Shereshoy

24. Juli 2014

Dank eines Bugs (?) sieht man derzeit auf dem Charakterauswahlscreen zuerst eine Dreiviertelansicht des ersten Charakters. Nett aber ich mag die Close-ups lieber, da man sonst nie gescheite Nahansichten bekommt.

Achtundvierzig Stunden ohne Schlaf. Im Gefecht kam das des öfteren vor und dann machte es Khalb auch nicht besonders viel aus. Man war voller Adrenalin, hatte Stims in der Blutbahn und die Gewissheit, dem Feind jederzeit Auge in Auge gegenüber stehen zu können. Aber hier auf dem lahmen Ausbildungsplaneten waren achtundvierzig Stunden Dauerdienst einfach nur die Schokostreusel auf der Kirsche auf dem Sahnehäubchen auf dem Sirupkuchen.

Wenn es wenigstens wegen irgendetwas Sinnvollem gewesen wäre! Eine richtige Schlägerei, Sachbeschädigung, eine wirkliche Auflehnung … aber es war dem Captain nur nicht schnell genug gegangen, das sich-in-einer-Reihe-Aufstellen. Mehr nicht. Schon gab es einen Wink zur Lieutenant und man durfte sich auf eine Strafe freuen, deren Sinnhaftigkeit irgendwo zwischen Sandschaufeln auf Tatooine und Mülleimer für Spannungsabfälle holen kreiste.

Khalb spürte, wie ihm nach und nach die Shereshoy abhanden kam. Das, was ihn bisher zuverlässig durch die Feuergefechte auf Tessien, das Eis von Mirande und jede Trainingseinheit in den Gewittern von Dromund Kaas getragen hatte. Shereshoy – das Grundgefühl der Mandalorianer. Diese Mischung aus Energie, Lebensfreude, der Gewissheit, dass man das Leben in vollen Zügen genießen sollte, weil es jede Sekunde vorbei sein konnte. Die Gier nach körperlicher Betätigung, die wilde Lust auf Kämpfe und der Spaß an Herausforderungen. Die Neugier auf das, was hinter dem Horizont lag und auf das, was man über den Lauf eines Blasters sehen konnte.

Shereshoy … langsam begraben unter einem Berg von „wir sind hier im Imperium, da …“, habtacht und immergleichen Reihen von Soldaten mit müden Augen.

Khalb kam sich älter als Garrm vor. Sein vod trug noch die unverwüstliche Freude vor sich her, die auch Khalb die letzten Monate über Wasser gehalten hatte. Aber mittlerweile war es sehr schwer geworden, noch Begeisterung zu entwickeln. Zu viele Strafen für Dinge, die im Gefecht unwichtig waren. Zu wenig Motivation. Und was war das Leben noch wert, wenn man nicht einmal mehr Aussicht auf einen Kampf hatte?

Er wünschte sich verzweifelt einen Angriff der Republik. Wilde Tiere. Rebellen. Irgendetwas.

Achtundvierzig Stunden.

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Weiter mit OOC. Meine Geisterfahrertheorie im RP. Wenn ich um mich herum lauter Leute sehe, denen es Spaß macht, bin ich das Problem und habe mich irgendwie zu motivieren. Das Problem ist aber gar nicht mal so einfach zu fassen. Denn eigentlich mag ich Militär-RP. Sonst wäre ich auch kaum in einer Militär-Gilde. Aber. Ich möchte Militär-RP wie in einem Vietnam-Film. Also 10% Ausbildungs- und Exerzier-RP. 60% Kämpfen, Dschungel, Drama, Blut, Explosionen, Gut gegen Böse, Böse gegen Böse, Action, Fluchen, Coolness. 30% Social-RP in dem die Kameraden und die Offiziere zu einer Einheit werden. Ich möchte das hier (das Feeling, sozusagen):

Der Peak in dieser Richtung war für mich der Plot bei dem Taris uns Tessien gedoubelt hat und wir als Trupp in völlig zerstörtem Gelände Feindkontakt hatten, ob nun mit den Mutanten (als Ghurab Beskell das Schwert ins Bein gehauen hat) oder mit der Republik (Khalbs erster Kill und das Vorrücken zum Funkturm um der Flotte zu signalisieren, dass wir Rettung benötigen). Immer die 60% Kampf ist natürlich schon deshalb schwierig, weil man dafür einen konstant verfügbaren Gegner haben müsste. Hat man nicht – also Konzentration auf die anderen 40%.

Was ich beim Militär-RP gar nicht mag: Die Aufstell- und Marschier-Übungen sowie Strafen für Kleinigkeiten, die bei mir kein Gefühl von „ich bin in einer faschistisch-irren Diktatur“ aufkommen lassen sondern eher ein „ich bin unter die Bürokraten gefallen“. Das ist für mich völlig verschwendete Lebenszeit. Es interessiert mich absolut gar nicht. Ich bin dann oft auf dem Desktop, gucke Reddit („hihi, was diese Katze anstellt ..“) und verpasse wieder irgendein „Rechtsum“ oder so, wofür ich mich dann ein paar Minuten schäme, weil ich den Leuten, die Freude an solchem RP haben, ebendiese versaue.

Klar, immer Kuchen essen geht nicht. Der wird dann fad. Aber gelegentlich ein Krümelchen? Bald der Survival-Plot. Jawoll. Nur nicht zu sehr hypen … aber trotzdem drauf freuen. Wäre ich gut im Umgang mit Menschen und könnte meine Ideen, die ich als Spielleiter im P&P für Plots ja massenhaft habe, auch in MMO-Plots umsetzen, könnte ich mich einfach selbst beschäftigen. Aber irgendwie mag das nicht so recht gelingen. Habe ich dann überhaupt das Recht, etwas zu sagen? Ich weiß es nicht …

Vielleicht gibt es irgendwie eine Möglichkeit für einen Kompromiss. Wenn man während des Übungs-RPs als Mannschaftsgrad immer noch die Möglichkeit hätte, statt stumpfer Befehls-Befolgung (dass ich gestern im OPs-Chat gebeten wurde, doch bitte wörtlich zu schreiben, dass mein Char habtacht geht war in dieser Hinsicht ein ziemliches Erweckungserlebis) auch mal ein wenig Leine zu haben, könnte das Spieler wie mich etwas mehr motivieren. Also vielleicht mal straflos zulassen, dass die Mandos sich abklatschen, wenn Garrm gut getroffen hat (plus die Gelassenheit, ein „Kandosii!“ nicht mit Strafarbeit zu belegen), ein Jubeln oder Pfeifen durchgehen lassen, wenn etwas gut gelungen ist, vielleicht mal ein Auge bei kurzen Gesprächen zudrücken und all sowas. Ja, das ist das Imperium und kein Picknickausflug. Aber auch in imperialen Offiziersrängen sollte sich herumgesprochen haben, dass motivierte, mitdenkende Soldaten im Gefecht bessere Ergebnisse erzielen als hirnlose Drohnen, die im Koma noch Stechschritt beherrschen. Ich will keine Demokratie ausrufen – nur etwas mehr Coolness. Vielleicht wäre all das auch jetzt schon möglich – aber die letzten Tage gingen für mich mit ihren Strafen für Nichtigkeiten gefühlt eher in die Gängel- als in die Coolness-Richtung.

Ich muss mal genauer über diesen wirren Gedankenbrei sinnieren und ihn dann in bereinigter Form im SRK-Forum zur Diskussion stellen. Ich glaube zwar, dass ich mit diesen Wünschen ziemlich allein da stehe, möchte sie aber doch gern aufs Tapet bringen. Aber, wie gesagt, nicht so durcheinander wie hier in diesem Post sondern konstruktiv formuliert. Braucht noch etwas Hirnschmalz um das dem Rest der Gilde zumuten zu können.

Ob man es auf die Formel „Lieber der GI mit Sonnenbrille und Kippenpäckchen unterm Helmband als der angstschwitzende Volksarmist“ bringen könnte?

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  1. 24. Juli 2014 um 10:52 am

    Da ich mit meinem Char die Person gewesen bin, die Dich um das Ausemoten des ‚Habacht‘ gebeten hatte, mal die Hintergründe dazu: Die Truppe hat gequasselt (namentlich unsere beiden vods^^) und ich habe keinen Grund gesehen, das zu bestrafen, wollte aber dennoch Aufmerksamkeit wiederherstellen. Deswegen das ‚Achtung!‘ – die schnellste, gebräuchlichste und einfachste Methode, die Aufmerksamkeit von Soldaten wiederzuerlangen. Dass ich mir auf so eine Ansage auch irgendeine klare Reaktion wünsche, damit ich im Zweifel, wenn sie nicht erfolgt, wiederum reagieren kann, ist vielleicht nachvollziehbar.
    Militär (gerade wenn man so reizende Vorgesetzte wie Cpt Stockimarsch hat) ist zu 90% Dummfick, wobei für mich der Dummfickfaktor in den letzten Tagen auch recht hochgeschnellt ist (und ich ingame entsprechende Maßnahmen ergriffen habe, um es in Zukunft verhindern oder abmildern zu können).

    Auf Dein Posting bin ich jedenfalls sehr gespannt 🙂 denn ich muss gestehen, ich habe da immer ein bisschen Bauchweh dabei, wenn man ein kleines Event macht und man irgendwann merkt, einem oder mehreren macht’s keinen Spaß. Für mich stellt sich dann die Frage: Woran hakt es, was kann ich besser machen, damit der gemeinsame Nenner größer wird? Gerade dafür ist Dein Input sinnvoll und hilfreich.

    • 24. Juli 2014 um 11:07 am

      Die 90% werden mir nie Spaß machen, ist einfach nicht meine Sorte RP – da ändert kein Posting der Welt was dran. 😉 Von daher bleibt mir eigentlich nur entweder „Rosinenpicken“ und mit meinem Soldaten nur dann auftauchen, wenn es 10% gibt oder Klappe halten und zweiten Bildschirm fürs Redditgucken anschließen.
      Ich glaube, ich werde es nichtmal groß ausformulieren, da ich mir nicht vorstellen kann, damit eine fruchtbare Diskussion anzustoßen.
      Aber vielleicht würde es schon reichen, wenn unsere Ex-Berufssoldaten manchmal einfach fünfe gerade sein ließen, sich nicht an Fachvokabular und Aufstellungsrichtlinen aufhängen und damit für mich das RP nicht gefühlt in den „Landwirtschaftssimulator 2000“ verwandeln würden. 😉 Aber dass ich mit diesem Wunsch allein stehe, weiß ich schon aus etlichen TS-Gesprächen, weshalb ich ihn auch auf mein „Wenn ich mal König von Deutschland bin“-Regal verbanne. 😀
      Letzter Schluss wäre natürlich, dass ich für ein Militär-RP in SWTOR mit meiner Einstellung nicht geeignet bin. Dem müsste ich mich stellen und meine Konsequenzen ziehen.

  2. 24. Juli 2014 um 2:30 pm

    *schmunzelt* Naja gut, diese Ex-Berufssoldaten-Ansprüche sind für mich auch schwierig, aber hey – da kriegt man auch nix geändert, wenn man es nicht immer wieder klar macht, dass es ein bisschen lockerer auch geht. Und dafür werde ich mich durchaus einsetzen.
    Was das ingame umsetzen angeht, sind die ersten Schritte heute passiert – vielleicht hast Du nachher Zeit fürs Forum ^^
    Und für spannendere Schießübungen etc. gibt es durchaus auch schon Ideen – Lasertag mit der Truppe sozusagen, im Gelände. Jaguada hat ja genug davon 😀

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