Regentag im Feriencamp

30. Juli 2014

Das Knarren des Schaukelstuhls war im Laufe des Tages weiter weggerückt. Genau wie das wischende Geräusch, wenn der Schwanz des Reptils über den Boden zog. Der Sleen war verschwunden. Und soweit es Khalb betraf vermutlich nie dagewesen? Man konnte nicht sicher sein. Gerade bei Sleens war Vorsicht geboten. Der letzte Besuch des wenig hilfreichen Tiers lag erst einige Stunden zurück und hatte Khalb einen Freiflug auf den Boden vor dem Zelt beschert. Während er eigentlich Wachdienst hatte. „Wachdienst“. Der Captain hatte ihn abgestellt, mehr nicht. Es war noch nicht einmal negativ aufgefallen, dass er umgekippt war, also konnte dieser „Wachdienst“ auch nicht besonders wichtig gewesen sein. M-pathiepunkte (das Wort hatte er von Illjana gelernt) für Captain Trace, der Khalb zumindest irgendwie beschäftigen wollte.

Trotzdem ärgerte sich der junge mando’ad über den Kinderbonus. Immerhin war das Lager angegriffen worden und entweder man leistete seinen Teil zur Verteidigung oder man war Ballast. Trost-Wacheschieben war einfach nur ein Tritt, mehr nicht.

Hoffentlich bekam er wenigstens erzählt, ob sie den Angreifer gefasst hatten …

Die Nächte hier waren dunkler als er es gewohnt war. Zu wenig Sterne am Himmel, zu wenig Monde, zu viele Wolken. Wenn man aus dem Zelt sah, begann wenige Meter hinter dem Feuer eine in schwarze Watte gepackte Welt und nur die unaufhörlichen Geräusche der vielen Tiere in den Bäumen zeigten, dass es jenseits des Lagers überhaupt noch etwas gab.

Khalb war unruhig. Der Angriff beschäftigte ihn zwar, machte ihm aber keine Sorgen. Die Unruhe kam vielmehr daher, dass er nun schon fast anderthalb Tage nichts tun konnte. Nicht laufen, nicht kämpfen, nicht jagen. Er beneidete Garrm heftig. Sein vod war mit buir auf Patrouille und Khalb lag nur blöd herum …

Wenigstens Illjana hatte sich kurz mit ihm beschäftigt. Hatte ihm von ihrer Piratenzeit erzählt und es war grade spannend geworden, als plötzlich aus dem Nichts jemand das Wasserreservoir unter Beschuss genommen und durchlöchert hatte. Daraufhin war praktisch das ganze Lager aufgebrochen, den Schützen zu fangen und Khalb war von Captain Trace dazu abgestellt worden „auf die Zelte aufzupassen“. Vermutlich, damit die nichts anstellten.

Natürlich hatte der Captain recht. Khalb konnte kaum aufrecht stehen ohne sofort wieder umzufallen. Da war er in einer Kampfsituation eher Ballast. Es machte das Ganze trotzdem nicht weniger ärgerlich, nur weil es vernünftig war.

Und jetzt fühlte er sich langsam besser und wurde hibbelig. Mitten in der Nacht war er wach. Einfach so, er wusste nicht warum.

Wenige Meter entfernt ein Geräusch. Ah, deshalb war er wach. Er griff nach seinem Helm, der auf dem Rüstungsstapel neben der Schlafmatte lag, setzte ihn auf und schaltete auf Nachtsicht. Die Welt wurde von schwarz zu blassgrün-verwischt. Khalb sah ich langsam um. Keine Hektik.

Eine Bewegung hinter dem herunterglühenden Feuer, das in Nachtsicht immer noch viel zu hell war. Khalb wollte seine Blaster zu sich ziehen, besann sich dann auf die Aufgabe, die seine Mutter ihm gestellt hatte, und nahm das beskad.

Keine Rüstung, nur die buy’ce. Er richtete sich halb auf, schlich am Zelt entlang im Schatten in Richtung der Bewegung. Es ging erstaunlich leicht. Sein Körper hatte sich wohl zügiger erholt als gedacht. Noch ein paar Schritte … das Geräusch wiederholte sich. Ein Schnauben, schlurfende Schritte. Tiefkehliges Grunzen. Eine langgestreckte Silhouette, etwas heller als die Umgebung.

Khalb schrie wütend auf. Schon wieder! Sie verfolgten ihn! Verdammte Sleens! Ob mit oder ohne Handdtaschen, stumm oder voll eloquenter Vorwürfe – elende Dreckstiere! Mit erhobenem Schwert sprang er auf das Tier zu, immer noch brüllend. Sollte das Mistvieh zur Hölle fahren, sollte es mit den Jetiise diskutieren oder mit den Imperialen exerzieren müssen!

Der Sleen schien einen sechsten Sinn für brisante Situationen zu haben. Als Khalb – beskad voran – auf ihn zustürzte, hörte das Reptil damit auf, ein paar gesammelte Shuttletrümmer zu durchwühlen, starrte eine halbe Sekunde verblüfft mit seinen glänzend-schwarzen Augen … und schoss dann ins Unterholz davon. Etliche Nachtvögel begannen schrill zu kreischen, als der Sleen wie eine schuppige Dampfwalze durch die Büsche tobte. Ein Affe stieß, unsanft geweckt, hohle Drohschreie von weiter oben aus. Der ganze Wald schien auf einmal in Aufruhr.

Khalb raste hinter seiner Beute her. Zumindest etwa zehn Meter. Dann war selbst mit beskad kein Durchkommen mehr. Um ihn herum verebbten die Aufregungs-Geräusche des Dschungels. Der Sleen war entkommen.

Khalb trat nach einem Baum. Blöder Dreck.

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OOC: Das Sleen-Treffen habe ich mir rechtmäßig als Zufallsbegegnung erwürfelt. Den Rest der Ereignisse habe ich wegen Khalbs Verwundung leider kaum mitbekommen. Klar, es wäre unlogisch, wenn er nur ein paar Stunden nach einem Fieber-Delirium schon wieder bei einer Jagd auf Eindringlinge dabei sein könnte, weswegen ich dann eben im Lager zurückgeblieben bin und nur lesen konnte, was die anderen so erleben.

Muss ich heute abend im Forum nachschauen, wie es ausgegangen ist.

PvE-mäßig habe ich jetzt auch den dritten Tank auf den GSI-Heroic-droiden losgelassen und muss sagen: So vergleichend gesehen ist der Kampf mit dem Jugger am einfachsten. Ghurab und sein Heiler Quinn bilden in Sachen Ausrüstung die Schlußlichter meines Tank-Triumvirats aber trotzdem hat der Sith nicht mehr Leben verloren als Raid-Kater Sherku. Und das trotz dass Quinn im Vergleich zu Mako kindergartenmäßig angezogen war.

Heute muss ich die Spielereien mit dem GSI-droiden mal sein lassen und Geld für das Gildenschiff erwirtschaften. Eine Runde Section X und Ilum dürften das richten.

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