Es gibt keinen Ort, der Heimat ist

17. April 2014

Zu behaupten, dass es ruhig und friedlich und der ideale Ort für einen Brief nach Hause wäre, käme der Wirklichkeit nicht im Entferntesten nahe.

Nicht einmal Sekunden lagen zwischen dem Jaulen und Donnern der Flugabwehr und dem Dröhnen der startenden Transporter. Das Imperium verließ den Planeten. Und nur die Flotte dieses Darth stand zwischen den kleinen Shuttlen und dem plötzlichen Verglühen dank eines direkten Treffers der Republik. Sie würden hier ausharren, bis der letzte Mann evakuiert war, dann den allerletzten Transporter nehmen. Sie – das Sturmregiment (was davon übrig war) und das 181. (ebenfalls: was davon übrig war).

Khalb gönnte sich ein paar Minuten der nicht-ganz-Wachsamkeit. Sergeant Morrison kniete stumm wie eine Statue, das Snipergewehr im Anschlag, ein paar Meter neben ihm. Irgendwo hinter und unter ihm konnte er eine Bewegung wahrnehmen – vod Shillia suchte sich eine optimale Position. Auch der Rest des Regiments hatte sich in der vorderen Hälfte der weiten Halle verteilt. Und wartete. Noch gab es keinen direkten Feindkontakt, hier am Eingang des Raumhafens. Der junge mando’ad lag flach auf dem Bauch auf einem Frachtcontainer, seine beiden Blaster – die Läufe noch kalt – direkt vor den Händen. Und in seinen Fingern das alte Datapad mit dem schon flackernden Display und der mit Tape befestigten Rückseite, das er für praktisch alles verwendete – Lese- und Schreibübungen, Berechnungen, Zeichnungen, die von Illjana geschenkten Comics und jetzt auch für … einen Brief an seine Mutter. Seine Mutter, die weit weg von ihm kämpfte. An einer Front so geheim, dass er nicht einmal wusste, wieviele Sternensysteme oder Hyperraumsprünge ihn von ihr trennten. Vermutlich käme er nicht dazu, diesen Brief je abzuschicken. Und selbst wenn war unwahrscheinlich, dass sie ihn bekomme würde. Aber trotzdem. Es war ihm ein Bedürfnis, mit ihr zu reden. Selbst wenn sie nicht da war. Gerade wenn sie nicht da war.

Und so tippte er mühevoll, über jedes Wort nachdenkend, Sätze wie komplizierte Maschinen zusammenpuzzlend. Immer wieder von der geduldigen Autokorrektur auf den richtigen Weg gebracht …

Su cuy‘ buir! (guter Anfang)

Wie geht es Dir mir geht es gut (ja, er hatte das mit der Literatur voll drauf). Ich glaube, ich komme bald nach hause (was war „zuhause“? Das kleine Quartier der Familie in der Kaserne auf Dromund Kaas?). Irgendwie läuft es hier nicht so gut. Aber ich habe nicht viel abbekommen. Nur blaue Flecken, weil ich von einer Granate herumgeworfen worden bin (das war eine Untertreibung. Aber es klang cooler, wenn man es herunterspielte). Ich warte jetzt, bis wir hier wegkönnen. So lange erschieße ich vielleicht noch jemanden (war das Understatement genug? Ganz lässig eingeworfen, dass er also schonmal jemanden erschossen hatte. Als wäre das ganz normal). Wenn wir wieder daheim sind, darf ich bestimmt ein Swoop haben. Ich bin jetzt älter (sehr subtil, fehlerlose Rhetorik. Lorsa käme gar nicht darum herum, ihn auf Illjanas modifiziertes Bike zu lassen!). Ich vermisse Dich und freue mich darauf, wenn Du wieder da bist (zu emotional?). Ich wette, Du hast einen ganzen Haufen Feinde getötet. Ich komme wegen dem ganzen Kämpfen kaum noch zum Trainieren, aber das wird sicher bald wieder anders. Wir sehen uns zuhause.

gar ad Khalb

Ein Knacken und ein kurzes Rauschen kündigten eine Com-Nachricht an. Feindkontakt erwartet.

Khalb steckte das kleine Datapad wieder ein und griff nach seinen Blastern. Es ging los …

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OOC: Es ist schon wieder passiert. Erster Feindkontakt um 21.20 Uhr. Ich habe mich deshalb erst gar nicht ins Getümmel geworfen sondern Khalb per Emote als Unterstützer markiert und bin dann ins Bett. Der Fluch des Plots hielt bis zu seinem letzten Tag. Bei keiner Kampfhandlung habe ich je das Ende gesehen. Etliche Anfänge, manche auch sicher bis zur Mitte – aber  niemals den kompletten Abend. Das, was am Nächsten kam, war der Miniplot mit dem Kommunikationsturm, als Khalb seinen ersten Kill hatte. Da bin ich erst off, als nur noch Ro’ia und Biene-Maja-Aroval am Kämpfen waren. Klar, bei reinen social events habe ich meistens richtig viel mitbekommen. Aber Kampfplots … da schlug der Fluch der Mumie immer gnadenlos zu und ließ sie unglaublich spät beginnen.

Aber egal – ich hatte trotzdem Spaß. Meine Charaktere sind gewachsen, bekamen Tiefe und Ecken und Kanten. Der kleine Khalb musste halbwegs erwachsen werden und Ghurab sich in einen tückischen Dschungel aus ungewohnten Emotionen vorwagen. Beide haben gekämpft, beide haben gewonnen und verloren. Sie haben sich in ihr Umfeld eingefügt, Freunde und Feinde gewonnen und sind deutlicher geworden.

Jetzt bin ich gespannt auf die Berichte der Anderen – wie der Abend des letzten Gefechtes ausging.

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