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Der Feind meines Feindes ist meine … was??

9. Mai 2014

Ich weiß nicht, wie sie reagieren wird. Ich habe eine Vorstellung (und eine Wunschvorstellung obendrein), doch ist es natürlich nicht möglich, exakt vorherzusagen, was passiert. Ich sehe noch einmal über meine Schulter und sehe Zso’eb zielstrebig über den Platz eilen. Alles, was sie tut, ist zielstrebig. Sie geht Dinge an. das gefällt mir. Das wird helfen, unsere Probleme zügig zu lösen.

Unsere Probleme! Wie das schon klingt. Ich habe diese Frau einmal in meinem Leben getroffen und nun hat man uns zu einer plötzlichen Schicksalsgemeinschaft zusammengeworfen. Alles was ich im Moment wollte, war lernen. Kämpfen. Statt dessen habe ich nun aus dem Nichts eine Verlobte und wir müssen uns auf einen blutigen Feldzug gegen unsere Familien begeben, um das zu ändern.

Ich kann Meister Concabille jetzt schon lachen hören.

Ich hätte mich verkauft, sagte Zso’eb. Auf Alderaan. An Lady Khyraa, ihre Mutter. Ich kann mich nicht erinnern, der Lady meine Zukunft für ein paar Tage Aufenthalt auf ihrem Gut angeboten zu haben. Aber anscheinend gehört sie zu denjenigen, die statt des kleinen Fingers den Arm bis zur Schulter nehmen. Zso’eb, eine von Lady Khyraas Töchtern, geriet ebenfalls in diesen familienpolitischen Schachzug, wurde als genetisch kompatibelste Braut ausgewählt und von ihrem immensen Glück wohl eher beiläufig in Kenntnis gesetzt.

Dies nahm sie zum Anlass, sich schnellstmöglich von Alderaan abzusetzen und mich zu suchen.

Dummerweise traf sie, bevor sie mich finden konnte, auf eine meiner Schwestern, Dabbur. Und auf meinen Cousin Teilr. Jetzt weiß also meine Familie, dass ich nicht auf Tatooine getötet wurde und dass ich auf Alderaan war. Zso’eb hat eine Spur gelegt, ohne es zu wollen. Das bedeutet, dass wir schnell handeln müssen, wenn wir noch die Überraschung einigermaßen auf unserer Seite haben wollen.

Zuerst wollen also Verbündete gesammelt werden. Denn zwei große, alte Sith-Familien greift man nicht nur zu zweit an.

Erste Wahl ist natürlich mein Meister. Da Zso’eb versteckt werden muss, sowieso. Wer fällt mir sonst noch ein, der an richtiger Stelle Einfluss haben könnte …

Ja. Sie. Immerhin ging es doch um ihre Familie auf Alderaan. Also Khyraa-Territorium.

Ich muss mich mit Sheysa in Verbindung setzen.

Ich ziehe mich unter ein Vordach noch im Kasernenbereich zurück, lausche ein wenig dem Regen und dem tiefen, rumpelnden Donner. Dann lehne ich mich an die kühle Wand, nehme mein Datapad und beginne einen langsamen, schwierigen Brief.

Sheysa!

Ich vermute, Du hast nicht damit gerechnet, je von mir eine Nachricht zu erhalten. Ich bin nicht wirklich dafür geeignet, anlasslose Kommunikation zu betreiben. Das sollte Dir verraten, dass dies hier wichtig ist. Ich vermute, diese Botschaft erreicht Dich auf Alderaan, wo Du Deine Angelegenheiten regeln musst. Da ich weiß, dass Dir an der Ausweitung von Einfluss auf diesem Planeten gelegen ist, möchte ich Dir zum nächstmöglichen Zeitpunkt – der sich noch etwas hinausschieben könnte, da wohl jeder von uns derzeit viel zu tun hat – ein Gespräch anbieten, bei dem auch jemand zugegen sein wird, der sich mit etwas Hilfe zu einem nützlichen und schlagkräftigen Verbündeten entwickeln kann. Ist Familie nicht etwas Wunderbares?

Ghurab

Ich beende den Brief und schicke ihn ab. Er ist vage genug, um niemandem irgendetwas zu verraten und doch konkret genug, um hoffentlich etwas zu bewirken. Jetzt muss ich wirklich zu Meister Concabille. Und ich will auf keinen Fall, dass sie diese „Verlobten“-Sache in den falschen Hals bekommt. Aus Gründen.

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Was wollte man machen? Immer das selbe mit diesem gesellschaftlichen Schnickschnack. Aber es gehörte nunmal zu seinen Aufgaben. Zum Glück erforderte nicht jeder Auftrag solcherlei … Einsatz. Die meisten waren Routine. Suchen, finden, infiltrieren, töten. Aber manchmal kam eben so etwas dazwischen. Qird seufzte zum wiederholten Male an diesem Abend. Er spürte Lisreyas Präsenz sich von ihm entfernen. Die Echani bewegte sich zielstrebig zum medizinischen Bereich. Vermutlich um Gegenmittel gegen die Pheromone des Zeltrones zu finden. Sie wollten vorbereitet sein.

Und deshalb musste Qird jetzt ebenfalls seinen Teil leisten. Er bezweifelte zwar, dass er in den Aufzeichnungen etwas Passendes finden würde – Sith neigten nicht dazu, Emotionen zu unterdrücken – aber versuchen musste er es. Und dann galt es, sich darauf zu verlassen, dass Lis ihm für morgen passende Kleidung zurecht legte.

Der Miraluka war so glücklich über die Tatsache, im Alltag Uniform tragen zu dürfen. Es bedeutete die Sicherheit, nie unpassend angezogen zu sein. Für ihn war Kleidung nur das, was vor der Witterung schützte. Er konnte nicht wahrnehmen, wie die Sachen aussahen, die er trug. Dementsprechend schwierig waren für ihn Situationen, die einen Dresscode voraussetzten. Und der Zeltrone würde sich in einer Cantina aufhalten. Und er bevorzugte elegante, nett anzusehende Gesellschaft. Für Qird bedeutete „nett anzusehen“, wenn die Macht sich in kristallinen Mustern perfekt durch ein Wesen hindurchbewegte. Aber irgendwie war er ziemlich davon überzeugt, dass ihre Zielperson das nicht so sehen würde.

Corporal Thun, der Qird und Lisreya im Auftrag von Lord Tragos die Befragung des Zeltrones übertragen hatte, hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass dieser Kerl nicht nur wie alle seiner Rasse fähig war, Emotionen zu manipulieren, sondern dass er auch ein ziemlicher Lebemann wäre. Also galt es charmant zu sein, wenn nötig zu verführen, den Begierden der Zielperson zu entsprechen. Und dan zu bekommen, was man wollte und den Informanten gegebenenfalls zu entsorgen.

Nun, sie waren vom Sith Geheimdienst. Sie waren für alle Situationen ausgebildet.

Qird wanderte über den Hof der Kaserne in Richtung des Tores. Er hob das Gesicht zum Himmel und genoss den warmen Regen. Den meisten Leuten war Dromund Kaas zu stickig, schwül, regnerisch, gewittrig. Er hingegen mochte es. Liebte die scharfkantigen Spuren der Blitze, die er selbst ohne Augen wahrnehmen konnte. Den metallischen Geschmack der Luft. Das tiefe Summen einer riesigen Stadt, des Hirns des Imperiums.

Er lebte dafür, das Imperium zu schützen. Vor allem. Auch vor geheimnisvollen Legenden, welche die Neugier eines Lords geweckt hatten.

Und wenn das beinhaltete, morgen eine elegante Cantina zu besuchen und zweideutige Konversation zu machen … dann war das so. Würde vermutlich sogar Spaß machen und eine Abwechslung sein.

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Und weiter mit OOC. Zwei Charaktere, zwei RPs gestern. Zuerst haben Ghurab und Zso’eb ihren Feldzug gegen die Welt gestartet, benötigen zu dessen Fortsetzung aber zuerst einmal ihre Kontakte und dann hat Thun den Geheimdiensthyänen einen delikaten Auftrag erteilt, der mit Sicherheit ziemlich sozial werden wird.

Für PvE hatte ich dementsprechend wenig Zeit – es reichte nur dafür, schnell Dailies zu machen und mit dem Geld das Casual Vandal-Set zu vervollständigen. Wie erwartet ist ein Bantha mit 8 Millionen weit nördlich meiner finanziellen Leistungsfähigkeit. Und die Mandalorian Hunter-Sets sind zwar massenhaft im GTN, kosten aber noch einen Arm und ein Bein. Da gilt es, einen langen Atem zu haben und zuzuschlagen, wenn die Gelegenheit günstig ist.

Ich hoffe, dass ich heute mit der Koloration von Amons Bild durchkomme, kann aber noch nicht sagen, ob es heute für eine Mittagspause reicht. Schlimmstenfalls wird es Montag.

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