Eine halbe Stunde Strandurlaub

17. Juli 2014

Der verdammte Sand kommt echt überall hin. Überall. Ich dehne die Schultern, stehe auf und gehe zum Wasser. Die Kälte des Gletschersees treibt mir die Luft aus den Lungen. Trotzdem stapfe ich ein paar Meter hinein, halte den Atem an und tauche unter. Die Welt zerbirst zu tausend weißen Bläschen um mich herum. Als ich wieder nach oben komme und mich schüttle spüre ich ihren Blick in meinem Nacken. Ich drehe mich um. Ihre dunklen Augengläser halten mich fest. Sie wirkt trügerisch zerbrechlich, wenn sie nackt ist. Niemand sollte auf diesen Eindruck hereinfallen.

Ihre Hände schließen sich um einen imaginären Ball und neben mir bildet sich eine kopfgroße Sphäre aus eiskalt viel-zu-blauem Wasser, schwebt mir auf Schulterhöhe.

Sie grinst. Ich zucke die Schultern. Ich bin schon nass, schlimmer kanns nicht werden. Die Wasserkugel verliert ihren Zusammenhalt. Regen bei Sonnenschein und Schäfchenwolken.

Sie erhebt sich und folgt mir in den See, öffnet den straffen Knoten, zu dem ihre Haare gedreht sind. Ihre Brüste heben sich in der selben Bewegung wie ihre Oberarme. Ich denke an unser Gespräch über Vergangenheit und Wahrheit. Ich habe gemeint, was ich sagte. Ich will nichts wissen, wenn es nicht für das Hier und Jetzt relevant ist. Ich verbanne das, was sie so beiläufig fallen gelassen hat, tief in meinen Kopf, denn ich brauche es nicht. Und ob ich es glauben soll, weiß ich auch noch nicht. Das Wort „Jedi“ schwebt vorbei wie die Wasserkugel. Zerplatzt genauso. Wird eins mit dem Wasser und unsichtbar.

Ich lasse zu, dass die Einsamkeit dieses Gebirgssees auf Alderaan sich um mich legt und für ein paar Minuten die Wut in mir zu einem Bett aus Kohlen macht. Ich beobachte, wie sie sich wäscht und fühle mich als der Punkt zwischen den Waagschalen.

Irgendwo hinter uns streiten sich unsere Reitechsen zischend und grunzend um eine Beute. Eine feine Spur Blutgeruch liegt in der Luft, metallisch wie das Wasser vor mir.

Es ist erst etwas über zwei Stunden her, dass wir uns wiedergesehen haben. Onkel Ginyu hat mich und meine Zeldrate am Raumhafen praktisch aus seinem Schiff geworfen, damit er es rechtzeitig zu dieser Party nach Kaas City zurück schafft. Ich bin ihm dankbar, dass er mich überhaupt her gebracht hat. Der Weg hier zum See war nicht lang aber irgendwie schafft es Alderaan, dass selbst nur wenige Kilometer von Städten entfernt alles nach unberührter Natur aussieht. Als ich sie auf dem Felsen am Wasser liegen und eine ihrer teuren Cigaras rauchen sah, schien es, als wären wir nur für eine Minute in anderen Zimmern des selben Hauses gewesen. Unser Gespräch nahm, ohne Begrüßungen, ohne Rührseligkeiten, einfach einen Faden auf und spannte sich über die Berge.

Ich habe ihr das, weswegen ich gekommen bin, weswegen ich überhaupt so dringend hermusste und nicht warten konnte, bis sie wieder auf Dromund Kaas ist, zügig serviert. Dass Darth Aroval ihre Loyalität in Zweifel zieht. Oder dies zumindest als Möglichkeit betrachtet. Ich denke, das hat sie härter getroffen, als sie sich anmerken lässt. Er ist mehr als ihr Mentor und Herr. Ich weiß nicht, was genau er für sie ist, aber es wurzelt tief genug in ihr, dass sie jetzt, da er diesen beiläufigen Pfeil abgeschossen hat, schwankt wie ein Baum im Sturm.

Sie wird nicht den Fehler machen Schwäche zu zeigen. Ich habe ihr gesagt, dass ich immer noch darauf lauere, dass sie fällt. Um mit meiner Klinge an ihrem Hals für sie da zu sein. Ich bin ihr Schüler, das ist normal. Es wäre krank, wenn es anders wäre.

Sie möchte Sheysa einweihen. In unseren nicht-Plan. In das, was Treue ist, wie Sith sie verstehen können. Es ist ihre Entscheidung. Sie weiß, dass ich Darth Aroval Bericht erstatten werde. Und wir beide wissen, wie wir zu ihm stehen. Dass ein Stück von ihm fehle, sagte sie. Dass es nicht wieder gekommen sei, als sie ihn zurückholte aus seinem langen Schlaf. Ich weiß es nicht. Ich kann nur ihrer Einschätzung vertrauen.

Ob ich hingegen Sheysa vertrauen kann weiß ich noch nicht. Ich glaube, sie hat ihre ganz eigene Agenda. Hatte sie schon immer.

Ich gehe aus dem See, setze mich auf einen der dunklen, riesigen Felsen am Ufer. Das Wasser auf meiner Haut prickelt als die Sonne es aufsaugt.

„Ich will einen Kampf, Reden und dann Sex“ Ihre Worte von vorhin. Mir war es recht.

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Weiter mit OOC. Ja, die pure Sith-Romantik. Nach Wochen sehen sich Meisterin und Schüler wieder und nirgendwo spielen dicke kleine Engel auf Trompeten. Statt dessen nüchterne Unterhaltung, Kampf und Körperflüssigkeiten. Ghurab weiß nun ein unangenehmes Wort aus Concabilles Vergangenheit – hat aber beschlossen, dass es ihm egal ist, wenn es nichts mit dem jetzt zu tun hat. Da er aus einer geradezu pathologisch auf die Vergangenheit in jeder Form fixierten Familie kommt, mag es nur natürlich sein, dass er versucht, alles, was „früher“ heißt, zu vermeiden. Es könnten Probleme auftauchen, wenn Concabille nun versucht, eine Machttechnik an Ghurab zu geben, die Sith eigentlich nicht benutzen (behauptet zumindest die Jedipedia – die Wookieepedia widerspricht, wem nun glauben?) – aber über diese Brücke gehen wir, wenn wir an sie kommen.

Unser Story-Groupie Saph hat mich verpflichtet unbedingt einen RP-Bericht ins Forum zu setzen, da sie gestern im Jaguada-Offiziers-RP war und deshalb nicht im Busch hinter uns sitzen konnte. Wird natürlich prompt erledigt! Im SWTOR-RP findet, anders als im Gor-RP, mehr Kommunikation in Foren denn in Blogs statt, weshalb ich storyrelevante RP-Berichte, die ich hier archiviere, immer auch noch ins Gildenforum stecke, damit darauf reagiert werden kann, falls es nötig ist.

Heute werde ich versuchen, die letzten 300.000 Credits für meine Raptorschulden zu sammeln (das sollte mit einer Dailies-Runde erledigt sein) und dann eventuell noch mit Khalb zu einer Jaguada-Veranstaltung gehen. Allerdings kann sein Bro Garrm nicht da sein, weshalb es vielleicht etwas öde wird. Mal sehen!

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