Nicht die Mamma!

25. April 2014

Das Bett war seit Monaten unbenutzt. Ordentlich gemacht das letzte Mal, als sie es verlassen hatte. Und jetzt die Laken zerknüllt (und auch schmutzig von nicht ausgezogenen Stiefeln), weil er sich darauf zusammengerollt hatte. Seine Rüstung auf dem Boden davor verstreut. Das dumme Bett roch nicht einmal mehr nach ihr. Er war ganz allein mit den Gedanken. Von draußen drangen die Geräusche der Kaserne nur sehr gedämpft ins Quartier der Familie Kreldo. Dazwischen gelegentlich ein leises Donnergrollen des ewigen Aufruhrs in der Athmosphäre des Planeten. Khalb war allein. Ganz allein.

Aber was hätte es geändert, wenn sie da gewesen wäre? Ihr letztes Gespräch darüber hatte in Streit und einer Ohrfeige für ihn geendet. Unwahrscheinlich, dass sie das jetzt anders sehen würde. Außerdem war er seitdem erwachsener geworden. In der ganzen Zeit … Gewachsen (die Rüstung passte hinten und vorne nicht mehr, egal wieviel er notdürftig flickte), reifer geworden. Er hatte getötet. Gekämpft. Nicht gespielt.

Und trotz allem – nachgedacht.

Das half nicht. Und besonders nicht an Tagen wie heute, wenn man einen plötzlichen Blick hinter Masken bekam und ein weiterer, vorsichtig aufgebauter Pfeiler aus Vertrauen ins Nichts bröckelte.

Das Training hatte ihm Anfangs Freude gemacht. Es war zwar ziemlich langweilig, dass der Corporal darauf bestand, immer die selben Runden zu laufen – aber um Abwechslung konnte sich Khalb schließlich bei seinen normalen Trainingseinheiten kümmern. Der seltsame alte Ingenieur, der dem Regiment von Tessien gefolgt war, schien mit der Lauferei Probleme zu haben. Aber warum sollte man überhaupt alte Männer oder Techniker an die Front schicken? Eine weitere Absurdität des Imperiums. Khalb hatte sich mittlerweile daran gewöhnt, derartige Dinge mit einem Schulterzucken abzutun.

Was er hingegen nicht mehr abtun konnte, war das, was dann geschah: Der Corporal ließ eine neuartige Waffe ausprobieren, die Machtanwender sedieren könnte. An sich nichts Schlechtes – gegen die Jetiise (und natürlich auch Dar’Jetiise) musste man sich jeden nur möglichen Vorteil sichern. Aber … anstatt dass der Corporal die Eier hatte, sich selbst als Versuchsobjekt zur Verfügung zu stellen, ließ er einen gefesselten und geknebelten Gefangenen vorführen. Als ob so etwas irgendwie beweiskräftig wäre … Aber was sollte man von den Imperialen auch groß erwarten?

Aber dann … hatte vod Shillia ohne auch nur ein Wort zu verlieren, bei dieser Farce mitgemacht. Hatte wohl sogar auf die Augen des Gefangenen gezielt wie es aussah, was diesen – Betäubung hin oder her – vermutlich sofort getötet hätte, wenn sie getroffen hätte. Eine Mando’ad. Die wissen sollte, was Ehre brachte oder was nur für Fremdschämen sorgte. Und diese Aktion war eindeutig Letzteres.

Khalb hatte den Rest des Trainings in einer Mischung aus kalter Wut und Verlorenheit verbracht. Seit Tessien war er eigentlich der Meinung gewesen, in Shillia jemanden gefunden zu haben, mit dem man zumindest reden konnte und der ihm weniger verspannt als seine Mutter erschien. Aber das heute … Wie sollte man damit umgehen? Das war alles, was er niemals wollte. Pragmatismus war eine Sache – sinnloses Angreifen von Wehrlosen eine völlig andere. Ein Kampf sollte einen Mando’ad besser machen, nicht ihn zu einem ehrlosen Werkzeug degenerieren.

Und dass sie ihn und den alten Ingenieur beim Schießtraining dann noch mit Spitzfindigkeiten vorgeführt hatte, machte das Ganze nicht besser. Im Einsatz traf man Entscheidungen, man klammerte sich nicht an akademische Vorgaben.

Khalb rollte sich noch mehr zusammen. Er wünschte sich so sehr, dass Lorsa wieder nach hause käme …

————–

OOC: Eine Menge geplatzter Illusionen für meinen Zwergmando. Und ich hoffe, Shillia kann IC gut von OOC trennen, da Khalb nun ziemlich heftig im Teenage-Rage-Modus ist und das vermutlich noch eine ganze Weile bleiben wird. Problematisch hierbei ist, dass ich ihn konsequenterweise in mittlerer Zukunft dann auf die Republikseite spielen muss. Mal schauen. Dazu muss ich erst einmal Leute finden, die die Dar’Mando’ade auf Pubseite bespielen. Sollte machbar sein, hat aber vermutlich noch ein, zwei Monate Zeit, bis das akut wird. Außer es kommen im RP noch ein paar Klöpse vom gestrigen Kaliber und Khalb rennt schon früher weg. Oder ich mache es mir einfach und bespiele ihn nach der Desertion nicht mehr. Alles ungelegte Eier! Viel Wasser den Rhein hinunter und so.

Außerdem: Ich bin bei der HK-Questreihe voll vor die Wand gelaufen. So unterhaltsam und spannend der Auftakt mit den Flashpoints und der Theoretika war, so unglaublich langweilig und stressig ist das, was jetzt folgt. Eine Ausgrabungs-Schnitzeljagd. Ich hasse das. Nach einer Viertelstunde völlig fruchtloser Sucherei vor dem Dark Temple (zur gleichen Zeit suchten noch zwei andere Leute. Auch die waren erfolglos) habe ich beschlossen, dass ich den Droiden doch nicht so dringend brauche. Echt jetzt – wer denkt sich so eine schwachsinnige Questerei aus? Da ist es spannender, Farbe beim Trocknen zuzusehen. Und um mich zu langweilen bin ich sicher nicht in SWTOR. Es ist null und gar nicht herausfordernd. Es macht einen nur sehr, sehr wütend. Da war ja Archäologie bei WoW spannender. Selbst wenn man das zehne Elfen-Nachthemd gefunden hat.

Vielleicht ist mir irgendwann so gräßlich fad, dass ich diese Questreihe weitermache. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich sie je zu Ende bringe, tendiert doch strack auf Null zu.

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  1. 25. April 2014 um 11:09 am

    Die HK Questreihe machst Du am besten mit zwei oder mehreren Leuten gemeinsam – und dann sucht man ‚in Kette‘ die ganze Gegend Stück für Stück ab, sonst dreht man echt durch 😉 wir haben es damals so gemacht und es ging eigentlich ganz gut.

    • 25. April 2014 um 11:32 am

      Ne, DAS will ich niemandem zumuten. Ich komm mit den normalen Gefährten auch problemfrei zurecht. Wenn Bioware meint, die Droidenmenge durch absolut lahmarschige Quests, an denen maximal Lobotomiepatienten Spaß haben können, klein halten zu müssen – so be it. Ich stehe ihnen nicht im Weg. Und weil ich meine Freunde behalten will, zwinge ich sie auch nicht, mir dabei bis zum Hirntod zu assistieren.
      Ja, ich habe bei solchen Dingen eine verdammt niedrige Schmerztoleranz. Was mich langweilt, mache ich nicht.
      Sonst kann ich mir ja gleich von einer anmutigen Kajira in einer dreistündigen Zeremonie verführerisch Tee servieren lassen … 😀

  2. 27. April 2014 um 1:27 pm

    Ach, ich habe es damals mit Leuten gemeinsam gemacht, die auch den guten HK haben wollten, und zusammen lief es dann auch recht gut. Nur alleine nochmal diese endlose Sucherei – das würde ich mir nicht nochmal antun 😀 Da wird man wirklich hirntot bei ..achja, wenn Du diese Sucherei mit dem Suchdroiden hasst … dann mach lieber nicht die Suchdroiden-Questreihe, denn die ist noch länger und noch ätzender 😀

    • 27. April 2014 um 3:27 pm

      Ich habe allein gesucht und jetzt alle Teile zusammen.
      Die Seeker-Droid-Questreihe habe ich damals, als sie mit Makeb rauskam, gemacht und abgebrochen, weil mich dieses beschissene Questdesign nur angekotzt hat.
      Wer auch immer so etwas für unterhaltsam hält, ist nicht zurechnungsfähig und frisst vermutlich beim Salzteigbasteln aus der Schüssel.

  3. 28. April 2014 um 11:03 am

    Es war Malte! Ganz bestimmt …. 😀 http://www.youtube.com/watch?v=ybN1YM7QZ4Y

    • 28. April 2014 um 11:08 am

      Ja, da hatte er auch einen besonders sadistischen Tag. 🙂

  4. 28. April 2014 um 12:04 pm

    Nur einen? Mindestens zwanzig …. 😀 ich finde es immernoch faszinierend, wie ein genialer Questteil wie die Theoretika (oder die beiden Enden der Suchdroiden/Makrofernglasquesten) so einen bescheidenen Vorlauf haben kann …

    • 28. April 2014 um 12:25 pm

      Es fängt ja gut an. Der erste Section-X-Teil ist spannend, dann die Theoretika als Highlight schlechthin, die Flashpoints sind ja auch nett … aber dann das Gegrabe.
      Am schlimmsten war Coruscant. Der Rest war auch schlimm – aber der Jeditempel hat alles getoppt. Ewig. Sowas von.
      Na egal, Droide ist an Bord und sondert Quatschphrasen ab. So muss das sein.

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