Splitter

10. November 2014

OOC-Vorbemerkung: Ich hatte drei Mal RP, drei Fragmente sind entstanden. Überall ist alles in der Schwebe. Ich habe überlegt, ob ich erst warten soll, bis mehr passiert ist – aber dann dachte ich mir: Was soll`s! Ich schreibe auch Kleinteile auf! Den Anfang macht der kleine mando`ad, dann ist der alte Lord dran und zum Schluss kommt Ghurab zu Wort.

Khalb
Endlich wieder … zu hause? Nein, das war kein Zuhause. Aber was war es dann? Khalb zog die buy`ce ab und legte den Kopf in den Nacken. Ließ den ewigen Regen seine Nase kitzeln. Hoch über ihm, hoch über den monströse Zuversicht in den Himmel malenden Scheinwerfern der Stadt zuckten Blitze in der Atmosphäre. Die riesigen Banner an den imperialen Protzbauten hingen schlaff und nass-rot an den Fassaden. Zu hause? So etwas hatte er nicht. Aber Kaas City war der erste Ort, an dem er sich wohl gefühlt hatte. Hier hatte buir ihm und seiner Schwester die ersten Unterrichtsstunden gegeben. Hier hatte er seine Trainingsstrecken. Hier im Dschungel hatte er seine erste Jagdbeute getötet und mit den Soldaten des Regiments Übungen durchgeführt. Hier hatte er sich mit den Kriegern des Regiments angefreundet, die ihm jetzt so fremd geworden waren. Erinnerungen an das Klettern auf den riesigen Dschungelbaum mit Beskell-dem-Verrückten drängten sich vor ihn. Oder das Laufen mit Lieutenant Thun. Oder Illjanas Präzision mit dem Gewehr. Oder die wilde Entschlossenheit mit der Talila die Dschungelkatze angegriffen hatte. Oder das vorsichtige Beobachten der Wege der dar’jetiise. Oder die Schießübungen mitsamt dem heimlichen Scharfmachen der Trainigswaffen. Oder die Abende in der kleinen  Cantina an denen ihm Illjana zeigte, wie man Muskelaufbaudrinks herstellte … und die entspannte Art, wie man dort mit den Imperialen reden konnte, ohne dass sie versuchten, einen zu einem der ihren zu machen. Damals war das anders. So viele „oders“. Irgendwie war das alles noch gar nicht so lange her und doch Jahrhunderte weit weg. Jetzt saß er auf einem langweiligen Planeten fest, eine Galaxis, tausend Galaxien vom Krieg entfernt. Und alles, was noch vor einem halben Jahr bunt und aufregend gewesen war, hatte eine merkwürdig fahle Patina angenommen.

Aber immerhin hatte er Garrm. Sein ori’vod half ihm darüber hinweg, dass die Welt immer dunkler wurde. Und jetzt hatten sie etwas zu tun. Hatten herauszufinden, was wirklich hinter der Entführung von Sergeant Morrison steckte. Es musste irgendetwas Großes sein, das stand mal fest! Und sie würden das restlos aufdecken. Immerhin sprang dafür ein … Urlaub auf Dromund Kaas heraus. Und schon das allein war nicht zu verachten. Detektivarbeit im großen Stil. Sie würden herausfinden, was geschehen war! Vielleicht war die nähere Zukunft gar nicht so grau wie die Wolken über der Stadt!

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Lord Rednelak
Der Lord ließ sich auf seinen Schreibtischsessel fallen. Legte die Hände unter dem Kinn zusammen und gestattete seinen gelben Augen, ins Leere zu sinken und den Fokus nach Innen zu richten. Darth Aroval war vor einer halben Stunde gegangen und nichts war klarer. Dieses große Projekt, das der Darth plante und für das er um Unterstützung warb … es schien so greifbar wie Nebel und doch unglaublich verlockend. Das Leben neu gestalten. Das, was die Familie Karaz seit Jahrhunderten langsam und stetig versuchte, in kürzester Zeit zu erreichen. Völlige Reinheit, Rückkehr zu den Wurzeln. Borraa stand fest an der Seite von Aroval, wie es schien. Aber Lord Rednelak hatte schon seit ein paar Wochen nicht mehr mit seiner ältesten Tochter gesprochen. Sie ging ihren Weg und ihr Vater beobachtete sie wohlwollend aus der Ferne. Doch jetzt gab es Gründe für eine direkte Kontaktaufnahme.

Natürlich das Angebot von Darth Aroval. Das, was man wirklich wollte, serviert auf einem silbernen Tablett und garniert mit einem Platz bei einer völligen Neuordnung. Es klang verrückt. Und es klang viel zu groß. Man musste recherchieren. Ein paar Gefallen einfordern und an Schnüren zupfen. Denn bevor Rednelak seine Familie samt ihrer nicht unbeträchtlichen monetären und geistigen Ressourcen in den Dienst einer Sache jenseits des ewigen Ziels des Familienclans stellte, musste Konkreteres auf den Tisch als Darth Arovals enthusiastische Worte.

Und dann noch der andere Grund für einen Besuch bei Borraa. Der … andere Grund.

Lord Rednelak ballte eine Faust. Die Narben auf seinem Handrücken traten hell hervor. Der andere Grund. Es war sicherlich Zorn in ihm. Aber mehr Resignation. Eigentlich hatte der Lord geglaubt, sein jüngster Sohn hätte alle Möglichkeiten. Er war genetisch perfekt. Das Beste, was mit dem derzeitigen Blutgrad machbar war. Und doch entzog er sich. Er musste irgendwo einen Defekt verborgen haben, anders ließ sich dieser stetige Drang zur Zerstörung all dessen, was die Familie ausmachte, nicht erklären.

Und jetzt als Höhepunkt der Rebellion das. Ein Kind mit nur einer Hälfte reinen Blutes! Schlimmer wäre nur noch ein Kind mit einem Alien-Tierwesen. Aber das hier … Der Lord schüttelte den Kopf, trommelte gereizt mit den Fingern auf dem Schreibtisch. Darth Aroval konnte noch so von der Stärke der Macht in der Mutter des … Bastardkindes schwärmen. Für Rednelak war dieses unreine Fötus-Ding wertlos. Nichts, was je den Namen Karaz tragen durfte.

Eine Reise nach Alderaan war unumgänglich.

Der Lord griff nach dem Datapad und verfasste eine kurze Nachricht an Borraa.

Tochter!
Darth Aroval hat mich aufgesucht. Es gibt Dinge, die ich mit Dir persönlich und unter vier Augen besprechen muss.
Rednelak Karaz

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Ghurab
Als ich nach draußen gehe, höre ich hinter mir noch das Gespräch. Kurze Satzfetzen, immer wieder unterbrochen. Feststellungen, dann Pausen. Man überlegt.

Ich komme in den Garten und die beiden Zeldrates stürzen zu mir. Ich war bisher immer verlässlicher Futterlieferant für die zwei, da sich hier auf Alderaan sonst niemand an die Reitechsen herantraut. Ich schnippe mit den Fingern und pfeife. Beide folgen mir aufgeregt grunzend in ihren Unterstand. Ich schütte jedem einen Eimer Synthfleisch in den Trog und sehe zu, wie sie sich darüber hermachen. Meister Concabilles Echse zögert einen Moment, sieht mich mit schief gelegtem Kopf an. Ich mache eine scheuchende Geste und sage völlig sinnloserweise „Sie ist bald wieder da“. Die Zeldrate schüttelt sich und taucht dann die Schnauze mit den mächtigen Zähnen in die dunkelrote Masse.

Ich lehne mich an die Schuppenwand, beobachte ohne zu sehen und meine Gedanken treiben zu Sheysa und Sha`re, die drinnen im Trainingsraum immer noch diskutieren. Sha´re hat uns vor einem vielleicht fatalen Fehler in unserem Plan bewahrt. Er ist wirklich nützlich. Zu nützlich? Ich bin ratlos was ihn angeht. Ich möchte glauben, dass er ein Verbündeter ist. Dass er bei uns für sich mehr Nutzen sieht als bei Darth Aroval und Borraa. Ich will es glauben. Will. Aber mein ewiges Misstrauen sticht mich immer wieder.

Wann kann man einem Menschen trauen? Nein – wann kann man einem anderen Sith trauen. Die einzig mögliche Antwort lautet: nie. Und dennoch habe ich mein Leben schon in Meister Concabilles Hände gelegt. Und jetzt? Ich fühle mich, obwohl ich es nicht will, für Sheysa verantwortlich. Verdammtes kleines Mädchen. Und ich hätte Sha`re zu gern wirklich auf unserer Seite. Ich werde wohl weich im Hirn, denn eine Zukunft auf der Flucht und im Untergrund, immer bemüht, Darth Aroval zu Fall zu bringen, hat plötzlich für mich etwas beinahe attraktives, wenn man dabei als eine wirkliche Gemeinschaft unterwegs sein könnte. Ich bin ein Schwachkopf. Nur weil ein anderer Kämpfer auftaucht, der so interessant gut-und-ganz-anders zur Art und Weise passt, wie Meister Concabille und ich uns der Welt stellen, werde ich hoffnungsvoll. Das ist nichts als Idiotie.

Die Zeldrates haben ihre Tröge geleert, die letzten Klumpen Synthfleisch sind in baumelnden Kehlsäcken verschwunden. Jetzt werden sie schläfrig. Und sozial. Meine Echse reibt ihren schweren Kopf kurz und enthusiastisch an meinem Oberschenkel, dann fangen die zwei Monster an, sich gegenseitig zu putzen. Ineinander gerollt wie ein Ouroboros kann man schwer sagen, wo ein Tier aufhört und das andere anfängt.

Dafür, dass sie sich sonst bei jeder Gelegenheit anfauchen und kabbeln sind diese friedlichen Momente immer sehr plötzlich und ein maximaler Kontrast. Was ist die Wahrheit? Das Geraunze oder die Sympathie?

Ich muss lachen. Die beiden Echsen sind eine lebende Metapher für meine Situation. Sich bekriegen oder zusammenarbeiten? Feinde oder Verbündete? Futterneid oder Vertrauen?

Die Macht ist Konflikt und Kampf. Nur damit ist Leben und Wachstum möglich.

Aber den Rücken freihalten lassen … diese eine Schwäche … nur eine. Ja, ich bin ein Schwachkopf.

Die Zeldrates sehen mir hinterher, als ich zum Anwesen zurückgehe.

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