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Eine Heimkehr und Verpflichtungen

17. Oktober 2014

Als Illustration wieder ein Weltraumbild aus der Reihe „Spaß mit weißen Sprenkeln“. Ich recycle Hintergründe. Passt aber dazu.

Der Lord kam an.

Er sah sich um.

Makellos, alles an seinem Platz. (Selbstverständlich. Entweder man hatte perfekte Diener oder gar keine)

Es war bestimmt zwei Monate her, seit er das letzte Mal in sein Arbeitszimmer getreten war. Er strich mit den Fingern über den durchsichtigen Deckel eines in Lösung vor sich hinwachsenden Kristalls. Alles wie er es verlassen hatte. Bald würden noch ein, zwei Exponate dazukommen, doch brauchten die noch ein wenig Sonderbehandlung, bevor man sie gefahrlos mit anderen … Dingen im gleichen Raum aufbewahren und erforschen konnte.

Der alte Lord hätte es nicht einmal vor sich selbst zugegeben – aber in dieser Beziehung glich er seinem flatterhaften, selbstverliebten jüngeren Bruder. Er sammelte. Hortete. Forschte. Optimierte und veränderte. Wie fast jeder in der Familie. Sie spielten selten Politik; die Karaz` verfolgten andere Ziele.

Seine letzte Reise hatte ihn auf einen Planeten im mittleren Rand geführt. Ein System so weit von den Hyperraumrouten entfernt, dass es nach Verlassen der Rimma Handelsroute bei Sullust noch etliche Tage im Normalraum gedauert hatte, es überhaupt zu erreichen. Aber es hatte sich gelohnt. Die Wachstumsrate der Kristalle war phänomenal. Er würde so bald als möglich – …

Halt, zuerst alles, was in seiner Abwesenheit liegen geblieben war.

Er legte den Mantel ab und ließ sich schwer auf den mit teurem Leder bezogenen Schreibtischstuhl sinken. Ein Holocron glitzerte ihn an und er strich kurz zärtlich über eine der Kanten der kleinen Pyramide, immer bedacht, es nicht in seinen Geist zu lassen. Ein bewachtes Erbstück. Die Schutzmechanismen waren selbst für ihn nur nach einer vorbereitenden Meditation zu überwinden.

Ein Griff nach dem Datapad. Fast hundert Nachrichten. Ungeduldig tippte er sich durch familiäre Korrespondenz, Einladungen zu allem Möglichen, schleimige Angebote und sinnlose Betteleien. Eine Nachricht von Ginyu – sollte der nicht noch auf Forschungsreise in möglichst gottverlassene Gegenden der Galaxis sein ..? Ein Impuls, die Botschaft zu löschen aber dann, aus einer Laune heraus, doch ein Blick …

Der Lord zog die Brauenwülste zusammen. Seine gelben Augen wurden schmal. Mit wem hatte sich Ginyu eingelassen? Darth Aroval … Eine kurze Recherche ergab nichts, was eine sonderliche Schnittmenge vermuten lassen würde. Also blieben als Bindeglieder nur Borraa oder Ghurab. Letzteres schien dem Lord eher unwahrscheinlich. Sein jüngster Sohn war für den Darth maximal ein besserer Türsteher (Stachel im Fleisch des Lords). Also Borraa.

Der Lord lehnte sich zurück, starrte ins Leere, trommelte mit den Fingern einen Rhythmus auf die Tischplatte. Dann griff er wieder nach dem Datapad und suchte die Kontaktdaten des Darth heraus.

Darth Aroval!
Aufgrund einer längeren Abwesenheit aus den zivilisierteren Gegenden der Galaxis erreichte mich Eure Nachricht, die Ihr meinem Bruder mitgabt, erst jetzt. Ich werde die kommenden Tage in Kaas City verbringen und stehe für ein Treffen zur Verfügung.
Ruhm dem Imperium,
Rednelak Karaz

Er schnippte mit den Fingern und ein Sklave mit einem Tablett erschien. Darauf ein Dekanter, der Wein hatte schon seit der Ankunft des Lords Zeit gehabt zu atmen. Wie gesagt … perfekte Diener oder keine. Der Lord ließ sich ein Glas einschenken. Betrachtete die tiefgoldene Farbe des Weins. Drehte das Glas in den Fingern und schloss die Augen. Nahm die Aromen in sich auf und ließ die Gedanken wandern. Dieses Treffen warf bedrohliche Ahnungen voraus. Es barg Möglichkeiten. Aber nur, wenn man mit äußerster Wachsamkeit vorging. Er würde vorher mit Borraa sprechen, falls er sie erreichen konnte.

Ein Schluck Wein.

Perfektion.

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OOC: Aroval hat die Nachricht schon vor längerer Zeit über Ginyu an den alten Lord geschickt. Bisher habe ich mich aber noch nicht getraut, darauf einzusteigen, da ich nicht sicher war, ob ich mit dem (wahrscheinlich) politischen RP klar kommen würde. Jetzt denke ich mir, dass ich es zumindest versuchen möchte. Möglicherweise ist der Plot zwar jetzt schon so weit fortgeschritten, dass der Lord sowieso überflüssig ist – aber man weiß ja nie!

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