Silence in the library

28. Oktober 2014

Versteckspiele waren noch nie wirklich meins. Ich tue mich schwer damit, mich zu verstellen und unauffällig war ich in meinem ganzen Leben noch nicht. Dennoch bin ich der schlichten, kurzen Comnachricht gefolgt und habe mich mit einer weiten Robe und tief in die Stirn gezogener Kapuze unkenntlich gemacht.

Ich bin in die Bibliothek der Universität von Alderaan und habe in einem bestimmten Lesesaal nach einem bestimmten Band der Geschichte der Adelshäuser gefragt. Ein im Vergleich zur Akademie auf Korriban so unbeschwert-fröhliches Lehrinstitut. Die Athmosphäre gelassener Gelehrsamkeit und friedlicher Forschung hat mich verwundert und mit Gereiztheit erfüllt. Wie kann ohne ständigen Konflikt Wissen, Macht und Einsicht in die Natur der Dinge entstehen? Aber das ist nicht mein Problem. Ich war nicht dort, um zu lernen.

Und dann habe ich sie getroffen. Habe ihr Auge in Auge gegenüber gestanden. Augen .. ihre Augen sind grau. Wären Meister Concabilles Augen das auch? Diese Farbe von wütendem Eis … statt der schwarzen Gläser mit den roten Funken tief dahinter.

Sie hat soviel Neugier auf ihre Mutter in sich. Ich kann sie verstehen, werde aber nichts sagen. Meister Concabilles Geschichte gehört nur ihr, es ist nicht mein Recht, sie zu erzählen. Zu viele haben schon zu viel über sie ausgeplaudert. Ich habe Shanora statt dessen die Gegenwart angeboten. Wie ich ihre Mutter sehe. Und die Option, selbst mit ihr zu reden, sobald wir sie befreit haben.

Ich glaube, dieses Treffen war überraschend für beide Seiten. Ich habe mich dabei erwischt, dass sie mir bekannter vorkommt, als sie es dürfte. Nicht körperlich; sie sieht völlig anders aus als mein Meister. Es sind Bewegungen. Das Ausholen mit einer ungeduldigen Geste, ein Wegdrehen, ein Heben der Schulter, die mir so vetraut sind wie die Rückseite meiner Hand. Und sie hat wohl ein irres Monster erwartet, das ihre Mutter mit irgendwelchen Tricks zur dunklen Seite verführt hat und konnte kaum glauben, dass ich zu kultivierter Konversation im Stande war.

Wir sind einer Meinung, dass ein Frontalangriff auf Darth Aroval – selbst wenn wir wüssten, wo er sich aufhält – blanker Selbstmord wäre. Also haben wir uns einen Köder ausgedacht, um ihn aus seinem Bau zu locken und Meister Concabille unbewacht zu lassen. Nun, sicher nicht wirklich unbewacht. Aber ich bin mir meiner Fertigkeiten spätestens seit der Bladeborn-Prüfung sicher genug, dass ich glaube, dass ich mit allen Wachen fertig werden kann, die er zurücklassen könnte. Und wenn nicht ich allein, so habe ich vermutlich Xzari an meiner Seite.

Jetzt müssen wir den Plan ins Werk setzen. Ich habe Sheysa über Shanoras Ideen informierrt und sie gebeten, ihre speziellen Kontakte zu nutzen. Denn uns fehlen noch so viele Informationen, um alles glaubwürdig zu inszenieren. Ich bin nicht gut darin, Dinge zu planen oder zu koordinieren. Ich bin Einzelkämpfer, maximal daran gewöhnt in einem kleinen Team vorzugehen. Aber für sie arbeite ich sogar mit Jedi zusammen (mit etwas Glück kann ich ihnen später auf dem Schlachtfeld das Lebenslicht ausblasen).

Für sie gehe ich diesen Berg an, der höher als alles ist, was ich bisher überwinden musste. Aber es geht darum, den Kodex zu erfüllen. Aus der eigenen Kraft Freiheit zu schaffen.

Und dann hält uns nichts mehr auf. Keine Ketten mehr. Keine Fäden an Marionetten.

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