Tatooine, nachts

24. September 2014

Die beiden mando`ade auf Banthen. Banthas. Banthae. Die beiden Tiere wurden nach ihren Haarfarben benannt. Na, wer weiß nach welchen Vorbildern? Ist keine besondere Phantasieleistung dafür nötig, ich weiß.

Sherku wachte davon auf, dass ihm kalt war. Einerseits nicht ungewöhnlich, denn in der trockenen Wüstenluft kühlte es sich nachts immer schnell ab. Andererseits sollte man meinen, dass man, weil man als Cathar nunmal in Besitz eines zwar kurzen aber dennoch durchaus funktionalen Felles war, nicht so einfach frieren sollte. Woran lag es also?

Einige Sekunden der üblichen Unklarheit, wenn man mitten in der Nacht mitten in Dunkelheit aufwachte. Sein Fell tat nun doch noch seine Pflicht und stellte sich auf um zu isolieren. Flauschig. Hah. Von wegen.

Neben ihm eine Bewegung. Genauer: Eine Bewegung unter der einzigen Decke des Bettes. Das erklärte die Kälte. So fügte sich eins zum anderen, wenn man nur Geduld hatte.

Die Erinnerung schlich sich an und sprang an ihren Platz.

Er streckte die Hand aus und berührte den warmen Körper unter der Decke. Nicht anders als gestern Nacht. Oder die Nacht davor. Oder die Monate davor. Aber irgendwie auch ganz anders. Es ging nicht ums Ficken. Das war nett, machte Spaß; direkt und körperlich, genauso wie eine Jagd. Nein, darum ging es nicht (obwohl … whoa ….). Es ging um die Worte. Mando’ade machten wenige Worte. Aber die, die sie sagten, hatten Gewicht (außer sie waren betrunken, dann wurden sie sentimental und konnten stundenlang reden).

Mhi solus tome …

Sich gaaaanz leise und vorsichtig bewegen. Nicht aufwecken. Bloß nicht! Schleichen war etwas, das er trotz seiner Muskelmasse gut konnte. Er stand auf, krümmte die Zehen, als seine Füße den eiskalten Boden des unterirdischen Raumes berührten. Vorsichtig griff er nach seiner Unterwäsche, zog auch noch eine Hose und eine Weste über. Dann wurde es kompliziert. Seine Augen hatten sich an die Dunkelheit gewöhnt. Die Rüstung mit dem … Fehler lag als unordentlicher Haufen neben dem Tisch. Sherku zog langsam und unendlich vorsichtig das nor’cabur aus dem Stapel und tastete nach den Halterungen des sen’tra.

Nach ein paar sehr konzentrierten Minuten lag das Teil mit dem Riss, der zu dem Unfall am Abend geführt hatte, in seinen Händen. Er richtete sich auf und schlich zur Tür. Hinaus in die Kälte der Nacht. Hinter dem Horizont ein blauer Bogen. Es musste etwa eine Stunde vor dem ersten Sonnenaufgang sein. Der Staub des Innenhofes war wie dunkles Meerwasser zwischen seinen nackten Zehen. Er sah zu den spärlichen Sternen des Outer Rim hinauf und machte dann, dass er in die Werkstatt kam.

Mhi solus dar‘tome

Der Ofen strahlte noch etwas Wärme ab. Tagsüber war es hier unangenehm heiß, jetzt hingegen war die Temperatur willkommen. Sherku schaltete das Licht an und legte das kaputte Jetpack auf die Werkbank. Er wühlte in seinem Werkzeugschrank und nach und nach sammelte sich alles um ihn, was er zur Reparatur brauchen würde.

Bald würden sie die neue Rüstung mit einer Jagd einweihen. Und sie brauchten Geld für ein Schiff. Große Pläne. Viel Geld. Das „wie“ war noch etwas nebulös. Natürlich, der Krieg undsoweiter. Die Imperialen waren nicht nur Verbündete sondern bezahlten auch ganz gut.

Als er sich auf dem Hocker vor der Werkbank niederließ und nach einer Makrolinse griff, spürte er die Gegenwart einer anderen Person. Er war beim Aufstehen wohl doch nicht leise genug gewesen. Er lächelte und ließ sich nicht stören. Methodisches Arbeiten.

Hände auf seinen Schultern und die Wärme eines Körpers an seinem Rücken.

Mhi me‘dinui an, mhi ba‘juri verde

Dafür war noch Zeit. Sie lebten im Jetzt.

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Weiter mit OOC. Derzeit spiele ich gern sehr emotional. Keine Ahnung woran es liegt – aber wenn es großes Dramapotential hat (was ich nicht im negativen Sinne meine) ist es gerade ganz genau meins. Ob es die beiden Ronin (so hat Sey sie genannt) sind, die gegen den Rest der Welt zu Felde ziehen und dafür demnächst vermutlich so ein Mando-Babytragegestell mit in die Schlacht nehmen müssen oder wie gestern die großen Mandos, bei denen aus Spiel plötzlich Ernst wird oder wenn man beim Geheimdienst zwischen „privat“ und „wichtig“ unterscheiden lernen muss. Einzig die zwei Jungtiere sind noch eher flockig unterwegs. Aber wer weiß, was sich dort noch tut!

PvE-mäßig ist es immer noch der Zwerg-Ghurab, obwohl ich doch Geld sammeln sollte, damit ich endlich ein Schiff in den Hangar auf Tatooine stellen kann. Aber irgendwie ist es mir im Moment nach banalem Leveln. Diese Phase kann morgen schon vorbei sein aber aktuell ist es noch reine Freude. Falls jemand Lust hat auf Repseite auf Level 22 mitzumachen – immer her damit.

Über den Conquest bin ich völlig hinweg. Das merke ich daran, dass es mir am Dienstag erst auffiel, dass es eine neue Runde gibt, als ich mich einmal durch meine Chars loggte und dann natürlich jedes mal die Gildennachricht bekam. Allerdings las ich sie erst bei Char Nummero drei und dann dachte ich „oh, neuer Conquest“ um dann einfach mit dem, was ich tun wollte, fortzufahren. Im offiziellen Forum gibt es Threads von Leuten, die sich darüber aufregen, dass Leute in ihrer Gilde beim Hamsterrennen nicht mitmachen. Beweis dafür, dass bei einem MMORPG das größte Problem immer Leute sind. Was bin ich froh, dass es bei uns solchen absurden Druck nicht gibt.

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