Zehn Kilo Muskelfleisch vom Sleen

28. Juli 2014

Man kann erkennen wie weit ein Gewitter entfernt ist, wenn man die Zeit zwischen Blitz und Donner zählt. Falls das stimmte war dieses spezielle Unwetter überall in der Umgebung. Wenn man normalerweise auf Dromund Kaas lebte, war einem athmosphärische Unruhe ein ständiger Begleiter. Immer wieder zogen Gewitter über Kaas City hinweg und die Entladungen in den Wolken waren sowieso allgegenwärtig. Aber dank der Blitztürme kamen einem die Lichtbündel nicht wirklich nahe.

Das war auf diesem Planeten definitiv anders. Khlab war hundemüde und konnte trotzdem nicht einschlafen. Die Abstände zwischen den Blitzen waren so gering, dass es aussah wie Stroboskoplicht. Und dazu der heranrollende Donner und der prasselnde Regen auf der Zeltplane. Ozongeruch zog von draußen herein. Der junge mando’ad gab es auf, die Augen geschlossen zu halten und drehte sich auf den Rücken. Autsch. Die Bisswunde schmerzte. Er sollte vielleicht –

Die Welle Übelkeit kam unerwartet. Khalb zog sich auf die Füße, stolperte fast über das dünne Laken und schaffte es noch nach draußen, bevor er im hohen Bogen in einen Busch kotzte. Er zitterte, würgte und fühlte sich, als hätte er gerade einen Gutteil seiner Eingeweide mit ausgespuckt. Regenwasser rann ihm in den Nacken, kühlte den leicht entzündeten Sleenbiss an der Schulter. Wieder ein Blitz ganz in der Nähe. Khalb spuckte noch einmal aus und schleppte sich dann auf weichen Beinen zurück ins Zelt. Was war das gewesen? Hätte er vielleicht das Wasser aus der Quelle nicht trinken sollen, bevor er die antibakterielle Tablette in seine Feldflasche geworfen hatte?

Er ließ sich auf die Schlafmatte fallen. Sein Bauch schmerzte. Und die Schulter auch. Osik.

Dabei war die Jagd heute so schön gewesen! Nach Wochen hatte er endlich einmal wieder Zeit mit seiner buir verbringen können. Hatte sie ihm wieder Dinge beibringen und ihn auf ihre rau-freundliche Art motivieren können. Sie schaffte es immer wieder, ihn über seine Grenzen zu bringen, damit er wachsen konnte. So hatte sie ihm heute auf der Jagd verboten, seine Blaster zu benutzen. Statt dessen hatte er nur sein beskad verwenden dürfen. Weil Lorsa genau wusste, dass ihr Sohn dem mandalorianischen Schwert aus dem Weg ging, wenn er die Wahl hatte. Er mochte seine Blaster lieber. Und eben diese Bevorzugung wollte sie ihm austreiben. Und so musste er nicht nur zeigen, dass er ein Beutetier sinnvoll aufspüren, auswählen und bejagen konnte, sondern auch den riesigen Sleenbullen nur mit dem beskad bewaffnet töten.

Sie hatte nicht eingreifen müssen! Es war zwar nicht ganz optimal gelaufen, der Sleen hatte Khalb einmal abgeschüttelt und ihn sowohl mit den Klauen als auch mit den Zähnen erwischt – aber am Ende hatte Khalb ihm einen sauberen Fangstoß ins Genick verpassen können. Die beiden mando’ade hatten die Beute dann zurück ins Lager geschleppt und Lorsa hatte das Tier fachmännisch zerlegt. Es blieben nur etwa zehn Kilo nutzbares Fleisch übrig – aber das war doch schon ein sehr schöner Beitrag zur Ernährung der gestrandeten Soldaten.

Schade, dass dieser „Urlaub“ nicht ewig dauern würde. Khlab gefiel es hier im Dschungel. Er hatte seine vod’e (Illjana zählte er einfach mal dazu), seine buir, konnte jagen, kämpfen – was wollte man mehr? Leider bemühten sich die Imperialen wie verrückt um Kontakt mit der Besh-Basis. Und da sie nun schon 48 Stunden abgängig waren, kreisten vermutlich schon die ersten Aufklärungsdrohnen über dem Planeten. Also alles nur eine Frage der Zeit.

Später am Nachmittag, nachdem das Sleenfleisch verpackt und mit nassem Stoff wegen der Verdunstungskälte umwickelt war, hatte ihn Sergeant Morrisen gebeten, ihr die Quelle mit dem Wasserfall zu zeigen. eine der Chiss-Soldaten war auch mitgekommen, hatte aber die ganze Zeit nur Bedenken geäußert. Das war nunmal die Art der Blauhäutigen, soviel hatte Khalb schon mitbekommen. Sergeant Morrisen hatte den Ausflug genutzt um ein wenig zu schwimmen, während Khalb Wasser mitgenommen und auch getrunken hatte – vermutlich genau der Fehler, der ihn jetzt so schön übel in die Büsche geschickt hatte.

Die imperialen Soldaten kamen ganz gut mit der Situation zurecht. Sie behielten eisern ihre Ordnung und Disziplin, vermieden es konsequent, Spaß an ihrer Lage zu haben und waren so effizient, dass Khalb nur mit offenem Mund staunen konnte.

Sogar Illjanas Propagandafilme wurden weitergedreht. Wie sich Illjana auch im Ganzen eher merkwürdig verhielt. Sie gab das verletzliche Sekretärinnen-Mäuschen und sorgte so dafür, dass die männlichen Soldaten ständig um sie herumtanzten um sie „zu beschützen“. Illjana beschützen! Die Ex-Piratin! Khalb konnte es nicht fassen.

Er hatte es geschafft, kurz allein mit ihr zu reden, bevor sie wieder „in Gefahr geraten“ konnte und so erfahren, dass er richtig damit lag, dass sie nicht plötzlich lebensuntüchtig geworden wäre. Sie wollte ihm bei Gelegenheit erklären, was es mit dieser Schauspielerei auf sich hatte. Dann lenkte sie ihn damit ab, dass auf ihrer Kamera ein Filmchen mit Lorsa gespeichert war. Khalb war völlig von den Socken, wie locker und lustig seine sonst so ernste Mutter darauf für Illjana agierte. Außerdem erfuhr er, dass noch ein Crewmitglied der „Pink Turtle“ (Illjanas altem Schiff) bei den Imperialen gelandet war. Logan, der Techniker mit der wilden Tätowierung (Khalb wollte auch so eine). Warum der das Glück gehabt hatte, nicht versklavt zu werden, bekäme Khalb dann ein anderes Mal erzählt. Illjana wusste wirklich, wie man Leute neugierig auf Fortsetzungen machte! Vermutlich war Filmedrehen tatsächlich ihre Berufung.

Dann war das Gewitter schlimmer geworden. Die Soldaten hatten die Zelte noch einmal kontrolliert und man hatte sich zurück gezogen.

Und jetzt lag Khalb hier, hatte Bauchschmerzen, seine Schulter mit dem Sleenbiss brannte und er fühlte, dass er bald wieder ins Gebüsch kotzen würde. Diese Nacht konnte nicht gut werden.

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Und zum OOC-Teil! Der Survival-Plot war auch gestern zur RP-Prime-Time mit zwölf Leuten sehr stark besucht. Und nicht nur das – über den Tag verteilt gab es spontan auch jede Menge RP. Lorsa und ich haben Familie Kreldo jagen geschickt (hat mir viel Spaß gemacht. Ich mag Mando-Familiy-RP sehr!) und das 181ste hat sich um die Bergung von Technik und Vorräte gekümmert. Ein ganz, ganz großes Lob (das kann man nicht oft genug sagen) an Spielleiter Genthri, der wieder mit Engelsgeduld überall gleichzeitig war um Fragen zu beantworten und Aktionen anzuschieben.

Außerdem gab es am Wochenende natürlich auch PvE. Wir haben „für Kohle“ Asation im 8er-Gruppenfinder gemacht und für beide Tanks war es die OPS-Premiere. Denn sowohl Kathro als auch ich haben unsere „Kleinen“ ins Feld geschickt und sich die Köpfe verhauen lassen. Er war mit Xakae und ich mit Qird unterwegs. Beide Assassin-Tanks, beide nicht so gut ausgerüstet wie unsere Mains. Als Heiler kamen Aroval und Ginyu mit und auch Saph führte einen OPS-Neuling, ihren Maro, ins Feld. Dazu dann noch drei Random-DDs und fertig war die Laube. Es lief auch sehr gut, laut Aroval und Ginyu hat man kaum gemerkt, dass unsere zwei Tankbabies nur 162/168 ausgerüstet waren (Xakae hatte zwar noch ein 180er Kopfstück, dafür aber schlechtere Relikte, glaube ich). Ich habe dann die 200.000 Credits, die ich in Asation bekommen habe (diese OPS ist der Traum jedes Schwaben!), für das Gildenschiff in die Gemeinschaftskasse geworfen. Da ein voll ausgebautes Schiff 130 (!!) Millionen kosten soll, wird die Sammelei dafür noch eine ganze, ganze Weile dauern. Hundertausend Hasentaler!

Außerdem habe ich viele GSI-Quests gemacht, weil ich die Stiefel möchte, die man für die Rufstufe „Champion“ kaufen kann. Das dauert noch. Deshalb war ich auf Tatooine unterwegs, habe mich spontan entschieden, eine Ballonfahrt zu den zwei Sandcrawler-Datacrons zu machen und traf auf dem Jawa-Ballon zwei andere Datacronsucher. Und dann geschah das, was man oben im Bild sieht. Plötzlich flog der Begleiter der Sorcerer-Dame rechts im Bild einfach davon. So kanns gehen.

Noch eine ganze Woche Survival-Plot!

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