Har mureyca

13. Oktober 2014

Sie hatten gemeinsam beschlossen, dass es jetzt Zeit gewesen war zu gehen. Einfach nicht ihr Ding. Man konnte es den Imperialen nicht verübeln, für die war es ein harmloses Vergnügen, die dachten nicht weiter als dass es doch ein Spaß war, mal für einen Abend „jemandem zu gehören“. Für Khalb und Illjana hingegen, die beide am Nacken noch von hellem Narbenfleisch an den Druck eines Schockhalsbandes erinnert wurden, war es etwas zu viel des Guten.

Außerdem hatten sie ihren Spaß schon bis zur Neige gehabt. Getanzt, gegessen, getrunken und … Khalb dachte nicht direkt daran, so wie man auch nicht direkt in eine Sonne sah. Er verabschiedete sich von Illjana mit einem Winken und „Ret‘  vod!“ und sah ihr noch kurz nach, wie sie als violetter Schatten zwischen den Lampen an der Fortmauer hindurchtauchte, das kleine Jäckchen übergezogen, so dass das erstaunliche Weiß ihrer Schultern in einer Mondfinsternis aus bläulichem Stoff verschwand.

Dann trabte er zurück in sein Quartier, welches er in Abwesenheit seiner Mutter derzeit mit Garrm teilte, und packte ein paar kleine Beutel mit Fingerfood, das er vom Buffet geklaut und in seinen Gürteltaschen verstaut hinausgeschmuggelt hatte, in die Kühlbox. Damit sein ori`vod auch etwas von dieser Feier hatte. Die Honigbackröllchen waren zwar ein sehr feindseliges Bündnis mit irgendwelchen Schinkenkringeldingern eingegangen doch war Khalb zuversichtlich, dass Garrm das gelassen sehen würde.

Khalb packte das kleine Datapad auf den Tisch und knipste den Holoprojektor an. Zappte sich durch die Bilder des Abends. Eigentlich nur zwei, aufgenommen nachdem sie schon so gut wie aufgebrochen waren. Illjana lachend vor einem der kleinen Raumschiffmodelle. Dann noch einmal sie beide, Arm in Arm, breit grinsend.

Ja, es war ein schönes Fest gewesen. In weiten Teilen unverständlich .. aber: schön.

Und hätte Illjana ihn nicht praktisch dort hingezerrt, hätte er das alles verpasst. Die Frauen in eleganten, unpraktischen Kleidern (bis auf ein paar, die sich in ihre Ausgehuniformen geflüchtet hatten) und die ganzen Männer in ihren Uniformen mit vielen bunten Schnürchen und Aufnäherchen. Khalb hatte sich angepasst und war statt in Rüstung einfach in sauberer, ordentlicher Straßenkleidung aufgetaucht. Das war schon selten genug, das musste reichen. Tat es wohl auch, da Illjana ihn sehr dafür lobte. Dass er es nicht geschafft hatte, sich für den Abend von seinen Blastern zu trennen, wurde ihm als kulturelle Absonderlichkeit nachgesehen.

Begonnen hatte der „Militärball“ (Khalb hatte bei der Bezeichnung zunächst voller Freude an ein schönes Match gedacht, wurde aber recht zügig enttäuscht) mit einer Rede. Natürlich. Es waren immerhin Imperiale. Die konnten sich erst nach Erlaubnis amüsieren. Dann durfte man im Prinzip tun was man wollte. Und Illjana wollte tanzen. Hatte Khalb noch nie getan. Hinderte ihn aber nicht daran, es trotzdem zu versuchen. Er kam mit so ziemlich allem klar, das Bewegung und Koordination erforderte. Tanzen war nun wirklich nicht viel Anderes als ein Kontaktsport – und das ließ sich machen. Man durfte es sich nur nicht allzu bewusst werden lassen, dass die „große Schwester“, die „beste Freundin“, die „Komplizin“ an diesem Abend zwar einen sehr langen, glitzernd-fließenden Rock aber dafür ein stoffmäßig sehr sparsames Oberteil spazieren führte und man unter den Fingern ihre Muskeln arbeiten fühlte …

Sie hatten viel Platz auf der Tanzfläche, da sich außer zwei anderen Paaren niemand dafür zu begeistern schien. Zwar versuchte dieser extrem engstirnige Soldat (Khalb hatte noch nie mit ihm gesprochen, der schien nur eine wandelnde Vorschrift zu sein) Tanzpartner zu rekrutieren, scheiterte aber daran, dass er nicht mehr Charme aufbieten konnte als ein Rancor mit Zahnschmerzen.

Illjana und Khalb hatten sich dann zunächst ans Buffet und dann in ein Gartenzimmer verzogen. Sie passten beide nicht wirklich zum Rest der zahlreichen Gäste aus allen auf Jaguada versammelten Einheiten. Beide keine imperialen Soldaten. Die Piratin und der mando’ad.

Von draußen waren immer wieder Stimmen in den kleinen Garten gedrungen, Unterhaltungsfetzen vorbei geweht, aber trotzdem wirkte alles sehr intim und ruhig. Khalb hatte von der Bar zwei Gläser Sekt geholt – misstrauisch betrachtet vom Barkeeper, der mit minderjährigen Gästen wohl nicht gerechnet hatte – und sie hatten Brüderschaft getrunken. Weil Illjana die Sache mit dem vorgetäuschten Verrat im Dschungel wieder gut machen wollte. Das war schon so lange her und doch hatte es immer noch manchmal zwischen ihnen gestanden, hatte sie mitten im Gespräch verstummen und zur Seite sehen lassen.

Es war also wirklich Zeit, einen Strich darunter zu ziehen. Genug davon, zurück zur Freundschaft. Also – Sekt, Arme umeinanderlegen, trinken, Wangenküsschen … und dann alles zurück auf Anfang.

Ganz einfach. Wäre Khalb nicht vom Protokoll abgewichen, in dem er im richtig-falschen Moment den Kopf ein wenig gedreht hatte (er konnte sich selber belügen und behaupten, dass es zufällig gewesen wäre aber das wäre schwachsinnig. Es war völlige Absicht gewesen), so dass Illjanas dezent geschminkte Lippen direkt auf seinen gelandet waren.
Für ungefähr eine Millisekunde. Dann war sie zurückgezuckt und ihm nichts anderes geblieben als sich sofort zu entschuldigen. Was hatte er auch gedacht? Dass sich die aufstrebende junge Propagandamaid unsterblich in den Teenager-Söldner verlieben würde? Er war nicht anders als Garrm. Hoffnungsvoll hoffnungslos – oder umgekehrt. Blieb nur die Beobachtung, dass seine coole beste Freundin, die nie um einen Spruch verlegen war, plötzlich tatsächlich errötet war. Vielleicht, vielleicht … Ja, und vielleicht schenkte ihm buir zu Geburtstag auch ein Raumschiff. Ganz sicher.

Der Rest des Abends war dennoch in sehr freundschaftlich-entspannter Stimmung verlaufen. Sie hatten irgendeine Tombola verpasst bei der Captain Stryder wohl irgendetwas gewonnen und darüber böse geworden war, hatten sich eine Ausstellung von Raumschiffmodellen angesehen und dann, kurz bevor Lieutenant van Arden diesen seltsamen Zeitvertreib mit dem „Versteigern“ von Leuten (Imperiale lachten bei offiziellen Anlässen absolut im tiefsten Keller. Obwohl sie im Einsatz immer wieder durchaus normalen Humor oder Sarkasmus bewiesen. Khalb konnte sich keinen Reim darauf machen, warum es diesen Unterschied gab) ankündigen konnte, hatten sie sich verzogen.

Und jetzt saß er im Quartier, sah in Illjanas Holo-Lächeln und freute sich darauf, sobald Garrm nach Hause kam vor ihm angeben zu können. Perfekter Abschluss eines ziemlich perfekten Abends.

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OOC! Der Jaguada-Militärball war ein wirklich gut besuchtes Ereignis. Irgendwo zwischen zwanzig und dreißig Leuten wuselten im Gebäude herum, man kam im Chat manchmal kaum mehr mit. Ich kannte maximal die Hälfte der Anwesenden. Ich habe mich sehr amüsiert, wenn ich auch zugegebenermaßen ziemlich an Illjanas Rockzipfel hing – erstens weil ich mit Khalb eh sonst wenig machen konnte und zweitens weil ich ja bekanntermaßen ab einem Fremdpersonenanteil von etwa 25% kritisch fremdle. Danke an Csan, die das alles so perfekt organisiert hat (ich habe den Verdacht, sie mag solche Gesellschaftsabende).

Eigentlich sollte Khalb ja noch auf Nar Shaddaa sein – aber für das einmalige Ereignis haben wir das kurzerhand in eine Zeitblase verfrachtet. Spaß vor Korrektheit.

In Sachen PvE bin ich jetzt mit dem alten Lord auf 55. Den Archon habe ich aber trotz Buff nicht geschafft. Ich habe den verdacht, diesen Kampf einfach grundlegend nicht zu verstehen. Irgendetwas mache ich völlig falsch und ich komme nicht darauf, was es ist. Ich werde mir da in naher Zukunft professionellen Rat holen. Bis dahin levle ich den kleinen Jedi-Ghurab. Und drehe mich wie irre im Kreis um genug Ausrüstung zu bekommen. Bei dem gebufften Leveltempo ist man ständig spitz auf Knopf genäht und lernt wirklich, seine Klasse auch mal völlig undergeared zu spielen (ich kann mich nicht erinnern, beim Leveln jemals die volle Cooldown-Klaviatur gebraucht zu haben! Jetzt ständig). Hat ja auch sein Gutes. Es wird nie langweilig!

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