Chevaliers de l’Ouragan

11. Dezember 2014

Ich erwache mit dem Gefühl, dass die Macht mich völlig einhüllt. Die Dunkelheit ist um mich, durchdringt meine Poren. Ich öffne die Augen und sehe die Decke des Gästezimmers im Apartment meines Onkels. Nichts ist anders. Von der anderen Seite des Raumes höre ich Skaaras tiefe Atemzüge. Er schläft. Das bedeutet, niemand greift uns an. Nichts ist. Auf meiner Brust liegt ein Gewicht. Nicht viel. Es ist da. Es ist Licht und Dunkelheit und an den Kanten ist der Konflikt in der Macht, den ich suche.

Die Klarheit der Macht ist immer noch im Raum. Das bin nicht ich. Die Macht war immer in mir, denn wir Reinblütigen werden mit der dunklen Seite in unseren Knochen gezeugt und geboren. Sie fließt in uns, greift nach uns.

Bei mir griff sie immer nach meinen Muskeln. Nach dem, was mich antreibt. Der Konflikt ist körperlich und die Macht in mir ist es ebenfalls. Ich konnte selten meinen Geist weit machen und spüren, wie es zum Beispiel Sheysa immer tut. Der Schleier der Macht vor meinen Augen war immer zu dicht für mich, um durch ihn zu sehen. Ich habe nicht die Gabe, die Essenz eines anderen Machtnutzers so zu spüren, dass ich etwas damit anfangen könnte. Keine Vorahnungen für mich. Keine Omen und keine sichtbare Zukunft.

Das Gewicht auf mir. Es ist nicht sehr drückend. Es ist warm. Es bewegt sich. Kann ich meinen Blick senken … weg von der Decke, hinab auf …?

Ich spüre eine Feuchtigkeit auf meiner nackten Brust und der Geruch nach Blut kommt in mein Bewusstsein.

Das ist nicht real.

Es bewegt sich.

Ich lasse meinen Arm aus dem Bett sinken. Taste nach dem Schwert, das sich fast in meine Hand drängt. Skaara hat vorhin gemeint, die Klinge würde auf mich reagieren. Der Miraluka sieht ohne Augen sehr klar.

Das, was auf mir ist … Immer noch starre ich an die Decke. Lichter des Expressway weit draußen vor dem Fenster huschen als Reflexionen vorbei. Sich dem stellen, was nicht real ist. Ich bin kein Feigling.

Ich senke den Blick.

Sie.

Bedeckt vom Blut der Frau, die wir retten wollen … werden … müssen. Klare, ernste Augen. Gelb und strahlend. Rote Haut, fast schwarz in der Düsternis des nächtlichen Raumes. Natürlich noch keine Knochenspitzen oder Tentakel. Das wird noch ein paar Jahre dauern. Braunschwarzer Flaum auf dem Kopf. Keine roten Haare … dunkel wie die ihrer Mutter.

Mein Schwert löst sich von mir. Ich brauche beide Hände. Ich setze mich auf und halte sie sorgsam, damit sie nicht von mir herunterfällt. Sie ist so … klein. Sollte sie so klein sein? Ich sehe durchscheinende Röhren. Plastikschläuche, die nur helle Linien sind, in ihren winzigen Nasenlöchern. Es ist zu früh. Viel zu früh!

Mein Herz schlägt schneller. Ich halte sie an mich. Sie sieht mich an und es ist real und nicht da. Was kann ich tun? Angst schnürt mich ein. Angst nährt die Dunkelheit in mir. Es ist zu früh! Ich weiss, dass das nur die Schuld des Alten sein kann. Oder die Schuld von Borraa. Sie haben meinen Meister gefangen, sie halten sie fest. Deshalb ist es zu früh. Deshalb greift MEINE TOCHTER nach mir.

Die Angst wandelt sich. Gräbt sich durch meine Eingeweide und frisst sich in mein Herz. Nein. Ich beherrsche die Angst. Ich habe gelernt, Angst zu Hass zu machen. Jeder Sith lernt das.

Mein Hass flammt auf, stark genug, dass Skaara sich im Schlaf bewegt und seufzt.

Ich halte sie fest. Ich spüre ihre Wärme und will ihr meine Kraft geben. Halte aus, kleine Sith. Wir holen dich. Dich und deine Mutter. Und dann gibt es keine Gnade für Darth Aroval. Dann wird es nicht Meister Concabilles Blut an mir sein, sondern seines.

Der Zorn brennt. Ich lenke ihn mit dem Strom meines Atems. Ich begrüße das Gefühl in einer tausendfach geübten Meditation, die ich in Sekunden abrufen kann. Wir. Kriegen. Ihn.

Meine Arme sind leer. Die Vision ist gegangen. Nein! Ich will sie festhalten, aber ich kann nicht. Ich bin Krieger. Mehr nicht. Nicht weniger.

Die Feuchtigkeit auf mir ist nicht länger metallisch riechendes Blut sondern Schweiß. Ich atme weiter.

Was bedeutet es? Ist sie nahe am Tod? Ist Meister Concabille tot? Verdammt! Ich kann nichts tun. Nichts! Nur das, was wir sowieso vorhatten. Wir müssen sie holen. Bald. Jetzt. Sofort.

Nein. Nichts sinnlos überstürzen. Sie lebt. Auf jeden Fall. Es kann nicht anders sein. Und damit es so bleibt, muss ich mit dieser Vision sorgfältig umgehen. Onkel Ginyu muss nichts davon erfahren; er hat zu deutlich gemacht, dass mein Kind – Meister Concabilles Kind – für ihn in erster Linie ein Risiko ist. Und ich weiß nur zu gut, wie meine Familie mit Risiken umgeht. Auch Onkel Ginyu ist in dieser Beziehung nicht anders als mein Vater. Aber Skaara werde ich es erzählen. Morgen.
Ich atme weiter. Der Schweiß auf meiner Haut trocknet und mir wird kalt. Ich stehe auf und greife nach dem Schwert (es ist immer dort, wo ich bin). Dann gehe ich hinüber zu Skaara, der immer noch fest schläft. Oder so tut, was weiß ich. Ich lege meine Master Blade leise und vorsichtig auf den Boden. Dann knie ich mich auf Skaaras Bett und schiebe ihn zur Seite. Kindisch, ich weiß. Aber ich will mit dieser Vision nicht allein bleiben.

Ich rolle mich neben ihn.

Vielleicht kommt der Schlaf zurück. Ich brauche meine Kraft.

———

OOC: Ghurabs Vision bezieht sich nicht auf Dinge, die ich im RP aktiv mitbekommen habe. Im RP selbst sind gestern andere Dinge passiert. Die zwei Krieger-Sith verstehen sich immer besser (Untertreibung) und man hat eher von der Vergangenheit erzählt als weiter Arovals Untergang zu planen. Das Bild oben entstand nach einer OOC-Bemerkung von Sey und wurde nach der Lektüre ihrer letzten Borraa-Episode konkreter.

Im PvE habe ich nicht viel getan. Ich habe mit Sherku Weeklies gemacht und jetzt genug Elitemarken, um mir ein 192er Teil kaufen zu können. Mühsam ernährt sich das Eichhorn. Und die Erinnerung an das erste Hochstrampeln auf gescheites Equip ist ein dauerpräsentes déja vu.

Ab nächster Woche gibt es laut dulfy.net interessante Dinge als 3rd-anniversary-Geschenk. Mal sehen, was davon brauchbar ist. Ich habe mir bisher ja noch nicht einmal die kostenlosen Revan-Statuen geholt. Amüsant mal wieder: Es gibt Geschenke und die Community heult. Die SWTOR-Spieler, die in Foren unterwegs sind, mögen ja bei weitem noch nicht so schlimm sein wie die Figuren mit der spiegelglatten Großhirnrinde aus den Blizzard-Foren … aber trotzdem erstaunt mich ihre Fertigkeit, Haare in die Suppe zu werfen und sich dann darüber zu beschweren, immer wieder aufs Neue.

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