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Der Feind meines Feindes ist auch ein Sith

4. November 2014

Entweder er ist ein Köder, der genau auf mich zugeschnitten wurde (und Borraa kennt mich gut genug, um so etwas meisterhaft und unwiderstehlich ins Werk setzen zu können) oder er ist genau die Art von Hilfe, die ich brauche. Beides ist gefährlich. Ist er ein lächelnd maskierter Feind muss ich ihn so schnell es geht enttarnen, damit er nicht jede Chance auf Rettung für Meister Concabille vereitelt. Ist er aber ein … Freund (ein absurdes Wort unter Sith. Ich nenne es besser „Verbündeter“), so muss ich nicht weniger vorsichtig sein. Denn ich darf nicht anfangen, mich an Leute zu binden, die wir auf dem Weg in die Freiheit nur zurücklassen müssten.

Aber von Beginn … ich muss meine Gedanken sortieren.

Es ist nur wenigen bekannt, dass ich mich auf Alderaan befinde, weshalb ich auch überrascht war, als einer der Hausdiener einen Besucher für mich hereinführte. Noch dazu einen Sith. Einen Miraluka-Sith. Hm. Ungewöhnlichkeiten.

Ich bin es gewohnt, jemandem nicht in die Augen sehen zu können, wenn ich mit ihm spreche, weshalb mich das nicht weiter belastet hat. Trotzdem eine Erinnerung wie ein Dorn in der Hand: Dunkle Gläser, dahinter ein roter Funke … nein, sie ist nicht da. Und bei ihm sind es keine Gläser, ist da kein Funke.

Er war direkt. Sprach mich zwar mit Borraas gewähltem Namen an (das könnte bedeuten, dass er nicht von ihr geschickt wurde, da ihm dieser Lapsus dann sicherlich nicht passiert wäre) aber kam dann recht direkt zur Sache. Ich mag den direkten Weg. Ist das wieder ein Zeichen, dass er als Verbündeter zu gut ist, um wahr zu sein?

Er sprach davon, dass er mit Borraa ein Problem hätte (wer nicht, meinen Vater einmal ausgenommen!) und dass er ein anderes Verständnis der Macht suchen würde, das er in ihrer Umgebung nicht würde studieren können. Seine Philosophie ist nicht meine. Er nimmt Grautöne wahr, die es meiner Überzeugung nach nicht gibt. Für mich entsteht die Energie aus dem Konflikt. Daraus, herauszufinden, was stärker ist – das Licht oder die Dunkelheit. Welche Seite man wählt, entscheidet den Fokus. Und stetiger Kampf schärft das tiefere Verständnis. Flammen zu schlagen aus schwarz und weiß und den Gegner überwinden, um zu siegen und frei zu sein. Jedes Leben, jeder Tod zeigt mir das.

Doch ich habe kein Problem damit, ihm seine Philosophie zu lassen. Ich muss nicht daran glauben oder sie gut heißen. Ihm zuhören konnte ich auf jeden Fall.

Und er kam schnell zum eigentlichen Kern. Er sagte offen, dass ihm bekannt sei, dass man mir, wie er es ausdrückte „Frau und Kind“ genommen hätte (nein, hat man nicht. Darth Aroval hält meinen Meister gefangen, die nur zufällig den Parasiten in sich trägt) und dass er Meister Concabille nicht nur unter ihrem alten Namen kennt, sondern auch dafür verantwortlich war, sie von den Jedi zurückzuholen. Das macht ihn wiederum verdächtig. Denn es bringt ihn nahe an Darth Arovals ewiges Formen und Einmischen im Leben meines Meisters. Aber andererseits … er sagte es frei heraus. Ach, verdammt! Intrigen sind mir so fremd, ich kann sie nicht wahrnehmen. Sind sie da oder nicht? Es ist als liefe man mit dem Gesicht in Spinnweben.

Er bot an, zu helfen (was für ein Wort … helfen .. er benutze es wenn ich mich recht erinnere noch nicht einmal … verfluchtes Tanzen mit Worten), wenn es ihm im Gegenzug (es gibt nichts umsonst) gestattet sei, die Entwicklung des Parasiten zu beobachten, den er als perfektes Beispiel für seine Theorien ansieht – warum auch immer. Ich treffe keine Entscheidungen für den Parasiten. Meister Concabille und ich sind uns einig, dass der Parasit das haben wird, was wir ohne Kampf und Blut nie bekommen konnten: Die Wahl und die Freiheit.

Aber dieser Miraluka klingt nicht, als wollte er etwas aufzwingen. Schon wieder zu gut, um kein Köder zu sein?

Ich sagte ihm recht unverblümt, was ihn erwarten würde, sollte er sich auf unsere Seite schlagen. Dass er ein Leben wählen würde, das auf der schwarzen Liste eines der mächtigsten Männer des Imperiums stattfinden würde. Natürlich verklausulierte ich – aber nicht viel. Denn ich kann mir kaum vorstellen, dass Darth Aroval oder seine Verbündeten noch die Illusion pflegen, ich sei in ihren Diensten.

Interessanterweise glaubt Sheysa immer noch, dass sie in Opposition zu ihrem Meister gehen und trotzdem Macht und Einfluss weiter von seinem Protektorat ableiten kann. Es geht nicht, den Kuchen zu essen und ihn trotzdem zu behalten. Sie wird es auf die harte Tour lernen. Oder ihr Netz aus Diplomatie ist kräftiger gewoben als ich dachte.

Mir ist es egal, ob ich den Rest meines Lebens damit verbringe, gegen Darth Aroval und seine Schergen zu kämpfen. Freiheit ist nicht von Besitz abhängig und Kampf ist mein gewähltes Schicksal. Auch Meister Concabille geht diesen Weg, das hat sie oft genug betont. Aber für potentielle Verbündete treffe ich keine Entscheidungen. Ich kann nur unverblümt die Wahrheit sagen. Und dann kann jeder selbst in sich gehen, ob er dieses Risiko mittragen möchte.

Der Miraluka ist sich noch nicht sicher. Er will mit mir kämpfen, um sein Urteil zu fällen. Auch das ist schon wieder viel zu nahe an der Art, wie ich denke. Er kann nicht echt sein. Aber wenn doch … ein Sith mehr, um sich gegen den Alten zu stellen. Ein Schwert mehr für die Freiheit meines Meisters.

Ich werde mit ihm kämpfen. Und dann sehen wir, ob es nur eine Maske war.

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