Fratzengulasch á la Mando

28. Oktober 2014

Es gab zwei Möglichkeiten – entweder hatte Garrm recht und dann hätte er wohl so etwas wie das goldene Los gezogen (und das nur dank seines … animalischen Charmes?) oder Khalb selbst hatte recht. Dann war da noch irgendwo ein monströser Pferdefuß verborgen und er würde vermutlich mit Hilfe des grandiosen Geschenks einen grausamen, absolut entstellenden Unfall erleiden.

Fall eins erforderte wohl keinerlei Arbeit seinerseits. Aber wäre Illjana wirklich wegen des völlig (gar nicht) unbeabsichtigten Zwischenfalls beim Fest der Imperialen so richtig sauer, dann wäre es besser, erst einmal vorsichtig zu sein und sich eventuell ein versöhnendes Geschenk (was mochten Piratinnen? Er könnte ihr Gewehr bemalen …) auszudenken.

Der Gedanke, Garrm könnte recht haben war aber zu schön. Und es war auch bisher noch nicht allzu viel passiert, was sich als gut aufgestellte Falle hätte bewerten lassen. Khalb war nur zweimal auf den Hintern gefallen – aber das war ja nun nicht wirklich schlimm.

Begonnen hatte der Abend damit, dass Garrm ein sorgfältig verpacktes Geschenk angeschleppt hatte. Dem Aufkleber nach für Khalb. Von Illjana. Einfach so. Garrm war vor Neid fast vergangen und hatte sehr deutlich darauf gedrängt, dass das Teil sofort und unverzüglich geöffnet und der Inhalt eingehend inspiziert würde. Khalb war sich da nicht ganz so sicher. Kleinere Gewissensbisse wegen des Abends auf dem Ball zuckten ihm übers Gemüt und so suchte er sich lieber Garrms mit Heldenmut (und Mundgeruch) stoisch zur Schau getragene dicke Backe als Ablenkung. Garrm erzählte, dass er Zahnschmerzen hätte und der Militärarzt ihn – statt in den Mund des Zabrak zu schauen – dazu aufgefordert hatte, die Rüstung abzulegen. Seltsame Sache. Wozu mussten sich Zahnpatienten nackig machen? Garrm war es jedenfalls sehr unangenehm, dass ein aruetii seine Jito (oder so ähnlich, Khalb konnte mit dem Begriff nichts anfangen, gemeint waren wohl Garrms Tätowierungen) gesehen hatte.

Khalb, ganz im festen Glauben an seine breit gefächerten Erste-Hilfe-Kenntnisse, wollte Garrm von den Zahnschmerzen befreien, konnte seinen ori’vod aber nicht dazu bringen, sich entweder den Zahn ausschlagen zu lassen oder wahlweise einen Eimer Schmerzstims direkt ins Zahnfleisch anzunehmen. Undank und Unverständnis!

Also öffneten die beiden eben doch das Paket und es enthielt das strahlendste aller wunderbaren Geschenke: Ein Hoverboard! Mit Garrms Neid hätte man eine Harrower einmal durch die Galaxis fliegen können. Aber da die beiden sich grundsätzlich alles gönnten, wurde einvernehmlich abwechselnd das neue Spielzeug ausprobiert und sein möglicher militärischer Nutzen diskutiert. Ob so ein Ding einem sen’tra wirklich überlegen war konnte nicht abschließend geklärt werden. Und auch Khalbs enthusiastisches „Brems mit dem Gesicht, dann wirst du den Zahn los!“ als Garrm einmal unfreiwillig vom Board abstieg wurde nicht zügig genug umgesetzt um Wirkung zu zeigen.

Natürlich war es kein Zustand, dass es nur ein Board für beide gab. Zum Glück hatte Khalb noch alles und Garrm zumindest einen Teil seiner Prämie vom „Ausflug“ auf den Dschungelmond. Zusammengelegt sollte sich so ein zweites Hoverboard bestimmt finanzieren lassen.

Obwohl Khalb natürlich immer noch nicht sicher war, ob Illjanas Geschenk nicht doch eine langfristig angelegte Racheaktion war. Man konnte nie wissen … denn was Frauen anging, hatte der junge mando’ad weder großartige Erfahrung noch irgendwelche Vergleichsmöglichkeiten. Und seit jenem Abend hatte er die Ex-Piratin auch nicht mehr gesprochen.

Es war wohl Zeit, das nachzuholen. Die Ungewissheit war sonst gar zu quälend. Und natürlich galt es herauszufinden, wer denn nun recht hatte. Garrms Vorstellung der Umstände hatte jedenfalls etwas verdammt verlockendes …

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