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Ähnlichkeiten, Unterschiede, Blitze

5. November 2014

OOC-Vorbemerkung: Dieser Text enthält größere Spoiler. Vielleicht. Falle-Falle?

Ich drehe mich um und sehe aus dem breiten Fenster des Trainingsraumes hinaus in den Garten, ohne etwas wahrzunehmen. Ich höre seine Schritte, die höflichen Abschiedsworte des Hausdieners, dann schließt sich eine Tür.
Langsam macht sich der Schmerz in meinen Händen breit. Die Blitze haben mich von den Fingerspitzen bis unter die Armschienen verbrannt. Nicht sehr, er hat sich zurückgehalten. Mehr ein sehr ausgeprägter Sonnenbrand als wirkliche Wunden. Bis jetzt habe ich nicht zugelassen, etwas zu fühlen, da ich mich auf andere Dinge konzentrieren musste. Jetzt öffne ich mich und der Schmerz strömt wie Wasser meine Finger hinauf. Ich sollte zum Medidroiden.

Aber erst einmal … Ich breite die Arme aus. Schließe die Augen. Lasse mich vom Rausch des Zorns tragen, der sich während des Kampfes in mir wie eine Woge aufgebaut hat. Aaaahhh … Ich habe es vermisst. Seit mein Meister in Gefangenschaft ist, konnte ich nur trainieren, nicht kämpfen. Dieser Kampf heute fühlte sich an, als sei ein Damm in mir gebrochen.

Und ich habe einen Verbündeten bekommen. Vermutlich. So weit es eben geht.

Sha´re wollte kämpfen. Um zu sehen, ob er sich richtig entschieden hat. Also kämpften wir.

Ich bin es nicht gewohnt, mit jemandem einen Trainingskampf zu fechten, der sich nicht hundertprozentig auf sein Schwert verlässt. Meister Concabille und ich benutzen in unseren Spielkämpfen die Macht nur, um unseren Hieben mehr Gewalt und unseren Sprüngen mehr Weite zu geben. Manchmal vielleicht noch ein geworfener Gegenstand oder ein Machtschub, um den Gegner zu Fall zu bringen, doch ist das eher die Ausnahme. Wir schwelgen im Tanz der Klingen. Kunst für unsere Sinne.

Im Einsatz sieht es anders aus. Dort geht Brutalität und Effizienz vor Ästhetik. Kein Jedi würdigt eine perfekte Form und das Licht von roten Sonnen auf einer Klinge, wenn man ihm nicht gleichzeitig die Kniescheibe bricht und ihm den Adamsapfel in die Wirbelsäule drückt.

Aber ansonsten … reine Schönheit.

Diesmal jedoch nicht. Sha´re ist deutlich kleiner und schmaler als ich. Ich habe schnell lernen müssen, dass er nicht nur die erweiterte Wahrnehmung seiner Rasse zu seinem Vorteil zu nutzen versteht, sondern auch keine Skrupel kennt, Tricks einzusetzen, um gegen einen körperlich überlegenen Gegner zu siegen. Er beherrscht die Machttechnik, Blitze zu werfen, was mich ziemlich überraschte und zwang, meine Taktik anzupassen und meine Verteidigung flexibler anzulegen. Außerdem nutzt er ein doppelklingiges Lichtschwert, dessen zweite Klinge er nach Bedarf hervorschnellen lässt – ebenfalls ein Faktor, der den Kampf verdammt interessant gemacht hat und mich letztendlich den Sieg kostete.

Ich ärgere mich nicht besonders über den verlorenen Kampf. Ich konnte ihn beobachten und werde das nächste Mal wissen, was mich erwartet. Ich lerne, ich passe mich an. Und dann schlage ich zu.

Was aber deutlich wichtiger ist: Ich habe einen Verbündeten gewonnen. Ob er es ernst meint? Ich kann mich nur auf meinen Instinkt verlassen, denn Worte sind ein Netz, in dem man sich allzu schnell verfangen kann und denen man nicht trauen darf. Und mein Instinkt sagt mir, dass dieser Miraluka mir die Wahrheit serviert hat. Vor allem weil er zugegeben hat, dass ihn Borraa eigentlich auf mich angesetzt hat, um meine Bemühungen zu sabotieren, Meister Concabille zu befreien. Er sollte mein Vertrauen gewinnen, um mir dann in den Rücken zu fallen. Doch er hat sich anders entschieden. Er sieht für sich mehr Gewinn darin, neben der Invicta und mir zu kämpfen, als sich von Darth Aroval und Borraa zum Diener machen zu lassen. Das erscheint mir nahe genug am Eigennutzgedanken eines jeden Sith, um plausibel zu klingen. Einer Philosophie folgen und nicht davon abrücken, statt dem konventionellen Macht- und Einflussgedanken hinterherzuhecheln, ist etwas, das ich nachvollziehen kann.

Er sagte mir, dass seine Auffassung von Freiheit meiner sehr ähneln würde. Kein Meister außer dem, den man sich wählt. Keine Ketten. Die Macht befreit uns.

Ich werde ihn Sheysa und Xzari vorstellen. Ein weiterer Aktivposten für unseren Plan. Ob ich Shanora ebenfalls noch einen Sith vor die Nase setzen sollte, weiß ich noch nicht. Sie scheint schon mit Sheysa und mir ziemlich hart an ihrer Toleranzgrenze. Andererseits ist er kein Reinblut und ihre Abneigung mir gegenüber schien sich hauptsächlich auf meine Hautfarbe zu gründen. Ich denke noch ein wenig darüber nach.

Ich betrachte meine verbrannten Hände. Drehe sie hin und her. Lache in mich hinein, denn ich finde es amüsant, dass Sha´re mir ein recht eindeutiges Angebot gemacht hat. Nicht, dass es mich stören würde; in dieser Hinsicht bin ich von wenig zu überraschen und Entspannung kommt in vielen Formen. Aber meine Gedanken sind bei meinem Meister. Wir kommen Euch holen, Invicta. Ich komme Euch holen. Nichts kann mich aufhalten.

Oder ist schon wieder alles zu gut, um wahr zu sein? Ach Meister … ich brauche Euren Rat und Eure Erfahrung. Und habe doch nichts als vage Ahnungen. Der Wille zum Sieg ist in mir, brennt heiß und verzehrt mich. Allein der Weg ist in Nebel gehüllt.

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