnehmen. Sie hat nun alle Fakten – die Entscheidung muss sie ganz allein treffen. Wir werden sehen, was sie tut.

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© Ro’ia

Weiter mit OOC! Der OOC-Teil ist diesmal mit ein paar Bildern dekoriert, die Ro’ia in Asation gemacht hat, während meine Screenshot-Taste mufflig in der Ecke saß. Man kann sehr gut erkennen, dass die Umgebung dieser Operation eine echte Augenweide ist.

Das Madenmaulwurf-Tier. der erste Boss.

PvE-mäßig waren wir gestern in einem Hardmode-Flashpoint (Czerka Meltdown, einer der schwierigeren) und Illjana durfte zum ersten mal so etwas durchheilen. Mit dabei waren noch Aroval als Einspring-Heiler und ansonsten Blitzeschleuderer und Amon als „ich habe nicht zuerst geschossen und Aggro gezogen“-Sniper. Es lief richtig, richtig gut! Beim Sandsturm-Boss haben wir zwar drei Versuche gebraucht, da die Sandsturm-Phasen nun wirklich kein Spaß sind, was das Gegenheilen angeht, aber der Rest lief völlig flüssig. Und Illjana konnte auch mehrere gute neue Ausrüstungsteile mit nach Hause nehmen. Hat sich also durch und durch gelohnt.

Leider streikt derzeit die Album-Software, so dass Ro’ia die richtig guten Asation-Bilder gar nicht hochladen kann. Deshalb hier noch ein Bild von Denova. Optisch auch eine hübsche Operation. Wären da nicht diese miesen Bossmechaniken …

Das RP gestern gestaltete sich in kleineren Teilen etwas zäh. Im Großen und Ganzen hatte ich Spaß, besonders, dass Ghurab seinen alten Feind wieder treffen durfte, aber gelegentlich gab es ein paar Gesichtspalmen-Momente. Ein Soldat, der statt auf einen fremden Sith, der gegen einen Regiments-Sith das Schwert gezogen hat, auf den Regiments-Sith schießt und dergleichen.

Außerdem eine allgemeingehaltene Anmerkung: Charaktere haben ein Konzept. Einen Hintergrund. Eben einen Charakter. Das definiert sie. Aber (und das ist ein wichtiges „aber“!) zuallererst ist man im Spiel, weil man RP und Spaß möchte, nicht um „method acting“ online zu betreiben. Und wenn einem das Charakterkonzept dabei fest und unverrückbar im Wege steht, hat man zwei Möglichkeiten. Entweder man hält eisern fest und muss zusehen, wie man allein daneben sitzt, während der Rest der Leute in den Plot kommt und Spaß hat, oder man macht kleinere Zugeständnisse und ist in Nullkommanix mittendrin. Ghurab zum Beispiel ist weder als kommunikativ noch als Teamplayer angelegt. Er hängt gesinnungsmäßig irgendwo zwischen „Lawful Neutral“ und „Neutral Evil“ herum und sich mit jemandem zu verbünden oder jemandem zu vertrauen liegt normalerweise nicht in seiner Natur. Aber weil ich mit dieser Einstellung im RP immer nur bockig allein daneben stehen könnte, habe ich gar kein Problem damit, ihn gelegentlich etwas OOC sein zu lassen. Dann taut der böse Sith eben mal auf, wird eloquent und gibt mehr preis, als er es normalerweise tun würde. Und das nur, damit ich als Spieler hinter dem Charakter auf mittlere und lange Sicht Spaß haben kann. Ich opfere also gelegentlich etwa zehn Prozent meines wertvollen Charkonzepts um den Rest der Zeit dabei zu sein und mit den anderen als nur-noch-zu-90%-böser-Sith richtig, richtig RP-Spaß zu haben. Ich werde Ghurab nie um 180 oder auch nur 90 Grad biegen, denn dabei ginge die Freude am Sithspielen flöten. Er wird nicht nett oder niedlich, er wird nicht Kaninchen züchten oder Einhörner knuddeln. Aber ich breche mir keinen Zacken aus der Krone, wenn ich ihn gelegentlich etwas antauen lasse.

Das mag wie üblich nur meine Meinung sein (Yeah, well, you know, that’s just, like, your opinion, man) aber ich fahre damit ganz gut!

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