Die Moral, die Loyalität und der Kampf

22. Juli 2014

Es wäre vermutlich alles viel leichter, wenn er früher ein Imperialer gewesen wäre. Früher – er erinnerte sich kaum noch daran, obwohl es doch eigentlich noch gar nicht so lange her war. Früher, bevor buir ihm gesagt hatte, dass er mando’ad sei. Aber er hatte nunmal nichts mit den Imperialen zu tun gehabt, bevor sie ihn in diese Mine auf Keska zwei verschleppt hatten und wusste deshalb einfach nicht, wie sie tickten. Und jetzt war auch nicht alles klarer. Obwohl er jeden Tag mit ihnen kämpfte, trainierte, lebte. Sie blieben rätselhaft.

Vom Platz vor den Quartieren hörte er Garrm herangaloppieren. Der war wohl auch froh, von der Lieutenant wegzukommen. Die hatte jetzt den entspannten Sergeant vom 181sten am Wickel. Der käme sicher mit ihr klar. Der kam mit einer ganzen Menge klar. Und vielleicht geriet dann auch der Inhalt von Khalbs Datapad wieder in Vergessenheit …

Khalb sah hinter sich Garrm aufschließen. Sein vod wirkte ungewohnt ernst, sein Vortrag über Loyalität, Ehre und die Lebensart ihres Volkes hatte ihm eine deutlich erwachsenere Aura verliehen. Khalb blieb stehen und wartete auf den Zabrak.

Alles nur wegen dieses absurden Befehls von Captain Stryder. Stryder-Garrde. Was auch immer. Den hatte nach seiner Hochzeit mit einer dar’jetii (Khalb hatte dank eines kompletten Mangels an Interesse nur sehr am Rande davon mitbekommen) der Rappel gepackt und er hatte eine Initiative zur Hebung der Moral der Truppen ins Leben gerufen. Und die Lieutenants und Sergeant Morrisen mussten nun den verblüfften und verärgerten Soldaten sämtliche „fragwürdigen und schädlichen“ Bildmaterialien abnehmen. Also alles, worauf irgendwo nackte Haut zu sehen war. Und weil man hier im Imperium war natürlich speziell nackte Alien-Haut.

Nicht, dass Khalb dergleichen besessen hätte. Frauen ohne Waffen und Rüstung waren maximal nett. Aber er hatte dieses Comic, das ihm Illjana gegeben hatte. Um sein Lesen zu verbessern. Und in diesem Comic war eine Frau unter der Dusche zu sehen. Auch jede Menge anderer Dinge. Aber was, wenn Illjana deswegen Ärger bekommen würde? Also hatten die beiden mando’ade sich beratschlagt und den Stein des möglichen Anstoßes erst einmal Sergeant Morrisen zur Begutachtung vorgelegt, während im Hintergrund Lieutenant Lienas mit zwei Soldaten herumsetzte, die wohl Probleme damit hatten, sich von in ihre Haut eingestochenem „unmoralischem Bildmaterial“ zu trennen. Seltsamerweise schien es fast so, als würde der Lieutenant die fixe Idee des Captains für genauso schräg halten wie die Mannschaftsdienstgrade es taten.

Das Comic wurde dann vom Sergeant als „harmlos wenn auch möglicherweise nicht für Jugendliche geeignet“ eingestuft, was Proteste von beiden mando’ade nachgezogen hatte. Das wirkliche Problem war dann aber ein Anderes gewesen … Auf Khalbs altem, mit Tape geflickten Datapad befand sich nämlich nicht nur das pädagogisch wertvolle Bildwerk, alles, was Lorsa ihm zum Thema „mandalorianische Philosophie“ und Taktiken gegeben hatte und sämtliche Briefe an seine Familie, sondern auch etliche Fotos von Illjana. Die zu erklären, so harmlos sie waren (und Illjana hatte auch Spaß daran gehabt, ihm die Zunge herauszustrecken, während sie trainierte), hatte einiges an Peinlichkeit verursacht. Das ärgerte ihn. Es war nichts Peinliches dabei. Gar nichts. Trotzdem hatte er einen roten Kopf bekommen. Und dass Garrm dann, als er erfuhr, dass Illjana jagen, schießen und Raumschiffe fliegen konnte, vor Anfällen seiner üblichen Sofort-Entflammtheit kaum noch geradeaus gucken konnte und Khalb bedrängte, ihm Illjana uuuuunbedingt vorzustellen, hatte auch nicht geholfen.

Man konnte nur hoffen, dass sein vod die spontane Liebe zur Piratin wieder vergessen hatte, als wieder einmal das leidige Thema der kulturellen Differenzen aufkam und man mit dem Sergeant und dem Lieutenant herumdiskutierte, ob imperiale Soldaten nicht doch besser die selben Freiheiten erhielten wie die Mandalorianer in Diensten des Regiments. Das führte nach einigen Verwicklungen und wohl auch Missverständnissen dazu, dass alles aufeinanderprallte und sich die mando’ade als kämpfende Handlanger gebrandmarkt sahen.

Es gab hin und her, Garrm hielt wilde (und kurze) Reden zu brennenden Themen wie Leidenschaft, Loyalität und Mut, man kam nicht zu sehr viel und dann wurde schließlich der Sergeant des 181sten, der gerade vorbeikam, miteinbezogen. Der äußerte sich aufgrund der Erfahrungen vergangener Einsätze positiv, was die Stimmung ein wenig entspannte und man konnte verschwinden, ohne dass eine der beiden Seiten das Gesicht verloren hätte.

Und das alles nur wegen Captain Stryders (Stryder-Garrde!) komischen Befehls.

Osik.

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Und weiter geht es mit OOC, wie man schon an Khalbs PvE-Rüstung in Warnfarben-Giftgrün erkennen kann. Ja, ich habe den Raptor! Endlich meiner! Ist er nicht entzückend und berauschend hässlich? Hat er nicht die gar begeisterndste nässender-Ausschlag-Hautstruktur? Den debilsten Unterbiss seit der Zeldrate? Die nutzlosesten Stummelärmchen?

Ich finde ihn wundervoll.

Das RP gestern war eher entspannt und sozial als actiongeladen und kämpferisch. Aber unterhaltsam war es doch. Gholams Beschreibung des Tats der „vornüber knieenden Twi`lek von hinten unter Einbeziehung des Bauchnabels“ hat mich sehr zum Lachen gebracht. Tja, da muss wohl jemand wegen eines anatomisch korrekten Twi’lek-Ärschleins unter den Laser. Für die Moral! Für den Imperator!

Und zum Abschluss ein wenig Shaun. Während des Werewolf-Spielens am Samstag ergab sich die absurde Situation, dass unser Children of Gaia-Theurge (also ein echtes Werwolf-Blumenkind) Shaun in Crinos-Gestalt (die Kampfmonster-Variante der fünf Gestalten, die ein Garou so zur Verfügung hat) versuchte, für Ruhe zu sorgen, während sein noch-nicht-Rudelgefährte Rhys schreiend seine Revolvertrommel in Shauns Oberkörper leer machte (normale Munition tut nicht viel an so einem Crinos). Das tat der Theurge, in dem er eine Klaue vors Maul legte und ganz sanft „Pssssst!“ machte. Unsere Spielleiterin kugelte daraufhin beinahe vom Sofa und bat mich, diesen Moment zu zeichnen.

Dazu sage ich: Bittesehr.

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  1. te-ah-tim-eh
    22. Juli 2014 um 4:29 pm

    Das erinnert mich an die Ventrue, die versuchte einen heranstürmenden, rasenden Fianna Ahroun Crinos mit einer gewöhnlichen 9 mm Kugel ins Bein aufzuhalten.
    „Ritsch-platsch“, und nein, das war nicht das Geräusch der zerplatzenden Kniescheibe. Übrigens bekommt man Ventrueflecken nur ganz schwer wieder aus dem Trenchcoat.

    • 23. Juli 2014 um 6:48 am

      Dabei haben grade Ventrue doch so tolle Möglicheiten, Garou Männchen machen zu lassen …
      Auch schön: Präsenz 4 (ist das vier? Keiner meiner Chars hat das) auf einen Werwolf. Ja, er kommt zu Dir. Ja, er ist wütend. Ja, er reißt dir das Bein ab.

  2. 22. Juli 2014 um 7:50 pm

    Oh ja, sie fand es mindestens genau so schräg wie die Mannschafter 😀 aber das darf man ja nicht vor allen Leuten sagen ^^

    • 23. Juli 2014 um 6:48 am

      Man hat ja so seine eigenen Theorien was Captain Stryder dazu bewegt hat, diesen Befehl herauszugeben … 😀

  3. 23. Juli 2014 um 9:51 am

    Ich glaube, ich kenne den Grund sogar – Illjana war schuld 😀 wenngleich nur indirekt … aber sie *musste* ja auch unbedingt Captain Thrace erzählen, dass sie von der PlayTwi Fotoangebote bekommen hat – in Stryders Hörweite …

    • 23. Juli 2014 um 9:58 am

      Ah .. nun fügt sich zusammen, warum Sergeant Morrisen Khalb die Fotos von Illjana entzogen hat .. die landen nun gegen viel Geld in der PlayTwi … 😀
      (Würde Saph nie tun)

  4. 23. Juli 2014 um 10:38 am

    Da tun sich ja Abgründe auf in der Truppe … *erwägt heftiges Strafexerzieren für alle – da trifft es keinen Falschen!* 😀

    • 23. Juli 2014 um 10:41 am

      Solange sich die Strafen rund um Herumrennen und andere reine Ausdauer- und Kraftsachen bewegen triffst du die zwei Mandobuben damit Null und gar nicht. 😀
      Aber die haben ja eh nichts getan … außer Mando’a sprechen natürlich.

  5. 23. Juli 2014 um 1:07 pm

    Ach, in Fort Asha steht ne Menge dreckiges Kriegsgerät herum, das dringend mal mit ’ner Zahnbürste geschrubbt werden will … *flöt*

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