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Freiheit ist Furchtlosigkeit

25. September 2014

Das ist keine Zärtlichkeit. Es hat nichts mit sanfter Berührung oder Liebe zu tun. Es ist rau, roh und gierig. Hellrot wie Blut und Zorn. Die Wälder Alderaans wandern in blauen Linien über ihre nackte Haut, als ich sie auf den Holotisch drücke. Ihre Nägel pressen Halbmonde in mein Fleisch. Mein Puls macht mich fast taub.

Nicht … denken.

Handeln.

Zeit vergeht.

Das Abendgewitter vor dem Fenster wirft weiße Streifen auf Muskeln. Ich sehe meine Augen in den dunklen Gläsern ihrer Sichtimplantate gespiegelt. Ausatmen, tief und zitternd. Wieder ins jetzt finden.

Alles kehrt zurück, was wir uns in die Hinterköpfe gedrängt hatten, als vor lauter Körpergier für nichts anderes mehr Platz war. Ich richte mich auf, ziehe sie mit mir. Wir stehen aneinandergelehnt. Ich atme ihren Duft tief in mich, fülle jede Adernverästelung mit ihr, bevor ich einen Schritt zurück mache. Die letzten Blitze modellieren ihr scharfes Profil mit harten Gegenlichtkanten. Ihr offenes Haar windet sich als dunkle Schlangen über ihre Schultern.

Es muss der Parasit sein. Sonst wäre sie nicht so weich. Sonst hätte sie nicht angefangen, nach Fluchtwegen zu suchen. Ich habe sie als Kriegerin kennengelernt, nicht als zögernde Damsel in Distress. Wäre sie nicht hart wie Granit, hätte ich sie nie als meine Meisterin anerkannt sondern wäre eher in den Tod gegangen, als mich ihr unterzuordnen. Man hat keinen Herrn – außer man wählt ihn sich.

Es beunruhigt mich. Sie zeigt mir Angst. Angst davor, dass Captain Stryder (ja, ich weiß, Stryder-Garrde … die Familie Garrde ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die man sich verdammt schnell fangen kann) ihren Untergang plant. Ihr Verrat vorwerfen wird wo keiner ist. Er sollte es besser wissen. Wir gingen auf Tessien vor seinen Leuten und wehrten Blasterschüsse ab. Trotzdem zweifelt er an ihr?

Angst und Unsicherheit. Und schlimmer: Mitleid. Für den Ex-Jedi, den wir in Stryders Auftrag auf Tatooine jagen werden. Sie sieht Parallelen, wo keine sind. Dieser Jedi und seine Slicer-Geliebte haben nichts mit uns gemeinsam. Und selbst wenn … – gerade dann wäre Mitleid nur eine Beleidigung.

Sie ist plötzlich so vorsichtig geworden. So zögerlich. Sie plant Fluchtrouten nach Alderaan. Warum? War der alte Darth so eine wichtige Stütze in ihrem Leben, dass sie taumelt wie ein Mynock im Elektronensturm, sobald sie sich nicht mehr auf ihn verlassen kann?

Es ist der Parasit. Muss es sein. Er bringt sie durcheinander. Ist es jetzt meine Aufgabe, sie vor sich selbst zu schützen, bis das ausgestanden ist? Ich fühle keine Verantwortung für ihren Zustand. Ich mag es verursacht haben, doch hätte sie es loswerden können, wenn sie gewollt hätte. Also ist es nicht meine Schuld. Ich habe nicht darum gebeten.

Warum bin ich vor mir selbst defensiv?

Warum habe ich Onkel Ginyu fast angefallen, als er dieses … Zeug vorschlug, das uns den Parasiten abgenommen aber machtblind wiedergegeben hätte? Wieso kümmert mich das Schicksal eines Zellhaufens?

Ich darf jetzt nicht anfangen, mich im Kopf im Kreis zu drehen und Schatten zu jagen. Ich wünsche mir die einfachere Zeit zurück, als wir nur kämpften, redeten … aber die Macht ist Konflikt, stetiges Abarbeiten an Bestehendem. Deshalb werde ich mich dem stellen, was auf uns zukommt. Und wenn das bedeutet, dass ich die nächsten Monate für uns beide den Kugelfang gebe, ist das eben so.

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