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Der verlorene Transmitter und die Strahlung

5. April 2014

Ich lasse den Schmerz einfach nicht zu. Ich liege nur hier auf dem Boden des Shuttles, fühle unter uns Tessien zurückweichen und konzentriere mich auf das Gefühl, immer leichter zu werden, als das Blut aus mir herausläuft. Langsam werden mir Hände und Füße kalt. Ich drehe den Kopf und sehe zu der Sanitätsoffizierin, die sich um Meister Concabille kümmert. Früher oder später wird sie auch hierher kommen. Bis dahin muss ich mich an meinem Zorn wärmen.

Mehrere Arten von Zorn. Die erste sehr vertraut. Zorn auf die Inkompetenz irgendeines Lakaien. Wieso hat dieses Hündchen von Captain eifrig bellend eine Granate direkt vor mich geworfen, als ich mich auf diesen Plünderer gestürzt habe, der den Transmitter festhielt? Was dachte er, damit zu erreichen? Außer natürlich, dass ich lange genug geblendet war und diese Banditen Gelegenheit hatten, mir mehrere Schüsse in den Körper zu jagen, bevor ich einer davon den Arm an der Schulter abtrennen und Meister Concabille die andere erledigen konnte.

Wir brauchen diesen Transmitter. Nur seinetwegen sind wir in diesen verstrahlten, völlig von der Republik zu Klump geschossenen Teil von Tessien gekommen. Nur seinetwegen haben wir uns mit Horden von der Strahlung irre gewordener Plünderer geprügelt, denen die Haut in Fetzen von den Pusteln im Gesicht herunterhing.

Denn dieser Transmitter enthält die Wahrheit über Lord Garrdes Verrat. Oder ihre Unschuld.

Zumindest ist das erledigt. Wir haben den Transmitter gefunden. Wir haben ihn zuerst den Kriminellen und dann den Mynocks, die ihn wegschleppen wollten, abgenommen. Mission erfolgreich. Aber nicht nur ich bin verletzt. Meister Concabille hat es auch erwischt. Unfähiges Soldatenpack ….

Ich schließe die Augen. Um mich herum keine Gespräche. Hin und wieder beschwert sich dieser Private jammernd-nörgelnd, der mein Schwert abbekommen hat. Er soll sich nicht so anstellen. Er hat den Transmitter gefangen. Er ist ein kleiner Held.

Mehrere Arten von Zorn …

Ich bewege die Finger, male mit meinem Blut Muster auf den Boden. Es ist wirklich kalt hier. Hat dieses Shuttle keine Heizung?

Die andere Art von Zorn ist ebenfalls fast schon gewöhnlich. Ich erinnere mich an Sheysas Lippen, die sich zu einem immer dünneren Strich zusammenpressten, als sie sich über die Familie informierte, der sie angeblich angehört. All` diese intriganten Adligen mit ihren nutzlosen Spielchen und ihren Eitelkeiten. Und jetzt fängt das hier auch an. Ich verstehe Sheysa immer besser. Töten. Am besten alle davon.

Aber dann gibt es noch diese neue Art von Wut. Und ich mag sie nicht. Das ist ungewohnt. Zorn war immer das, was mich fest mit der Macht verbindet. Feuer, das ein leuchtendes Band formt. Aber diese Wut lodert nicht hell. Diese Wut ist still und kalt. Sitzt nicht im Herzen sondern im Bauch. Ich will sie nicht fühlen. Aber sie ist da. Gibt mir dunkle Gedanken. Lässt mich Szenarien erfinden, die absurd und doch so real sind. Ich versuche mich darin, diesen speziellen Zorn von mir wegzuschieben. Aber es klappt natürlich nicht. Mein ganzes Leben wurde ich gelehrt, Wut und Leidenschaft zu umarmen, nicht zu ignorieren. Also, was tue ich damit? Warum stört es mich? Ja, ich habe Zorn auf Meister Concabille in mir. Langsam aufgebaut auf dieser Mission, auf der sie ständig verschwindet und mich nur als eine hirnlose Waffe benutzt. Oder mir manchmal Bröckchen von Konversation füttert wie einem gelehrigen Haustier. Warum stört mich das? Ich bin nur Schüler. Meine Pflicht ist es zu lernen. Mehr nicht.

Irgendwann kommt der letzte Kampf mit ihr. Aber nicht jetzt und nicht einmal in diesem Jahr. Aber trotzdem .. warum? Warum denke ich darüber nach? Warum ist alles soviel größer, wenn es um Meister Concabille geht?

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Weiter mit OOC! Wir hatten eine Mission mitten in einen besonders zerstörten Sektor von Tessien, der so verstrahlt ist, dass man sich selbst mit Schutzkleidung dort nicht lange aufhalten kann. Taris hat das für uns gedoubelt und es hat wunderbar gepasst. Clare, Thun und Shillia gaben die wahnsinnigen Plünderer, die uns erst mit Schüssen beharkt, dann hinter uns Tunnel gesprengt und schließlich sogar Mynocks auf uns gehetzt haben (wobei die Mynocks auch Zufall gewesen sein könnten .. was machen die überhaupt innerhalb der Athmosphäre?). Höhepunkte für meinen Charakter waren das Fangen des einen Sniper, das Bauen der Brücke aus Gerümpel und am Ende der Würfelwurf, ob Beskell mein fallendes Schwert ins Bein bekommt. Natürlich gab es da noch Amons Flashbang-Gewerfe … das wird noch ein gaaanz böööses Nachspiel haben, Captain. Ohne Essen ins Bett oder kein Fernsehen. Oder Folter und Kopf kürzer. Irgendwas in der Art.

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