Zu viel geredet

15. November 2014

Nein, nein NEIN!! Mein Zorn treibt in einer Welle etliche der Shuttle-Trümmerteile von mir weg wie sich öffnende Blütenblätter. Ich werde es nicht mehr schaffen, die Jedi einzuholen, selbst wenn ich mit der Reitechse den abkürzenden Weg über die Felsen nehme, welcher der Jedi auf ihrem Speeder verwehrt bleibt. Sie ist zu weit weg. Ich kann nur zusehen, wie sie verschwindet.

Sie hat das wahrscheinlich von Anfang an geplant. Wollte nicht bis zum Tod kämpfen, sondern nur in eine Position kommen, aus der sie komfortabel verschwinden kann. Und damit habe ich verloren, als hätte sie mir den Kopf von den Schultern getrennt. Denn eifrig-ehrlich wie diese Jedi sind, wird sie alles ihren leuchtenden Freunden brühwarm erzählen. Und damit dafür sorgen, dass kein Jedi mehr versuchen wird, den „Holocron“ zu bergen. Was wiederum Darth Aroval mistrauisch machen wird.

Nun ja, Sha´re meinte ja schon, dass dieser Plan mit einer hohen Wahrscheinlichkeit schon aus … anderen Gründen nicht funktionieren wird. Also ist der Verlust nicht allzu groß. Und fast, ja fast, hätte ich uns ein paar Verbündete verschafft. Aber was habe ich erwartet? Es sind Jedi! Die sind nicht flexibel genug, um ihr Ziel wirklich erreichen zu wollen. Trotzdem wäre Meister Concabille so stolz auf mich, wenn sie wüsste, wie sehr ich mich anfangs zurück gehalten habe. Verdammt, ich denke schon von ihr im Konjunktiv. Als sei sie nicht da.

Sie ist immer da.

Die Holovidnachricht vom „abgestürzten Shuttle mit dem Holocron“ war seit einem Tag auf allen alderaanischen Kanälen. Ich wartete. Und heute biss endlich jemand an. Zwar keine Agenten des Alten – oder gar er selbst! – sondern eine einzelne Frau, die unbesorgt in den Trümmern herumsuchte und mich dann, obwohl ich in den Ästen eines Baumes versteckt war, direkt ansprach, aber ein Opfer war ein Opfer. Und je mehr Leute auf der Suche mysteriös verschwanden, um so saftiger der Bissen für Darth Aroval.

Es stellte sich heraus, dass diese gelassen-freundliche Menschenfrau eine Jedi war. Redete wie Doz-rish, bewegte sich wie Doz-rish, machte mich fast so wütend wie Doz-rish. Aber ich habe mich zurückgehalten. Und brachte sie zum Reden. Oder brachte sie mich zum reden? Schwer zu sagen, wer mehr mitgenommen hat.

Intererssanterweise kannte sie nicht nur meinen Namen, sondern wusste auch von Meister Concabille und dem Parasiten – ja, nannte das Kind sogar so. Ab da wusste ich, dass entweder Shanora oder Sheysa ein zu loses Mundwerk bei den Jedi gehabt hatten. Ich forschte nach, welches der zwei Garrde-Mädchen hier zu viel geplappert hatte und bekam sogar direkt Sheysas Namen serviert.

Es sieht so aus, als müsste ich die Loyalitäten von Missy Garrde deutlicher hinterfragen!

Nun, die Jedi war hier, die Jedi wusste zu viel. Sie musste weg … oder? Ich habe wohl wirklich zu viel von Meister Concabille mitgenommen. Denn plötzlich dachte ich mir, dass der Feind meines Feindes doch hervorragendes Kanonenfutter abgeben könnte. Müsste es nicht im Interesse der Jedi sein, einen Darth mit derart weitreichenden Ambitionen wie Darth Aroval loszuwerden, bevor er zu mächtig wird? Noch dazu, wenn er mitten in ihrem Vorgarten sitzt?

Ich sagte ihr also, dass sie gern nach Hause gehen und öffentlich vom Potential des verschollenen Holocrons schwärmen könne. Es wäre zu unser beider Nutzen. Klar zu sehen.

Doch … es sind Jedi. Wenn der Vorschlag von einem Sith kommt, kann er nur Tod und Verderben bedeuten (ja! Für den Alten!), weshalb sie ablehnte. Jedi!

Also blieb nur der Kampf. Eine Leiche mehr, eine Vermisste mehr. Auch das kann funktionieren.

Der Kampf war herausfordernd. Diese Jedi hatte mehr drauf, als ihr betuliches Äußeres vermuten ließ. Ich hatte seit dem Kampf mit Sha´re nicht mehr so viel Spaß gehabt! Nichts lässt mich mehr lebendig fühlen als ein gleichwertiger oder sogar anscheinend überlegener Gegner. Mein Blut strömt freier durch die Adern und sogar die Luft, die ich atme, schmeckt süßer.

Aber leider hatte die Jedi nicht vor, mir das Vergnügen lange zu gönnen. Im nachhinein kan ich jeden ihrer Schritte auf das Ziel hin analysieren, einfach nach Hause zu gehen. Sie hat alles an ihrer Kampftaktik danach ausgerichtet, in eine möglichst optimale Position dafür zu gelangen. Ich habe es nicht bemerkt und bin darauf hereingefallen, weshalb ich es verdient habe, dass sie mich geleimt hat.

Jetzt stehe ich hier vor den Shuttletrümmern und um mich herum ist nichts als die Stille der alderaanischen Bergwelt und der Geruch nach Schnee von den nahen Bergen.

Soll ich noch hier warten und auf weitere Gäste hoffen? Oder gebe ich meinem Zorn nach und stelle Sheysa zur Rede?

Entscheidungen, Entscheidungen.

Weiter mit OOC! Es war ein sehr schöner RP-Abend mit der Jedi-Lady. Sheysa gab uns den SL, musste aber nicht viel mehr tun, als das Setting auszubreiten. Trotzdem ein herzliches Danke dafür! Und dafür, dass ich das Händchen gehalten bekam – wo ich doch mit Fremden so meine Probleme habe! Da war es sehr beruhigend, Sheysa an meiner Seite zu wissen, als ich zum ersten Mal auf eine mir unbekannte Mitspielerin traf.

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