Viel zu nah

20. August 2014

Wir haben uns heute schon einige Schwächen gegönnt. Also kommt es darauf auch nicht mehr an. Ein Moment, in dem die Körper fast noch eins sind. Völlig entspannt. Wir liegen mehr als dass wir sitzen, auf dem vornehmen Gästesofa im noch vornehmeren Gästehaus dieses absolut extrem vornehmen alderaanischen Anwesens. Ich halte sie fest, was sie nie zuließe. Ihre Fingerspitzen liegen auf den v-förmigen Knochenplatten auf meiner nackten Brust. Was ich nie zuließe.

Die Wärme unserer Körper gleicht sich an. Unsere Atmung wird ruhiger.

Zuviel „wir“ für Sith. Sith sind „ich“.

Ich kann mir einreden, dass es nur heute so war. Ein Moment, ein Ausrutscher. Keine Gefühle. Gefühle vom falschen Spektrum bremsen, hindern, machen weich. Es ist nur Ficken. Ehrlich.

Aber in Wirklichkeit ist es eine Entwicklung, die mich schon seit Wochen, fast Monaten beunruhigt. Sie nimmt zuviel Raum in meinem Kopf ein. Ja, ich darf an sie denken, wenn es darum geht, von ihr zu lernen. Von ihr zu profitieren. Ich darf an sie denken, wenn es darum geht, dass wir unsere Pflicht gegenüber Darth Aroval erfüllen. Und ich darf an sie denken, wenn wir uns im Kampf aufeinander verlassen, was das Maximum an Vertrauen ist, das man als Sith geben kann. Mehr darf ich mir nicht zulassen, denn sonst wird sie mich vernichten. Ich würde geringer von ihr denken, wenn ich nicht sicher wäre, dass sie bei mir jede Schwäche ausnutzen wird, wie ich es bei ihr tun werde. Sie hält mich klein. Fördert mich genau so weit, dass ich ihrer Position nicht gefährlich werden kann. Und ich lauere auf den Tag, an dem ich doch mehr gelernt habe, als sie erlauben will. Und dann schlage ich zu.

Meisterin und Schüler. So ist es schon immer gewesen.

Warum dann vorhin dieser Moment im Schnee vor dem Gästehaus … Ihre Finger mit meinen verschränkt. Darf nicht sein, soll nicht sein. Ist passiert.

Wir tun das, was hilft: Darüber hinweg gehen. Eine Wunde wurde geschlagen, lassen wir sie verschorfen. Und konzentrieren uns auf das, was vor uns liegt.

Ich muss Darth Aroval Bericht erstatten. Ich werde ihm von Sheysas Schwangerschaft erzählen (ob ihn das freut? Gehört es zu seinem Plan, dass sich die Kleine mit ihrem gegelten Captain auch noch vermehrt?) und davon, dass die Meisterin und ich vorhaben, es den Jedi etwas schwerer zu machen, Sheysa für sich einzunehmen. Die Meisterin will irgend jemanden direkt angreifen. Ich hätte Lust, mir dieses Anwesen noch einmal vorzunehmen, das ich schon einmal besucht habe. Damals, vor ungefähr zehntausend Jahren (es kommt mir mindestens so lange vor!), als wir nach der Invicta und Darth Aroval gesucht haben.

Und ich werde Darth Aroval die Wahrheit sagen. Dass sie loyal ist. Natürlich ist sie das. Und dass ich glaube, dass er sich mit seinem Misstrauen in diesem sehr speziellen Fall nur selbst schadet. Dergleichen einem Darth ins Gesicht zu sagen, könnte Probleme nach sich ziehen. Aber es ist besser, als ihn sich in seinem Kopf im Kreise drehen zu lassen – das endet nur damit, dass er uns irgendwann beseitigen lassen will. Hat man schon oft genug bei anderen Mächtigen gesehen.

Die Meisterin glaubt an Darth Aroval und seine Ziele. Ich habe keine Meinung dazu. Wir werden sehen.

Zu denken wagen? Ich fürchte, ich bin derzeit mit „zu fühlen wagen“ völlig ausgelastet.
————–
Weiter mit OOC! Seit ich die „später publizieren“-Funktion bei WordPress für mich entdeckt habe, bin ich aktualitätsmäßig völlig neben der Spur. Ich schreibe diese Zeilen ungefähr zehn Stunden, bevor ich das erste Mal den neuen Flashpoint Manaan betreten werde, bevor das Gildenschiff sein Dock verlassen wird und bevor die Mandalorianerclans Hettyc/Tracyn ihre neue Heimat auf Tatooine beziehen werden. Ich weiß also noch nicht, ob ich an all diesen Neuerungen Spaß haben werde, wie viele Credits ich für alles brauchen werde und wie sich die Dinge aufs RP auswirken werden.

Aber ich bin gespannt! Unheimlich gespannt. Eine Expansion, die fast nur der Rollenspieler-Fraktion in SWTOR zu Gute kommen wird. Großer Wurf oder doch nur „meh“? Ich hoffe Ersteres!

Advertisements
Schlagwörter:
  1. 20. August 2014 um 11:57 am

    Sehr schöner Storybeitrag mal wieder 🙂 ich finde die Art, wie sich Ghurab an das tiefere Empfinden herantastet, unglaublich gut beschrieben. Ist doch kein Wunder, dass diese beiden so eine Fangemeinde haben … ^^

    • 20. August 2014 um 5:08 pm

      Danke für das Lob! 🙂 Das freut mich grade aus Profi-Schreiberlingsmund!
      Die Fangemeinde ist hauptsächlich Saph, die immer wieder über die Gefühlsmuffligkeit der beiden Sith den Kopf schüttelt. 😀

  1. No trackbacks yet.
Kommentare sind geschlossen.
%d Bloggern gefällt das: