Welt durch andere Augen

10. August 2014

Miraluka-Sicht. Unbelebtes eher wolkig, Menschen deutlich aber nicht wie mit den Augen gesehen. Ich hätte die Funken der lebendigen Macht noch darstellen sollen. Und Thun hätte keine Klamotten tragen dürfen. Oder zumindest unscharfe Klamotten.

Bei Sith ging letztendlich alles darum, frei zu sein. Darauf konnte man sich einigen. Die Probleme fingen dann an, wenn man versuchte, Freiheit für alle zu definieren. Für die meisten Sith begann und endete ihre Freiheit mit einem immensen Ego, das groß genug war, eine eigene Gravitation zu entwickeln und deshalb anfing, Menschen und Dinge, manchmal auch Vorstellungen und Visionen, anzuziehen. So schufen sie sich einen Kokon aus Besitz, dessen Beherrschung ihre Version von Freiheit war.

Herauszufinden, bis wohin ein anderer Sith seinen Freiheits-Besitz ausgedehnt sah, konnte viel Ärger ersparen. Besonders, wenn man als Alien-Sith in der Nahrungskette der allmächtigen Götter eher mit dem Plankton schwamm.

Qird war sich nicht sicher, wie weit Lord Tragos´ Ansprüche bei seinen Untergebenen reichten. War er dabei, Hoheitsgebiet zu verletzen oder trennte auch der Herr des Sturmregiments Persönliches von Wichtigem? Das Spiel hatte begonnen und dass der andere Spieler vielleicht nicht einmal daran interessiert war, den Spielstein überhaupt anzufassen, war in diesem Fall der bestmögliche Ausgang. Man konnte nur abwarten.

Bei Miraluka war das Ruhen des Geistes das Äquivalent zum Schließen der Augen. Aber an diesem Abend fiel es Qird sehr schwer, sich dazu zu bringen, Ruhe zu finden. Er machte sich keine Gedanken, ob seine Assistentin Lisreya ihn verloren haben könnte. Hätte sie nicht. Sie hatte ihn unter Garantie beobachtet, bis er in Lieutenant Thuns Büro getreten war und ab dann hatte es vermutlich maximal zehn Minuten gedauert, bis sich die Agentin Zugriff auf die gebäudeinternen Überwachungskameras des Forts verschafft hatte. Sie wusste, wo er war. Könnte ihn jederzeit erreichen, sollte irgendetwas passieren. Was sollte hier passieren?

Der Lieutenant war deutlich genug gewesen. Dieses Leben in einem Ausbildungsfort war nichts für ihn – und für den Rest der gefechtserprobten Soldaten und Söldner auch nicht.

Qird musste zustimmen. Und fragte sich gleichzeitig, was Lord Tragos bezweckte. Das Regiment benötigte keine „Ausbildung“ auf einem Planeten im metaphorischen Anus des imperialen Raums. Das Regiment hatte bewiesen, was es leisten konnte. Was stand dahinter?

Es war dem Sith-Agenten nicht gelungen, Intrigenfäden zu finden. Es schien also kein Racheüben eines Mächtigeren an Lord Tragos zu sein, das diesen samt seines Regimentes hier aufs Abstellgleis geführt hatte. Also blieb nur, dass der Lord etwas plante.

Ein Sith, der ohne Auftrag des dunklen Rates etwas plante, arbeitete normalerweise an seinem Freiheits-Ego-Kokon. Meistens ein Grund für den Sith-Geheimdienst, ein, zwei Agenten zu schicken um unauffällig zu beobachten. Qird hatte noch keinen Auftrag dahingehend. Und würde er ihn bekommen … wäre es für ihn selbst in diesem speziellen Falle nicht hilfreich. Denn niemand ließ sich gern vom Imperium auf die Finger schauen. Und dann stünden Qird und Lieutenant Thun auf verschiedenen Seiten einer Front, die zwischen der Freiheit Aller und der Freiheit eines Sithlords verlief.

Die Pflicht musste dennoch vorgehen. Denn Persönliches war nicht automatisch wichtig.

Das wussten sie beide …

Qird fokussierte auf den Kristall, den ihm Thun geschenkt hatte. Hübsch und interessant. Woher der Lieutenant das Stückchen Facettenwunder wohl hatte? Qird hatte nicht gefragt. Wichtigeres war bei Beiden in den Gedanken gewesen. Wichtigeres und das Ziehen von Grenzen. Beide bewegten sich in einem Gespinst unsichtbarer Fäden. Und es war unabdingbar, deren genauen Verlauf auszuloten, damit keiner unbeabsichtigt etwas zerstörte. Denn so etwa würde mit ziemlicher Sicherheit mit schnellem Tod enden.

Einfach war in der Tat anders. Aber einfach war auch ziemlich langweilig.

Qird dachte an das erstaunte Gesicht des Lieutenants, als er ihn mit Hilfe der aufgezeichneten Nachricht und des modifizierten Datapads „sehen“ ließ, wie ein Miraluka die Welt wahrnahm. Natürlich fehlten so viele Eindrücke … aber es war der Hauch einer Ahnung. Nicht einfach, nicht langweilig.

Es war wirklich Zeit, Ruhe zu finden. Und die warme, dunkle Aura mit den bunten Wolkenblitzen von Träumen, die neben ihm lag, half. Oder machte alles schwieriger.

Freiheit konnte bedeuten, nichts mehr zu verlieren zu haben.

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OOC: Ja. Ich mag das Lied. Die alte Drogentrulla hatte eine so genial individuelle Stimme, die würde heute kein Bein mehr an die Erde kriegen.

Das RP war sehr unterhaltsam. Zwei von Kindesbeinen an bis zum Erbrechen indoktrinierte imperiale Drohnen, der eine dank des Zwiespalts „Alien-Abschaum versus Sith-Gott“ eine Neurosen-Anstaltspackung der andere … – nein, das findet bitte jeder selber raus. Keine Spoiler! Saph hat es gestern herausgefunden und es fielen ihr einige Schuppen von den Augen.

Und sonst?

Das hier!

Rakghoul-Event auch für den alten Lord Rednelak. Er durfte sich einmal infizieren, weil das irgendwie dazugehört. Ist aber wie ein Ei mit Maggi. Lecker aber ich brauche nicht noch eins.

Außerdem natürlich: Gilden-Farmraid in Asation. Nach etwas über zwei Stunden hatte jeder 300.000 Credits in der Tasche. Für mich ein zwiespältiges Ergebnis. Denn in der selben Zeit hätte man das auch per Dailies erfarmen können. Aber es war mal etwas Neues und es machte viel Spaß, die ewig nachspawnenden Addwellen in den Core-Räumen umzuklatschen. Um uns türmten sich die kaputten Droiden meterhoch. Gar nicht davon zu reden, dass es ein hübscher Ego-Boost ist, einen 16er-Raid zu neunt (später beim Wekly-Boss zu dreizehnt) zu schaffen. Und der Spendenmarathon katapultierte das Gildenschiff auf jeden Fall gewaltig nach vorne. Es fehlt nicht mehr viel!

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