Freiheit als Spiel

4. September 2014

Das Wischen der Robe auf dem glattpolierten Marmorboden als er sich abwendet (alles was ich sehe, ist dieser Marmorboden. Und wie dunkel mein Blut darauf ausieht). Seine Schritte und das verächtlich-urteilende „Er wird nie etwas taugen.“ Direkt an mich gerichtet „Hör auf zu heulen. Schmerz lehrt dich vielleicht wenigstens etwas, du Enttäuschung“. Das flehende „Meister, bitte. Er ist doch erst vier …“ meiner Amme und dann das abschließende „Alt genug, seine Schwester anzugreifen, alt genug die Konsequenzen dafür zu tragen. Und offensichtlich zu versagen“.

Ich kehre aus dem fernen Land der Vergangenheit zurück in eine Gegenwart, die ein Zwilling meiner Kindheit geworden ist.

Es hat uns beide erschüttert, was an diesem Abend geschehen ist. Das ist die einzige Erklärung dafür, dass wir nun, mitten in der Nacht, nachdem das, was sie ihren Hunger genannt hat, gestillt ist, zusammen in ihrem großen Bett mit den seidenglatten Laken liegen. Es ist nicht unsere Art, Nähe zu suchen. Kein Sith erträgt dies lange.

Und trotzdem habe ich einen Widerstand dagegen, jetzt den Radius ihrer Körperwärme zu verlassen und in meinen kleinen, kahlen Raum zurückzukehren.

Was sollen wir schon anderes tun, als im Strom mitzuschwimmen, der uns auf die Kante des Wasserfalls zuträgt? Es ist genau gekommen, wie mein Meister es vorhergesehen hat. Darth Aroval hat meinen wunden Punkt gefunden, das Messer angesetzt und es in der Wunde gedreht. Er hat meine Angst und meine aufflammende Wut gespürt, als er ihr mit der Macht den Hals zugedrückt hat. Und jetzt hat er uns beide völlig in der Hand. Beide gefesselt mit dem Blut des anderen, das der Darth ohne einen Gedanken vergießen würde, um uns in der Spur zu halten.

Er hat recht. Es ist keine Freiheit, wenn ich Ausnahmeklauseln in einen Vertrag mit mir selbst setze.

Es schien ihm fast Freude zu bereiten, mir zu zeigen, dass ich wertlos bin. Dass ich für ihn nur ein namenloses Schwert bin, das den Vorteil besitzt, dass er die Invicta damit gefügig machen kann.

Fange ich an, ihm zu glauben? Fange ich an, mitzulaufen? Kommt es soweit, dass ich nicht mehr für die Freiheit brenne, die Konflikt und Chaos bringen? Die Freiheit, die zwischen zwei Schwertklingen liegt …

Die Ohnmacht der Invicta, als wir das Audienzzimmer mit seinen staubigen Artefakten und im Halbdunkel glühenden Kristallen verlassen hatten. Ihr Zorn. Er hat sie verletzt, als sie nicht damit gerechnet hat. Und nun hat er nicht mehr ihre bedingungslose Loyalität sondern nur noch ihre erzwungene Gefolgschaft. Spöttisch akzentuiert mit dem hohlen Titel „Lord“.

Aber was, wenn unsere Freiheit wirklich nur eine halbgare Illusion ist und seine Vision die Richtige?

Nein.

Ich halte sie fest. Genau, wie sie mich hält. Das ist die verdammte Realiät. Und die Macht befreit uns.

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Weiter mit OOC! Ich habe im Urlaub schon einiges gelernt. Dass die Leute, die bei der Zeche Zollverein für das Kuratieren verantwortlich sind, sadistische Bastarde sein müssen, dass es in Bochum eine U-Bahnhaltestelle namens „Bermudadreieck“ gibt, dass man im Legostore Boba-Fett-Kühlschrankmagneten kaufen kann (ich besitze jetzt einen) oder dass Guardians of the Galaxy ein ganz netter Film ist, den man einfach so rückstandsfrei wegschauen kann.

Und ich hatte gestern, wie man oben im IC-Teil lesen kann, RP mit Aroval und Concabille. Ich mag es, Arovals methodischem Wahnsinn beim Wachsen zuzusehen.

Eine große Geschichte gärt vor sich hin.

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