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Heimat, Herz, Sand

18. August 2014

Wieder der dunkle Bauch eines Frachtschiffes. Wieder die Schwärze zwischen den Sternen und das blaue Nichts der Hyperraumrouten. Diesmal zuerst wieder den Hydian Way Richtung Kern, dann zurück in den Outer Rim. Einen anderen Teil des Outer Rim. Zuhause?

Sherku nagte an der Unterlippe. Zuhause. Jepalls leichtfertig dahergesagte Erinnerung daran, dass Manda’yaim ihre eigentliche Heimat sei, hatte ihn nachdenklich werden lassen. Ja, natürlich. Das stimmte schon. Und Sherku hatte während seiner Ausbildung zum goran auch ein ganzes Jahrzehnt dort verbracht (wo auch sonst? Nur hier gab es das Eisen) … aber Zuhause?

Wenn er an Heimat dachte, fielen ihm nicht die wuchernden Wälder, die steilen Klippen und die wilden Berge von Mandalore ein, sondern als erstes das Gefühl von trockener Kälte, wenn man morgens ganz früh aufstand, um mit dem Clan jagen zu gehen. Wenn man die nackten Zehen in pudrigen Sand bohrte. Das langsame Ansteigen der Hitze. Das Singen der unter den Schlägen der zwei Sonnen langsam aufspringenden Felsen.

Der nicht-Geruch von Knochen, groß wie Raumschiffe. Langsam im kochenden Sand versinkende Reste großer Beutetiere.

Das war Heimat. Wenn man denn unbedingt einen Ort brauchte. Vielleicht war Heimat auch abstrakter. Ein unsichtbares Netz um alle Clansmitglieder. Silberne Fäden, die sich durch die ganze Galaxis erstreckten, von Herz zu Herz. Das war wohl am ehesten manda, die All-Seele.

… und trotzdem war die Vorstellung schön, in die dunkle Werkstatt zu treten. Die schrittdicken Lehmmauern eine Barriere gegen die verschlingende Hitze. Und genau zu wissen, wo welche Werkzeuge lagen.

Vertrautheit. Blindes Zurechtfinden.

Es ging darum, eine Basis zu haben. Man musste nicht die ganze Zeit dort sein. Sie musste nicht einmal immer am selben Ort sein. Aber man musste wissen, dass es immer ein zurück dort hin gab. Egal von woher. Und dass dort die Anderen warteten. Oder vielleicht gerade nicht da waren. Völlig egal. Ein Haltepunkt für die Gedanken.

Manda’yaim mochte so etwas für das ganze Volk sein. Aber für Sherku war es derzeit ein Ort auf einem Planeten, den außer jeder Menge Krimineller niemand freiwillig aufsuchte.

Heimat?

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