Schwarze Vögel, schwarze Gedanken

30. Juni 2014

Die Piraten waren am Wochenende zwar reichlich inaktiv, was Ingula aber nicht davon abhielt, die Bekanntschaft einer Vogelhändlerin zu machen. Zunächst interessierte ihn der praktische Nutzen eines geflügelten Haustiers (im Gegensatz zu Ingulas Affen fangen Raubvögel Urts – und die können auf einem Schiff zu einer ziemlichen Plage werden) aber als er im Laden der Händlerin einen großen schwarzen Vogel unbekannter Art und Herkunft entdeckte, welcher nicht nur mit erfrischendem Hass auf alles und jeden gesegnet zu sein schien sondern auch noch groß genug war, eine Urt mit einem Schnabelhieb zu töten, war es um den Navigator geschehen: Sofortige Liebe zu dem aggressiven Federvieh.

Die Vogelhändlerin erkannte die Möglichkeit, einen interessanten aber gefährlichen Bewohner ihres Ladens loszuwerden und kam in Windeseile mit Ingula ins Geschäft: Fünf Werbetafeln mit Vogelbildern und das schwarze Monster würde auf der Aequitas anheuern können. Natürlich kam Ingula noch nicht einmal auf den Gedanken zu feilschen (das wird normalerweise von den sozialer veranlagten Mitgliedern der Mannschaft übernommen) und schlug ein. Ein paar Tage und etwas Farbe noch – dann gehört der Vogel dem Navigator!

Mehr gab es für mich in Second Life nicht zu holen – ich war Sonntag abend zwar noch einmal in Victoria, da aber sonst keiner meiner Spielkameraden da war, bin ich wieder gegangen. Haben wir uns vermutlich verpasst.

Eigentlich sollte ich Sonntags auch mit dem SRK bei einem RP sein, auf das ich mich schon seit Tagen gefreut hatte. Da ich mich aber nachmittags mit jemandem aus der Gilde in die Wolle bekommen habe, blieb ich dem Ganzen fern. Ich weiß, mighty mature Reaktion. Aber die Aussage „Wenn ich als Heiler vom Tank keinen Guard bekomme, heile ich ihn einfach nicht“ hat mich in ihrer Holzhammerigkeit und Argumentationsfreiheit so stutzig gemacht, dass ich mich den Rest des Tages sinnfrei geärgert habe und deshalb den Jaguda (heißt es so? Jiguna? Nee … ach, das Ding eben!) Plot erstmal langsam angehen werde um mit meinem Zorn niemandem auf den Sack zu gehen. Arme-Kekse-Theorem. Für Interessierte (haha) gibt´s die Erklärung, warum ich Guard flexibel handhabe, unten als Fußnote. Weiter im Text!

Levelmäßig war ich viel zusammen mit Wodeen unterwegs. Wir haben weiter jede Ecke der Kuat Drive Yards erforscht und uns dort als Heiler/Tank-Team gut eingespielt. Es dauert zwar noch ein paar Level, bis wir alle sinnvollen Fertigkeiten haben aber das wird schon. Ich habe meinen Operative wild über Alderaan (nur Klassenmissionen – Yay!) gescheucht um endlich Vektor zu bekommen. Geht einfach deutlich schneller mit einem DD-Gefährten.

Und der dicke Glatzenbär da oben mit dem Tolstoi-Zitat? Tja, ich weiß nicht warum, aber Lord Rednelak schien mir eine gute Idee. Wenn schon Borraa ihrem kleinen Bruder das Leben zur Hölle machen kann, darf es ruhig auch noch den Patriarchen der immer noch namenlosen Familie geben. Ich denke nichtmal, dass ich ihn groß leveln werde. Vermutlich bis dahin, wo man den „Lord“-Titel bekommt. Wenn überhaupt. Ich habe genug andere Charaktere, die ich noch spielen kann. Für Familientreffen mit Kaffee, Kuchen und Blutvergießen.

—————–

Und jetzt die Erklärung.

Ich benutze Guard situativ. In Hardmode-Flashpoints (davon gehe ich jetzt erst einmal als Norm aus, wobei es im Raid kaum anders ist) kommt es auf das Setup an. Ist die Gruppe ausrüstungsmäßig ausgeglichen bekommt im Regelfall als erstes ein Nahkampf-DD den Guard. Merkt man, dass sich jemand anders als Aggroschleuder entpuppt, wird das Bläsle weitergereicht (Fachausdruck: „Guard der Schande“). Das kann sogar innerhalb eines Kampfes passieren. Gepachtet hat das Ding jedenfalls niemand. Warum der Nahkämpfer? Weil der mit mir am Boss steht und wenn er nicht sehr fix auf den Füßen ist, oft mal noch eine AoE mitbekommt. Gar nicht davon zu reden, dass die Nahkämpfer zu gar unberechenbarem Burst-Damage neigen. Guard hat eine Maximalreichweite. Gebe ich das Teil also einem Heiler oder Fernkampf-DD besteht immer die Möglichkeit, dass es sowieso eine Zeitlang unwirksam ist, wenn man sich bewegt – Stichwort „Auseinanderzieh“-Bosse. Der Nahkämpfer hingegen ist bei mir, der fällt nie aus dem Guard heraus. Sind nur Fernkämpfer dabei bekommt es der aggrolastigere. Der Heiler braucht eigentlich sehr selten Guard. Er bekommt es, wenn Gegnergruppen ungünstig stehen. Aber im Normalfall hat der Heiler keine Aggro, da Heilaggro zwar auf alle Gegner geht, ein kluger Heiler aber nicht schon bevor ich Initialaggro aufgebaut habe, wie wild anfängt herumzuheilen. Und bis er dann mal anfangen muss, grüne Zahlen zu werfen, habe ich die Aggro schon lange genug fest im Griff. Außerdem hat jede Heilklasse skillbare Aggro- und Pushbackreduzierung. Hat der Spieler darauf verzichtet und meint nun, der Tank müsste das ausgleichen, ist das eine ziemlich unschöne Einzelmeinung.

Die Heiler, mit denen ich gemeinhin unterwegs bin, können ihre Aggroerzeugung prima managen und brauchen selten Guard. Ich vermute, Aroval, Lorsa, Illjana, Csan oder Fanasha würden mir ´nen Vogel zeigen, wenn ich ihnen Guard gäbe, solange normal ausgestattete DDs in der Gruppe sind.

Sind Tank und Heiler stark ausgerüstet und die DDs eher schwach bekommt der Heiler den Guard. Aber auch das muss man beobachten und reagieren.

Kurzfassung: Guard ist kein Betonklotz, der unverrückbar an einer Stelle liegt. Wer meint, „das Recht“ auf Guard zu haben und mich nicht heilt, wenn ich ihm das Ding nicht gebe, hat so schnell einen von mir initiierten Votekick an der Backe, dass man vermutlich den Dopplereffekt meiner Mausbewegung hören kann!

Was aber natürlich völlig klar ist: Ist Siebzehn in der Gruppe, hat Siebzehn Guard. Ist Amon in der Gruppe, hat Amon Guard. Sind beide in der Gruppe, rennt man schreiend im Kreis und sammelt Aggro wieder ein.

Such is life!

Sollte es Argumente für ein anderes Vorgehen geben, würden sie mich interessieren. Ich diskutiere da gerne darüber. Ich will sicher niemandem vorschreiben, wie er seine Klasse zu spielen hat – aber umgekehrt möchte ich doch stichhaltigere Argumente als „ich habe das schon immer so gemacht und wenn Du das nicht auch so machst heil´ ich Dich nicht“ hören, bevor ich meine Taktik überdenke.

Advertisements
Schlagwörter: , , ,
  1. Adran
    30. Juni 2014 um 9:02 am

    Wenn der Heiler Bewegungslegastheniker ist und immer in den roten Flächen steht, man ihn aber trotzdem unbedingt mitnehmen will weil er einem sexuelle Gefälligkeiten dafür zu Teil werden lässt, DANN kann man darüber nachdenken dem Guard zu geben.

    Ansonsten bekommt es einer der DD’s

    • 30. Juni 2014 um 9:21 am

      Amen, Brother!
      Das mit den Gefälligkeiten ist aber verstörend.

  2. Adran
    30. Juni 2014 um 9:41 am

    Wenn Lola heilt und du keinen Krach provozieren willst 😉

    • 30. Juni 2014 um 9:48 am

      Lola = im Text erwähnte Fanasha. Gehört zur „Was soll ich als Heiler mit Guard? Der Sniper setzt grade ´n Orbitalschlag!!11“-Fraktion. 😀

  3. Adran
    30. Juni 2014 um 10:19 am

    Ich mach doch nur ein theoretisches Beispiel wann man dem Heiler Guard geben KÖNNTE 😦

    Es ist eigentlich generell eher Mumpitz sowas zu machen, es sei denn sie haben die Mechanik grundlegend geändert.

    • 30. Juni 2014 um 10:21 am

      Haben sie nicht. Deshalb hat mich diese innig-absolute Aussage auch so geärgert.

  4. 30. Juni 2014 um 10:59 am

    Guard fordere ich als Heal nur dann ein, wenn ich nach den ersten dreissig Sekunden Kampf mit einer Gruppe durch Healggro und gezündeten Antiaggrofähigkeiten IMMERNOCH dermaßen derbe auf die Mappe kriege, dass ich irgendwann mich mehr heilen muss als den Rest der Truppe .. und ja, das passiert in Random-HMs erschreckend oft. Aber da gibt es dann auch genug Tanks, die überhaupt keinen Guard verteilen und höchst überrascht sind, dass man sie daran erinnert, dass Sniper X mit der fatalen Neigung, den Kampf mit seinem dicksten Schuss zu eröffnen, da vielleicht ein gutes Ziel wäre. Muss man eben immer sehen, wie sich die jeweilige Gruppe entwickelt 😉

    • 30. Juni 2014 um 11:03 am

      Vom Trottellotto gehe ich natürlich nicht aus. Klar, bad tank is bad – aber das hat ja nichts mit dem Sinn oder Unsinn des Guardens von DDs zu tun. Und da klingt es ja durchaus so, als seien wir uns einig – situationsangepasste Vergabe und kein „Heiler-Guard-Dogma“. 🙂

  5. 30. Juni 2014 um 11:06 am

    Sind wir auch. ^^ Ich bekomme von Tharnur zwar meistens den Guard wenn wir gemeinsam unterwegs sind, rein schon aus Gewohnheit, aber der DD, der dann dauernd Aggro zieht, bekommt das Ding dann schneller aufgedrückt, als ich ‚Piep‘ sagen kann, und ich habe damit ganz sicher kein Thema.
    Wichtig sollte sein, dass das Aggromanagement generell funktioniert und die Gruppe die gestellten Aufgaben meistern kann. Das funktioniert mit Dogmen nicht, weil jede Situation und jede Gruppenzusammensetzung anders sind.

    • 30. Juni 2014 um 11:09 am

      Da ich meistens mit Siebzehn unterwegs bin … na, vervollständige den Satz. 😀

  6. 30. Juni 2014 um 11:35 am

    17 = Autoguard. 😀 Wobei ich ihn immer ordentlich hänsle, wenn er wieder Aggro zieht. Was ziemlich häufig passiert. 😀 Er ist halt ein Aggrodroide …

  7. 17
    30. Juni 2014 um 12:39 pm

    Siebzehn fühlt sich gemobbt.

    • 30. Juni 2014 um 12:42 pm

      Siebzehn ist der einzige Droide für den Käsetoast ebenso im Rahmen des Möglichen liegt wie ein Orbitalschlag. Das ist doch kein Mobbing!

  8. 30. Juni 2014 um 1:36 pm

    Nur macht er halt viel mehr Orbitalschläge als Käsetoast! 😀

  1. No trackbacks yet.
Kommentare sind geschlossen.
%d Bloggern gefällt das: