Alter Groll herumgetragen

20. Oktober 2014

Khalb wanderte durch die metalldunklen Flure der Jaguada-Kaserne zurück zur Unterkunft. Garrm wäre vermutlich noch unterwegs. Heimwege konnten bei dem Zabrak recht unterschiedlich lange dauern – je nachdem, wem er begegnete.

Aber es war vielleicht ganz gut, noch ein bisschen allein zu sein, bevor sein ori’vod, gut gelaunt wie fast immer, durch die Tür gebrochen käme.

Schlechte Laune. Sehr schlechte Laune. Einerseits weil seine buir nur so kurz dagewesen war und nun sogar diesen einen Tag Urlaub nicht mit ihrer Familie sondern mit einer Dienstbesprechung beenden musste (Khalb war ziemlich sicher, dass das wieder Ärger geben würde) und zweitens weil es immer schwerer wurde, mit der alten Wundstelle in seinem Herzen umzugehen. Das Thema kam immer wieder auf, immer wieder führte es zu Stress und Streit. Es war, als würde ihn immer öfter jede noch so diffuse Kleinigkeit daran erinnern.

Er hatte nichts gegen die imperialen Soldaten. Er hatte an ihrer Seite gekämpft und verließ sich im Gefecht so auf sie, wie sie sich auch auf ihn verlassen konnten. Soldaten. Einzeln. Oder zumindest nicht als Gruppe wahrgenommen. Denn sobald sie als Masse, als „Imperiale“, auftraten, wurde es schwer. Und besonders bei Offizieren. Sergeant Morrisen ging noch. Die schien Khalb manchmal in ihrer eigenen Vergangenheit gegen Dämonen zu kämpfen. Das brachte sie ihm nahe. Aber der Rest war … Imperiale.

Vielleicht war es ungerecht, alle in einen Topf zu werfen. Aber wenn man in letzter Zeit immer öfter nachts schweißgebadet aufwachte, weil man wieder davon geträumt hatte, wie einem ein Trupp gesichtsloser Soldaten durch den Wald folgte … dann war es schwer, in allen Kameraden zu sehen. Zu nahe stand das Bild der brennenden Siedlung. Und zu scharf noch der ölige Geruch der Mine in der Nase. Sklave aus dem einfachen Grund, weil man da war.

Er machte sich keine Illusionen über das Schicksal der anderen Leute, die in der Mine zurückgeblieben waren. Unwahrscheinlich, dass sie noch lebten. Und er war hier und nahm das Geld der Leute, die dafür verantwortlich waren (nicht direkt … aber Imperiale waren in gewisser Weise immer ein Kollektiv). Natürlich war jeder für sich selbst verantwortlich und wer kämpfen konnte, würde es auch schaffen … aber die anderen Kinder … besser nicht in den Kopf lassen, er schlief in den letzten Wochen schon schlecht genug.

Es hatte schon einmal Streit mit buir darüber gegeben, dass Khalb die Entscheidung des mandalor für falsch hielt, an der Seite des Imperiums zu kämpfen. Die Republik hasste die Mandalorianer (hatte buir gesagt). Die waren auch keine Option. Aber – musste man sich dann mit dem Imperium einlassen?

Er hatte für sich selbst das maximale aber erträglichste Übel gewählt: Den Lord. Der versuchte gar nicht erst, seine mando’ade zu Imperialen zu erklären. Für ihn waren sie auf eine erfrischend ehrliche Art nur Werkzeug. Waffen, Bluthunde, Ausführer. Er sah auf sie herab und machte aus diesem Gefälle kein hehl. Andererseits schien er auch keinerlei Absicht zu haben, sie zu assimilieren. Er wusste, dass das sinnlos war, nahm sie, wie sie waren und verlangte nur Ergebnisse. Er war ein Krieger. Er verstand.

Buir hatte ihm heute abend befohlen, sich nicht abzusondern. Weil das im Gefecht tödlich werden konnte. Sie hatte recht. Aber wie sollte er vergessen, was er erlebt hatte, wenn es immer wieder aufbrach?

Mit wem konnte er über so etwas reden? Garrm war als mando’ad geboren, der kannte nur Freiheit. Buir hatte klar gemacht, dass sie nicht erlauben würde, dass er sich daran abarbeitete. Illjana? Ja, Illjana. Sie wusste, was es bedeutete, wenn einem die Imperialen alles wegnahmen, was man war.

Er wollte buirs Befehl befolgen. Bis er erwachsen war und eigene Wege gehen konnte, fiel alles, was er tat, auf sie zurück. Und da es ihr Wunsch war, im imperialen Militär angestellt zu sein, würde er irgendwie versuchen müssen, seine Erinnerungen auszubrennen.

Wäre vermutlich sowieso das Beste …

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Eindeutig Ghurab. Und eindeutig auf der Republikflotte. Jawoll, mein Jedi-Ghurab ist jetzt 55, fast genau richtig angezogen und ich kann mich auf kindliche Weise über solche Bilder amüsieren.

Es ist nicht nur tragisches für Khalb im RP passiert. Er hatte auch einen albernen Abend mit Garrm, zu dem dann noch Lorsa und (sehr kurzfristig und dann vermutlich auch sauer auf Khalb) Lienas dazustießen. Garrm versuchte Lorsa anzusingen (Gildenchat: Lorsa ist eine MILF), prallte vollständig an ihr ab und es gab Whiskey. Khalb hat festgestellt, dass er bisher nicht versteht, was an Alkohol so großartig sein soll – pauschales Urteil derzeit: Schmeckt Scheiße.

Ich habe die ersten drei Episoden von „Rebels“ angesehen und war positiv überrascht. Okay, das Design ist nicht hundertprozentig meins (vor allem Space-Mowgli als Held finde ich sowohl vom Äußeren als auch vom Verhalten her eher überflüssig) und die Quoten-Mando (ja, da gibt´s halt eine Menge Fans von, including yours truly) hat erstens einen Namen wie aus einer 70-Jahre-Grundschule im Sauerland und benimmt sich zweitens auch etwas schräg … aber der Jedi und die Twi`lek sind cool und das ganze hat (alle mitlesenden Browncoats dürfen jetzt aufschreien und mich enterben) ein nettes, subtiles Firefly-Vibe. Ich bin jedenfalls auf die nächsten Folgen gespannt und hoffe, dass Rebels so gut wird, wie Clone Wars aufgehört hat (Aroval meint, Mark Hamil hätte Darth Bane gesprochen. Muss ich glatt nochmal die sechste Staffel anschauen!).

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